Empfehlungen für Hersteller von XLR Kabel?

  • Ich hoffe ich versuche mit dem Thread keine religiös geglaubten Meinungen zu erschüttern, trotzdem möchte ich mal wissen ob es eine Art Ranking für die Wahl der qualitativ guten bis hervorragenden XLR Kabel gibt. (Einsatzgebiet Bühne, Mikrofonkabel)

    Angefangen habe ich mit Kabel von 3Star, welche wie der Name es vermuten lässt sehr günstig sind. Die Ausfallqute (Defekte) pro Jahr betrugen etwa 5%, in schlechten Jahren sogar 10%.

    Nun überlege ich die defekten Kabel ausschließlich im Laufe der Zeit durch höherwertige Produkte auszutauschen.

    Dabei kommt ihr nun ins Spiel:
    Jeder der großen Hersteller (im Kopf habe ich da Cordial, Sommercable, Klotz) bietet verschiedene budgetorientierte Sortimentklassen an.
    Kann man dabei sagen das sich die Produkte der Hersteller weniger bis überhaupt nicht Unterscheiden oder gibt es Punkte auf die man vor dem Kauf achten sollte?

  • Es kommt ja auch auf die Anwendung an. Prinzipiell macht man mit den genannten Herstellern nichts falsch. Diese haben aber auch verschiedene Kabel je nach Einsatzgebiet in Angebot.

    Ich nutze z.B. Das Stage 22 high flex von Sommer. Es hat ein gutes Preis Leistungs Verhältnis, ist sehr flexibel, liegt gut und ist mit robust genug. Außerdem hat es einen definierten Wellenwiderstand von 100 Ohm. Damit taugt es auch für DMX oder auf kurzen Strecken als AES/EBU. Allerdings wickelt es sich beim Abbau gerne um Podestbeine well es so flexibel ist.

    Stecker natürlich die XX Serie Neutrik. Wobei die von Amphenol auch ihren Reiz haben.

  • Also bei den Steckern würde ich mich auf Neutrik festlegen. Seit Jahren im Einsatz und keine Probleme. Bei den Kabeln an sich bin ich, nach dem die Fehlerhäufigkeit angestiegen ist, von A&H, Dreitec und No Name konsequent auf Cordial und Sommer, beides mal der 'Standard in 0.22' umgestiegen und seither ohne Probleme. 'Mein' Gospelchor hilft immer beim Kabelwickeln (Grusel), daher machen die Kabel schon einiges mit .. :-)

    SIM II Operator and Dante Level I-II-III
    Jugendschwimmabzeichen
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Zwischenfrage:

    Gehen die Kabel mittendrin kaputt oder an den Steckverbindern?

    Die Fehlerrate kommt mir recht hoch vor.


    Es sind eigentlich immer die Steckverbinder, welche bei mäßig bis starken Zug entlang der Isolierung heraus gezogen werden und anschließend die freiliegenden Litzen einen Kurschluss verursachen.
    Ich habe mir gestern Abend noch ein paar wenige Kabel von Cordial aus der "Essentials" Produktlinie gekauft und entsprechend angeschaut. Die schauen an der Verbindung vom Stecker zum Kabel ein gutes Stück robuster aus! Da können die 3Star XLR Kabel nicht mithalten.

  • Cordial aus der "Essentials"

    Sind das die mit den Rean-Steckern mit angespritzter Tülle?

    Die sind zwar ganz OK für Verkabelung im Studio oder am Pult. Ich hab davon z.B. die Adapterkabel auf Mini-Klinke oder Cinch.

    Auf der Bühne würde ich aber etwas mit gescheiten Steckern nehmen. Dann kann man auch bei einem Aderbruch den Stecker wieder verwenden.


    Was spricht gegen selber löten?

  • Was mir bei den konfektionierten Cordial-Kabel nicht gefällt, ist dass die zwar Neutrik-Stecker verwenden, die aber wohl verkleben. Da kann man dann nicht mal einen alternativen Farb-Kodierring anbringen. Das ist bei den fertigen Sommer-Kabeln anders gelöst. Aber selber löten ist jetzt auch nicht Neurochirurgie. Und es spart ein paar Euro. Ich habe übrigens hauptsächlich Sommer oder Klotz Kabel mit den Neutrik XX Steckern im Einsatz.

    BTW: meine ältesten Klotz-Kabel sind aus den Achzigern. Die gehen zwar noch immer im Proberaum, aber Live muss das nicht mehr sein;-)

  • Selber gelötet klingt besser ;)

    Ganz klarer Vorteil! :D


    Ich nehme Mittelklassemeterware eines der üblichen Verdächtigen (Klotz, Sommer, Cordial ...),

    Neutrikstecker die eigene Werkbank und ne Weller Lötstation.

    Ausfälle auf der Steckerseite der Zugentlastung in den letzten 40 Jahren: NULL

    Ausfälle auf der Kabelseite der Zugentlastung:

    Selten nach Einwirkung nachvollziehbarer grober Gewalt.

  • Ich bin sehr darüber überrascht wieviele hier die Kabel selbst löten! Das habe ich so nie in Betracht gezogen, es ist schließlich auch recht ordentlich viel Arbeit :)


    Da kommt mir noch eine Frage auf: Markiert Ihr eure Kabel auf eine bestimmte Art und Weise?
    Nutzt Ihr Aufkleber, bedruckte Schrumpfschläuche, etc.?

  • Selber löten bringt auch 'mal 'n 11,5m oder 2,8m laqnges Kabel - kann man sehr gut gebrauchen in den ein oder anderen Anwendungsfällen, wo ein Kabel recht genau eine Länge haben sollte, so daß kein weiterer Kabelsalat rumliegt.


    Meine Kabellängen sehe ich anhand der Wickelungen in aufgewickeltem Zustand - ein 5m Kabel hat 7 Wickelungen, ein 10m Kabel 11 und ist im Durchmesser etwas größer, ein 20m Kabel ist im Durchmesser ebenfalls größer und hat 19 Wickelungen, ein 1m Kabel sollte man erkennen, das 3m Kabel hat einen Durchmesser von etwas unter 20cm und hat 5 Wickelungen... usw... usw...

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ..ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

  • Da kommt mir noch eine Frage auf: Markiert Ihr eure Kabel auf eine bestimmte Art und Weise?

    Nutzt Ihr Aufkleber, bedruckte Schrumpfschläuche, etc.?

    Ich benutze normale Etikettendrucker in verschiedenen Farben. Beschriftet mit "R x.n". Wobei R für meinen Namen steht, x für die Kabellänge, n eine fortlaufende Nummer. Somit ist jedes Kabel eindeutig identifizierbar.

    Die Farbkodierung habe ich von Wora abgeschaut:

    grün kurz

    gelb mittel

    rot lang

  • Neutrik Stecker und Kabel von Leoni und jemanden die Dinger bauen lassen, der weiss was er tut.


    Auch wenn der Name des Herstellers leicht mit dem billigen Sprudelwasser von Trinkgut (Leonie) verwechselt werden kann, die Kabel dort sind mega.


    Fertige Kabel von den Chinesen sind zwar billig, aber meistens so weit abisoliert, dass sich irgendwann die Schirmung um die Pole wickelt... Oder die Stecker gehen kaputt. Ist alle Müll und wenn es ob im Rigg hängt macht das mehr Ärger als direkt ein vernünftiges Kabel zu nehmen...

  • Auf großen Produktionen -vor allem Acker- mit vielen Gewerken ist XLR-Kabel "Verbrauchsware" und deshalb bringen teure Strippen nix.

    Hauptsache es funktioniert zu Beginn, dann tuts auch das ganze WE. Netzwerkkram ist da wesentlich anfälliger.


    Es ist nunmal das Dünnste und Empfindllichste.

    Bei Abbau wirds von den Hands "irgendwie" gewickelt, wo reingestopft und im Schließprofil gequetscht.

    Es wird solange gezogen, bis es frei ist. Mit oder ohne Stecker. Oder irgendwo in der Mitte gedehnt bis Seele Ab.

    Freigelegt; fahren sogleich Radlader und Steiger drüber.

    Oder es hat sich was von den Lichtlern, Feuerwerkern (...) um ein CEE, CaCom oder Schlauch gelegt. Kurz am Dicken gerissen, schon ists DMX zweiteilig.

    Oder in ganzer Länge über Metallkanten vom Layer, zwischen Caserollen, Trussstäben, Podestbeinen durch. Desto weicher das Kabel, desto schlimmer.

    Oder es wird von einem anderem durchgerieben.

    Es gehört einem halt nicht und SCHNELL steht über Allem..


    "Privat" habe ich nurnoch Sommer Highflex 100 Ohm, alles selber gelötet.

    In der Richtung hab ich schon alles erlebt an mechanischen und elektrischen "Fehlern".

    Vor allem die Verbindung zur Steckermasse.

    Auch bei teuren Kabeln habe ich schlimmes Löthandwerk gesehen.


    Problem bei hochwertigen Kabeln ist, das Diese sich oft mühselig abisolieren lassen bzw. sich der (sehr dichte) Schirm sich schlecht aufdröseln läßt.


    Bei manchen Sachen, wie z.B. Stereoklinken, Winkelklinken, Winkel-XLR oder sehr kleinen Steckern vergieße ich am Schluß das Ganze mit der Heißklebepistole.

    Schon wegen der mini Kontaktabstände.

  • Moin zusammen,

    Wir nutzen als Strippe das Cordial CMK250, 2x 0,5mm², davon sind uns vor Jahren mal einige Rollen zugelaufen und

    davon zehren wir bis heute. Ist etwas teurer als das Standard .22mm² aber ähnlich flexibel und wir müssen häufiger weitere Strecken über den Acker legen.
    Da dran hängen schwarze Neutriks.
    Im Lager stehen mehrere Trommeln mit jeweils 30x 5m und eine Trommel mit 20x 10m und

    eine Eurobox voll mit 25m-Leitungen, entsprechend codiert.
    Ausfälle: 0 in 10 Jahren.

    Die alten Kabel aus der Zeit davor wohnen auch in einer Eurobox, einzeln geklettet, verschiedene Längen und teils gruselige Stecker und fahren auf Kleinstgigs immer noch mit. Da ist mir ne Trommel zu klobig.
    Hier stirbt im Jahr vielleicht mal ein Kabel an Altersschwäche.


    Netter Nebeneffekt der Trommeln:

    Seitdem wir die Kabel trommeln haben wir auch keine Verluste mehr durch Mitnahmegeschäfte.

    Eine 24kanal-Bühne ist superschnell kabelfrei. Einmal jährlich trommeln wir die beim Prüfen um, dass die untersten Kabel auch mal benutzt werden.


    Ja, das Löten lohnt sich sehr, auch wenn es kontemplative Fleißarbeit ist.

    Wir haben mal einige von diesen 15m Th.....nn Subcores gekauft, das gab sehr böse Überraschungen mit Phantompower. Daraufhin haben wir alle Buchsen und Stecker an diesen Subcores durch Neutriks ersetzt.
    Eine Sch...ßarbeit und im Nachgang auch teuer, dafür hält das jetzt ewig.
    Die nächsten Cores mach ich wieder komplett selber.

    Die Krise ist ein ungemein produktiver Prozess, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen...