Monitore am FOH

  • Hallo zusammen


    Ich lese immer wieder, dass am FOH Nahfeldmonitore zum Einsatz kommen. Welche Vorteile bringt das gegenüber einem Kopfhörer? Bzw. wie setzt ihr Monitore am FOH ein?


    Ein Stück weit kann ich verstehen, dass Monitore mehr Kontrolle über die Inputs am Mischpult liefern, andererseits stelle ich mir vor, verfälscht es den Eindruck über den Sound, der dann über die PA geht.


    Bin gespannt über eure Berichte!

  • In hektischen Situationen ist es schön am FOH auch etwas "krach" zu machen.


    Intercom schon auf dem Kopf weil man mit der Bühnencrew sprechen muss und gleichzeitig mal schnell in einen Kanal hineinhören.
    Als Shoutbox auch immer gerne genommen, falls jemand von der Bühne den FOH erreichen muss: "Mute 10, kommt jetzt auf 43", "Achtung Moderation jetzt von Links aus dem Off"

  • Danke für den Link. Da bin ich inzwischen auch interessiert am Mitlesen. Dort geht es ja um eine konkrete Anwendung - die Kommunikation zwischen Musiker und FOH-Mensch. Gibt es denn auch andere Anwendungen für Monitore?


    Ist "Shoutbox" ein gängiger Begriff für den Einsatz als "Freisprechanlage"?

  • Zitat

    Gibt es denn auch andere Anwendungen für Monitore?

    Linechecks bei Festivals, während die Nachbarbühne spielt.
    Hilfsmittel bei wenig idealen/ repräsentativen (oder auch ZU idealen :wink: ) FOH- Positionen. Denn, immer im Hinterkopf behalten:

    Zitat

    … andererseits stelle ich mir vor, verfälscht es den Eindruck über den Sound, der dann über die PA geht.

    Der Eindruck vom PA- Sound am FOH hat all zu oft auch nicht wirklich viel mit dem zu tun, was die Mehrheit der Zuhörerschaft davon zu hören bekommt.


    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • "zegi" schrieb:


    Ist "Shoutbox" ein gängiger Begriff für den Einsatz als "Freisprechanlage"?


    Ja, "shoutbox" neudeutsch für Brüllwürfel ist gängig. :-D Im Gegensatz zu den als Abhören üblichen Sachen aus dem Studio/Rundfunkbereich wie die Genelecs oder KH120 darfs als shoutbox auch so was sein:


    https://www.music-group.com/Ca…le-Speakers/B205D/p/P0957


    Ich erinnere an diesen Thread:


    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=29&t=80657&hilit=bruellwuerfel

  • Danke für die Links. Der eine Link ist leider etwas veraltet, da sind einige Links im Eimer, aber die Aussage kommt trotzdem rüber.


    Ich werde mir Gedanken machen, ob ich demnächst auch mal ein Päärchen kleine FOH Monitore zu legen soll. Halt etwas, was auch anderweitig eingesetzt werden kann.


    (Sorry für den exzessiven Gebrauch von 'Links') :D

  • Hallo Zegi,
    Studio Monitoren am FoH werden gelgentlich von StudioKollegen eingesetzt, weil sie es aus dem Studio gewohnt sind, und auf ihrer bekannten Abhöre als Referenz auch live mischen wollen. Ob das Sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Wenn der PA Eindruck am FoH so schlecht ist, daß extra Monitore eingesetzt werden müssen, dann ist der FoH Platz sehr schlecht gewählt, oder die PA falsch ausgesucht, aufgebaut oder eingerichtet. Sowas sollte bei open air oder frei zu bestückenden Hallen eigentlich nicht vorkommen. Ander siehts in einem alten KonzertSaal aus, wenn die Tonregie nicht im Saal aufgestellt werden kann, sondern in einer Kabine im 2.Stock und im schlechtesten Fall noch hinter Glas liegt. Wenn da kein Fensterchen zu öffnen wäre, hülfen nur noch StudioMonitore. Solche Venues gibts aber kaum noch. Mir fallen spontan ein paar wenige ein, in denen ich aber trotzdem auf die Studiomonitore verzichte, mir zunächst im Saal an allen Positionen einen Höreindruck verschaffe und dann mit dem Eindruck in der Regiekabine abgleiche und schließlich "quasi halb taub" das Konzert mische. Und es geht auch, ist aber ziemlich anstrengend und macht keinen Spaß.


    Unabhängig von solchen Monitoren verwende ich als Shoutbox, um während der Show nur vom TonKollegen auf der Bühne angesprochen werden zu können, einen kleinen Fostex Aktivmonitor mit MikrofonEingang. Mein Talkback bekommt der dann auf einen Beltpack Kopfhörerverstärker. Das braucht zwar zwei Leitungen, ist aber eine simple Lösung.


    Als standard Intercom nutzen wir Handfunken. Während der Show am FoH schalte ich meins aber stumm, und benutze es nur in AusnahmeSituationen.

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    there's nothing important like headroom - exempt from more headroom
    Sound is no matter of taste - but an issue of education and recognition

  • Ich rede jetzt mal nicht von einer Shoutbox, sondern von einem Cue System. Für mich sind das 2 völlig verschiedene Aufgabenstellungen.


    Also ein kleines PA-System, auf dem Line- und Soundchecks durchgeführt werden können, während auf einer anderen Festivalbühne gespielt wird.


    Das System sollte der PA so ähnlich wie möglich sein. Das System sollte auf die PA zeitlich angepasst sein. Das System sollte einen Abhörpegel erlauben, der dem späteren Pegel der PA am FOH ebenbürtig ist.


    So bekommt der Band-Mischer einen Eindruck von seinem Mix, ohne daß nervige Checks über die PA erfolgen müssen. Kurz vor dem Gig wird dann die PA freigeschaltet und der Mischer darf sich ein, zwei Kickdrum-Schläge und einen Vocal anhören und dann kann es schon losgehen.


    Hier also die Systeme, die ich am FOH zur Kommunikation und zum Abhören einsetze (maximale Ausbaustufe)


    - Intercom
    - Shoutbox
    - Funkgerät
    - Cue System


  • Das ist in der Tat eine andere Aufgabe. Dafür verwende ich aber lieber meinen geschlossenen Kopfhörer, weil damit der Umgebungslärm draußen bleibt.

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  • "donut" schrieb:


    Das ist in der Tat eine andere Aufgabe. Dafür verwende ich aber lieber meinen geschlossenen Kopfhörer, weil damit der Umgebungslärm draußen bleibt.


    Wenn ich das auf dem letzten Festival einem Bandmischer angeboten hätte, hätte man mich wahrscheinlich vom Hof gejagt. Mit einem Kopfhörer geht das nicht, wenn man längere Checks auf der PA vermeiden will. Und da hätte auch niemand eine Stunde lang einen Kopfhörer aufhaben wollen. Beim Gig wiederum ist das Cue-System natürlich aus. Man könnte es vielleicht auf den PFL-Bus routen, das hab ich auch schon gemacht, allerdings eher in geschlossenen Mischräumen. Also klassisch Stellwarte oder Plätze neben, hinter oder unter der Bühne.

  • ich kenne ebenfalls nur drei situationen, in denen abhören am FOH nötig sind:
    1. wie beschrieben: festivalsituationen, wo zwei bühnen und pultplätze parallel laufen können.
    2. wie beschrieben: schlecht gewählte FOH plätze (vor allem bei industriejobs anzutreffen!)
    3. wie beschrieben: als "shoutbox" für die kommunikation zum monitorplatz


    darüber hinaus fällt mir spontan auch nix ein, wofür extra abhören am FOH noch gut sein könnten.

  • Danke liebes Forum das es mir sagt das der Beitrag schon älter ist.

    Ich möchte es trotzdem bewusst wieder hoch holen. Der Grund dafür ist das ich im letzten Jahr das Gefühl hatte diese abhören ( Cue System) werden häufiger, und werden sogar öfter zum erstellen des mix genutzt, also nicht wie vorher angedeutet während des Gigs aus.


    Gleichzeitig habe ich das Gefühl es hängt an diesen Tagen wo ich das sehe durchaus auch mit dem schlechten FOH mix zusammen. Getreu der Devise: was ich hier höre ist super, der Rest ist dem Systemer sein Problem.


    Ich vermute dort dann das es wahrscheinlich besser wäre die PA in evtl. Leicht bis mittelschwer verändert in echt zu hören als eben das vermeintlich gute Signal einer abhöre.


    Ich kann mich täuschen, ist nur so ein Gefühl, aber vielleicht empfindet jemand ähnlich?

    Wie sind eure Erfahrungen in den letzten Jahren?

  • Wie sind eure Erfahrungen in den letzten Jahren?

    Quasi nicht existent - es sei denn als kleine FOH- Tower PA für den Linecheck bei größeren Wechselbühnenfestivals. Dann gerne auch mit Sub. :)

    Das Ganze schaltet man aber spätestens dann aus, wenn das Intro läuft... bzw. nutzt es ab da höchstens für PFL.


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo


    (Oder aber in Verbindung mit grauenhaften 'Regiekanzeln' ohne akustischen Bezug zum Publikumsbereich - aber solche Gigs verdrängt man eh so schnell es irgendwie geht)

  • bei mir ist es ähnlich.

    auf großen festivals arbeite ich zur zeit gar nicht, deshalb gibt es bei mir gerade keine doppelbühnen-erlebnisse.


    ansonsten hab ich aber auch schon ein paar jahre nicht mehr erlebt, dass am FOH über eine abhöre zu mischen war.

    nein, das geld für ne abhöre wird meist auch noch eingespart !!

    denn was in letzten jahren immer öfter machen muß, ist per kopfhörer mischen! die mischpultplätze, die sich manche firmen freiwillig auswählen, sind manchmal eine so große zumutung, das einem gar nix anderes übrig bleibt als den kopfhörer zu rate zu ziehen. vor allem, wenn sog. "event-agenturen" im spiel sind !!!

  • die schlechten mischplatz-situationen hab ich schon oft erlebt und habe auch schon oft darüber nachdenken können.

    wenn ich mit dem pult so weit im off stehe das ich solche hilfen wirklich nötig hätte, dann ist mir der kopfhörer eindeutig lieber.

    denn von solchen schlechten arbeitsplätzen kann ich ohnehin nicht richtig einschätzen, wie sich die lautstärke des drumsets oder des gitarrenamps im publikum mit dem PA sound mischt. da helfen auch abhören meistens nicht weiter.

    statt dessen mach ich mir dann über den kopfhörer nen schönen sound und stell auch die lautstärke so ein dass sie mir gefällt. bisher hat sich darüber noch nie jemand beschwert.


    aber es gibt natürlich grenzfälle, in denen eine abhöre am pult dennoch sinnvoll sein kann. so hören wir z.b. in der halle in der ich arbeite durch das neuerdings verwendete linearray in der regiekabine keine höhen mehr. die tops stahlen dort oben einfach nicht mehr hin. also habe ich dort ans fenster eine Genelec box (mit dem nötigen delay) hingebaut. das ist eine recht gute notlösung.

    aber bandmixe mache ich nicht aus der regiekabine, von da oben mach ich nur sprachbeschallungen und halbplayback-einspielungen.


    vor wenigen jahren hatte ich mal eine VA bei Mercedes, wo der kunde partout nicht wollte, dass das pult an einem sinnvollen ort steht. dort hab ich mich dann hinter die, neben der bühne stehende, sattelzugmaschine gestellt.

    eine kleine PA für mich als abhöre dazugestellt, fertig. der mehraufwand wurde dann auch anstandslos bezahlt.

    glücklich war ich damit allerdings trotzdem nicht, weil eben das gefühl für den sound VOR der bühne nur sehr eingeschränkt erahnbar war.

    für einen bandmix geht nach wie vor nichts über einen sinnvollen platz fürs mischpult - im zuhörerbereich. auch wenn das einige kollegen nicht verstehen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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  • Ich hatte inzwischen auch schon Monitore im Einsatz. Das FOH war in diesem Falle auch ausserhalb der Direktschallzone in einer sehr halligen Halle. Das war durchaus ein Gewinn für den Workflow. Die Monitore dienten dort allerdings eher dazu, zu kontrollieren WAS da kommt und weniger WIE es klingt.


    Es war dort am Ende ein Zusammenspiel von FOH-Monitore, Kopfhörer (für die Qualität des Signals) und periodischem Gang in die Direktschallzone (inkl. *Abwandern aller Delay- und Fill Bereiche)


    *Abwandern hier im Sinne von einer Begehung zu Fuss ;-)