Videoübertragung, 30-50 Meter, kaum Verzögerung

  • Liebe Community,


    ich habe eine Frage, bei der ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt.


    Für Chorkonzerte mit Orgel soll eine Bild-Übertragung des Dirigats zum Organisten mit möglichst geringer Zeitverzögerung für Strecken von ca. 20-50 Meter erfolgen. Diese wird gebraucht, wenn aufgrund des Standorts der Spielbank kein Sichtkontakt besteht. Tonübertragung ist nicht nötig, Bildqualität sehr zweitrangig.


    Hat jemand von euch eine Idee, welche Lösung es da im niedrigeren Preisbereich geben könnte?


    Vielen Dank im Voraus für die Hilfe!

  • FBAS! :)


    Heisst: Einfache Videokamera mit Kompositsignalausgang (alles auf einer BNC- oder schlimmstenfalls Cinch-Buchse), 50m Koaxkabel 75Ohm und am Ende einen Monitor mit Komposit-Eingang (schlimmstenfalls: gelbe Cinch-Buchse).


    Übertragungsverzögerung: Wenn es eine "analoge" Kamera ist gleich Null. Diese ollen FBAs-Kameras bekommt man zum Teil statt Verschrotten geschenkt...


    Mit freundlichen Grüßen


    Tobias Zw.

  • Dem ist so nichts hinzu zufügen.


    FBAS ist die schnellste Möglichkeit.


    Sollte es über längere Strecken gehen wäre SDI via Kupfer oder bei noch weiteren Strecken via Glas die Lösung.


    Wichtig ist, das die Kamera einen direkten Output und das Display direkt Input hat.

    Jede weitere Wandlung würde Zeit kosten.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die Hinweise uns Tipps!


    Ich muss zunächst sagen, dass ich nicht ganz sattelfest mit den verschiedenen Anschlusstypen bin.


    Bevor ich allerdings hier gepostet habe, hatte ich schon einmal einen Versuch mit einem alten Camcorder gestartet (JVC GR-D725E von 2006, Anleitung: https://www.libble.de/jvc-gr-d725/p/352714/) gestartet habe.


    Das Gerät hat eine Digital-Videobuchse (DV OUT) und eine Audio/Video-Ausgangsbuchse (AV).


    Ich habe dann das mitgelieferte Kabel (Klinke auf Gelb/Weiß/Rot-Cinch) genommen um die Kamera mit meinem Fernseher zu verbinden.


    Das Resultat war jetzt nicht dramatisch schlecht, aber es war schon noch eine Verzögerung zu bemerken, obwohl es ja eine rein analoge Übertragung war.


    Tobias Zw. : Du schreibst von BNC- oder Cinch-Ausgang an der Kamera. Wenn ich das richtig sehe, hat mein alter Camcorder das nicht. Und angesichts des nicht ganz optimalen Resultats könnte ich mir vorstellen, das so ein Anschluss schon wichtig für eine Übertragung ohne Verzögerung wäre. Oder?


    Viele Grüße und Danke schon mal!

  • Tobias Zw. meinte das gelbe Cinchkabel, da kommt FBAS raus.


    Meine Erfahrung: die Kameras sind (fast) alle schnell genug! Such dir gebraucht einen Röhrenfernseher (alte Sony Trinitrons werden teilweise verschenkt) mit Composite/Scart in. Schneller wirds dann nicht mehr...


    Grüße


    Edith: Consumer LCD TV Geräte in den "Spielemodus" stellen!

  • Okay, ich muss nochmal kurz auf die Variante zurückkommen, die ich probiert habe:


    Bevor ich allerdings hier gepostet habe, hatte ich schon einmal einen Versuch mit einem alten Camcorder gestartet (JVC GR-D725E von 2006, Anleitung: https://www.libble.de/jvc-gr-d725/p/352714/) gestartet habe.


    Das Gerät hat eine Digital-Videobuchse (DV OUT) und eine Audio/Video-Ausgangsbuchse (AV).


    Ich habe dann das mitgelieferte Kabel (Klinke auf Gelb/Weiß/Rot-Cinch) genommen um die Kamera mit meinem Fernseher zu verbinden.

    ... dabei kommen natürlich zwei Wechsel zum Einsatz: Zum einen vom Klinkenanschluss der Kamera zu Cinch und dann vorm Fernseher wieder zurück zu Klinke. Könnte es sein, dass dabei auch Zeit verloren geht? Wäre es also wichtig, wirklich ein Kabel und zwei Anschlüsse zu haben und nichts dazwischen?


    D.h. die bemerkte Verzögerung könnte auch mit der Fernseher zusammenhängen, d.h. dass "im Gerät" noch eine Verzögerung auftritt? Dann damit zusammenhängend noch eine letzte Frage: Was müsste beim Kauf eines gebrauchten Fernsehers beachtet werden (außer, dass die Anschlüsse stimmen)? Du hattest jetzt explizt Röhrenfernseher erwähnt - warum kein älterer Flachbildfernseher? Gibts da einen expliziten Unterschied im Bezug auf Übertragungsschnelligkeit?


    Entschuldigt die vielen Fragen! ;-)

  • D.h. die bemerkte Verzögerung könnte auch mit der Fernseher zusammenhängen, d.h. dass "im Gerät" noch eine Verzögerung auftritt?

    Nur dort passiert die Verzögerung. Du kann so viele Adapter zusammenstecken wie du willst, das ergibt kein Delay.

    Röhrenfernsehern sagt man 0ms Verzögerung nach, das stimmt nicht ganz, der Bildaufbau dauert auch eine Zeit. Sicher ist, dass es mit einem üblichen LCD TV nicht schneller wird.


    Wenn du aber nur flache Schirme verwenden willst:

    -) Spielemodus einstellen

    -) Interlacedformate vermeiden*


    *https://de.wikipedia.org/wiki/Zeilensprungverfahren

  • Alles klar, vielen Dank! :-) Ich denke mit den Infos bekommt einen passenden Mini-Fernseher auf Ebay für wenig Geld!


    Nochmal kurz zur Kabelverbindung. Der Ausgang an der Kamera ist ja "Klinke" und ein Adapter auf RWG-Cinch liegt bei - und am Fernseher gibt es einen Klinke-Eingang mit beiliegendem Cinch-Adapter.


    Wenn ich das richtig verstehe, bräuchte ich also ein langes Kabel (30, 40, 50 Meter) - und zwar vermutlich Klinke auf Cinch (wie es aktuell in kurz bei der Kamera mit dabei ist). Wo bekommt so etwas in dieser Länge. Muss man da mit Meterware operieren?

  • Ich will keine Shoplinks posten, daher nur Suchbegriffe:


    Sommer Cable Vector BNC HDTV DH 50,0m

    pro snake Adapter BNC female - RCA male*

    pro snake BNC Verbindungsstück Female/Female*

    pro snake BNC Adapter Male/RCA Female*


    Damit solltest du überall rein und rauskommen, das beiliegende Adapter-Kabel von Klinke (4pol?) auf Cinch brauchst du natürlich.



    *Bitte überall 75Ohm verwenden!

  • Ich fürchte, dass der die Kamara das größte Problem in der Kette darstellt. Wenn du gar keine Verzögerung willst, bräuchtest etwas voll analoges. Also VHS, VHS-C, Hi8.

    Ich stell mir die ganze Zeit die Frage was eine analoge Kamera ist. Ich kenn das so, dass da ein Sensor in der Kamera sitzt (CCD oder CMOS) und dann ists eigentlich gleich mal vorbei mit analog. Auch wenn man dem CCD möglicherweise die Eigenschaft "analog" nachsagen kann, dahinter wird gleich mal abgetastet/quantisiert.

    Ob da ein Output-Latenz Unterschied ist ob auf VHS, DV oder SD Karte aufgenommen wird ... :/

    Latenz in der Kamera kann durch weiteres Processing entstehen - Pictureprofiles, Filter etc.

  • Ich stell mir die ganze Zeit die Frage was eine analoge Kamera ist.

    Also, es gab mal Röhrenkameras. Die sind wirklich analog. Kombiniert mit einem Röhrenfernseher gibt es absolut keine Verzögerung.

    Ein CCD kann man ja auch analog auslesen. Also Pixel für Pixel direkt in einen Spannungswert wandeln.

    Sobald man aber auf ein digitales Medium aufnimmt, wird das ganze bildweise digitalisiert, zwischengespeichert, optimiert und für den A/V-Out wieder in ein analoges Signal gewandelt. Dadurch entstehen mehrere Frames Delay.

  • Also, es gab mal Röhrenkameras. Die sind wirklich analog. Kombiniert mit einem Röhrenfernseher gibt es absolut keine Verzögerung.

    Ein CCD kann man ja auch analog auslesen. Also Pixel für Pixel direkt in einen Spannungswert wandeln.

    Sobald man aber auf ein digitales Medium aufnimmt, wird das ganze bildweise digitalisiert, zwischengespeichert, optimiert und für den A/V-Out wieder in ein analoges Signal gewandelt. Dadurch entstehen mehrere Frames Delay.

    Ich bin sehr sicher, dass die vom TO erwähnte Kamera weder bildweise digitalisiert, noch zwischenspeichert/optimiert und am AV Out genausowenig Delay hat wie die verlinkte Überwachungskamera.


    "absolut keine Verzögerung" - stimmt nicht, aber ich nehm an das weißt du!


    Die Geschichte mit dem CCD für mich eine Sache der Begrifflichkeit. Für mich ist ein AD im CCD drinnen. Aber gut, das wäre jetzt vermutlich schon zu weit weg vom Thema, ich denke Matclou weiß erst mal was zu tun ist.

  • Ich bin sehr sicher, dass die vom TO erwähnte Kamera weder bildweise digitalisiert, noch zwischenspeichert/optimiert und am AV Out genausowenig Delay hat wie die verlinkte Überwachungskamera.

    Das ist eine miniDV-Kamera! Natürlich digitalisiert und verarbeitet die ganze Frames. Und solche Kameras sind nicht gerade für kurze Latenzen bekannt.


    "absolut keine Verzögerung" - stimmt nicht, aber ich nehm an das weißt du!

    Bis auf die Zeit, die das Signal durch das Kabel braucht. Aber da reden wir von µs.



    Die Geschichte mit dem CCD für mich eine Sache der Begrifflichkeit. Für mich ist ein AD im CCD drinnen.

    Hast du Beweise? Theoretisch kann man ein CCD auch rein analog auslesen. Keine Ahnung was da bei Überwachungskameras tatsächlich gemacht wird.


    EDIT: Mir wurde gerade Bestätigt, dass das tatsächlich analog gemacht wurde.

  • Mensch, ihr seid ja ganz schon eifrig bei der Sache - Vielen Dank, sehr hilfreich!


    Ich gehe mal der Reihe nach vor:


    kob1 Danke für die Hinweise zu den Kabeln! In welchem Shop Du wohl gesucht hast
    *hust* ;-) Hat das eigentlich einen besonderen Grund, dass es die Cinch-Kabel nicht in dieser Länge zu kaufen gibt (anscheinend)?


    Auf die Sache mit der symmetrischen Signalübertragung komme ich - simonstpauli - vielleicht später nochmal zurück, um hier halbswegs die Übersicht zu behalten ;-)


    Zur Kameradiskussion:

    Ich bin sehr sicher, dass die vom TO erwähnte Kamera weder bildweise digitalisiert, noch zwischenspeichert/optimiert und am AV Out genausowenig Delay hat wie die verlinkte Überwachungskamera.

    Ich stehe auf dem Schlauch - TO? Wenn Du den Camcorder meinst, den ich erwähnt habe - da sollte schon was digitales dabei drin, läuft nämlich als "Digitale Videokamera".


    Ich verfolge die Fachdiskussion auf jeden Fall mit ein paar Leerstellen ( ;-) ), deshalb die Nachfrage: Denkt ihr nun insgesamt, dass diese verlinkte, billige Überwachungskamera die Signale komplett analog weiterleitet und somit einen Zeitvorteil gegenüber dem ja doch teilweise digital arbeitendem Camcorder hat?