Videos und Songtexte bei Shows auf Leinwand --> Welches Equipment, welche Software?

  • Moin zusammen,


    für eine bevorstehende Tour suchen wir ein System, mit dem wir Videos und Songtexte (animiert) auf eine Leinwand im Hintergrund der Bühne gespielt bekommen. Ggf. wäre es für die Zukunft auch spannend, "Live-Kamera-Bilder" einspielen/zumischen zu können.

    Grundsätzlich sollten die Videos synchron laufen mit der Musik und den Lichteffekten. Irgendwo muss das alles ja zusammenlaufen...


    Was wären also Eure Empfehlungen für folgendes Equipment:


    1) Mac-kompatible Software zum Erstellen der Lyric-Animationen & Videos, also inkl. Output zum Beamer bzw. zu einer Schnittstelle (Bsp.: ProPresenter 6)

    2) Welche Kurzdistanz-/Rückwandbeamer kommen für Leinwände mit einer Breite von etwa 5 Metern in Frage?

    3) Welche Leinwände (Maße mindestens 5m breit x 3m hoch) --> AV Stumpf Monoblox?

    4) Was für weitere Schnittstellen/Geräte braucht man, um Musik, Video und Licht synchron zu bekommen? (Software z.B. Ableton Live? Mainstage? Hardware Controller/Interfaces/...?)


    Was ist hier in der Branche bei Pop-Konzerten, Fernsehshows etc. "State of the Art"?

    Budget ist zwar da, aber reicht wohl nicht für LED-Screens, zumal es auch alles sehr transportabel bleiben muss.


    Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe!

  • Das sollte z.B. mit nem Arkaos Stage Server und Mediamaster pro funktionieren. Texte spielt der bei richtiger Einstellung aus Dateien ab. Ansteuerung via Oma zusammen mit dem Licht.


    Beamer und Leinwand ist immer kacke, da weiss und man fummelt in Sachen Abstand. Wenn du aus NRW kommst, schick mir ne PN und ich Dir ein Angebot für ne Videowand. 5x3m in 3,9mm sind 6 Cases (kleiner als ne Transflex) und wiegt etwa 400kg (ohne Cases).


    Viele Grüße,

    Volker

  • Ok, danke für den Tipp!

    Arkaos ist natürlich schon recht teuer (bei PresenterPro wäre man bei unter 400€ + Audio Interface und Ableton Live, trotzdem noch eine Ecke günstiger). Kennst Du noch andere Systeme, die etwas günstiger sind.


    Ich bin auch kein Fan von Beamer & Leinwand. Aber 400kg ist echt heftig für max. 2 Personen auf Tour :)
    Die komplette PA inkl. Licht und Videozeugs muss in einen PKW (Q5 oder Skoda Kodiaq mit umgeklappter Rückbank) passen. Das wird glaube ich schwer. Zudem sind Videowände ziemlich teuer, oder?
    Aber schick' mir gern mal nen Richtwert per PN durch. Danke!!


    Achso: Und was meinst Du mit Ansteuerung via "Oma"? Meine ist mit 93 Jahren zu alt dafür ;)


  • 2) Welche Kurzdistanz-/Rückwandbeamer kommen für Leinwände mit einer Breite von etwa 5 Metern in Frage?

    3) Welche Leinwände (Maße mindestens 5m breit x 3m hoch) --> AV Stumpf Monoblox?

    Bei Beamer ist das immer eine Frage der Umgebungshelligkeit.

    Du kannst bei 5m Leinwandbreite wenns dunkel ist einen kleinen 4000 ANSI Lumen Kurzdistanz nehmen.

    Wenns Hell ist brauchst du 15.000 ANSI Lumen Beamer-Schlachtschiff zzgl. extra Kurzdistanz-Objektiv.


    Ausser AV Stumpfl kommt noch Celexon und Deluxx in Betracht.

  • Ich bin auch kein Fan von Beamer & Leinwand.


    Die komplette PA inkl. Licht und Videozeugs muss in einen PKW (Q5 oder Skoda Kodiaq mit umgeklappter Rückbank) passen. Das wird glaube ich schwer.


    Achso: Und was meinst Du mit Ansteuerung via "Oma"? Meine ist mit 93 Jahren zu alt dafür

    Hmmm ;)


    Wenns Vom Budget und der Händelbarkeit und dem Personalaufwand und dem Transportspace (und....?) klein bleiben muss, sehe ich (ohne mich im Video besonders auszukennen) wenig Alternativen zum (ausreichend dicken) Beamer, der allerdings dann auch net mehr Aktentaschentauglich ist.


    Ich will kein Spielverderber und Fingerzeiger sein, aber Du willst ernsthaft PA, Licht und Video in einen PKW bekommen und damit kleine bis mittlere Stadthallen bespielen können?

    Sorry, das passt echt nicht zusammen. Zur groben Vorstellung Material / Transportaufwand:

    Größenordnung kleine Dorfkirmes, Sportfest und Co. ist schnell mal ein Anhänger voll Zeugs, sagen wir mal lockere 3-4 cbm Kram.

    Kleine Stadthalle mit etwas Truss, Beamer, paar MHs und Ton für 800 Pax ist ohne Kulisse recht schnell ein Sprinter oder ein 7,5to-Koffer... Auf jeden Fall einiges mehr, als in einen (auch größeren) PKW geht.


    Die bekannteste "Oma" der Technikfreunde kommt von Martin, ist keine 93 ;) und ist echt ne Wucht, was den Umgang mit allen Arten von Licht und Co angeht - echt ne toughe Lady, die GrandMa. Aber die geht auch nimmer gut auf ne Rückbank - und das weniger der ungelenken Knochen wegen ;)


    Ich hab das Gefühl, Dein Pflichtenheft muss noch mal etwas feiner ausgearbeitet werden :/


    Edit: Ich denke, dass Ihr mit ausgefuchstem handlichen Zeugs, einer ausreichend leistungsfähigen kompakten PA (wie z.B. mit der RCF vorgeschlagen) und etwas Truss und einigen MHs wohl schlicht über zumindest einen Kofferanhänger nachdenken solltet. (wäre die einfachste und beste Option für den Anfang, wenn man sich eben nicht mit Transportern und ggf. deren Miete auseinandersetzen will)

    Mit Stativen und MHs wäre ich überaus vorsichtig - das ist nix was Spaß ist und es ist schlicht meist gefährlich, spätestens in der Kombi ausreichende Höhe, Gewicht der Teile und deren Bewegung. Also -> Truss wird eher wie nicht benötigt, und wenns nur Stempel mit (ballastierter) Bodenplatte sind.

    Vielleicht lassen sich hier noch paar konstruktive Ansätze gewinnen ;)

  • Vielleicht sollte man auch auf vorhandenes Equipment vor Ort zurückgreifen.

    Das ist bloß immer so ne Sache (das eine Theater hat cooles Zeugs da, das andere nur Müll). Und außerdem muss man sich ggf. in neue Systeme reinfuchsen (Bsp. Lichttechnik) oder einen externen Techniker vom Theater beauftragen, der aber unsere Show nicht kennt. Macht also nicht so viel Sinn...


    Ein Anhänger wäre vielleicht ein Plan, wobei ich immer noch glaube, dass man es auch anders schafft. Säulenlautsprecher + Sub schaffen bis 400 pax und nehmen nicht sooo viel Platz im Auto weg.

    Zur Not erstmal Beamer und Leinwand rauslassen (oder halt das Licht nutzen, was vor Ort ist).

    Und zum Thema Pflichtenheft: Wir sind ja noch in einer extrem frühen Planungsphase. Da geht`s erstmal darum, generell Ideen zu sammeln und zu schauen, was (ggf. mit Kompromissen) realistisch umzusetzen ist.

  • Jau, ist mir schon klar, dass das durchaus noch eine frühe Phase ist ;)

    Ich will ja auch net meckern oder was runter machen - ne konstruktiv aufbauende Planung ist der bessere Weg.

    Andererseits finde ich es legitim, auch kritische Gedanken zu äußern - und wenn da irgendwo ein "autscha, dass passt aber gar nicht" gefühlt wird, lass ich es eben raus ;)

    Recht gebe ich Dir ein Stück bei der Größe der PA - ich bin voll auf Musik und Co geeicht - bei Sprache reicht oft was handlicheres für die gleiche Zahl Leute...


    Zeug vor Ort ist so ne Sache, hast Du ja selber grad angerissen:
    Etwa gleiche Probleme gelten für Ton und Licht; bei Video ist eh oft nix da oder eben allenfalls für Präsentationen.

    Mal läufts super und es ist was gutes da, mal Schrott, mal taugt es einfach null für den Zweck den Ihr braucht und mal kommt man mit der Steuerung einfach net klar.

    Dann kommen noch die Finanzen: In der einen Halle kann man gute Ausstattung für lau mitnutzen, ein anderer verlangt pro uralter Stufenlinse nen Fuffi extra oder gewährt den Zugriff auf die Haus-PA für drei Stunden ab Aufbaubeginn, danach kostets... :D

    Klar ist das auch ein wenig überspitzt gezeichnet, aber meine Aussage ist denke ich durchgekommen.

    Genau schauen, was man wirklich braucht, und das sollte dann auch kompromisslos da sein; und am besten immer gleich. Entweder also eigenes oder günstig langfristig gemietetes Material; jede zweite / dritte Show anderes Zeug macht nur unnötigen Stress. Und wenns dann auch noch unvollständig oder schlecht ist - ja nun, doof.

    Besser ist dann eben eigenes / bekanntes, idealerweise mit dem gleichen Team.


    Btw., ein relativ neues Auto würde ich persönlich, selbst wenn alles reinpassen sollte, nicht mit Tourtechnik vollstapeln ;) Allein der Wertverlust durch ein paar zerschrappte Verkleidungen und ne misshandelte Rückbank bezahlt nen kleinen Koffer o.ä.


    good luck ;)

  • Howdy


    Ich bin auch viel mit einem Kleinkunst-Duo unterwegs.

    Und aus mittlerweile schmerzhaften Erfahrungen mit der Vorort-Technik bringe ich bei unbekannten Veranstaltungsorten immer eigenen Ton und eigenes Licht mit.

    Zusammen mit den Requisiten und dem nötigen LED-Licht (programmierte Lichtshow) ist der Opel Vivaro voll.


    Meine Erfahrungen schwanken zwischen drei Haustechnikern die einen den Wunsch von den Lippen ablesen, bis zu Kleinkunstbühnen, bei denen ich 30min nach Ankunft unsicher bin, ob wir überhaupt spielen werden. Bei diesen Fall habe ich am Ende meine Monitore als Ersatz für die "PA" verwendet und das konventionelle Licht per Schalter an und ausgemacht.

    Man muß darauf vorbereitet sein, daß die Regie hinter der Bühne ist und die Lichttechnik noch mit der 10V Technik angesteuert wird. Das bedeutet eigene Dimmer dabei zu haben und lange Kabel, damit man aus dem Zuschauerraum alles ansteuern kann.


    Damit will ich sagen, daß du spätestens nach 5 Shows deine Equipment, aufgrund deiner Erfahrungen, aufstocken wirst und dein Auto zu klein ist.


    Und Glaube nicht, daß vorabtelefonieren mit dem Veranstaltungsort alle offenen Fragen klären kann.


    Gruß

    Rainer

  • Die Software kommt zwar aus dem kirchlichen Bereich - funktioniert aber für sowas wunderbar:


    http://www.songbeamer.de


    Das dürfte dann die Lowcost-Lösung sein, wenn es Dir bei den Preisen, die Du für Deine Tournee zusammenrechnest, irgendwann die Hosen auszieht 8o


    Rückpro bei 5 Meter Breite und Ultrashortlens (teilweise auch Shorlens)? Viel Spass bei der Bildlageeinstellung. Und preislich dürstest Du auch hier >6000 Euronen landen - ohne Leinwand - versteht sich.


    Gibt's von Euerer Seite her eigentlich schon sowas wie ein Budget oder gar einen Business-Plan? Ansonsten beraten wir uns hier irgendwann zu tode und am Schluss kommt doch nix Gescheites dabei raus...

  • Songbeamer ist für die Anwendung "Texte für Live-Musik schnell und unkompliziert auf Leinwand bringen" perfekt, aber für die von Soundflut beschriebene Anwendung "Musik, Video, Licht synchron" leider ungeeignet.

    Die geforderten Text-Animationen kann SongBeamer nicht, und eben auch keine Automatisierung via MIDI etc..


    ProPresenter ist deutlich anders aufgebaut und kann daher einiges mehr. Aber für die Anwendung des synchronen Abspielens brauch's auch noch die MIDI- bzw. Communications-Option.


    "Alles synchron auf die Musik" ist nur dann möglich, wenn die Musiker mit Klick spielen (und evtl. noch ein Guide-Track mit Einzählern,..), und für alles was automatisisert werden soll wird Timecode ausgegeben. Das erfordert aber InEar Monitoring, feste Abläufe, viel Disziplin auf der Bühne und viel Zeit in der Vorproduktion. Mehr Flexibilität geht nur wenn man Anzahl x Techniker dabei hat und die alles "per Hand drücken".


    Konkrete Software-Vorschläge:

    - Video und Text-Animationen im Voraus erstellen mit einer Videoschnitt-Software, z.B. Davinci (kostenlos und umfangreich)

    - Abspielen von Klick, Guide, Timecode, ggf. Audio-Einspieler mit Reaper, Ableton oder einer beliebigen anderen DAW

    - Licht wird mittels Timecode aus dieser DAW gesteuert - geht z.B. mit Obsidian Onyx (ehemals Martin MPC) für umsonst via MTC und bis zu 4 Universen ArtNet.

    GrandMA ist zwar State-of-the-art, aber auch Out-of-budget.
    Alternativ gibts auch ein paar sehr einfach gehaltene Lösungen die direkt in Ableton integriert werden.

    - Videoplayback entweder direkt aus der DAW, ich hatte mal ne Band, die haben das direkt in Ableton gelöst.

    Oder mein Favorit: MadMapper, per MIDI aus der DAW oder per ArtNet-In aus der Lichtsoftware heraus getriggert. MadMapper deswegen, weil's Live-Video per Webcam, SDI oder sogar NDI kann und auch viele gestalterische Möglichkeiten abseits der "normalen" Projektion erlaubt. Vor allem in Verbindung mit passendem (gerne auch abstraktem) Videocontent.


    Kosten für die obige Lösung:

    Mac vorhanden, halbwegs aktueller PC (<10 Jahre) für die Lichtsteuerung vermutlich auch.

    $60 für Reaper, 100€ für eine gebrauchte Soundkarte mit 4 Ausgangskanälen + MIDI, 89€ für eine 3 Monate MadMapper Lizenz, ca. 100€ für ein USB-DMX-Interface bzw. ArtNet-Node. Und noch ein MIDI-USB-Interface, wenn man eine Kabelverbindung statt Netzwerk zur Timecode-Übermittlung zwischen Mac/DAW (Reaper) und PC/Lichtsteuerung (Onyx) bevorzugt.

    Wenn das Licht sehr einfach ist, lässt sich das auch direkt in MadMapper lösen, der PC entfällt dann.


    Zeitaufwand der Vorbereitung: Einige bis viele Abende oder Wochenenden..,

  • Moin Felix,


    danke für die vielen guten Tipps, sehr hilfreich!!

    Ich tendiere aktuell eher zu Ableton, da ein Kumpel von mir hier schon gute Erfahrungen gemacht hat (und ggf. Wissen weitergeben kann). Als Alternative wurde mir noch Serato mit nem Soundswitch empfohlen?!

    Als PC-System wäre es übrigens ein Mac (also vor Ort Macbook), falls das Unterschiede bzgl. der Software macht (bei Serato und Ableton soweit ich weiß ja kein Thema)...

  • Den ganzen Soundkarten Krampf kannst du dir übrigens sparen, wenn du zum Beispiel ein X32 Rack (oder XAir) nutzt.

    Da kannst du direkt per USB rein gehen und problemlos Mehrkanal Playbacks zuspielen.


    Ich nutze das mit dem XAir und einer aktiven 10m USB Verlängerung seit Jahren problemlos.