Covid 19 - GESPIELTE Veranstaltungen

  • Fred für agbesagte VA's gibt's ja, also fehlt jetzt noch der Thread für gespielte Veranstaltungen und deren Erfahrungswerte.


    Würde gerne von anderen auch hören / lesen / sehen, wie wer mit welchen Dingen umgeht und welche Lösungen dazu vorhanden sind:

    - Abstände

    - Personal

    - Kostensteigerungen

    - Desinfektion

    - gerne Bilder (sofern rechtlich möglich)

    - Planung / Realisierung

    - Backend

    - etc.



    Merci


    sec

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ..ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

  • Bei uns im Haus läuft momentan keine "Unterhaltung" sondern eigentlich nur "Information" und "Debatte", also von den Hauptversammlungen der größeren Vereine über Stadtrat, Senate, Schulungen der großen Firmen und des Klinikverbundes, im März waren wir noch kurzfristig Briefwahllogistikzentrum.

    Insgesamt dürften wir rund 15 nennenswerte Veranstaltungen mit über 40 Gästen gehabt haben seit 11.03.


    Was so das relevante für hier ist:

    • Mund-Nase-Bedeckung in allen öffentlichen Bereichen für alle, auch mit Attest. Am Platz bei ausreichend Abstand darf er weg
    • Türen bleiben weitesgehend unverschlossen bzw. aufgestellt, sodass weniger Leute die Türgriffe benutzen müssen
    • Aushänge zu Hygiene-, Umgangs- und Handwaschregeln an den Eingängen, in den Toiletten
    • Besucherführung mit Tensatoren und Einbahnstraßenregelung vorbei an einem Desinfektionsmittelspender
    • Stuhlreihen mit zwei freien Plätzen zwischen jeden Platz und jede zweite Reihe weg
    • Betischung mit 1,60m Abstand von Tischmitte zu Tischmitte (geht mit unseren Tischmaßen von 160x70cm ganz gut)
    • In der Regie nur ein Arbeiter, zweiter Arbeiter im Saal
    • Mikrofone werden mit Poppschutz versehen und nur auf Stative gestellt, sodass sie nur selten angefasst werden
    • Nach jedem Sprecher am Mikro, der ohne MNS spricht wird der Schaft und der obere Teil des Statives mit Desinfektionstüchern abgewischt sowie der Poppschutz mit einer Plastiktüte abgenommen, weil zweiter Mitarbeiter zieht einen neuen Poppschutz auf. Beide natürlich in dem Vorgang mit Gummihandschuhen und MNS
    • Nach der Veranstaltung werden die Poppschutze in Seifenwasser ordentlich ausgespült, anschließend in klarem Wasser ausgewaschen und mehrere Tage zum Trocknen in einem nicht-zugänglichen Raum in die Sonne gestellt
    • Tische werden nach der Veranstaltung mit Flächendesinfektion behandelt, Kontaktflächen an Stühlen ebenso
    • Desinfektionsmittelspender am Eingang, in den Toiletten, vor Seminarräumlichkeiten sowie für Mitarbeiter in Aufenthaltsräumen


    Man sieht vielleicht, mehr Personal- und Materialeinsatz, weniger Umsatz. Aber immernoch besser als Kurzarbeit oder Hartz 4

  • http://kultursommer-im-revier.…ckin-blues-soul-1900-uhr/


    Ein 1000er Circus wird mit bis zu 250 Personen bespielt. Bei einigen Veranstaltungen bin ich selbst dabei.

    Das ganze läuft wirklich unter dem Motto „besser als nichts“, es werden aber keine Verluste erwirtschaftet da alle an einem Strang ziehen.
    Auch bekanntere Acts machen Abstriche in Sache technik, es muß nicht immer A-Liga Material sein.


    Zum hygienischen: Im Prinzip wie im Restaurant, es werden kleine Felder mit bis zu sechs Leuten bestückt, Einlass natürlich nur nach Abgabe der Daten, diese werden in der Regel schon beim Ticket Kauf abgefragt.
    am Platz darf der mundschutz weg.


    Wenn man das noch etwas lockern könnte auf sagen wir 500 Personen kann das eine langfristige Lösung sein. Auch aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten

  • der in oldenburg normalerweise stattfindende kultursommer wurde komplett abgesagt und durch eine kleinere veranstaltung ersetzt.

    eigentlich 16 x 12m bühne, outdoor, freier eintritt, bis zu 5000 leute oder mehr auf dem

    schlossplatz. 14 tage internationales programm, durchgängig 4 leute bühnencrew.

    nun 8 x 6m bühne, im schlossinnenhof, tickets für 28,5 euro, 110 besucher nach hygienevorgaben bestuhlt, 5 tage mit künstlern mit lokalbezug (ok, wurde bei stoppok extrem gedehnt die vorgabe) 2 leute bühnencrew.

    immerhin 5 tage arbeit mit menschen...

    ich bin mir sicher - früher war alles besser!

  • Sind doch tolle Ideen und machen sicher auch Spaß. Es ist ja schließlich mal was anderes. Ich könnte mir gut vorstellen ein Konzert im Strandkorb zu verbringen. Das hätte mir auch vor Corona gefallen.

    Dennoch frage ich mich wie man mit solchen Konzepten Geld verdienen will?

    Das geht ja nur mit Zuschüssen und dann fragt man sich wie lange das geht.

    Zudem kommt ja noch das kleiner werdende Einkommen vieler Bürger. Das bewegt sich ja auseinander. Tickets teurer und weniger Geld in der Tasche. Da muss es irgendwann einen Punkt geben wo es nicht weitergeht. Das kann also nur ein Übergang sein. Und ich finde super wie Erfinderisch die Leute sind.

    Ach ja die Nena. Wie heißt der Song, “Rette Sich”?

    Practice, Practice, Practice

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  • Kann leider zu Secludeds Detailfragen nicht wirklich was beitragen,
    aber habe so am Rande ein paar Lösungansätze mit aufgeschnappt:


    Ein Kollege berichtete von einem Elektro-Event, bei dem man die Leute in Kleinstgruppen im Raster (Bauzaun oder Flatterband) mit Abstand zum Zappeln auf die Wiese gestellt hat. Sicher keine besonders hohe Packungsdichte, aber man bekommt mal wieder größeres Holz vermietet.


    Auch wenn akustisch sicher suboptimal - es gab irgendwo Bilder von einer großen Halle (Lanxess Arena?) in der die Leute sozusagen in Mini-Gewächshäusern sitzen.
    (auf einem Bild aus Amsterdam hat ein Restaurant die Abstandsproblematik dort auch so gelöst. )


    In Venedig gibt es Konzerte/Kino bei denen die Zuhörer in Gondeln sitzen, meine das Bild war im Stern die Tage.


    In Nürnberg soll es endlich demnächst auch was außer Autokino geben - Tretboot als natürlicher Abstandshalter vor einer Bühne am Ufer.
    (Scheint es in anderen Kommunen schon länger zu geben, Corona hat die Möchtegern-Kulturhauptstadt 2025 aber leider offenbar nahezu vollständig gelähmt.
    Während man in normalen Jahren zwei Volksfeste, Konzerte in Arena und Stadion sowie gelegentlich Zeppelinfeld, die Heimspiele der lokalen Fußball- und Eishockeyvereine, Rock im Park, dem Norisringrennen, deutschlands größtem Umsonst-und-Draußen-Festival (Bardentreffen), angeblich Europas größtem (kostenlosen) Klassik-Openair mit weit über 100.000 Zuschauern auf der Picknickwiese zu den Hauptkonzerten zzgl. Nebenevents, drei(?)jährig den RedBull District-Ride durch die halbe Altstadt, die "Blaue Nacht" mit sechsstelligen Besucherzahlen, eine der weltweit umsatzstärksten Messen oder mal eine Leichtatlethik-EM auf dem Hauptmarkt gewuppt bekommt sind aktuell an repräsentativen Geschichten genau zwei Autokinos von privaten Veranstaltern, sowie das Open-Air Sommernachtskino [alles Outdoor - geht jetzt erst los ] am Start. RESPEKT! Sorry für OT, aber das ist echt armselig.)


    Die einzige nennenswerte städtische Open-Air Spielstätte ist großzügig auf Abstand bestuhlt, nur personalisierte Tickets, nur eine Person gleichzeitig in die WC-Anlagen im Kellergeschoss (bei ein paar hundert Leuten natürlich sehr unschön...), Maske überall außer auf dem Sitzplatz.

  • Bei uns wurde von einem Radiosender ein Pedalokonzert veranstaltet. Und irgendwo habe ich Bilder gesehen von einem Event, bei dem immer eine Kleingruppe auf einer "Insel" auf einem Teppich untergebracht wurde.

  • Hallo zusammen,

    hier in Mannheim spielen wir ein 8-wöchiges OpenAir-Festival : "Jetzt erst Recht"

    Jede Woche treten an 3-4 Tagen unterschiedlichste regionale Künstler auf.



    - Abstände : JA, müssen wir auf der Bühne und im Publikum mit 1,5m natürlich einhalten.

    Im Backstagebereich grundsätzlich ALLE mit Maske.


    - Personal : 1xProduktionsleitung, 1xTechniker, 1x Hausmeister, 3-4 Personen für Publikumseinlass, Backoffice fürs Ticketing und Orga.


    - Kostensteigerungen : keine, wird unter dem Aspekt "Solidaritäts-Gedanken" organisiert.


    - Desinfektion : Desi für relevante Mikrofone, Headsets etc., ansonsten wird alles, was dem Atemweg der Künstler zu nahe kommen könnte, von der Technik nur mit Einweg-Baumwoll-Handschuhen angefasst.


    - gerne Bilder (sofern rechtlich möglich) : anbei

    - Planung / Realisierung : War recht kurzfristig und ist "Standart-rock`n Roll

    nexo - PA mit je 2x LS18 + 6xM620, für 210 Gäste ( eigentlich eine 1000er Location im Freien) , kleines Soundcraft si-Pult, 8 x PS10 als Monitor + Drumfill, Frontlicht vom Haus.


    grüsse

    Achim Mildenberger

  • der solidaritätsgedanke bedeutet in diesem fall, dass es für die über 100 teilnehemenden künstler zunächst nur eine garantierte grundgage gibt.

    wenn die kompletten ticketverkäufe des ganzen festivals dann nach der endabrechnung ein plus ergeben, wird das zu gleichen teilen an alle akteure zusätzlich zur grundgage ausgezahlt.

    da die ticketverkäufe bisher sehr gut sind, gibt es bereits jetzt nach 3 wochen einen deutlich positiven überhang im einspielergebniss....auch dank vieler sponsoren und unterstützer.

  • dazu auch noch ein Nachtrag von mir zu meinen Einsätzen im Circus:


    es war bei den Veranstaltungen wo ich arbeite ( zu den anderen kann ich nichts sagen ) von Anfang an klar das keine 400€ Tagessatz möglich sind.

    In Anbetracht der Lage kann ich das verstehen, da muss man sich eben einigen. Weniger Geld bedeutet für mich weniger Arbeit, also reduziere ich meine Stunden. Da kann ich mittags noch nett grillen mit der Frau und dann zu Fuß eben rüber laufen.
    Auch kleine Extras die man sonst schon mal macht gibt es nicht, selbst den Kopfhörer lasse ich von der Band mitbringen.


    So ist auch dem letzten klar das es eine Ausnahme ist, vom Material habe ich Das ja vorher schon geschrieben.