Mehrere Pulte mit denselben Mikros

  • Hallo zusammen,


    mein zweiter Beitrag, ich habe schon einiges gesucht, aber nicht direkt gefunden. Bitte verzeiht falls ich damit zu häufig gestellte Fragen nochmal frage:

    Demnächst steht eine zweitägige Veranstaltung an mit 7 Bands am Tag - juhuu - wovon täglich ein oder zwei ihre eigenen Pulte und Stageboxen mitbringen.

    Jetzt sind wir am überlegen, da wir auch nicht doppelt und dreifach mikrofonieren wollen, per Splitter einfach die Mikros an mehrere Stageboxen oder doch lieber "hart" umstöpseln?

    Dasselbe in anderer Richtung dann natürlich auch mit der PA und Monitoring. Habt ihr hier aus der Erfahrung raus "Best Practices" zu berichten?

    Ich danke schonmal für die Antworten,


    Grüße

    Max

  • wer ein eigenes Pult hat, wird doch auch seine eigene Backline haben, oder?



    Normalerweise gibt's halt entweder Festivalsplit - eh vorhanden für FOH, Monitor, Recording ... - oder eben nicht. Eigene Backline hat entweder eigene Mikros oder benutzt Mikros laut Rider, die dann aber ja zwingend zusätzlich vorhanden sind.


    Um schnell zu sein legt man Subsnakes mit Multipin, mikrofoniert, schiebt den Riser auf die Bühne und steckt den Multipin auf, wo auch immer der hin geht.

  • Was Bemi sagt.

    Man hat auf der Bühne normalerweise:

    Einen Festivalsplit 1 auf 2 oder 3 (mit oder ohne Recording)
    Die Möglichkeit, Gast-Multicore zu legen oder Gastmulticore gelegt, falls es nicht möglich ist.
    Local-FOH-, Local Monitorpult
    FOH-Subpult für Moderation, Pausemusik, etc.
    Monitor-Subpult für Moderation

    Mindestens: Mikrofonie doppelt, umsteckbare Substageboxen doppelt, Rollriser doppelt, Submulticoreauflöösungen doppelt.
    Von Band zu Band wird dann umgesteckt: Substageboxen auf Subcore, ggf. Patch Subcores auf Split.
    Am FOH: Pultauflösung auf das entsprechende Pult, Pultsumme auf Subpult oder Controller (wenn der mehrere Eingänge hat, z.B. Galileo oder ein Lake-Verbund)
    Am Monitorplatz: Pultauflösung auf das entsprechende Monitorpult, Pultausgänge auf die Monitoramps und In-Ear-Sender. Sidefills kann man über das Monitor-Subpult fahren, dann sind die immer "erreichbar".
    Wenn eine Band fertig ist: Riser leer machen, nächste Band drauf, mikrofonieren, warten, bis die aktuelle Band fertig ist.

    Ggf. kann man die Splits der Gäste nutzen (entweder teilweise oder komplett), dann entfällt das Umstecken der Peitschen, dafür sollte man aber Submulticoreauflösungen parat haben, die man schon vorgepatcht auf den Gast-Split stecken kann.

    Eine gute Vorbereitung ist alles.


  • Dasselbe in anderer Richtung dann natürlich auch mit der PA und Monitoring. Habt ihr hier aus der Erfahrung raus "Best Practices" zu berichten?


    - Buch dir einen erfahrenen Monitormischer inkl. eigenem Pult (und wenn´s nur eine Qu32 oder X32 ist) mit Analogsplit. Oder stell ihm die Kiste hin von der er sagt dass er sie schnell und sicher bedienen kann.


    - Sei nett zu ihm (Versorgung mit Essen/Wasser/Kaffee/Bier etc. unbedingt sicher stellen), dann kümmert er sich auch mit ums Patching und die Frequenzkoordination. Dafür gehören übrigens *alle* eingesetzten Wireless-Empfänger zu ihm neben die Bühne, nicht an den FoH. Auch der des Moderators der kreuz und quer über den Platz hüpft.


    - Gewährleiste die Kommunikation. Shoutboxen an FoH und Bühne sind ein Muss und inzwischen dank CatCore und Konsorten auch ohne selber löten problemlos realisierbar. Funk und Intercom zusätzlich sind nice to have, wenn´s richtig zur Sache geht geht aber nix über ein Pärchen billige Aktivboxen mit Mic-Eingang und zwei Schaltermikros.


    - Denk an die Anderen. X32 & Co haben in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten bei Cat.5/6/7-Datenleitungen die die theoretisch erlaubten 120m zu weit ausreizen. Nimm für die Gastcores maximal 70m - Leitungen und bring dem Veranstalter im Vorfeld schonend bei dass das u.U. bedeutet dass die Strecke mit den Yellow Jackets leider doch einmal quer über den historischen Marktplatz muss und nicht am Rand aussen rum gelegt werden kann. Und wer ganz schlau ist hat nicht nur ein paar Ethercon-Spookies dabei sondern auch ein paar ganz kurze UTP-Patches. M32-Besitzer wissen Bescheid...


    - (mehrere) Rollriser, Bühnenverteilung mit abdockbaren, bühnenseitig zweifach vorhandenen Substageboxen, doppelt vorhandene Mikrofonierung und Stativsatz: Klar, hast du. Oder? Und weil der Krempel häufig das ganze restliche Jahr nur rum steht und Menschen auch mal vergessen Bescheid zu sagen (oder den bekritzelten weissen Gaffastreifen auf der Kiste im Lager wegen allgemeiner Genervtheit kommentarlos entsorgen...) nimmst du vor dem Job mal einen Kabeltester in die Hand und piepst den ganzen Kram durch. Wackelkontakt auf der Abschirmung der 8er Stagebox A/1 hat spektakuläre Folgen wenn der Headliner statt des "Festivalbestecks" Beta52 sein eigenes SM91 in der BD liegen hat.=O

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

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  • Danke schon einmal für die Antworten, ich denke ihr redet aber von weit größeren Veranstaltungen, als es hier gemeint ist :)


    Wir haben tatsächlich nur eine Bühne, Umbaupausen von 15 Minuten zwischen den Acts und vermutlich nur einfache Mikrofonierung mit einigen Sparemikros, falls etwas kaputt gehen sollte. Ebenfalls steht dort nur eine Backline.
    Mehr möchte der Veranstalter nicht zahlen und wäre auch zu überdimensioniert.

    Monitoring wird auch ebenfalls von der FOH aus gemacht, bzw mit Tabletlösung auf der Bühne mit den Musikern zusammen.


    Es soll wirklich nur das Pult und dazugehörige Stagebox geswitcht werden. (Wir nutzen da Allen Heath Qu Serie mit AR Stagebox, der Act kommt mit einem Midas32R und zugehöriger Stagebox daher)


    Wäre alles größer und mehr, würde ich mir da auch garnicht so die Gedanken machen, mir geht's aber darum, in den 15 Minuten Umbau das auf einer Bühne im "fliegenden Wechsel" hinzubekommen.


    Danke und Gruß

    Max

  • Ersetze "Monitorpult" durch "1x Cat.5- Leitung zusätzlich, Access Point neben der Bühne, Ipad." Gib dem Monitorer für die Shoutbox eine Funkstrecke mit direkt zugänglichem, mechanischem Mute-Schalter am Sender (also nix gutes von Sennheiser. XSW tut dagegen hervorragend...). Ansonsten ändert sich gar nix. "7 Acts" "Monitor von vorne" und "15 Minuten Umbau" schliessen sich in der Praxis gegenseitig aus. Nicht weil´s technisch unmöglich wäre, sondern weil du auf solchen Veranstaltungen mangels rechtzeitig anwesender Musiker niemals auch nur bei der Mehrzahl der Kapellen irgend so etwas wie einen richtigen Monitorcheck hin bekommen wirst.

    Der Monitorkollege wird dich trotzdem nächstes Jahr um ein echtes Pult anflehen. Mit Recht. Aber wenn der sich halbwegs mit dem FoHler versteht (*idee*: Beide zusammen buchen...) bist du immer noch relativ weit vom üblichen Stadtfestk(r)ampf mit 6 Wegen von vorn, wildem Gewinke auf und totalem Chaos hinter der Bühne entfernt.

    Edith sagt: *DU* glaubst *jetzt noch* dass ihr nur eine Backline habt. Bei 7 Bands. Das wird floppen. Mindestens einer bringt immer sein eigenes Drumkit mit. Keyboarder bestehen praktisch immer auf ihren eigenen Instrumenten. Unter insgesamt 4 Rollrisern (2 grosse, 2 kleine) wird das nix...

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  • Naja, naja, naja.


    Es geht auch anders. Zwei Tage / 14 Bands kann man mit dem "großen BEsteck" machen, oder eben mit einer Stagebox, und ausreichend passenden, wechselbaren Multipinverbindern.

    Oder man bucht einen fähigen Techniker, der ausschliesslich das Patching macht und einen Kollegen, der die Mikrofonierung plant, koordiniert & durchführt.


    Ich hab genug Bühnen gemacht, wo weder Rollriser hinpassten, noch Doppelte Mikrofonierung Sinn machte. Da ist dann Vorbereitung alles. Ein fittes Team aus min. 2 Personen NUR für die technische Betreuung AUF der Bühne. Listen, ausreichend Mikrofone & vor allem Kabel. Vielleicht noch 1-2 Helfer zum Schleppen oder überschüssiges Material schnell von der Bühne entfernen.


    Ganz wichtig: während die Bands spielen braucht das Team die Zeit für Nach- & Vorbereitung der anderen Bands und muss immer auf/an der Bühne greifbar sein. Genug Papier, Beschriftungstape, Gaffa & Kaffee sind für mich da auch selbstverständlich.




    Edit:

    vergiß das Ganze!

    15 Minuten und sind in der Praxis nicht umsetzbar! Auch nicht mit der selben Backline!!!

  • vergiß das Ganze!

    15 Minuten und sind in der Praxis nicht umsetzbar! Auch nicht mit der selben Backline!!!

    Diese Aussage kann ich nur unterstützen. Wenn man Pech hat, braucht der Gitarrist schon 15min um seine Bodentreter zu sortieren. Und da kommt noch die Zeit dazu, die die Vorgängerband benötigt, um von der Bühne zu gehen.


    Die einzige Möglichkeit, daß man am Ende des Abends nicht 90min Delay hat, ist die Spielzeit zu beschränken. Und das auch hart durchzusetzen.


    Gruß

    Rainer

  • Es soll wirklich nur das Pult und dazugehörige Stagebox geswitcht werden. (Wir nutzen da Allen Heath Qu Serie mit AR Stagebox, der Act kommt mit einem Midas32R und zugehöriger Stagebox daher)

    Übrigens, was wollt ihr denn da "switchen"? Selbstverständlich gibt es zwei komplette Sätze Cat. - Leitungen (Main und Backup) für die Pulte. Einen für euer Qu, einen für den Main Act. Der will nämlich nicht erst zu Beginn des 15-minütigen Changeovers checken ob die Verbindung steht. Das macht er vorher. Dann kann er nämlich genau in der Sekunde nach dem Aufdocken der Subcores die ersten Bassdrumschläge an seinem Pult ankommen sehen und zum Arbeiten anfangen.

  • Wenn dort nur eine Backline steht, wozu dann das Pult wechseln? Das klingt für mich unausgegoren und schreit geradezu nach Delay im Changeover.

    15 Minuten ist unter den Voraussetzungen nicht machbar.

    Was ich mir vorstellen kann:

    Ein Pult, eine Backline, eine Mikrofonierung.

    Bei der Backline kommen dann natürlich Bass-Heads, Gitarren-Amps, Keyboards und sonstige wechselnde Klangerzeuger von den Bands. Dazu wechselnde Mikrofonpositionen.
    Auf dem Pult sämtliche Kombinationen und Positionen vorprogrammieren (das läuft auf mindestens 40, eher 48 Inputs hinaus) und im Changeover ausführen.
    Ich hab bei sowas gerne ca. 10 Kanäle Schlagzeug, 6 Kanäle Drum-Specials, 4 Kanäle Bass, 4 Kanäle E-Gitarre, 4 Kanäle Akustik-Gitarre (und ähnliches), mindestens 8 Kanäle Keyboards/Sampler/Tracks und 8 Kanäle Vocals parat. Wenn man ganz genau weiß, was kommt, kann man hier natürlich abspecken.

    Personal-Minimum: Ein FOH-Mensch, mindestens ein erfahrener Tonassistent auf der Bühne, mindestens ein Backliner. Kommunikation zwischen den Kollegen.

    Auf diese Art schaffe ich Showcases, pro Stunde eine Band, 30 Minuten Spielzeit, 30 Minuten Changeover. Am Ende vom Check sind fast immer 5 Minuten, meistens mehr übrig. Da ist die Bühne allerdings auch sehr klein, mit mehr Platz und strikter Vorbereitung sind 15 Minuten so durchaus drin, wenn auch knapp.

  • Übrigens, was wollt ihr denn da "switchen"? Selbstverständlich gibt es zwei komplette Sätze Cat. - Leitungen (Main und Backup) für die Pulte. Einen für euer Qu, einen für den Main Act. Der will nämlich nicht erst zu Beginn des 15-minütigen Changeovers checken ob die Verbindung steht. Das macht er vorher. Dann kann er nämlich genau in der Sekunde nach dem Aufdocken der Subcores die ersten Bassdrumschläge an seinem Pult ankommen sehen und zum Arbeiten anfangen.

    Wie das allerdings ohne doppelte Mikrofonie und doppelte Substageboxen in 15 Minuten funktionieren soll, ist mir rätselhaft.

  • Also in 15 Minuten baue ich eine komplette Blaskapelle mit ca. 60 Teilnehmern um und zwar auch dann, wenn Kapelle 1 komplett anders sitzt als Kapelle 2. Bevor Ihr auf dumme Gedanken kommt: Ich mikrofoniere ALLE EINZELN AB!!!


    Warum sage ich das?

    Wenn man immer während ein Act spielt genau plant, welcher Patch wohin umgesteckt wird und man genau nicht doppelt Mikrofone hat, sondern z.B. Gesamgsmikrofone auf festen Kanälen in Anzahl der größten Band, am Rand stehend, schon verkabelt. Selbes Spiel mit Gitarrenmikros, Bass/ D/I Boxen, Keyboardkanälen, ein Drumset für alle Bands...


    ...dann ist das machbar. Ich behaupte sogar mit aller Gewalt zu zweit (Ein Mann auf der Bühne, einer am Pult). Und wir haben auch solche Sachen schon mehrfach hinter uns.


    Wichtig ist:

    - Diejenigen müssen sehr fit sein

    - Die Bands müssen bei so einem Hauruck Umbau zu 100% mitspielen, was aus meiner Erfahrung der schwierigere Teil ist.


    Viel Erfolg

    Tobias

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • Wir haben sowas auch zwei Tage im Jahre.

    Um das in 15-20min zuschaffen, haben wir eine Einschränkung für die Bands:

    Das Schlagzeug wird gestellt, das ist den Bands bewusst. Schlagzeuger bringen meist nur ihre Becken mit bzw. lassen einige Toms abbauen. Grundvoraussetzung ist ein gutes großes (gestimmtes) Set und halt flexible Schlagzeuger.

    Das klappt bisher super. Wenn jemand unbedingt sein eigenes Schlagzeug braucht (Werbeverträge o.ä.) dann wird halt die zusätzliche Zeit von der Spielzeit abgezogen.

    Der Rest ist normalerweise schnell mikrofoniert.UUnd ist auch schnell auf- und abgebaut


    LG

    Scyte

  • Hört sich so nach 0815 Dorfparty / Jugendkonzert an.

    Es wird so viel wie möglich in das Programm gepresst und dann wird unter viel Stress der Krempel mit Verzögerung umgebaut....


    Sei dir bewusst, dass sich der Stress definitiv bei Amateuren auf das Publikum überträgt.- Diese Hektik macht keinem Spaß.


    Wenn du das dennoch vor hast;

    Links geht's rauf auf die Bühne, rechts geht's runter, Bands unbedingt einweisen. Vernünftige Lade Wege, Rampen bereit stellen, viel Platz drum herum, genügend Helfer die Bescheid wissen, Definitiv Einweiser auf der Linken und auf der Rechten Bühnenseite damit alles reibungslos läuft.

    Funkmikrofone für die Vocals, Feld Wald und Wiesen Besteck für alles andere, keine Experimente.

    Links, wie rechts vernünftige Treppen zur Bühne. Wer Podeste mieten muss, nimmt gern einen Bierkasten....


    Ein Mann an der Stagebox, Alle Rider und Mikrofonierungen in doppelter Ausführung und AKTUELL. Alles telefonisch vorher abklären... Auf die Zeiten Aufmerksam machen.


    Schlagzeug per Substagebox, hier nur 2...3m Kabel, unterm Riser fest verstauen beim Umbau. Am Besten für diese Mikrofonierung einen eigenen Mann.


    Aufgeräumte Bühne, keine Stolperfallen, Mikrofone auf Stativen so verkabeln, dass sie schnell umgestellt werden können.


    Vernünftiges Strommanagement, keine Mehrfachsteckdosen von den Bands, stell an alle Markanten Punkte eigene Zapfstellen bereit.


    Monitorwege so einfach wie möglich, so wenig wie möglich.

    Wenn du mit den Bands telefonierst, schau dir im Vorfeld alle Rider an und finde den kleinsten gemeinsamen Nenner auf den sich alle Bands einlassen könnten ohne zu meckern.

    Beispielsweise 3 Wege vorne in Reihe, einer fürs Schlagzeug....


    Wenn die Bands nur kurz spielen, abklären ob überhaupt alle Instrumente im Einsatz sind. Wenn nur wenige Lieder gespielt werden, fällt bestimmt irgendwas weg...


    Soundcheck? - Lass den Schlagzeuger loslegen, und den Rest der Band Stück für Stück dazu kommen.

    Direkt beim ersten Lied leise anspielen, Monitore checken, und ab geht's... Vorher ein passendes Grundsetup im Pult basteln, wie bereits genannt, und auf der Bühne jemanden haben der die Amps im Auge hat....


    Viel Spaß :)

  • Also in 15 Minuten baue ich eine komplette Blaskapelle mit ca. 60 Teilnehmern um und zwar auch dann, wenn Kapelle 1 komplett anders sitzt als Kapelle 2.

    Das mag ja problemlos funktionieren - aber nicht bei 6 Changeovers am Tag!

    Spätestens beim 3. und nochmal beim 4. bis 5. braucht eine fitte Crew ein paar Minuten, um das "liegengelassene" nachzusortieren, Kabel zu ordnen, Müll zu fegen, Defekte (meist Scheindefekte) zu checken.

    Und einem Trötisten schmeiß ich sein Blech auch zur Not den Bühnenabgang hinterher.

    Jedoch beim R'n'R braucht der Drummer locker 10 Minuten, um das Schlagzeug mit seinen Becken in seine Spielweise umzubauen nachdem der letzte seinen Krempel in 10 Minuten abbaut, der Bassist sucht In der Zeit sein Klinkenkabel und hält dIe gesamte Bühnencrew damit auf, die Gitarristen streiten sich, wer den Halfstack 1960 und wer den Twinreverb nutzen soll - und sortieren danach 31,47 Bodentreter in Einzelverkabelung und der Sänger diskutiert mit dem monitormischer, ob der Wedge von links oder von rechts kommt.

    Nur die Backgroundsängerinnen warten seit Beginn des Changeover an ihrem Mikro auf ihren Einsatz...

    ...und bei einer richtig geilen, kräftezehrenden Show kann ich verstehen, wenn die Musiker erstmal Lufthüllen, einen Schluck Wasser trinken und runterkommen müssen.


    Ich kenne die Aufgabenstellung gut genug - auf sowas lassen sich nur sehr gut bezahlte Profimusiker ein (wenn es lange genug im Vorfeld kommuniziert und sekundengenau geplant ist), oder Bands, die nicht wissen, was sie tun.

    Wenn sie dann noch ihr eigenes Pult selbst mitbringen, gehören sie definitiv zu letzteren...