Pegelverluste bei Signalsplitting mit mehreren Endstufen

  • Hallo zusammen,


    für einen Weihnachtsmark soll die Innenstadt eines kleinen Dorfs mit Hintergrundmusik beschallt werden.

    Dabei kommen ca. 26 Lautsprecher und 7 Endstufen an verschiedenen Standorten zum Einsatz.

    Dabei soll an einem Standort die Signalquelle (CD Player bzw. Mixerausgang) stehen und das Monosignal über den Mixerausgang L/R mit XLR-Leitungen in zwei verschiedene Richtungen verteilt werden. An den jeweiligen Endstufen wird dann das Signal durch ein Y-Kabel auf beide Amp-Kanäle verteilt und über einen der parallelen Signalausgänge wieder zum nächsten Amp weitergeführt usw. (siehe Skizze)
    So entstehen Kabellängen von ca. 200m auf beiden Seiten und ich mache mir etwas Sorgen um den Pegel des Signals. Bei der ganzen Aufsplittung und Leitungsdämpfung bleibt da noch genügend Pegel für die letzte Endstufe übrig? Habt ihr Erfahrungen mit ähnlichen Kabellängen? Gibt es alternative Lösungen außer Funk?

    Das ganze soll erstmal mit handelsüblichen XLR-Leitungen mit einem Leitungsquerschnitt von 2x 0,2 mm² durchgeführt werden, alternativ müssen Leitungen mit höheren Querschnitten verwendet werden?!

    Danke und Grüße

  • Da würde ich mir nicht so die großen Gedanken machen.

    Zeitgenössisches Material sollte damit arbeiten können. Viele Endstufen lassen sich mit einem kleinen Schalterchen parallel und Mono betreiben.

    Das könnte dir das Y-Dingens ersparen. Auch die Eingangsbuchsen haben ja oft noch einen Link-Out. Ansonsten sind an Verstärkern meist auch Pegelsteller dran - damit könntest du eventuelle Pegelunterschiede ja angleichen. Was schwer abzuschätzen ist sind Brumm-Problematiken wegen unterschiedlicher Stromversorgungen der einzelnen Amps...

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  • Sollte funktionieren. 200m in symetrische ist jetzt nicht wirklich die Welle, eine gute Leitung mal vorausgesetzt und die Endstufen sollten über Groundlift verfügen (oder diesen eben per Adapter mit einbinden) von wegen erwähnter Brummproblematik.

  • Mache dich kundig über die Bedeutung des Begriffs 'Spannungsanpassung'. Dann kannst du alle deine Fragen selbst beantworten. ;)

    (Das gehört im Übrigen zum allerallerkleinsten Einmaleins eines jeden 'Technikers', der auch nur im entferntesten Sinne jemals irgendetwas mit Signalführung/ - verteilung zu tun hat... )


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo

  • Wichtig ist, dass du am Mixer mit möglichst hohem Pegel raus gehst und die Hintergrundlautstärke an den Endstufen machst. (Umgekehrt hättest du mehr Rauschen als Musik.) Allerdings kann es dabei sein, dass du dann Durchsagen nicht laut genug bekommst.

    Also nimm dir genug Zeit fürs Einstellen mit.


    Wenn du Muffe hast wegen der 200m, dann nimm dir einen Behringer Kopfhörerverstärker als Treiber mit.

  • Genau. Wir 'pumpen' einmal im Jahr mit einem Powerplay Signal problemlos über ca. 1km.
    Ich würde mir auch eher über das Thema Brummen Gedanken machen und ein paar Lineübertragerboxen einpacken.

  • Grundsätzlich kann man das so machen, ich empfehle Folgendes:

    - hoher Ausgangspegel am Einspeisepunkt.

    - möglichst wenig Steckverbindungen auf den Strecken, auf 50m ist z.B. eine 100m-Kabeltrommel besser, als 5x 10m Einzelkabel.

    - Strom entweder parallel führen, oder halbwegs anständige Trenntrafos einplanen.

  • Wenn wir die Amps von unten rechts nach oben rechts im Uhrzeigersinn durchnummerieren...


    ...könnte man auch die Verteilung kürzer gestalten. Start beim Amp1


    Amp 1 -> Amp 2 -> Amp 3

    Amp 1 -> Amp 6 -> Amp 7

    Amp 1 -> Amp 6 -> Amp 5 -> Amp 4


    Damit hättest du weniger Amps in Reihe und somit im dümmsten Fall weniger Ausfall, wenn da mal eine Leitung beschädigt würde oder dergleichen. Fragt sich halt, ob das mit den Gegebenheiten vor Ort umsetzen lässt.

  • ...wenn man das Zeug rumliegen hat - why not? Aber nur für sowas 100V-Zeug kaufen macht auch keinen Sinn. Ausserdem ist die Betriebssicherheit mit mehreren Endstufen deutlich höher.


    Ich persönlich benutze für sowas am liebsten Aktivboxen.

  • kein Ela-Bose Sound

    ich möchte an der stelle mal wieder darauf hinweisen, dass "ELA" nicht zwingend "schlecht klingend" bedeutet.

    nur weil irgend eine elektrikerfirma die beschallungsanlage des nächstliegenden einkaufszentrum verbrochen hat (weil in der ausschreibung mal wieder nix von "professioneller tonmann zum einrichten" stand), darf man nicht annehmen dass diese technik zwangsläufig immer und überall nach blechdose klingen muss.

    es gibt durchaus sehr gut funktionierende und auch gut klingende ELA beschallungen - wenn ein profi am start war.

    und jetzt wieder zurück zum thema ;-)


    das größte problem bei der verkabelung mit den 7 amps ist eindeutig das thema "brummschleife".

    da würde ich ebenfalls von vorne herein an jeder position einen lineübertrager vorsehen, das kann überhaupt nicht schaden.


    und mit einer 100V verteilung kann man dieses problem sehr elegant umgehen. :)

  • Danke für die Hinweise, ich nehme an Funktion eines Ground-Lift-Schalters am Amp sollte die Gleiche sein wie wenn ich einen Line-Übertrager vorschalte?!

    In Sachen ELA habe ich leider keine Erfahrung und auch kein Material, aber vielleicht im nächsten Jahr, dann hat man auch mehr Zeit sich in die Thematik einzulesen :-)

    Bzgl. Stromversorgung sind die Amps alle an den festen Stromkästen der Gemeinde angeschlossen, ich hoffe sie sind technisch einwandfrei :-)

  • Ground-Lift-Schalters am Amp sollte die Gleiche sein wie wenn ich einen Line-Übertrager vorschalte?!

    Theoretisch ja. Praktisch :/

    Bzgl. Stromversorgung sind die Amps alle an den festen Stromkästen der Gemeinde angeschlossen, ich hoffe sie sind technisch einwandfrei

    Das verhindert aber keine Brumschleife.

  • Natürlich verhindert das keine Brummschleifen, aber ich denke ich bin so besser dran als wenn ich mich an verschiedene, mobilen Verteiler anschließe an denen unzählige Waffeleisen, Kocher oder sonstwas hängt...

    Ob es nun eine Brummschleife geben wird oder nicht kann man ja vorher sowieso nie wissen, theoretisch ist die Fläche groß genug für eine, weshalb ich mich einfach mit ein paar Übertrager bewaffne bzw. den Ground-Schalter am Amp mal ausprobiere um zu sehen ob es Abhilfe schafft.

  • Ob es nun eine Brummschleife geben wird oder nicht kann man ja vorher sowieso nie wissen, theoretisch ist die Fläche groß genug für eine, weshalb ich mich einfach mit ein paar Übertrager bewaffne bzw. den Ground-Schalter am Amp mal ausprobiere um zu sehen ob es Abhilfe schafft.

    eben, das auftreten von brummproblemen kann man in so einer situation überhaupt nicht vorhersehen.

    oder vielleicht doch: denn ohne geeignete maßnahmen wird es hier garantiert irgendwo zu brummproblemen kommen :-)


    und zur frage, ob ein groundlift das gleiche macht wie ein lineübertrager:

    nein.

    der groundlift trennt lediglich die masse des schirmes ab.

    ein lineübertrager kann zusätzlich noch das komplette signal galvanisch trennen, was gerade bei dieser unklaren sintuation ein entscheidender vorteil sein kann!

    dein ansatz ist also durchaus richtig.