3,5T Transporter Empfehlungen

  • Alles wird gut. Du darfst gerne mit überladenen, abgelasteten Autos über die Autobahn heizen.

  • Das hat sich in den letzten 10 Jahren massiv geändert. Kleine mobile Waagen hat die deutsche Autobahnpolizei inzwischen standardmässig dabei und den Schmäh mit den Zwillingsreifen kennen die auch.

    Der TÜV trägt ausserdem keine reinen Papierablastungen mehr ein. In der Regel müssen die Federn gegen die Teile des 3,5-Tonners getauscht werden und dann ist deutliche Überladung auch wieder sichtbar.

  • Die Transporter in der GrößeAnordnung Daily, Crafter, Sprinter, Ducato basieren doch alle auf einem Leiterrahmen oder täusche ich mich da? Der Rahmen ist zwar recht weit integriert, aber er ist da...also die 2 Längsträger von der Stossstange bis zum Heck ähnlich wie bei den LKWs.

    Mit Ausnahme von Iveco sind die eigentlich alle selbsttragend. Da sind die Längsträger einfach nur unter dem Boden verschweisste Bleche und dementsprechend durch Dichtmasse, Farbe und UBS geschützt.

    Iveco baut(e) leere Fahrgestelle aus C-Profilen und setzt da ggf. einen extra Kastenaufbau aus Blech mit Blechboden drauf. Nach einer zünftigen Festival-Schlammschlacht hängt da kiloweise Dreck in den ganzen toten Ecken zwischen Rahmen und Boden der in den folgenden Wochen bröselweise wieder raus kommt wenn es heiss und trocken ist. Oder eben nicht, und dann rostet das alles im Zeitraffer vor sich hin. Böse Falle beim Gebrauchtkauf...

  • Der TÜV trägt ausserdem keine reinen Papierablastungen mehr ein. In der Regel müssen die Federn gegen die Teile des 3,5-Tonners getauscht werden und dann ist deutliche Überladung auch wieder sichtbar.

    ...wenn man es wirklich drauf anlegt, dann nimmt man das, was in Springerkreisen SuSi-Air heisst:

    SuperSingle Bereifung des 4,6 Tonners mit eingebauter Luftfederung. Da ist dann hinten die Zwilligsreifenachse verbaut - aber eben mit Einfachbereifung & umgedrehter äußerer Zwillingsfelge.

    Hübsch geht anders, erkennen tut man die Felgen eben doch.


    Was die 3,5t Federn angeht: das sind oft unterschiedliche Fahrgestelle, die keinen einfachen Tausch Querbeet zulassen. Im Übrigen gibt es ja auch für die 3,5t diverse Modifikationen des Fahrgestells & der Federung incl. Höherlegung.

    Ein überladener 3,5t Sprinter mit Schlechtwegepaket liegt immer noch höher über der Straße, als die 2,8t PKW-Version in leer...

  • ...wenn man es wirklich drauf anlegt, dann nimmt man das, was in Springerkreisen SuSi-Air heisst:

    SuperSingle Bereifung des 4,6 Tonners mit eingebauter Luftfederung. Da ist dann hinten die Zwilligsreifenachse verbaut - aber eben mit Einfachbereifung & umgedrehter äußerer Zwillingsfelge.

    Hübsch geht anders, erkennen tut man die Felgen eben doch.

    Dort gibt's ein Druckregelventil das bei grober Überladung die Karre hinten gar nicht mehr vom Block hebt. Klar kann man da auch tricksen, wenn man erwischt wird kommt's dann aber noch teurer. Verstoss gegen die StVZO, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Versicherungsschutz weg...

    Die früher so beliebten 4,6-Tonner die einfach auf dem Papier unter 3,5t zGG gedrückt wurden existieren nur noch als Altfahrzeuge. TÜV und Zulassungsstellen sind schon lange angewiesen da aktiv dagegen zu arbeiten.

  • Ich würde auch die Finger weglassen von all den halblegalen Sachen. Das steht nicht dafür. Ein klug gekaufter 3,5er kann 1200 Kilo zuladen. Ein ebenso klug gekaufter passender Anhänger nochmals 2,5 Tonnen. Wenn ich mich recht Entsinne darf man dann nur mit Gesamt 6,5 Tonnen fahren (die Kombi nutzen wir nicht, daher weiß ich es nicht sicher) und muss somit nochmal 500 Kilo wegstreichen. Wenn man dann noch mal 5% daneben liegt, bringt einen auch niemand um. Wir reden also um 3,2 bis 3,5 Tonnen Nutzlast mit einem relativ günstig zu unterhaltenden Gespann. Das ist mehr als die allermeisten 7,5 Tonner mit Hebebühne dürfen.

    Wenn dann ein Job mehr verlangt, braucht man soviel Personal, dass sich auch folgende Optionen lohnen:

    - Weiteres Fahrzeug

    - Speditionsmiete


    Es ist leider schon eine Unart in unserer Branche, was da noch alles so gemacht wird, nur weil es früher halt so war und die gesetzlichen Rahmenbedingungen eben deutlich lockerer. Mit obiger Rechnung kann man sich ganz legal ordentlich bewegen und bekommt die nötigen Preise auch dem Kunden ohne Problem verkauft.


    Wer natürlich ebenso der alten Zeiten wegen noch für jeden Minijob seine 1200er Entladungslampen, Eisenschweine als Endstufen, leistungsschwache Horn Monsteranlagen, analoge Killermischplätze,... fahrt, kommt natürlich mit Sprinter und Co nicht weit. Da wäre es dann evtl. mal Zeit über solche Dinge nachzudenken. Schwere Trümmer fressen auch bei jedem Aufbau, Abbau und im Lager viel Personalkosten.


    Viele Grüße

    Tobias Kammer

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • Wir haben als Flotte die Mercedes Vito 116 lang der älteren Version, da diese noch 2.5t ziehen dürfen, und die entsprechenden Anhänger mit eingebauter Rampe/Türkombination.
    Damit fahren wir 95% aller unserer Aufträge, zur Not eben auch mit zwei Gespannen.

    Alles darüber wird mit der örtlichen Spedition erledigt.

    Ich kann tobias kammerer nur beipflichten im letzten Absatz. Deswegen optimieren wir ständig unseren Vermietpark auch in Hinblick auf Truckspace, Verpackungsgrößen, Gewicht und Lademöglichkeiten. Es gibt noch unzählige Kollegen in der Gegend, die mit uralten Anlagen (weil seit Ewigkeiten abbezahlt und reine Cashcows) unterwegs sind, dafür aber zum Teil mit 12t rumfahren, um die kleinsten Jobs abzuhandeln.

  • Ich würde auch die Finger weglassen von all den halblegalen Sachen. Das steht nicht dafür. Ein klug gekaufter 3,5er kann 1200 Kilo zuladen. Ein ebenso klug gekaufter passender Anhänger nochmals 2,5 Tonnen. Wenn ich mich recht Entsinne darf man dann nur mit Gesamt 6,5 Tonnen fahren (die Kombi nutzen wir nicht, daher weiß ich es nicht sicher) und muss somit nochmal 500 Kilo wegstreichen. Wenn man dann noch mal 5% daneben liegt, bringt einen auch niemand um. Wir reden also um 3,2 bis 3,5 Tonnen Nutzlast mit einem relativ günstig zu unterhaltenden Gespann. Das ist mehr als die allermeisten 7,5 Tonner mit Hebebühne dürfen.

    Realistisch (da fahren ja auch noch Menschen mit) ist die 3-2-1-Regel: 3t gesamt, 2t im Hänger, 1t im Zugfahrzeug. Alles drüber ist mit FS BE nicht mehr bei vertretbaren Fahreigenschaften zu transportieren. Mit dem allmählichen Verschwinden der FS-Klasse 3 unter den an der Front Aktiven der Branche hat sich das Thema 7,5-Tonner eh schon so gut wie erledigt. Wer mehr auf einmal wuppen will oder muss braucht den C-Schein und einen richtigen Laster.

  • Naja irgendwo ist's Gewicht ja nun eingespart.

    Mit 7,5-Tonner + Hänger (mit altem PKW Führerschein) ist man auch nicht wirklich besser unterwegs.

    Werde das Ding aber sicher mal probieren.


    Vom Sprinter gibts übrigens jetzt mit Facelift, die Motoren sollen Euro 6 können und es gibt ein System, was bei Seitenwind eingreift und einzelne Räder einbremst.

  • Vom Sprinter gibts übrigens jetzt mit Facelift, die Motoren sollen Euro 6 können und es gibt ein System, was bei Seitenwind eingreift und einzelne Räder einbremst.

    äääh.

    Ja.

    Sprinter mit Facelift war 2013...

    Bereits 2018 kam ‚der Neue‘ Sprinter mit den Baureihen 907 & 910 raus. Heck- & Fronttriebler. Neuer Unterbau, alter Kasten.


    Bzgl. Abgas wäre der aktuelle Stand EURO 6d. Ich würde aber eher im LKW Segment bleiben, da heißt die Norm EURO VI (nicht 6...).


    Sorry, aber wer auf dem Stand des Daimler Motorwagen stehen geblieben ist, der sollte keine Kaufempfehlungen geben... ;-)

  • Um nochwas zur Nostalgie beizutragen:


    In der DDR fuhr man Barkas B1000, der hatte 1 Tonne Zuladung und einen 3-Zylinder 2Takt Motor mit 45 PS. Kennt man aus alten Filmen wie Polizeiruf.

    Als Bus hatte er 8 Sitze, Drehstabfederung und normalerweise hing ein (in Kleinserien selbstgebauter) ungebremster einachsiger Hänger dran.

    Das sowas kein Renngespann war; is mal klar. :D

    Gings steil bergab, zog man erstmal die Handbremse so hoch es ging (bediente meist der Beifahrer) und stieg dann mit beiden!! Füßen auf's Pedal. Der Motor bremste ja auch kaum mit. Die (Trommel)Bremsbeläge verglasten (wohl wegen des Verzichts auf Asbest) ständig, etwas Mehl in der Trommel half zeitweise ein wenig.

    Nichtsdestotrotz waren wir in dieser Konstellation vollbesetzt samt 100 Liter 2Takt Sprit; und zurück vollem Hänger kurz nach der Wende 1000km bei Visaton in Haan....


    Weiterhin gabs den Robur LO oder LD 3000 mit 3 Tonnen Nutzlast und LO(tto) oder LD(iesel) Motor und 70 PS.

    Den gabs (wie den B1000 auch) mit verschiedensten Aufbauten vom Bus bis zum Allrad-Feuerwehrauto. Letztere tun noch heutzutage in mancher Dorffeuerwehr Dienst.


    Letzte Stufe (alles 'darüber' kam; bishin zum Flugzeug vertraglich vereinbart aus den "Bruderländern") war der W50; ein 10Tonner bei 5t Nutzlast mit 125 PS, gebaut in Ludwigsfelde bei Berlin.

    Dort wo früher im Krieg Daimler Flugzeugmotoren und jetzt u.a. Sprinter (auch Crafter) Fahrgestelle und Pritschen baut. kurz vor Schluß gabs noch den L60 mit 6t.

    Auch diesen gabs in bestimmt 50 erdenklichen Versionen, viele (W50) fahren noch in kleineren Landwirtschafts- auch Baubetrieben, Feuerwehren etc. und sind mit Hänger auf Landstraßen eine hübsche Verkehrsbremse bei gut 20t zZuggewicht....


    Allerdings waren alle diese Fahrzeuge für private Anwendungen; zu der auch so gut wie die gesamte (Amateur) Mugger-Branche gehörte, eigentlich nicht frei erhältlich.

    Ausnahmen waren so Truppen wie die Puhdys, welche mit ihrem W50 auch zu ihren Westauftritten fuhren.

    Wenn; dann kaufte man ein Rost- oder Unfall Wrack und baute es in Hinterhofwerkstätten unter allergrößten Schwierigkeiten wieder auf.


    Meistens lief das Ganze aber so; das sich der Amateurmusiker legal des Fuhrparks (und fast genauso wichtig Telefon) des Betriebes bediente; in dem er arbeitete. Im Gegenzug gabs Musik (nicht umsonst!) zu den unzähligen (das waren in einer 1000Mann-Bude schonmal 30 Stück im Jahr) Betriebsfeiern.

    Es war ja auch da nicht wie heute; das es so einen Überschuß an diversen Unterhaltern vom "DJ", Alleinunterhalter, Tanzmusikcombo über Coverrockband bishin zur Galaformation gab.

    Selbst schlechte Truppen waren gefragt wie kaltes Bier im Sommer.... :shock:

  • meine güte, wie haben wir das früher bloss überlebt, ohne diesen ganzen elektronischen firlefanz...:/

    Beisewai:

    Die Frage ist, wie man heute MIT diesem Firlefanz überlebt...

    Der Seitenwind-Assi greift AFAIK erst, wenn du über 80km/h fährst und die Karre erkennt, daß kaum Lenkbewegungen ausgeführt werden. Dann aber so, daß man als Fahrer hellwach ist... :(

  • ich hoffe ja, dass man diese helferlein auch abschalten kann??


    vor wenigen jahren hatte ich mir mal für einen job in Berlin einen VW Tiguan gemietet (eigentlich hatte ich ja einen Benz Kombi bestellt), der mich auf der fahrt in die hauptstadt mit seinen seltsamen und für mich absolut unnötigen assistenzsystemen fast wahnsinnig gemacht hat. da hat ständig irgendwas gepiepst (in autobahnbaustellen und beim bilden der rettungsgasse in einem stau) und in lenkrad hat es vibriert, wenn man beim abbiegen an einer kreuzung irgendwelche weißen linien kreuzen musste... grauenhaft. erst in Berlin fand ich die zeit, das handbuch zu studieren, so dass ich den meisten blödsinn abschalten konnte.

    aber dieses erlebnis hat mich ziemlich geprägt, seither versuche ich krampfhaft, meinen alten Toyota immer wieder über den Tüv zu bekommen... nächsten monat ist es mal wieder soweit.:huh:

  • Die Frage ist, wie man heute MIT diesem Firlefanz überlebt...

    ich hoffe ja, dass man diese helferlein auch abschalten kann??

    Das denke ich mir auch allzu oft - und leider sind die tollen technischen Rafinessen oft auch die Dinge, die einem gern selbstdenkenden Fahrer ein einfaches und sicheres Handling der ehemals "dummen" Kisten vermissen lassen damit u.U. die Lage verschlimmbessern und gar gefährlich machen...

    Beispiel (hier vom Van, jedoch bei vielen Lieferwagen ebenfalls derweil Standard): Berganfahrhilfe, Halteassistent oder wie auch immer: Meist, und so auch bei mir, nicht abschaltbar. Wurde lustig in einer rutschigen Einfahrt im Winter: Früher hätte man einfach die Bremse losgelassen und sich gefreut, auch mit der wenigen Traktion noch den Kurs vom Hindernis wegzubeinflussen.
    Heute denkt der Assistent, er müsse noch eineinhalb Sekunden warten, bevor die Bremse auch wirklich aufgeht. Wenn der Kasten aber eben bereits rutscht, fehlt damit die entscheidende Möglichkeit zur Kurskorrektur...

    Nur ein harmloses Beispiel, und es war auch nur ein Bäumchen vor der Mauer - aber es war auch ne neue Kotflügellackierung X/ Und nicht zu vergessen: Statt dem Bäumchen hätte dort auch eine Person stehen können.