dreidimensional Mischen

  • Panning links rechts ist ja einfach umzusetzen, aber wie sieht es mit der Tiefe der Bühne aus? Das kann man ja generell mit einem Inputdelay bewerkstelligen, aber worauf beziehe ich mich da?


    Nehme ich nun die Snare als hinterstes Instrument und delaye alles was davor ist oder nehme ich die Gesänge in der Front und delaye alles was dahinter ist?


    Ich hab da seit einigen Tagen einen ziemlichen Knoten im Kopf, wie rum das nun müsste.

  • Die Bühnenkante bzw. die erste Reihe Musiker ist "null", alles was Richtung Backdrop geht kann delayed werden.

    Da musst Du mal ein bisschen probieren...


    Bei Chören funktioniert das ganz gut, da der in der letzten Reihe ja in alle anderen Mikros auch "reinsingt". Beim Schlagwerk musst du es probieren; aber Achtung: das Delay ist dann auch auf dem Monitor (alternativ einen zweiten Inputkanal ohne Delay für das Monitoring -bei großen Bands nicht unüblich).

  • Dreidimensional Mischen geht am Besten mit ... dreidimensional Beschallen!

    dafür gibt es (mehr als?) einen Experten unter uns! ;)

    stimmt wohl, bei mir handelt es sich aber zumeist um kleine Clubkonzerte bis 300 Gäste und ab und zu mal was Größeres bis ca 1500 Gäste, da gibts meistens nur LR in der Front, selten mal Nearfill, Delayline fast nie

  • Mit der Tiefe allein wirds aber noch immer nicht "3D", da fehlt die Z-Achse (siehe Dolby Atmos oder DTS:X)

    Einfaches Delay an den Inputs und eine LR Beschallung kann ich manchen Situationen schon ok sein. Mein Zugang ist: ich verzögere die PA (den Intput) bis zur Schallquelle (bis zum Mikrofon). Das kann in kleinen Clubs aber auch schwierig sein weils oft nicht so eindeutige Achsen gibt an denen man "entlang verzögern" kann. Da ist zB an einer Stelle der Weg Zuhörerohr-PA und Zuhörerohr-Schallquelle etwa gleich lang, an einer anderen Stelle sind ein paar Meter Unterschied. Wem also recht machen?

  • Öm, dreidimensional? Links rechts, vorne hinten sind zwei Dimensionen,fragt sichalso wie man mit die dritte hinbekommt. Mit Linearrays vielleicht nur wie steuert man so etwas an?

    5.1 mit 2 Centern auf verschiedenen Höhen angebracht... (Unten auf 1,40m, oben auf 4,5m), :saint:

    Front L & R auf 4,5m Höhe über Bühne außerhalb der Spielfläche,

    Surround L & R liegend unter der Tribühne,

    Sub mittig hinter der Bühne,

    LFE unter der Tribühne.



    sec

  • Ich denke ich hab mich einfach unglücklich ausgedrückt... Also an sich gehts um L/R und da Tiefe reinbringen mit Delay. Ich werd damit mal rumprobieren, vielleicht kommt ja was gutes dabei raus

    sehr unglücklich ausgedrückt

    es geht um Tiefenstaffelung... oder?

    das sollte aber eher eine Kombination aus mehreren Dingen sein...

    Delay, Hall, Panning, Klangregelung

  • Wenn ich so meine eigenen Versuche zusammen nehme, mehr 'Tiefe' in einen Mix aus einer L-R PA in einem kleineren Auditorium zu bringen, dann ist das Ergebnis auch eher so, dass das mehr über die schlaue Wahl von Parametern in Hallalgorithmen und als Effekte eingesetzte Single-Delays mit kurzer Laufzeit geht.

    Sowohl Laufzeitkorrekturen der Quellen als auch das Verzögern der Stereosumme auf einen Referenzpunkt auf der Bühne ändern nichts an der wahrgenommenen 'Tiefe'. Irgendwo in den Tiefen dieses Forums hatte ich mal beschrieben, welche sicherlich kompromissbehaftete Überlegung zur Gesamtverzögerung der Summe zusammen mit den typischen Lautstärkeverhältnissen einer Clubbühne ein für eine Publikumsmehrheit konsistentes besseres Ergebnis bringt, welches aber vor allem in "mehr auf die Fresse für Snare, Kick und Bass" besteht, ohne die anderen Quellen negativ zu belasten. Hat aber nichts mit 'Tiefe' zu tun.


    Nachdem, was ich bei Oli Thiel zum Thema 'immersive' gehört habe, (die Demo war in einer Räumlichkeit, die in etwa 'größerer Club mit nicht zu niedriger Decke' entspräche) glaube ich schon, dass es zukünftig durchaus so sein wird, dass man echte 3D-Beschallung auch für solche Auditorien bezahlbar realisieren können wird.

  • Dem kann ich nur beipflichten.


    - 3D (bzw. immersive): mit entsprechendem Beschallungsaufwand

    -> verteilte Punktschallquellen an die jeweiligen Positionen oder künstliches/virtuelles Gestalten von Wellenfronten mit Hilfe entsprechend konstruierter Arrayanordnungen


    - Tiefenstaffelung: entsteht neben Lautstärke und Klang durch das zeitliche Verhältnis von Direktschall zu Erstreflektionen, ist also nur durch Hauptmikrofonie (Recording, Broadcast) oder geschickte Verhallung der einzeln mikrofonierten Instrumente möglich.

    Funktioniert nur in (mind. 2-Kanal-) Stereo (also live idR auf der Mittelachse zwischen L/R) zufriedenstellend.


    Per Nahabnahme mikrofonierte Signale ohne Hauptmikrofonreferenz gegeneinder zu verzögern bringt nichts, ausser du erreichst einen zeitlichen Bereich, der bereits rhythmisch relevant wird (grösser 10ms beim Schlagwerk, tonale Instrumente mehr je nach Art und Spielweise). Das könnte man höchstens noch bei einer grossen Orchesterabnahme gelten lassen.



    Am ehesten bringt im Club also noch das beschriebene Verzögern auf die Drums etwas, wobei man Systemlatenzen (Mischpult, Controller) nicht vergessen darf und die Winkelfehler an verschiedenen Positionen u.U. eh alles für den Grossteil der Publikumsfläche zunichte machen können (z.B. bei sehr weit aussen stehenden und nach innen gerichteten Lautsprechern).

  • aber Achtung: das Delay ist dann auch auf dem Monitor (alternativ einen zweiten Inputkanal ohne Delay für das Monitoring -bei großen Bands nicht unüblich).

    Das kann man so pauschal nicht sagen, denn das ist von Pult zu Pult unterschiedlich und oft läßt sich der Abgriffpunkt für das Monitoring einstellen, Bei der dLive ist das Input-Delay z.B. ganz am Ende der Signalkette.