Umsturz Rollgerüst beim Abbau

  • Was wir da auf dem Foto sehen ist kein für diesen Zweck konstruiertes Rollgerüst sondern ein Eigenbau aus Layher-Teilen. Freiwillig auf so was zu arbeiten ist Eigenverschulden und Untergebene da rauf zu schicken führt den Verantwortlichen hoffentlich direkt in den Knast.


    *niggles* (u.A. Eigentümer und Betreiber eines ordentlichen, geprüften Rollgerüstes)

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Was wir da auf dem Foto sehen ist kein für diesen Zweck konstruiertes Rollgerüst sondern ein Eigenbau aus Layher-Teilen. Freiwillig auf so was zu arbeiten ist Eigenverschulden und Untergebene da rauf zu schicken führt den Verantwortlichen hoffentlich direkt in den Knast.

    die Dummheit beginnt ja eigentlich dann wenn man das teil mit Leuten drauf verschiebt... ist ja ohne Leute schon wackelig genug

  • Also, der einzig verwertbare Kommentar hier stammt von niggles bzgl. der Eigenbau-Konstruktion. Für alles weitere fehlt eine detailliertere Darstellung (ausser, dass es ansatzweise so aussieht, als ob die Rollfüsse ohne zusätzliche Ausleger in das Gestänge geschoben wurden, was in dem Fall natürlich eine viel zu geringe Grundfläche für die Höhe ergibt.


    Von diesem Bericht ableitend alle Rollgerüste pauschal als lebensgefährlich abzustempeln ist Käse. (Das sind Leitern auch. Und Autos. Und Steiger. Und Fahrräder. Und Rollschuhe. Und...)



    Wer in der Höhenarbeit tätig ist, sollte sich seinem eigenen Wohl zuliebe vergewissern, ob seine Arbeitsmaterialien sinn- und/oder vorschriftsgemäss zusammengebaut wurden und einen vertrauenswürdigen Eindruck machen, u.U. Prüfplaketten kontrollieren. Und ja, als Personalverantwortlicher schickt man keine unbedarften Leute auf so ein Gerüst.

    Dass das in der Branche oft (gerade auch, wenn es Helfer gibt die nicht "vom Fach" sind, z.B. in der Vereinsarbeit) zu wenig gemacht wird, wissen vermutlich eh schon die meisten von uns.



    Also mit gutem Beispiel voran und Wissen auf dem Job weitergeben, dass ist das Beste was wir machen können.



    Beste Grüsse

    Boris


    (der schon mal ein 5m-Gerüst auf sich hat zufallen sehen, als der Messebauer meinte, das Ding von unten her abbauen zu können :rolleyes: )

  • Leider ist der interessante Teil (der Unterbau mit Kontakt zum Boden) nicht auf dem Bild zu sehen. Die Spindel, die aus der mittleren Stütze zeigt, verwundert mich. Insgesamt scheint die Einzelteile überwiegend mit Spiel verbunden zu sein (nur gesteckt) und es fehlen Diagonalelemente. In meinen Augen ist das selbst für ein nicht bewegliches Gerüst bei diesen Abmessungen zu labil.

    die Dummheit beginnt ja eigentlich dann wenn man das teil mit Leuten drauf verschiebt... ist ja ohne Leute schon wackelig genug

    Das sollte bei einem Rollgerüst nun wirklich keine Rolle spielen. Falls die geringe Beschleunigung durch eine verschiebende Person am unteren Ende reicht, um das Gerüst umstürzen zu lassen, ist das Gerüst grundsätzlich zu instabil. Die Schwerpunktverlagerung und Beschleunigung durch sich bewegende Personen auf der obersten Ebene fallen da deutlich mehr ins Gewicht.

    Auf unebenen Boden sieht das natürlich anders aus. Da ist eine Erhöhung des Trägheitsmoments durch Personen auf den Gerüst keine gute Idee, weil bei der Fahrt über Unebenheiten dadurch das Kippmoment schneller erreicht ist.

  • Aber im mittleren. Ich habe keine Ahnung, was das zu bedeuten hat. Es wäre reine Spekulation davon ausgehend zu sagen, dass hier ohne seitliche Ausleger direkt 6 Rollen mit Spindel in die 6 Stützen geschoben wurden.

    Die Spekulation würde ich gerne zurückweisen!

    Der Pressebericht schrieb:


    Die beiden sich darauf befindenden Personen stürzten aus einer Höhe von rund sieben Metern auf den Hallenboden

    Im Bild zähle ich drei Ebenen und die Leiter der untersten Ebene ist eingeklappt ; vermutlich damit sie beim Rollen nicht auf dem Boden schleift. Ausleger oder eine nachhaltige Befestigung/Diagonalversteifung dieser in den Leiterelementen sehe ich nicht - nur die dafür vorgesehenen Bohrungen des untersten Elements.

  • Wir haben auf Arbeit ein originales Rollgerüst von Layher, das lässt sich mit den mitgelieferten Teilen garnicht betriebssicher aufbauen, weil die Diagonalen durch den geöffneten mittleren Boden geführt werden müssen, anders ist das nicht aufbaubar. Außerdem braucht man zum Aufbau 3 Leute, weil die senkrechten Teile mit dem Klappmechanismus tierisch unhandlich sind. Aber zum Lieferumfang zählten 4 Gewichte und ein ordentliches Basement, umfallen wird das nicht so leicht.

    edit: es geht um ein Zifa P2 624. Schon in der Aufbauanleitung kann man die Probleme erkennen. Die Diagonalen haben einfach die falsche Länge

  • Mal ne doofe Frage: Gibt es überhaupt eine Situation in der es Zulässig ist Räder direkt ohne verbreiterte Base unten in den Rahmen zu stecken?

    - Begrenzte Höhe?

    - Nur ohne Personen zu verschieben?

    - Vor dem Besteigen mit Auslegern zu sichern?

  • Denke dazu kann man keine pauschale Aussage treffen, alleine schon wegen der unterschiedlichen Proportionen verschiedener Rollgerüste.

    Entsprechend wird der kleinste gemeinsame Nennner die Bedienungsanleitung des jeweiligen Gerüstes sein.

    (Darauf würde sich im Zweifel auch der Staatsanwalt bzw Richter berufen.)

  • Wir haben auf Arbeit ein originales Rollgerüst von Layher, das lässt sich mit den mitgelieferten Teilen garnicht betriebssicher aufbauen, weil die Diagonalen durch den geöffneten mittleren Boden geführt werden müssen.
    edit: es geht um ein Zifa P2 624. Schon in der Aufbauanleitung kann man die Probleme erkennen. Die Diagonalen haben einfach die falsche Länge

    ...du weisst aber schon dass da an der Stelle kein Systemboden rein gehört sondern nur 2 Schalungsbohlen, oder?

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Aber im mittleren. Ich habe keine Ahnung, was das zu bedeuten hat. Es wäre reine Spekulation davon ausgehend zu sagen, dass hier ohne seitliche Ausleger direkt 6 Rollen mit Spindel in die 6 Stützen geschoben wurden.

    6 Rollen machen die Anlegenheit nicht kippsicherer als 4. Eher im Gegenteil (sofern die Rollen nicht gut eingestellt sind oder der Hallenboden uneben.)


    Was ebenso Spekulation wäre (aber auch nicht voreilig ausgeschlossen werden sollte): Eines der vier Räder ist irgendwann verschütt gegangen, man hat das mit drei Rädern aufgebaut...

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Was ebenso Spekulation wäre (aber auch nicht voreilig ausgeschlossen werden sollte): Eines der vier Räder ist irgendwann verschütt gegangen, man hat das mit drei Rädern aufgebaut...

    oder das vierte Rad beim Schieben in einem Bodentank/Heizungsgitter o.ä. versenkt. Aber ohne aussagekräftige Bilder alles Spekulation...

  • Nochmal: bei dem eingesetzten Gerüst sind - anders als bei den gängigen Layher - keine Leiterelemente vorhanden. Die Seitenteile sind nur oben verbunden, unten bestenfalls gesteckt!

    Im Bild sind auch keine stirnseitigen Geländer sichtbar, welche evtl. noch als Versteifung dienen könnten. Alles nur Steck-, keinerlei kraftschlüssige Verbindungen, Rastvorrichtungen, Splinte oder Verschraubungen.

    Ich würde bei sowas Nichteinhaltung über eine zweite Lage/Arbeitsebene diskutieren.