Flexibel einsetzbare Tops für Schule (bis hin zur Open-Air-Bühne bei kleinem Stadtteilfest)

  • Da wir hier im Pro- Brett sind möchte ich nochmal einhaken und zur Diskussion stellen, das Abstrahlwinkel und Neigemöglichkeiten sehr wichtige Faktoren sind.


    Bei je einem Top pro Seite muss das einfach passen, da gibt es keine Möglichkeit zu tricksen.


    Als positives Beispiel möchte ich erneut die HK L5 112F nennen.

    Diese hat ein asymmetrisches Horn mit einer breiten Abstrahlwinkel im Nahfeld und einem engen auf die Distanz.

    Zudem hat sie 2 Flansche. Einmal 3 und einmal 7 Grad geneigt.

    Zusammen mit einem Kurbelstativ kommt man leicht auf die nötige Höhe und bekommt eine sehr gleichmäßige Abdeckung hin.


    Meiner Meinung nach sind Abstrahlung und Neigemöglichkeit 2 sehr wichtige Punkte, die in das Pflichtenheft einer Neuanschaffung gehören.

    Was nützt eine laute, gutklingende Box, wenn sie mit ihrer 60 Grad Abstrahlung und geradem Flansch sinnlos über die Köpfe der Leute schießt und viele gar nicht erreicht?


    So etwas unterscheidet meiner Meinung nach die Spielkinder, die paar Boxen hanben, weil es cool ist und die jenigen, die ein ordentliches Werkzeug für anstehende Aufgaben haben wollen.

  • D.A.S. ist eine alteingesessene Marke und sollte schon qualitativ vorne mitspielen. Allerdings fehlt auch hier das obligatorische Kleinmischgerät, um gerade bei Mikrofonanwendungen entsprechende Korrekturen durchzuführen.


    Und ja, mit einem EQ kann man schon das ganze signifikant entschärfen, was Rückkopplungen angeht.

    Wenn D.A.S. qualitativ hochwertig ist, dann wäre der Kübel (egal ob Holz oder Plaste) schon mal interessant.


    Mit einem EQ kann man sicher entschärfen, aber man kann auch erst Probleme verursachen (massiv Höhen reindrehen, weil der Redner das Mikrofon gen Himmel hält... viel Spaß!). Es geht eben NICHT um die Technik, es geht um den Anwender!


    EDIT: Kompromiss JA - fauler Kompromiss HM... möchte ich natürlich nicht. Die D.A.S. ist die einzige Box, die unter Umständen ein vernünftiger und guter Kompromiss sein könnte. Unsere RCF 310 sind auch Kunststoff-Kübel und natürlich haben die auch mal einen Kratzer, aber wir machen ja auch keine Gala-Veranstaltungen.

  • Der (Laien) Anwender hat da nix mehr zu schrauben, ausser vielleicht laut/leise.


    Da ich unter anderem auch viel Industrie (Vorträge mit Lavalier/Headset) mache und diese Jobs oftmals auch ohne Personal laufen, die Anlage also lediglich geliefert, auf- und abgebaut wird, stell ich das alles am Pult so ein, dass es passt. Ohne vernüftiger Entzerrung wäre das unmöglich, doch wenn das mal eingestellt ist, dann funkstioniert das. Ein Handmikro ist da noch viel unkritischer und wird dann in jedem Fall mit der entsprechenden Entzerrung für die angeschlossene Box funktionieren. Es darf dann halt niemand mehr dran rum spielen, egal ob nun der EQ in der Box schon sitzt oder man ein Kleinmischgerät zusätzlich hinstellt.

  • Der (Laien) Anwender hat da nix mehr zu schrauben, ausser vielleicht laut/leise.


    Da ich unter anderem auch viel Industrie (Vorträge mit Lavalier/Headset) mache und diese Jobs oftmals auch ohne Personal laufen, die Anlage also lediglich geliefert, auf- und abgebaut wird, stell ich das alles am Pult so ein, dass es passt. Ohne vernüftiger Entzerrung wäre das unmöglich, doch wenn das mal eingestellt ist, dann funkstioniert das. Ein Handmikro ist da noch viel unkritischer und wird dann in jedem Fall mit der entsprechenden Entzerrung für die angeschlossene Box funktionieren. Es darf dann halt niemand mehr dran rum spielen, egal ob nun der EQ in der Box schon sitzt oder man ein Kleinmischgerät zusätzlich hinstellt.

    Bei größeren Konzerten o.ä. an unserer Schule bin ich immer dabei und sorge zusammen mit dem Technikteam (von mir ausgebildete Schüler) dafür, dass alles einwandfrei läuft.


    Bei kleinen Einsätzen muss das aber auch mit dem geringstmöglichen Know-How gehen (der Schulleiter oder ein Kollege muss auch selbst das Mikro oder das Notebook anschließen und nutzen können). Dazu gibt's dann eine Kurzanleitung (zur Not einlaminiert und an die Seite der Box gepappt) und los geht's. Das ist die Realität im Schulalltag. Grundsätzlich kann ich bei der Altea oder der Vantec aber immerhin auch ein "Default"-Preset einprogrammieren, das für die Standardanwendung einige sinnvolle Vorgaben gibt. Gegen Fehlbedienung und Leute mit ausgeprägtem "Halbwissen" (gepaart mit enthusiastischem Selbstbewusstsein) ist die Welt aber leider nicht immun...

  • Die HK L5 112 FA (aktiv) ist auch nicht völlig aus dem Rennen. Mir gefällt aber nicht, dass außer Deckel und Boden der Rest aus MDF hergestellt wird. Eine horizontale 60-Grad-Abstrahlung hat auch keine der von mir genannten Boxen. Aber die Neigung des Flansches kann ich auch mit einem K&M-Adapter einstellen.

    Das asymmetrische Horn finde ich äußerst sinnvoll, kann aber auch nicht das entscheidende Merkmal sein.


    In unserem großen Veranstaltungsraum hatten wir übrigens vor gut 10 Jahren mal drei Firmen gleichzeitig vor Ort, die jeweils ihre Produktempfehlung mitbrachten. Darunter Foohn, Coda Audio (beide passiv getrennt) und eine EV Rx-Anlage (aktiv getrennt). Wir konnten DIREKT zwischen den verschiedenen Anlagen umschalten. Was auch immer mit dem Coda Audio Setup an dem Tag los war - es klang einfach nicht. Fohhn klang nach HiFi - aber auch nur auf den ersten 3-5m, danach "wischiwaschi". Das Rx-Top war zwar klanglich nicht allererste Wahl, konnte aber (dank des asymmetrischen Horns) den Sound präsent auch bis in die letzten Reihen tragen.


    Wie es immer so ist: Kompromisse muss ich immer irgendwo machen. Ein asymmetrisches Horn wäre nett, ist aber kein Ausschlusskriterium. Eine viel zu enge (60x40) oder viel zu weite Abstrahlung (110x90) dagegen schon.

  • Es geht mir jetzt nicht darum eine bestimmte Box zu bewerben.

    Aber in solchen Boxen Themen wird irgendwie immer wild darauf los diskutiert ohne, das es ein eindeutiges Pflichtenheft gibt.


    Wenn man zu den nachstehenden Punkten möglichst präzise und realistische Angaben macht kann man das Angebot schon sehr weit eindampfen.

    Die übrig bleibenden Kandidaten können dann diskutiert und getesteten werden.


    Klangcharakter

    Lautstärke

    untere Grenzfrequenz

    Abstrahlung

    Stativbefestigung/Neigung

    Flugpunkte

    Aktiv/Passiv

    Systemeinbindung

    Eingänge

    Signalverarbeitung

    max. Größe

    max. Gewicht

    max. Preis

    Farbe

    Wetterbeständigkeit

    Transportmöglichkeit (Case/Hülle)


    ... und einiges, was mir gerade nicht durch den Kopf geht.


    Ich hatte seinerzeit eine solche Liste - das war sehr hilfreich. Auch wenn nicht immer alles 100% passen kann, so ist es doch eine wichtige Entscheidungshilfe.


    In der Industrie würde niemand z.B. eine CNC Maschine ohne ein solches Pflichtenheft auswählen.

    Die Gefahr nicht wirtschaftlich damit arbeiten zu können währe viel zu groß.

  • ERICH : das sind gute Punkte. Ich würde ergänzen mit:


    - Zubehör (U-Bügel, Schutzhülle, etc.)

    - Zumietbarkeit in der Region

    - Support vom Hersteller/Verkäufer

    - Erweiterbarkeit/Skalierbarkeit

    - Ersatzteilsituation

    - Handling (z.B. Gewicht, Anzahl Griffe, Form der Box, ...)

    - Wertbeständigkeit

    - Ridertauglichkeit

    - Material (Holz/Kunststoff)



    So eine Liste könnte man fast beliebig erweitern. Damit sie aber etwas nützt, müssen die Kriterien gewichtet werden. Für eine Installation in einem Club ist die Grösse und das Gewicht evtl. völlig nebensächlich, während das bei einer mobilen Anwendung eines der Hauptargumente für eine Box ist. Somit würde ich die 5 wichtigsten Kriterien auswählen und nach je nach Relevanz gewichten.

  • ERICH Da gebe ich dir vollkommen recht. Das hilft, in der fast unübersichtlichen Menge der Angebote die Übersicht zu behalten.


    Mein technisches Anforderungsprofil:

    • Klangcharakter (ausgewogen)
    • verzerrungsarmer Pegel (mind. 120dB RMS in 1m + 10dB Peak)
    • Gewicht (um/unter 20kg ist perfekt, bis knapp 25kg gerade noch o.k.)
    • untere Grenzfrequenz (für leise Gigs wären 50Hz schön, lauter Pegel ab 100Hz ausreichend)
    • Abstrahlung horizontal 75-90°, vertikal möglichst ca. 40°, asymmetrisches Horn wäre top (aber Luxus)
    • Flugpunkte müssen vorhanden sein
    • Aktives System
    • Mind. ein Eingang mit Mikrofonempfindlichkeit
      zwei Eingänge sind von Vorteil, Bluetooth-Audio-Wiedergabe wäre hilfreich (aber Luxus)
    • FIR-Weiche bevorzugt (ausgewogener Phasengang, steile Trennung zwischen LF/HF)
    • Gehäuse Multiplex bevorzugt, Kunststoff möglich (wenn stabil), mögl. kein MDF/Filz o.ä.
    • Konvektionskühlung
  • zegi Das ist mir zu kategorisch, tut mir leid.

    Ich weiß, dass diese Ausstattungsmerkmale eher in Einstiegsregionen zu finden sind. Aber wenn ein Hersteller wie D.A.S. sich dazu entscheidet, diese Funktionen einzubauen, dann ist das Produkt doch nicht von vornherein abzuqualifizieren. Ich habe Bluetooth und weitere Eingänge als wünschenswert (bzw. "Luxus" bezeichnet), weil ich um die typischen Ausstattungslinien weiß. Auf einen Eingang mit Anschlussmöglichkeit für ein Mikrofon werde ich jedoch in keinem Fall verzichten (was auch immer das dann heißen mag.


    Die RCF 2031A könnte ins Beuteschema passen. Klanglich gefällt sie einigen Usern anscheinend gut und RCF baut ja auch gute Treiber. Das Abstrahlverhalten des Horns ist nicht ganz mein "Wunschbild" (nicht so gleichmäßiger Charakter), dennoch ein guter Tipp. Danke!

  • Lass es mich differenzierter ausführen.


    Es geht mir um die Anwendung. Eine Box im professionellen Kontext hat nur eine Funktion - die Wiedergabe des Audiosignals. Für das Abspielen der Quellen gibt es wiederum andere Geräte, die eben nur das tun.


    Um ein Extrembeispiel zu nennen - es gibt ja diese "All-in-one" Boxen, mit MP3-Player, Mikrofon, Lichteffekt, etc..


    Die werden dann (wenig erstaunlich) auch nicht in einer Fachzeitschrift für PA vorgestellt: http://www.computerbild.de/art…-SHAKE-X30D-17739265.html



    Falls die Anwendung ohne Mixer wirklich oft vorkommt, würde ich ein Mikrofon MIT Schalter wählen. Da hat man dann wenigstens noch eine Notfall-Option.

  • Danke für die Differenzierung. Das kann ich gut nachvollziehen und in den meisten Fällen hast du damit ja schließlich auch recht. Gute Werkzeuge sind auf ihre Anwendung spezialisiert und auf diese reduziert. Das Vorhandensein von vielen Zusatzfeatures ist dann zumindest ein Warnsignal. Ich gönne mir dann aber gern einen zweiten Blick auf das Produkt - und im Falle der D.A.S. Vantec/Altea-Serie bin ich erfreut, wenn ich dann doch kein Billigprodukt vor mir habe.


    In der engeren Wahl bislang:

    • D.A.S. Vantec/Alte
    • HK Audio L5 112FA
    • RCF 2031A
    • Yamaha DSR112
  • OT: Demnach wäre z.b. ein Sennheiser LSP 500 unprofessionell... :/

  • OT: Demnach wäre z.b. ein Sennheiser LSP 500 unprofessionell... :/

    Ich hab' nur darauf gewartet, dass jemand mit einem Akkulautsprecher daher kommt. Ich hab' auch sowas bei mir im Lager. Mit verbauter Funkstrecke, MP3-Player, integriertem Mixer, ...


    Aber würde ich das in einem Club verbauen? Damit ein Open-Air beschallen? Für die hier genannte Aufgabe einsetzen? Das ist ein ganz anderes Produkt mit einer völlig anderen Anwendung. Da "muss" das fast "all-in-one" sein, sonst würde es den Zweck (völlig ungebunden von Strom und Kabel) total verfehlen.


    Mit "professionell" würde ich bezogen auf das Equipment sagen, dass es für die Anwendung das bestmögliche Werkzeug darstellt oder im Rahmen der limitierenden Faktoren so nahe wie möglich heranreicht.