• Hallo zusammen


    Derzeit habe ich gerade eine spezielle Beschallungssituation zu planen (jetzt hat man ja üppig Zeit dafür). Die Lokalität ist rund 6m breit und 50m lang. Meine Idee ist nun, das Ganze mono zu beschallen, mit zentrisch geflogenen Tops (90° horizontale Abstrahlung) und dafür alle 10m ein Delay.


    Ich habe das Gefühl, dass unter diesen Umständen ein sinnvolles Stereo nicht möglich wäre. Auch habe ich da immer wieder diesen Text im Hinterkopf: https://bobmccarthy.wordpress.…/the-emperors-new-stereo/



    Allerdings habe ich keine Grafik gefunden, die emperor_graphic.jpg?w=450&h=452



    etwas genauer ins Detail gehen würde. Wie gross ist dieser "Stereo-Korridor"? Könnte jemand für mich etwas Licht ins Dunkle bringen?


    Vielen Dank!

  • Der Ansatz mit einer Reihe von Center Lautsprechern zu Werke zu gehen ist bei den Abmessungen auf jeden Fall nicht falsch. Ich persönlich finde, dass Mono Beschallungen oder wie es lieber nenne "single Source Beschallungen", also Beschallungen, bei denen jedem Zuhörer möglichst nur eine Schallquelle zuzuordnen ist, oft für sehr Vorteilhaft sind.

    Auch, wenn ich das selbst immer wieder mache, würde ich das nicht so pauschal entscheiden. Das würde von weiteren Faktoren abhängig machen, z.B.:

    -was musst Du denn verstärken/übertragen

    -Art der VA bzw. welche Zuhörer

    -wie lässt sich das installieren

    -...


    Es gibt eine akustisch wirklich sehr schwierige bis grausam Hall, in denen ich alle 1-2 Jahre eine Beschallung mit Mono Center PA (+Delays) durchführe, weil u.a. die Raumgeometrie für L/R PA absolut ungeeignet ist. Jedes Mal gibt es die Rückmeldung, dass das ja so toll ist (toll ist das Ergebnis nicht, das lässt die Halle nicht zu) und alle, die sonst mit ihren Lautsprechern kommen, das nich annähernd so hin bekommen. Grund ist aus meiner Sicht, dass andere Produktionen entweder keine Wahl haben, das anders zu machen, weil sie nur das Material dabei haben oder viel mehr, weil alle denken, dass man für eine Beschallung immer L/R Lautsprecher positionieren muss.

  • Der "Raum" sieht so aus:

    image.jpg


    Und es geht um ein Konzert einer Irish-Volk Band.


    An den Balken darf geflogen werden. Und es soll wohl eine Mischung sein - vorne wird getanzt und zugehört, hinten wird Guiness getrunken ;-)

  • Bei 6m Breite und 50m Tiefe macht "Stereo" überhaupt keinen Sinn. Genauso wenig, wie 90' Tops.

    Da spricht die simple Geometrie dagegen.

    Wenn, dann macht zweikanal Ton Sinn, falls für irgendwas ein quasi extremes Panning R/L benötigt wird, aber die hinteren 2/3 haben ja aufgrund der Entfernung optisch nicht den Hauch einer Unterscheidung bei Stereo...


    Edit: oh, es geht ums Saufen...

    Ab dem 3. Guiness ist das Publikum doch mit der Ortung bei Mono schon hoffnungslos überfordert

    ...!

  • Für mich sieht das sehr stark nach Mono von vorne bis hinten aus ... alles andere bringt nichts und ist komplizierter zu fliegen ;-) ... vorne vielleicht etwas breiteres direkt über die Vorderkante Bühne, oder alternativ 2x Box links & Rechts (wegen Abdeckung. trotzdem mono), ansonsten Mono, Abstände dann je nach Abstrahlung.


    Die vorne haben Ortung alleine durch Direktschall & Optik, hinten wäre eh kein "Stereo" zu hören.

  • Naja,die Tops hängen bestenfalls ganz außen auf Höhe der Bühnenkante.

    Ein 90Grad Top kannst du dann so hinstellen, dass es von Bühnenkante bis Wand alles anstrahlt und dann kann es noch 50% seiner Energie in Richtung Decke verschwenden.

    Als Mono-Delayline sind die Tops geeignet, aber nicht für vorne.


    Anders als Marcus würde ich garnicht über einen Centercluster vorne nachdenken - der hängt ja für alle voll im Bild, dank fehlender Saalhöhe.

  • treibsand : ich bin mir nicht sicher, ob wir von der gleichen Idee ausgehen. Das Top, das ich im Kopf habe, hat 90° horizontale und 60° vertikale Abstrahlung. Ich hätte das zentrisch über der Bühne geflogen, 30° nach unten geneigt. Somit strahlt es nach gut 3 Metern bis an den Rand der Brücke, deckt also alles ab. Dank der Abwärtsneigung ist man auch schon nach einem Meter Abstand vor der Bühne im Abstrahlbereich der Box.


    Die Idee war tatsächlich, nur ein einzelnes Top als Center zu verwenden. Ich habe das auch mal vom Schalldruck her gerechnet. Das Top macht 124dB kontinuierlich, das sind dann noch ca. 105dB bei der ersten Delaylinie. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass wir nur 93dB fahren dürfen, sollte genügend Headroom vorhanden sein.


    Nur das mit der Optik könnte tatsächlich ein Problem werden. Da werde ich abklären müssen, ob das erste Top höher gehängt werden könnte.

  • In eine Festinstallation haben wir für sowas (recht ähnliche Situation, nur weniger Holz und mehr Beton an der Decke) "einfach" Weges an die Decke geschraubt - flach und dank drehbarem Horn auch von der Abdeckung passend.


    Oder halt klassische 12"2" /12"1" - Tops quer mit ensprechendem Bügel an die Balken.


    Auf Stereo würde ich hier komplett verzichten - bei einer 5.5m breiten Bühne gibt's da eh kein relevantes L + R.

  • ich würde vorn 1 Lautsprecher jeweils Links und Rechts hängen wegen der Sichtbehinderung
    irgendwas 12" oder 15"
    und dann würde ich 4-5 Delaylines mit kleineren Lautsprechern hängen, evtl auch 2 pro Position
    also 5" oder 6,5"

  • und dann würde ich 4-5 Delaylines mit kleineren Lautsprechern hängen, evtl auch 2 pro Position
    also 5" oder 6,5"

    na ja, bei sprachbeschallung kann man sich das sicher überlegen, aber ob solche minilautsprecher für partybeschallung geeignet sind, da hab ich so meine zweifel. unter 8" würde ich hier nicht gehen.

  • Angedacht wären 12"/1.4" Tops. Mehr als 2 Delaylinien werde ich allerdings kaum machen.


    Die Idee mit den Wedges an der Decke ist super, nur stehen die bei mir alle auf der Bühne.


    Zum Glück habe ich noch Zeit...


    Ich überlege nun, ob ich in der Front meine zwei 15" Tops quer fliegen soll. Die hätten dann 60° vertikal und 45° horizontal, wenn ichs richtig im Kopf habe. Damit hätte ich auf jeden Fall mehr Headroom. Aber natürlich wäre auch das mono.

  • na ja, sicher gibt es große unterschiede zwischen verschiedenen herstellern und lautsprecherlinien, doch die physik lässt sich trotzdem nur in gewissen grenzen beugen ;-)

    aber klar: die beschallungsentfernungen wären bei den von dir genannten 4-5 delaylines nur halb so groß, womit man auch mit kleineren pappen noch was reissen kann. aber es bedeutet hier eben auch einen deutlich höheren auf- und abbauaufwand gegenüber zwei delaylines mit potenteren lautsprechern. ein extrem gleichmässiges lautstärkeniveau ist für den angestrebten zweck sicherlich auch nicht zwingend nötig.


    es gibt hier ohnehin keine "es geht nur so"-lösung, man kann diese aufgabe verschieden lösen. richtig ist hier aber auf jeden fall, dass man mit delaylines arbeitet, statt vorne ein ultrapotentes system zu verwenden und zu glauben, dass man einfach bis hinten durchschiessen kann. das würde sicher in die hose gehen.

    es kommt aber letzten endes auch drauf an, was der kunde genau will und ob man den mehraufwand verkaufen kann.