Scancommander macht komische Sachen

  • Moin, mein "restaurierter" Scancommander zeigt seit heute folgende Verhalten:



    Habe bisher nocht weitergeforscht, wollte erstmal die Meinungen der Fachleute hören.

    Interessant: beim Ansprechen einer Speicherkarte ist manchmal auch noch ein Fehlverhalten reproduzierbar, Die Speicherkarte ist aber i.O., sie funktioniert in einem anderen Gerät einwandfrei.


    skippa

  • Sehe ich auch so - es könnte auch der Akku beginnen auszulaufen oder sonstige veranstaltungstypische Flüssigkeiten eingedrungen sein. Ich plädiere für eine zeitnahe visuelle Inspektion am offenen Gerät.

  • Moin,


    entschuldigt bitte daß ich mich so lange nicht gemeldet habe, ich war am Gardasee im Urlaub.


    Ich habe das Pult heute mal aufgeschraubt und alle gesockelten ICs auf dem CPU-Board mal rausgenommen und gesichtet, ich konnte keine oxidierten Kontakte feststellen:


    sng33xvr.jpg


    hp6x79j7.jpg


    Habe alle wieder reingdrückt, das EPROM vorsichtshalber mal erneuert - aber das Fehlverhalten ist noch immer vorhanden.

    Der Scanco boote nach längerer Standzeit ganz normal, dann beginnt die Zeit & Datumsanzeige auf "66:66:66" zu wechseln:


    ee85tbfy.jpg


    geht dann ab und zu wieder zurück auf die korrekte, batteriegestützte Anzeige, und dann kommt Pixelmüll:


    w69a9t78.jpg


    Ich versuche nochmal an ein weiteres Gerät zu kommen um den Fehler einzugrenzen, ob es das CPU-Board oder das Tastenboard ist. Was ist ein Watchdog? Ich habe die Spannungen am Ausgang des Netzteils mal gemessen (+4,9V, +13,9V - 13,9V).


    Marcoboy: Deinen Hinweis mit den oxidierten Leiterbahnen habe ich wohl verinnerlicht, aber irgendwie vermute ich das Problem eher auf dem CPU-Board. Habe noch dies hier im Internet gefunden, dort reparierte jemand einen ähnlichen Defekt:


    http://www.guillaumegalenkamp.nl/scancommander.html


    skippa

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  • Unter den Sockeln wird es manchmal interessant...


    https://de.wikipedia.org/wiki/Watchdog


    Wird vom Programm immer wieder getriggert, wenn nicht mach dieser einen Hardreset. Wenn durch einen Fehler ? Falsche Adresse/Daten/Timeout etc. dieser Teil nicht mehr abgearbeitet wird kommt der Hardreset. Womit die CPU wieder in einen definierten Zustand kommt.


    Ich weiß nicht genau aber das Datum/Zeit wurde vom RTC gelesen, dafür hatte man früher keine Timer verschwendet. Das deutet schon mal darauf hin das auf dem Datenbus Käse ankommt....

  • Moin,


    also von einem definierten Zustand der CPU kann derzeit keine Rede sein, es flackert der Displayinhalt, es flackert mitunter das CCFL-Backlight, fällt auch mal aus. Sehr mysteriös. Ich werden Michaels Rat mit dem Kältespray mal in Angriff nehmen.


    skippa

  • Naja ist ja auch der richtige Weg.... Erstmal Finger Test, welche Stelle wird überhaupt warm ? Dann mal leicht drücken, reproduzierbar ?


    Es reicht wenn ein Adressdecoder falsch arbeitet... Erst die Uhrzeit dann wird Müll ins Display geschrieben, bis der Watchdog den Hardreset auslöst. Da bleibt das Ding vermutlich auch, da beim Hoch laufen das Problem weiter vorhanden ist.


    Ozzi oder logik analyser bringen Klarheit... Die Verbindung zum Display geprüft ? Beobachte mal ob andere LEDs auf dem Board ausgehen, bzw. ob sich das gerät im dem Zustand noch bedienen lässt.

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  • Moin,


    nach langer Zeit habe ich mal wieder den Scancommander in Angriff genommen.

    Da ich noch Zugriff auf ein zweites gerät habe hab ich mal die 3 Hauptkomponenten untereinander getausch:


    - Das Netzteil

    - Das CPU-Board

    - Das "Faderboard"


    Ergebnis: der Defekt liegt auf dem CPU-Board. Vorsichtiger Einsatz von Kältespray hat keine Ergebnisse gebracht, aber ein genauer Blick auf den Bereich um die Stützbatterie herum offenbart folgendes:


    elcohngk.jpg


    Da muss ich mal ran, den Watchdog auslöten und alles saubermachen/herrichten. Zudem meinte ein Bekannter von mir der analoge Synthesizer restauriert daß nach 25 Jahren auf jeden Fall auch Elkos auf der Platine erneuert werden sollten - habe nur 2 gefunden.


    Ich halte euch auf dem laufenden.


    Für die Interessierten hier ein Bilde des kompletten Mainboards - erinnert mich ein bisschen an einen Amiga 1200 Computer aus den 90ern....mit der 020er CPU und der Fließkommaeinheit:


    scancommander_motherboard.jpg


    skippa

  • Hm, sieht nicht gut aus. Habe jetzt schon zwei Pulte wegen ausgelaufener Akkus Recht aufwendig herrichten müssen. Bei ausgetretener Lauge erstmal gründlich mit destilliertem Wasser säubern, dann mit verdünnter Essigessenz ablöschen und wieder säubern. Ich gehe dann nochmal mit ISO drüber, damit kein Wasser drauf bleibt. Man kommt leider auch nicht umhin die zerfressenen Teile abzuräumen und neu zu bestücken.

    Dabei findet sich dann oft auch die ein oder andere unterbrochene Leiterbahn.

    Ich beneide Dich nicht, die CPU Platine scheint Recht komplex zu sein.

    Im Bild mein letzter Patient während der OP.

    Wünsche viel Erfolg!


    P.S. den Akku habe ich gleich ausgelagert. Bild 2

  • Haha -> siehe oben.... sagt das ich recht hatte frech*..

    Naja. Es kann auch Oxidation durch Alterung sein und muss nicht zwangsläufig auf der ausgelaufene Batterie beruhen. Scancos sind einfach mittlerweile Elektroniksenioren, die das Ende ihrer durchschnittlichen Lebensdauer überschritten haben.

    Was nicht heißt, dass du nicht vielleicht doch recht hattest. 🤷‍♀️

  • Nö die Stelle es dafür bekannt. Problem ist der Lötlack, einige Fertiger haben da offenbar Probleme mit. Der Lack bricht auf und unter diesem oxidierten die Bahnen. Begünstigt durch Feuchtigkeit und Staub. Der Lack sollte die PCB eigentlich davor bewahren.


    Die Kunst ist solche Stellen frühzeitig zu erkennen, sie von der Oxidschicht zu befreien und mit Lack zu versiegeln.

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