Allen&Heath WZ4 oder Qu?

  • Hallo,

    ein Thema das schon teilweise vorkam… digital vs. analog.

    Klar gibt es Anwendungen, wie Live-Band wo man sich heutzutage kaum noch vorstellen könnte kein digitales verwenden zu dürfen… hier geht es aber um Alleinunterhalter, max. Duo. Mal ganz weg von der Ausstattung, von den Möglichkeiten, von anderen Vor- und Nachteilen ist die Frage:

    Bringt ein WZ4 gegenüber Qu irgendwelche klangliche Vorzüge bei der Nulleinstellung, d.h. wenn alle Klangregelungen auf 0dB stehen?

    Warum sollte/könnte es Vorzüge bei der Neutralität, Natürlichkeit haben? Weil es die 2 A/D – D/A Wandlungen nicht mitmachen musst. Das denke ich mir so, ob es aber tatsächlich so zu erwarten ist, frage ich die Speziallisten. :?:


    Habe derzeit ein Dynacord CMS 600 – habe es gekauft, weil es 2x kompakter und kleiner als ein WZ4 ist – ist schon besser als die gut 2-3 mal günstigeren Zeds, Yamahas, Soundcrafts usw. Auch besser als die billigen digital Pulte wie Ui. Es färbt aber etwas, v.a. in den Höhen. Ich dachte, ich käme mit dem Dynacord Klang zurecht, ist aber doch nicht so schön. (auch wenn ich Tanzmusikant bin ;) )

    Bin so langsam auf der Suche nach etwas, das einfach neutral ist – wo raus kommt was rein geht. Danke, VG!

  • Ist es realistisch, Pulte zu vergleichen, wenn alles auf 0 steht?


    Ich habe im Lager analoge und digitale Pulte. Aber gerade dann, wenn ich weiss, dass EQ Schraubereien zu erwarten sind (was eben in 90% der Fälle so ist), kommt ein digitales Pult mit. Und da wäre für mich das Analogpult bei der weltbesten Neutralität keine Option, weil ich weiss, dass es damit nur mit zu vielen Kompromissen zu machen wäre. Ein Siderack schleppe ich nicht mehr mit.


    Vorteile von analog:

    - keine A/D Wandlung

    - keine Latenz

    - keine Softwarebugs

    - fixes Routing (kann auch Nachteil sein)

    - alle Regler im Direktzugriff


    Nachteile von analog:

    - massiv weniger Möglichkeiten (EQ, Dynamics, EFXs, ...)

    - Grösse/Gewicht von Pult, Muco

    - keine Möglichkeit zu speichern

    - nicht fernsteuerbar



    U.v.m.

  • Matthias, auch wenn alles was Du geschrieben hattest stimmt, ist es immer noch nicht die Antwort auf die Frage... ;)


    Code
    1. Ist es realistisch, Pulte zu vergleichen, wenn alles auf 0 steht?

    Der Witz daran ist, dass bei meinen Bedürfnissen gerade so gut wie alles auf 0 steht :D


    ...und gerade auch deswegen, könnte es - wenn Qu - dann locker der kompakte Qu-Pac werden.

    Eins der größten „Kompromissen“ scheinen beim Boxenbau die D Klasse Amps zu sein…


    Grüße aus oppelner Schlesien ;)

    https://zespolvengo.wixsite.com/vengo

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von krzysztof schwierz () aus folgendem Grund: ​...und gerade auch deswegen, könnte es - wenn Qu - dann locker der kompakte Qu-Pac werden.

  • Ich würde mir beide Pult vom Vertreib zum testen schicken lassen.

    Geht normal für 30 Tage ohne große Probleme.


    Beim Vergleich WZ4 zum QU16 wäre theroretisch ein Preisuntersched, ausser man nimmt beim WZ die USB Option mt dazu.

    Beim Vergleiche der GLD2400 zu einem QU gleicher Größe, bietet die QU-Serie zum gleichen Preis wesentlich mehr.


    Wenn es um den Klang geht, würde ich es immer an einer bekannten PA austesten.

  • Also ich würde sagen, dass das Qu neutraler oder wie auch immer sauberer klingt. Hatte bis vor Kurzem noch beides auf Lager. Vorsicht: Nahezu alle Bauteile im Signalweg eines Analogpultes beeinflussen den Klang, also das Panoramapoti, der Fader, Die Summierungsverstärker,...

    Wenn das nicht alles sehr hochwertig ist, würde ich heute immer davon ausgehen, dass es der Digitaltechnik unterlegen ist. Hier müssen "nur" der Preamp und der Wandler gut klingen.

    Wenn es dann zum EInsatz eines EQ-s kommt, ist man meistens auch gezielter unterwegs und hat daher wieder den besseren Klang.

    Viele Grüße

    Tobias

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • Tobias, wenn Du beide hattest, dann ist meine Frage nun eindeutig vom Tisch. Wollte Dich diesmal nicht wiedermal per Mails belästigen... ;) freue mich nun sehr, dass Du hier die Sache klären wolltest!

    Vielen Dank - auch Matthias und Andreas - VG und noch frohe Feiertage :)


    Edit -> bei mir wird es der Qu-Pac werden - da musst kein größerer Case gekauft werden und das Gewicht bleibt auch gleich :)

  • Hallo,

    wo wir schon beim Qu- sind - macht es irgendeinen Unterschied ob man kein Keyboard, Laptop, was auch immer an die Stereoeingänge oder per Klinke an jeweils 2 Monokanäle anschließt?


    Die mono dann „gelinkt“ und mit Panorama ganz L und R?


    Vermuteter Vorteil - man müsste dann die Layer nicht umschalten, wenn man an den Kanälen was schrauben wollen sollte. Wir würden von den 16 Monokanälen höchstens die Hälfte belegen…


    Also nochmals zusammenfassend, gibt es zwischen den 16 Mono- und 3 Stereoeingänge irgendwelche Unterschiede in Sachen Klang, Dynamik, was auch immer…?


    Vielen Dank im Voraus! :)

  • Florian, das: "die Mono-Eingänge auf keinen Fall schlechter sind als die Stereo-Eingänge" - reicht mir eigentlich als Antwort - vielen Dank!


    Soll ich die Panorama bei den zwei gepaarten Kanälen ganz auf L und R drehen?


    Danke! :)

  • "echtes" Stereo lohnt sich nur im heimischen Wohnzimmer.


    Wenn Du hart panst klaust Du immer den Leuten, die außerhalb der Mitte stehen mehr oder weniger die jeweils andere Seite - von dem her werden Stereo-Quellen (außer mit absoluter Absicht) - wenn überhaupt - eher auf sowas wie 9-3, 10-2 oder gar nur 11-1-Uhr gepant.

  • Wenn ich es zwischen den Zeilen richtig lese - sollte es besser sein, wenn ich wie geplant 2x mono Kanal für Keyboard nehme und nur leicht panne, also nicht voll wie es bei den stereo Kanälen der Fall ist?

    Im Keyboard stelle ich Panorama nicht mehr ein - da gibt es neben den sog. Styles und Midifiles auch mp3... danke! :)

  • Ich würde das Keyboard hart pannen, damit Effekte wie Hall,... die volle Basisbreite haben. Im Keyboard sind innerhalb der Styles/ Midifiles wiederum Panoramapositionen gewählt. Hier wird wohl kein Programmierer irgendetwas auf Anschlag links oder rechts gedreht haben. Wenn man selbst am Mixer einengt, würde man ja dann bereits 2x einengen. Ist wohl nicht im Sinne des Erfinders.

    Weiterhin wurde auch über die Mono/ Stereo Geschichte schon gefühlt 1.000.000 mal diskutiert. Ich denke ohne abschließendes Ergebnis, denn die beiden Lager verharren in Ihren Positionen. Daher halte ich es zumindest für gewagt, einfach vorauszusetzen, dass echtes Stereo nur für das Wohnzimmer ist und man deswegen besser,...

    Das aber mal nur am Rande, denn so oder so halte ich es nicht für sinnvoll, das Keyboard weiter einzuschränken. Dann kann man im Grunde auch gleich nur ein Kabel ziehen und alles mono machen.


    Viele Grüße

    Tobias Kammerer

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • Gilt es auch für Mikrofon? Ich meine, wenn man ein Mikrofon ins Pult einsteckt lässt man es natürlich mono. Ich singe aber über ein TC Helicon FX das im Korg Keyboard eingebaut ist... und es hat zwei separate Ausgänge für die Stimme... bislang habe ich eigentlich nur einen Ausgang benutzt - da das Qu aber so viele Kanäle hat, würde es vielleicht Sinn machen zwei Kanäle zu benutzen?


    Eigentlich würde ich am liebsten direkt ins Qu reingehen und keinen zusätzlichen Preamp mit Gainregelung haben wollen... die FX, Kompressor, Gate usw. sind wohl im Qu zumindest gleich so gut wie diese beim TC Helicon? Hat da jemand Erfahrungen? Nun hat das TC Helicon auch einen Vocalist für Harmoniestimmen und das würde ich eher nicht "abgeben" wollen. Vielen Dank im Voraus für Tipps und Vorschläge :)

  • würde es vielleicht Sinn machen zwei Kanäle zu benutzen?

    Wenn da Hall mit kommt auf jeden Fall.

    Allerdings solltest du dir genau überlegen, was du alles über dein Keyboard laufen lassen willst. Sonst verzettelst du dich.

    Es könnte also sinnvol sein, Gesangskompressor und Hall vom Pult zu nehmen. Dann must du den Harmonizer allerdings als externes Effektgerät einschleifen.

    Oder du machst alles übers Keyboard. Programmierst für jedes Lied die FXe und fährst Stereo mit "alles und Scharf" ins Pult. Dann stellt sich natürlich die Frage: Wozu das Qu?

  • Hallo,


    Floger hat es im Grunde schon beschrieben. Ich will nur dazu anmerken, dass es ja kein Problem wäre, den Helicon eben als Effektgerät auf einem normalen Aux- Weg einzuschleifen. Man müsste eben einmalig alles auf "Wet" drehen (also kein Direktsignal Anteil) und eben Compressor,... entfernen. Kann gut sein, dass dann die Stimme tatsächlich besser klingt (muss nicht unbedingt, den Vergleich habe ich noch nicht angestellt, aber es ist anzunehmen, alleine weil das Mikrofon für die Originalstimme weniger oft gewandelt wird)


    Viel Spaß beim Basteln

    Tobias

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • "Wozu das Qu?"


    in ersten Linie - damit die Dynacord-Färbung weg ist...


    auch wenn ich die FX, Komp, Gate usw. aus dem Keyboard benutzen sollte (wird sich herausstellen), geht es nicht mehr in die Dyna-Farbe rein...

    außer meinem Gesangsmikro sind da auch noch mein Saxophon- und ein Funkmikro für Sprache... und wenn meine Frau wieder mit darf, noch Ihr Gesangs- und Saxophonmikro, ahja und noch Tablett für Pausenmusik...

    und da es ein Qu-Pac wird, kann das vorhandene Case bleiben... und da es ein gebrauchtes ist sollte ich der Wechsel in der Region 100-150 Euro abschließen...

    wenn es schon da ist schreibe ich noch kurz zu meinen Erkenntnissen - nochmals vielen Dank! :)