Electro Bands + Vocals -> Warum tun sich FOH damit so schwer?

  • Es ist für mich schwierig in Worte zu fassen und kann nur Missverständnisse produzieren.


    Wenn man etwas geschickt im Mix verstecken will, sollte es hochwertig bleiben/sein, damit die Qualität erhalten bleibt.


    Was jetzt hochwertig bedeutet ist teilweise genereabhängig.

  • Ich kann mir schon vorstellen, wie sebastian das meint: Der Live-Gesang fügt sich nicht homogen in den aufwendig produzierten Mix ein, sticht allein deswegen schon heraus und wirkt wie ein Fremdkörper. Das klassische Problem von Playbacks eben.

    Daher ist der Ansatz den Gesang besser (und leiser) in den Playback-Track zu integrieren gar nicht mal so falsch - allerdings schwer umzusetzen, wenn man auf Mikrofone, Mischpult und Personal angewiesen ist, was man vorher nicht kennt oder beeinflussen kann.

  • Mehrspurplayback erfordert dann aber noch eher einen eigenen Techniker oder zumindest einen der im Genre sehr firm ist..

    Also wenn man's dann Mehrspur haben will, dann bitte selbst in the Box mischen und nur Stereo rein ins Pult; dann können beim Soundcheck noch Korrekturen vorgenommen werden, aber eben vom Künstler.

    Sonst vermute ich wird das Ergebnis nicht unbedingt befriedigender als mit dem Stereotrack

  • Hallo zusammen,


    ist schon ein ein paar Tage alt der Thread. Aber ich wollte mal noch von meinen weiteren Erfahrungen berichten und mich nochmals bei alle hier Beteiligten bedanken.

    Es hat geholfen! Ich stehe zwar nach wie vor nur eher selten auf der Bühne. Die letzten Konzerte liefen aber wirklich gut und zur Zufriedenheit aller.

    Anbei mal ein kleines Livevideo eines besonders gelungenen Gigs in Frankfurt vom letzten Jahr. Dann wird vielleicht auch vielen etwas klarer worum es eigentlich ging. Hier wurde natürlich der Stereo Out des FOH Mixers aufgenommen und zusätzlich noch die Saal Atmo recorded und mit gemischt.



    Für meinen Geschmack sind hier die Vocals sogar immer noch einen Tick zu laut. Was mir aber inzwischen aufgefallen ist: Die nachträgliche Beurteilung von Live Sound mittels Mitschnitt ist schwierig, da der Raumklang beim Mitschnitt natürlich nicht wirklich eine Rolle spielt. Und häufig scheint es so, dass beim Mitschnitt die Vocals lauter wirken als es tatsächlich vor Ort so war. Kann neben der Saal Akustik natürlich auch an der ...hmm... wie nennt man es...psychoakustischen Wirkung liegen. Also wenn man tatsächlich live vor einer Bühne steht und eben die visuellen und auch haptischen (das Hosenbein flattert vom Bass, etc.) Eindrücke mit war nimmt, dann kann so ein Mix schon ganz anders wirken, als daheim auf der Anlage oder unter Kopfhörern.

    Was ich sagen will: Vermutlich war das Problem tatsächlich gar nicht SO STARK ausgeprägt, wie ich es empfunden hatte.


    Wie auch immer: ich scheine einen ganz guten Weg gefunden zu haben, wie ich den Sound auf die Bühne bekomme, den ich mir vorstelle. Und da haben mir Eure Anregungen und Hilfestellungen sehr bei geholfen. Danke nochmal dafür!

    Ich hoffe das bleibt jetzt auch in Zukunft so ;)

  • Ich hab auf dem Video kein einziges Drumset oder Amps gesehen.

    Das kommt doch alles aus der Konserve?

    Klar. Keine Drums oder Amps. Großteil Backingtracks (Stereo Summe) + live Vocals + ein paar live gespielte Pads oder Synthlines + live Vocoder (Insgesamt 1x Mono + 3 Stereo Spuren an den FOH). Viel mehr bekommt man zu zweit auch kaum gewuppt ;)

  • Wie meistens eine Kombination mehrerer Maßnahmen:


    1. Eigene Hausaufgaben machen und am Vocalsound arbeiten. Konkret habe ich nen Channelstrip besorgt. Das ist allerdings nicht wie vorgeschlagen ein Voicemaster geworden, sondern ein Drawmer MX60. Damit habe ich ein schönes solides in der Dynamik schon gut begrenztes Signal. Außerdem finde ich die integrierte frequenzabhängige Röhrensimulation recht passend und nutze die auch intensiv. Im SE-70 habe ich auch nochmal komprimiert und durch die (leichte) Distortion auch nochmal eine Kompression. Die Vocals sind jetzt also schon ziemlich an die Wand genagelt ;)

    2. Die Backingtracks habe ich nochmal neu bearbeitet und noch etwas dynamischer gelassen.

    3. Der erste Punkt auf meinem Rider heißt "ausreichend Zeit für Soundcheck". Da bleibt dann auch Zeit mit dem Tonmensch vor Ort zu reden. Und halt so lange zu probieren, bis es für alle Seiten passt.

    4. Wo möglich und mit dem Tonmensch vor Ort zu machen, stelle ich tatsächlich einen "Aufpasser" neben den Tonmensch, der im Zweifelsfall mal nen Kommentar macht. In Frankfurt (Video oben) lief das so auch ganz wunderbar. Mein "Aufpasser" ist selbst äußerst Tontechnisch bewandert, allerdings mit praktisch keiner Liveerfahrung. Der Tonmensch vor Ort und er sind aber prima miteinander klar gekommen und so war das überhaupt kein Problem.