‚best practice‘ gesucht um Technical Rider zusammenzuführen

  • Hallo zusammen,


    ich bin schon seit ein paar Jahren für ein kleines Singer and Songwriter Festival in BaWü zuständig und wälze jedes Jahr Akribisch die TechRider für die verschiedenen Künstler.

    Dann erstelle ich eine Excel Matrix mit "gewünschten" Equipment, dem vorhandenen und der Bands.
    Sowie die gesamtAnzahl an Di Boxen und sonstigem wie shoutbox.

    Das kostet jedes mal viel Zeit.


    Hat da jemand vlt eine bessere Methode?
    Klar komme ich um das lesen der Techrider nicht rum aber vlt wie ich das alles zusammen führen kann.


    Bin gespannt auf eure Feedbacks,
    Technikfreak

  • Das kostet jedes mal viel Zeit.

    Das ist nunmal die Arbeit die du zu machen hast, wenn du den Job gut machenmöchtest.


    Also den ganzen Kram in Augenschein nehmen und in einer von dir angepassten Liste jeweils zusammenfassen. Wenn du dich mit Excel auskennst, dann kannst du dir evtl. noch ein paar Makros basteln, die dir ein wenig arbeit abnehmen.



    Getränke
    Handtücher

    Sind wir im Hotelgewerbe? Service in ehren, aber um das muss ich mich wirklich nicht kümmern, vor allem nicht in der wohl hier angedachten Größenordnung. Wie hätte der Künstler es denn gerne? Noch ein paar frische Erdbeeren und wo soll ich das Handtäschchen mit dem Chiwauwau drin hinparken?

  • Naja ich lege da lieber Getränk, Handtuch und Ähnliches selber in Position; (und nehme es auch wieder weg) als denn noch weitere Personen, wie etwa der Stage Manager, die Freundin oder andere wichtige Personen die Klampfe mit dem Arsch umreißen oder mit den Stöckelschuhen über die XLR Kabel latschen...

  • oder mit den Stöckelschuhen über die XLR Kabel latschen...

    ...oder die das handtuch über den hochtöner vom monitor legen !

    alles schon erlebt! :cursing:


    die sache mit der vorbereitung eines größeren events wird oft unterschätzt, vor allem von leuten die nicht ahnen wie viel arbeit grundsätzlich hinter solchen bühnenauftritten liegt. eine gute vorbereitung ist daher unerlässlich, also zumindest wenn man keine chaotischen zustände mag ;-)


    was aber bei all der vorbereitung wirklich nerven kann, das sind die musiker! die wissen offenbar oft nicht, wie viel mühe wir uns machen und schaffen es regelmässig uns vor den kopf zu stoßen.

    beispiel: "ach so, ja ... wir haben heute doch noch einen einen bläsersatz dabei. kannst du uns noch irgendwie ein podest besorgen??" (ähem... und was ist mit mikros? monitoren? amps? subcores?). machmal kann man schon daran zweifeln, ob sie wirklich auf dem selben planeten leben...


    also: beim vorbereiten hilft vor allem eines: viel erfahrung - und eine gut durchdachte und gepflegte excel liste!^^





    (EDIT: mehrere fehler beseitigt, die durch zu rasches schreiben auf einer billigen tastatur entstanden waren.)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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  • ...der hat aber auf der Stage eigentlich nixx zu suchen.

    Da gibt es klare "Übergabepunkte'...


    Außerdem soll der lieber die Herren & Damen Stars 'auf Linie' bringen.

    Das ist bisweilen kompliziert genug und ich möchte da nicht tauschen.

    War letztens erst wieder Ohrenzeuge.., das Mädel konnte eim' schon leid tun.

    Und da wars "bloß" ein B-Promi-DJ...

  • ...der hat aber auf der Stage eigentlich nixx zu suchen.

    Da gibt es klare "Übergabepunkte'...

    sehe ich persönlich nicht so.

    der beste stagemanager, mit dem ich je zusammenarbeiten durfte, hat sich sehr genau um getränke und alle möglichen kleinigkeiten uaf der bühne gekümmert, der war mir da stets höchst willkommen.

    und er hat sogar mir immer mal wieder getränke oder ein brötchen an den FOH gebracht!

    das war unser SuperHolgi ! (und der macht das heue nicht mehr, sondern hat nen job "in der industrie" angenommen - sehr vernünftig)

  • Ich würde für den Input (Rider) und den Output separate Excel Files anlegen.


    Im Inputfile füttert man Excel mit den Daten die vorliegen, stumpf den Rider abtippen.

    Idealerweise sollte man im Inputfile schon in einem anderem Tabellenblatt eine Datenbank mit Mikrofonen einpflegen, so dass per Drop down Menü das Mikro immer eine feste Bezeichnung hat (Shure SM58...).

    Dann müsste es eine Spalte geben, die den Einsatzzweck beschreibt (Vocal...).

    Irgendwo noch eine Zeile mit Zusatzinfos, Getränke etc....



    In Excel-File "Technik" wie auch immer, importiert man die Daten, lässt den Mikrokanälen neue IDs vergeben.

    Die Priorität der IDs gesplittet in 2 spalten, 1. Priorität Schlagzeug, 2. Gitarre oder wie man gerne seine Belegung haben möchte... Die Untergruppe entspricht der Anzahl.... Vocals zum Beispiel 7.1, 7.2

    Dann kommen alle Vocals an 7. Stelle....


    Jetzt muss man nur noch in jedem einzelnem "Rider" Mikrofonsummen bilden, und die Größte Summe gibt den Offset für die eigene Mischpultbelegung....


    Kompliziert aber durchaus lösbar....


    Die Getränke & Catering Klamotten schiebt man einfach in ein anderes Excel File und summiert....
    Das interessiert ja niemanden....

  • Sind wir im Hotelgewerbe? Service in ehren, aber um das muss ich mich wirklich nicht kümmern, vor allem nicht in der wohl hier angedachten Größenordnung. Wie hätte der Künstler es denn gerne? Noch ein paar frische Erdbeeren und wo soll ich das Handtäschchen mit dem Chiwauwau drin hinparken?

    Naja ein gluecklicher Kuenstler spielt besser. Wenn er besser spielt klingt er besser. Wenn er besser klingt krieg ich bessere Jobs.

    Tontechniker sein ist viel mehr Service industrie als sich viele eingestehen

  • Ich hab auch immer wieder so eine Kleinkunstnummer und da das Rider abarbeiten da inzwischen Hobby/Ehrenamt ist, hab ich den Spieß da umgedreht: Ich les nur noch die Rider des Hauptacts und der vermeintlich aufwendigsten Produktion und teile dann allen Künstlern mit, was ich gedenke hinzustellen... 10% der Gruppen schreien dann, dass ihnen noch was fehlt; einer versteht es nicht und hat dann vor Ort noch selber Material mit, aber im Grunde lief es dann immer einwandfrei.

    Vor allem war ich zeitlich mit meiner Info meist so getaktet, dass ich ca. 4 Wochen meine Rundmail geschrieben habe. Zu diesem Zeitpunkt wissen die meisten mit wem sie so kommen; ganz anders ist das beim Buchen und Rider im Vorfeld abfragen, da bekommt man oft noch die Infos vom alten Programm... u


    Die Detailplanung / Patchpläne mache ich zumindest bei Kleinkunst / Kabarett / Singer Songwriter dann erst kurz vorher - bin da i.d.R. immer unter 56 Gesamtkanälen geblieben und nehm dann eine Stagebox mehr mit, verzichte auf Doppelbelegungen die Umstecken erfordern und Beschrifte konsequent

    freier Tontechniker & Eventplaner, auch Tätig im Vertrieb - hier aber rein privat unterwegs

  • Howdy


    Was bei den Überlegungen bis jetzt noch nicht erwähnt wurde, sind Bühnenpositionen.

    DIe Information, daß max. 4 Vocals am Start sind, kann variieren zwischen vier an der Bühnenkante oder einer in der Mitte und ein dreistimmiger Background hinten links. Da wird der schnelle Umbau zum schnellen Kabelknoten. Auch paßt das Monitoring dann nicht mehr.

    Gedanklich kann man sich die Bühnenpläne jedes Riders übereinander legen und kommt dann auf den Bühnenplan, der alle berücksichtigt (z.B. 12 Kanäle Drums, Bass Stage Left und SR, E-Gtr SL SC SR, DIs für Keys 4 SL und 4 SR. DIs für Akustik je 2 Downstage SL SC SR, Vocals 3 Upstage und 3 Downstage). Dann stimmt auch schon grob das Monitoring (in dem Beispiel 6 Wege).

    Im Prinzip gehe ich mit Daniel M. konform (bei kleinen Geschichten), daß man vom größten Act nach unten arbeitet.

    Und mit Wora teile ich den Rider-Skeptizismus. Wenn man davon ausgeht, daß der Rider nicht stimmt, wird man nicht enttäuscht ;-)


    Gruß

    Rainer

  • ...der hat aber auf der Stage eigentlich nixx zu suchen.

    Da gibt es klare "Übergabepunkte'...


    Dennoch müssen Handtücher und Getränke ja da sein.

    Ich kenne es auch so, daß das die Backliner machen. Die können ihren Künstlern im Normalfall am Besten das Wasser reichen.

  • Naja ein gluecklicher Kuenstler spielt besser. Wenn er besser spielt klingt er besser. Wenn er besser klingt krieg ich bessere Jobs.

    Tontechniker sein ist viel mehr Service industrie als sich viele eingestehen

    Ja, aber:



    was aber bei all der vorbereitung wirklich nerven kann, das sind die musiker! die wissen offenbar oft nicht, wie viel mühe wir uns machen und schaffen es regelmässig uns vor den kopf zu stoßen.

    beispiel: "ach so, ja ... wir haben heute doch noch einen einen bläsersatz dabei. kannst du uns noch irgendwie ein podest besorgen??" (ähem... und was ist mit mikros? monitoren? amps? subcores?). machmal kann man schon daran zweifeln, ob sie wirklich auf dem selben planeten leben...

    Das ist weder der Fehler der Musiker noch der der lokalen Techniker. Da klemmt´s beim Management der Künstler, entweder durch Unfähigkeit oder durch stumpfes Nichtvorhandensein. Gelegentlich ist es auch die Dreistigkeit dass man sich Arbeit und Kosten für eine vernünftige Vorbereitung auf Bandseite spart und dann drauf spekuliert dass die Örtlichen eh alles am Start haben - inkl. 9V-Blöcken und Ersatz für die seit 3 Gigs halbkaputten Klinkenkabel vom Keyboard...:cursing:

    Klar kann man das voraus ahnen und dann vor Ort den Coolen geben der das einfach aus dem Handgelenk schüttelt. Sollte allerdings vom Veranstalter dann auch extra bezahlt werden. Oder man bittet nach Ami-Manier die Mucker direkt zur Kasse :evil:

  • Es hat doch auch mit der Grösse der Veranstaltung zu tun, was ich als Tontechniker bereit bin, für die Musiker zu tun. Wenn da hunderte Nasen rumrennen, werde ich wohl kaum Handtücher oder Mineralswasserflaschen anfassen, ausser meine eigenen.


    Wenn das aber ein kleiner, intimer Event ist, an dem eine Handvoll Musiker spielen und ich genügend Zeit dafür habe, helfe ich auch mal mit, einen Amp auf die Bühne zu tragen oder ein Keyboard auf die Beine zu stellen, einen möglichst bequemen Stuhl zu organisieren oder einen guten Kaffe zu bestellen. Das verbessert das Klima zwischen Musiker und mir und es spart mir Zeit, wenn alle schnell happy sind. Grummelig am FOH dabei zuzuschauen, wie sich die Musiker abmühen, verschafft mir keine Befriedigung.


    Aber das tue ich auch nur, wenn mir dann wirklich keine Zeit fehlt, und die Begegnung mit den Musikern ein Mindestmass an Sympathie ausstrahlt. Sonst kann ich mich auch gut pseudo-beschäftigen ;-)

  • Ich verstehe die wenigsten hier auflaufenden Probleme...!

    Klinkenkabel hab ich Dutzende, die nach den Gigs noch rumlagen. Da kann ich locker 5-10 für ein Festival einpacken - irgendeines wird schon noch laufen.

    Und ein Batteriepack (9V, Mignon, Micro) kostet mich im Discounter kaum mehr als ein lächeln. Selbstmurmelnd würde ICH die NIE einsetzen, aber wenn der Herr Musiker wenigstens halbwegs SEIN Kontert durchziehen will, hab ich ne Lösung die ihn etwas erleichtert.


    Wenn man ein paar Jahre bestimmte Festivals betreut, dann hat man doch schon die Rumpflisten. Die überfliege ich, markiere in den eintrudelnden Ridern die Unterschiede und schaue, ob ich überhaupt aktiv werden muss. Je nach Liga werden Backlineanforderungen ja nicht unbedingt voll erfüllt.

    Weil die Rider seltenst auf einmal eintrudeln, hab ich auch ein paar Monate zur Vorbereitung.


    Detailfragen wälze ich auf die Stagecrew ab - Stagemanager, Monitormischer, Cableguy & Bühnenhelfer kriegen die Rider & die -zusammenfassung rechtzeitig genug, damit sie schon beim Aufbau wissen, was abgeht. Dann klappt es in einem guten Team von ganz alleine mit Strom, Unterverteilungen & Co durch Schwarmintelligenz.

    Ausserdem ist es IMMER besser, ein paar Kleinteile mehr zu haben und nicht zu brauchen. Für Mengen entwickelt man ja in dem Job irgendwann Gespür...