Selbstbau Martin Audio WSXa Planung

  • Hallo,


    In diesem Thread geht es um die Planungsphase von dem Selbstbau der Martin Audio WSXa Basshörner (4 Stück). Es sind noch ein paar Fragen offen und kommen bestimmt auch noch neue auf.


    Amping:

    Void V18-1000 hat 1000W RMS, aber wo liegt die Peak-Belastbarkeit?

    Martin Audio empfiehlt für den WSXa (1000W RMS, 4000W PEAK) eine Endstufe mit 2000W pro Kanal an 8Ω und 4000W pro Kanal an 4Ω. Habe ich mit meinem Treiber ähnliche Anforderungen? Welche Endstufe wäre dafür geeignet (bitte nur Digitalendstufen mit DSP)?

    Und was würdet ihr empfehlen:

    -1 Endstufe für alle Bässe

    -1 Endstufe pro Seite (2 Bässe)


    Selbstbau:

    Nach dem Bauplan muss ich mehrere Bretter mit einer Gehrung größer als 45° sägen. Habt ihr eine präzise Methode dafür?

    Mir bekannte Tischkreissägen können nur bis 45° schwenken.


    Ansonsten wars das erstmal :-)

  • Die Pascal-Module (z.B. X-PRO 1) könnten dafür eine gute Grundlage sein. Ein Modul je Seite. DSP gibts passend z.B. bei AllDSP.

    Es gibt auch fertige Endstufen basierend darauf, meistens haben die aber noch zusätzliche Kanäle für Tops - weiß nicht ob Du das brauchst.

  • Die Pascal-Module (z.B. X-PRO 1) könnten dafür eine gute Grundlage sein. Ein Modul je Seite. DSP gibts passend z.B. bei AllDSP.

    Es gibt auch fertige Endstufen basierend darauf, meistens haben die aber noch zusätzliche Kanäle für Tops - weiß nicht ob Du das brauchst.

    Das X-PRO1 ist aber nicht digital (was kalle_1806 ja wünscht). Ich befürchte er wird in der Beschallerriege nicht wirklich eine digitale Endstufe finden.

  • meine erfahrungen mit PWM amps (oder ClassD) für bassbetrieb sind so:

    hier rechne ich mit einer verdoppelten leistung des amps gegenüber "herkömmlichen" schaltungen. will heissen: wenn ich PWM amps für bässe benutze, dann möchte ich dass diese doppelt so viel leistung haben wie die classAB amps. dann ist das ergebnis einigermaßen ausgewogen.

    oder nochmal anders formuliert: wenn ich ClassH, Class TD (oder eben ClassAB) amps gegen leistungsmässig gleichstarke classD amps verglichen habe, dann waren die classD (PWM) amps in sachen punch immer im nachteil.


    am liebsten ist mir ClassTD, das bietet einen sehr guten kompromiss aus sound, wirkungsgrad und gewicht.


    das waren meine zwei cents...

  • Danke für die Rückmeldungen.


    Mit der Einteilung in "Class"s habe ich mich noch nicht beschäftigt. Ich suche eine Endstufe ohne konventionellen Trafo. Bei meinen Recherchen bin ich auf die Powersoft K3 DSP gestoßen. Ich denke die werde ich mir zulegen.


    Zum Winkel. Das mit dem Gegenwinkel verstehe ich. Was ich allerdings meine sind Winke die auch die 90° überschreiten. Es ist schwer zu beschreiben. Aber stellt euch vor ihr habe eine horizontale Fläche auf der ihr eine zweite Fläche anordnet. der Winkel zwischen den Flächen beträgt 30°. Somit müsste die Zweite Fläche in einem Winkel 150° angeschnitten werden. Darin besteht mein Problem.

    Von folgendem Bauteil ist die Rede:

    http://hornplans.free.fr/wsx.html (unten in der PDF Teil 20/21)

  • Mit der Einteilung in "Class"s habe ich mich noch nicht beschäftigt. Ich suche eine Endstufe ohne konventionellen Trafo. Bei meinen Recherchen bin ich auf die Powersoft K3 DSP gestoßen. Ich denke die werde ich mir zulegen.

    es schadet sicher nicht, sich damit zu beschäftigen. aber klar: wenn man kein elektroniker ist, dann scheint das erstmal nicht so wichtig zu sein. das verstehe ich schon.


    hier nur ein ganz kleiner, grober abriss:


    eine endstufe besteht im prinzip aus drei funktionsblöcken:

    - 1. die sektion für die eingangs-audiosignale, die verstärkt werden sollen

    - 2. die sektion für die stromversorgung (netzteil)

    - 3. die sektion für die leistungsverstärkung


    alle drei blöcke können (nahezu) unabhängig voneinander gestaltet sein.

    zu sektion1.

    das kann eine einfache analoge schaltung sein, oder ein digitaler eingang mit anschliessender DA wandlung. oder eben auch das volle paket mit analogem/digitalen eingang, DSP und anschliessender DA wandlung für die ansteuerung der endstufe.


    sektion2

    das netzteil kann entweder herkömmlich mit fettem trafo, direkt an der 50Hz netzversorung betrieben, gestaltet sein. dies kann auch mehrstufig ausgeführt sein, um die verlustleistungen des amps geringer zu halten.

    oder es ist ein schaltnetzteil, in dem die 50Hz versorgungsspannung zunächst "zerhackt" wird, um dann mit viel höherer frequenz über einen viel kleineren trafo geführt zu werden (der wirkungsgrad eines trafos ist bei 50Hz sehr schlecht, deshalb kann er bei höherer frequenz viel kleiner ausfallen). ein schaltnetzteil bietet einen deutlich besseren wirkungsgrad und ist auch viel leichter im gewicht. und eigentlich ist es auch billiger zu produzieren, weil statt des riesigen kupfertrafos nur ein wesentlich kleineres exemplar benötigt wird.

    auch ein schaltnetzteil kann mehrstufig ausgeführt werden (z.b. für ClassH). bei ClassTD besteht es sogar quasi aus einem eigenen ClassD amp, der lediglich die versorgungsspannung der nachfolgenden endstufe liefert. diese spannung kann dann mit hilfe des audiosignals sehr genau dem tatsächlichen strombedarf nachgeführt werden, was den wirkungsgrad enorm verbessert.


    sektion3

    die Class-einstufungen ClassA, ClassB und ClassD beziehen sich nur auf den letzten block, die leistungsverstärkung. ClassA und AB sind klassische analoge endstufentechniken, die allerdings bewährt sind und sehr sauber klingen können.

    ClassD ist dann eine PWM schaltung, die ein analoges audiosignal in keine stückchen zerlegt, damit die transistoren im reinen schaltbetrieb arbeiten können. das erhöht den wirkungsgrad, weil an den transistoren nur noch sehr wenig verluste anfallen. dahiner sind jedoch wieder tiefpässe nötig, damit die hohen frequenzen der schaltvorgänge nicht mehr zu den lautsprechern kommen. das ist aus klanglicher sicht viel schwieriger umzusetzen und funktioniert nicht immer zufriedenstellend. der klangeindruck dieser schaltungstechnik wird nicht selten mit "steril" oder gar "kalt" beschrieben.

    "ClassTD" schliesst dagegen ein schaltnetzteil in ClassD-technik mit ein, die audioverarbeitung läuft hier aber über eine ClassAB stufe und ist dadurch klanglich eine sehr gute lösung.

    "ClassH" ist eine endstufe mit mehreren spannungsstufen aus dem netzteil, das sowohl ein schaltnetzteil sein kann oder auch herkömmlich mit großem trafo. auch hier kommt für dei eigentliche endstufe ClassAB zum einsatz, weshalb auch diese amps klanglich oft ein gutes verhalten zeigen.


    die bezeichung "digitalamp" ist imho problematisch, denn sie meint eigentlich die PWM schaltung (Puls Weiten Modulation), in der das audiosignal je nach signalform quasi in kleine stücke zerteilt wird, die dann erstmal irgendwie "digital" aussehen. da diese ansteuerung allerdings in der zeitachse mit unendlich feiner (analoger) auflösung arbeitet, ist es streng genommen immer noch ein analoges signal.

    und manche leute meinen mit "digitalamp" auch verstärker, die lediglich ein schaltnetzteil haben.

    somit ist die bezeichung "digitalamp" also ziemlich irreführend und unkorrekt.


    ich hoffe, diese zeilen helfen ein bisschen weiter, auch wenn es nicht um die eigentliche frage geht :-)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 Mal editiert, zuletzt von wora ()

  • Danke für die ausführliche Erklärung.


    bin kein Schreiner und der Arbeitsschutz sieht das ggf. auch kritisch - aber ich würde das Brett auf Länge bringen, senkrecht stellen, ordentlichen "Holzklotz zum fixieren / Stabilität geben" daneben und dann 30° sägen.

    Danke. Ich glaube du weißt wo mein Problem liegt ;)

    Darüber habe ich auch schon nachgedacht einfach einen "Hilfsklotz" zu verwenden. Ich hatte aber gehofft, dass hier jemand eine erprobte und "sichere" Methode kennt...


    LG Kalle

  • jepp, so meinte ich das :-)


    Ansonsten - Schreiner und sicher? Oh je...


    "Sicher" ist die Methode, die unter minimalst-möglicher Beeinträchtigung noch vorhandener Gliedmaße über die letzten Jahre hinweg mit am wenigsten Aufwand in Verbindung mit vorhandenem Maschinenpark(*) das gewünschte Ergebnis gebracht hat.


    (*) ggf. sind über die Jahre alle Sicherheits-Features am Maschinenpark aber irgendwie verschwunden, deaktiviert, umgangen, ...



    Alternativ gibt's sicher auch Schreiner, die einem die paar Bretter, die man selbst nicht hinbekommt gegen einen geringen Obelix kurz machen.

  • ...ich bin 'mal so frei:

    Super Idee mit der Handkreissäge.

    Müsste dann vermutlich auch umgekehrt auf einer Tischkreissäge funktionieren. Schließlich handelt es sich um Kleinteile.

    Vielen Dank auf jeden Fall für die Fotos.


    Meine Planungsphase neigt sich dem Ende.

    Wo ich mir noch unsicher bin, ist der Bereich Frontgitter/Schaum.

    Denn offen wollte ich die Hörner nicht aufbauen. Nachher steckt da noch jemand seine Finger rein :D

    Am Original hat Martin Audio Gitter angebracht. Meint ihr das wäre eine gute Idee oder soll ich als I-Tüpfelchen noch Frontschaum davor packen.

    Zum Gitter wäre meine Frage: Grobmaschig/Feinmaschig?

    Wie sind da eure Erfahrungswerte bezüglich Luftgeräuschen?

  • +1, gerade bei Bässen so offen wie nur möglich.

    Rundlochungen und Streckmetall sind häufig die günstigsten Formen von Gitter, bieten meist aber auch "nur" rund 65-70 % offene Fläche.

    Quadratlochung Q10G12 ist relativ bezahlbar und bietet rund 80 % Durchlass. Wird sehr häufig verwendet.

    Ein wenig hübscher und tatsächlich noch etwas offener sind Gitter mit Hexagonal-Lochung und schmalen Stegen (Wabenmuster). Damit sind teils hart an 90 % Offenheit drin.


    Btw, wo sollen die Leute mit den Fingern denn hin? So lange Arme wie den Hornpfad im WSX hat niemand - Dir kann keiner an den Treiber. Solltest Du hauptsächlich Elektro-VA machen, finden eh viele die offene Optik durchaus "anregend".

    Gegen echte Fremdkörper im Hornverlauf helfen dann am besten ein Streifen Wellengitter o.ä. zwischen Rückwand und dem nach hinten ragenden Brett. Oder ein halber Meter Alupipe, wenn man sieht, dass jemand dort seine Dosen entsorgt.

  • Das ist ne Frage, die Du Dir nur selbst beantworten kannst.

    Wichtigste Pros: Gitter schützen vor Dummheiten, Dreck, Flugbier und Handtaschen. Und sie sorgen für eine dezentere Optik.

    Contra: kostet, macht Arbeit, wiegt, muss richtig festsein damits net rappelt. Bei "ganz falschem Gitter" u.U. geringe Nachteile im Durchlass (dafür muss man sich idR aber schon ungeschickt anstellen)


    Offene Hörner braucht man bei manchen Events gar net erst anschleppen. Bei anderen sind die Gäste froh damit.

    Rückstände von Staub und Getränken holt man wenns mal ganz dumm läuft eben mit Handfeger und Schrubber aus dem Hornmund, bei Gitter und Schaum kommts garnet erst rein, dafür hängt die Sülle dann dort dran und drin.