Großbeschallung Bühne 5000+ ohne Linearray - 2019 noch zeitgemäß? Aktuelle Systeme?

  • och, dafür gibt es doch seit jahren den "I don´t need" thread :-)




    was das messen der phasen angeht: damit tue ich mich auch oft schwer. manchmal klappt es total einfach, ein anderes mal hab ich totalen wellensalat - obwohl ich die laufzeit zum mikro in systune immer anpasse. irgendwas mache ich da wohl, nach all der praxis, doch noch falsch.

    genau deshalb und weil ich doll an mir und meinem Setup gezweifelt habe bin ich vor sehr langer Zeit von Systune auf Smaart umgestiegen, obwohl mir viele Leute erzählt haben das geht alles in Systune....

  • genau deshalb und weil ich doll an mir und meinem Setup gezweifelt habe bin ich vor sehr langer Zeit von Systune auf Smaart umgestiegen, obwohl mir viele Leute erzählt haben das geht alles in Systune....

    Das funktioniert in Systune so gar extrem gut, selbst unter widrigsten Bedingungen.

    Man muss dazu allerdinns wissen dass Systune ganz anders arbeitet als smaart. Systune setzt von selbst keinerlei Fenster. Deswegen muss man in Systune für die ungegegensterte TF Magnitude keinen Peakfind machen, heißt du misst erstmal immer alle Reflexionen mit. Smaart unterteilt von Haus aus das Spektrum in mehrere Bereiche, fünf oder sechs waren es glaube ich, und setzt dafür in ihrer Länge einigermaßen passende Fenster. MTW was noch in Smaart 8 dazu kam lassen wir mal außen vor an der Stelle.

    Also Smaart blendet schon mal einen bestimmten Teil an Reflexionen aus.

    Wenn du in Systune in einem Raum eine ungefensterte Phase anschaust siehst du zu 90% nichts verwertbares. Systune musst du sagen was es ein und ausblenden soll, sprich wie es fenstert. Ich benutze dazu fast ausschließlich das TFC Window. Das ist ein Algorithmus dessen Fensterlänge man für 1kHz bestimmt und nach oben und unten rechnet er die Fensterlänge in Verhältnis länger und kürzer.

    Nehmen wir an du misst unter schwierigen Bedingungen und musst sehr kurz fenstern, willst aber eine volle Periode durchlassen. Dazu setzt du die Fensterlänge auf 1ms was der Periodendauer von 1kHz entspricht, machst einen Peakfind der natürlich exakt stimmen muss und Systune zeigt dir die Phase des annähernd reinen Direktschalls selbst in der Arena und 70 m entfernt über das komplette Spektrum.

    Warum? Weil entsprechend der resultierenden Frequenzauflösung mehrere hundert FFTs gerechnet werden mit der exakt zur jeweiligen Frequenz passenden Fensterlänge.


    Beispiel:

    Wir hatten für 1kHz gesagt das Fenster soll 1ms lang sein.

    Für 100Hz ist das TFC Fenster dann 10ms lang. Für 2kHz ist es 0.5ms und für 10kHz ist es nur nur 0.1ms lang usw. Du kannst so absolut saubere Phasen messen. Ich habe so schon Lautsprecherpresets auf dem Job für bi und triamp Lautsprecher gebaut die bereits in der Truss hingen.


    Ich hoffe ich konnte das Prinzip erklären und bitte eventuelle T9 Fehler zu ignorieren ( mir dem Smartphone im fahrenden Nightliner getippt )

  • Die Shots die ich gepostet hatte bezüglich Phasemissmatch sind Systeme die bis ca 50Hz laufen. Ich bin immer noch auf dem Smartphone unterwegs. Wenn du andere brauchst muss ich die später nachreichen (Labtop ist in dee Bad gersde nicht zugänglich).

    Gerade das Phase messen in schwierigen Umgebungen war einer der Gründe die mich 2011 zu Systune bewegt haben.

  • Die Shots die ich gepostet hatte bezüglich Phasemissmatch sind Systeme die bis ca 50Hz laufen. Ich bin immer noch auf dem Smartphone unterwegs. Wenn du andere brauchst muss ich die später nachreichen (Labtop ist in dee Bad gersde nicht zugänglich).

    Gerade das Phase messen in schwierigen Umgebungen war einer der Gründe die mich 2011 zu Systune bewegt haben.

    sehr gerne und eilt nicht, ich habe die Lizenz ja noch auf dem Rechner...der von dir gepostete Screenshot erfordert schon genaues Wissen, wie der Phasengang des Systems aussehen muss, bei Smaart sehe ich auf einen Blick, wo und wie die Trennfrequenzen realisiert sind..

  • EIne Arcs II habe ich gerade nicht im Petto aber die ganzen passiv und biamp Speaker von L Acoustics haben so ziemlich genau den gleichen Phasenfrequenzverlauf. Kara/ArcsWF/ArcsII matchen erfahrungsgemäß ziemlich exakt.

    Mein letzter Post mit den Screenshots der Phasenverläufe war nicht von Sub-Top Alignment sondern von 2 Biamplinearrays des gleichen Herstellers ( Main und Side PA ) dessen Phasenfrequenzverläufe im Lomidbereich nicht matchen.

    Ich persönlich halte das für einen Premiumhersteller für ein ziemliches Nogo. Entweder muss der Kram mit den Presets in der Systemampingwelt matchen oder der Hersteller muss die Tools dafür freigeben dass man das Zeug verheiratet bekommt.


    Hier ein Screenshot von einer Arcs Wide mit SB 28_100.

    Sieht den Messungen mit Smaart weitestgehend ähnlich.

    Ein Unterschied ist dass unsere Peakfinds um 0,025ms variieren. Das ist erstmal weitgehend egal würde ich sagen.

    S/N bei beiden Messungen größer 30 dB von dem Peak von dem Stromgenerator mal abgesehen.


    Edit sagt: Ich habe noch ein zweites Bild beigefügt mit einer 0-360 Grad Phasendarstellung.

  • Dann passiert das Phänomen, das sich die beschallte Fläche eben nicht pro Verdopplung des Abstandes vervierfacht sondern eben nur verdoppelt und damit keine Dämpfung von 6 sondern nur 3db.


    Von daher kommt man bei einem LA mit einem Zirkel nicht weiter im Gegensatz zu normalen Hörner, die als Kugelwellenstrahler konzipiert sind.

    Mercy! Zum ersten Mal kapier ich warum!

  • Richtig.

    Aber nachdem die Höhen immer mehr bedämpft werden als die darunter liegenden Frequenzen klingt ein LA in der Entfernung immer noch ausgeglichener als ein Array von Kugelwellenstrahler.

    Das Theorie und Praxis etwas auseinander klafft ist klar und liegt auch daran, das ziemlich oft zu kleine LA eingesetzt werden.

    An dieser "Einspartaktik" ist aber ein LA nicht per se Schuld.

    Die Luftdämpfung setzt zu weit oben an, als daß sie uns hier helfen kann. Bis die ein 4k-Brett weggedämpft hat, ist man gar nicht mehr auf dem Gelände.

    Bei einem Line-Array können wir die HF-Verteilung durch Curving und EQ (vorzugsweise innerhalb der Einzelelemente FIR-Filter) sehr genau beeinflussen, um den Effekt der Zylinderwelle auszugleichen. In vielen Situationen begnüge ich mich weiter hinten mit nominell geringeren Pegeln, dafür bekomme ich dann eine ausgewogenere Tonalität hin.

    Ich wollte nur klarstellen, daß diese Zylinderwelle mit den 3dB Abfall pro Entfernungsverdopplung frequenzabhängig unterschiedlich weit kommt und danach in eine "normale" Kugelwelle übergeht.

  • D&B 402

    es ist vermutlich geschmackssache, aber dieses system habe ich nicht ein einziges mal gut klingend erlebt. selber drüber gemischt habe ich allerdings nur ein einziges mal, und da hatte mir der örtliche beschaller das pult sehr suboptimal ans ende der halle gebaut... damals musste ich, das weiß ich seltsamerweise noch, bei 3-4kHz recht viel rausziehen.

    es gab jedenfalls viele gigs, die ich über 402 gehört habe. und ich habe damals wirklich nicht verstanden, warum so viele kollegen dieses system gut fanden. deshalb würde ich es, aus der persönlichen erfahrung heraus, nicht als gut funktionierend einordnen.

  • es ist vermutlich geschmackssache, aber dieses system habe ich nicht ein einziges mal gut klingend erlebt. selber drüber gemischt habe ich allerdings nur ein einziges mal, und da hatte mir der örtliche beschaller das pult sehr suboptimal ans ende der halle gebaut... damals musste ich, das weiß ich seltsamerweise noch, bei 3-4kHz recht viel rausziehen.

    es gab jedenfalls viele gigs, die ich über 402 gehört habe. und ich habe damals wirklich nicht verstanden, warum so viele kollegen dieses system gut fanden. deshalb würde ich es, aus der persönlichen erfahrung heraus, nicht als gut funktionierend einordnen.

    402 klang nur in wirklich kompetenten Händen als Cluster-System gut. Der Systemer von Tool hat damit mal die Sporthalle in Hamburg in den Griff bekommen. Ebenso konnte man mit dem System auch grandios scheitern. Das hast Du dann offenbar immer erlebt.