Redundanz bei Netzwerkswitchen

  • Moin zusammen,


    es geht um das Thema Redundanz bei Switchen!
    Vorab muss ich leider zugeben, dass ich beim Thema Netzwerktechnik noch relativ unbewandert bin...


    Zum "Problem":
    Ich würde gerne eine Anzahl N an Switches, welche alle baugleich als auch gleich konfiguriert sind, blind mit auf einen Job nehmen und ohne weiteres Setup nutzen können. Es haben also bspw. alle 6 fest definierte V-Lans.
    Soweit so einfach, nur möchte ich die Verbindungen zwischen des Switches redundant ausführen.

    Was wäre nun die beste Lösung dafür?

    LAG: Das funktioniert soweit ich das verstehe bei 2 Switchen problemlos - aber auch noch bei mehreren wenn ich quasi einen Ring daraus lege?
    RSTP: Da müsste ich ja immer einen Port blocken, korrekt? Würde dann aber auch nur funktionieren wenn ich immer die gleichen Switche mitnehme...


    Wer hat einen kleinen oder auch großen Denkanstoß für mich? scham*


    Switche sind übrigens Cisco SG350X 24MP, wir nutzen die Cat-Uplinks als auch Glas.

    Vielen Dank!!

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  • RSTP: Da müsste ich ja immer einen Port blocken, korrekt? Würde dann aber auch nur funktionieren wenn ich immer die gleichen Switche mitnehme...

    RSTP müsste eigentlich auch mit anderen switchen funktionieren, die man entsprechend managen kann. aber dazu habe ich keine erfahrungswerte, ich nehme auch immer die switche von einem hersteller.

    und ja, für diese funktion müssen natürlich ports geblockt werden. wie soll man sonst eine redundanz erwirken, wenn nicht mit zwei kabeln an zwei ports?


    ich hoffe aber, dass hier noch ein paar wirkliche netzwerkspezialisten antworten! dieses thema wurde beim netzwerkseminar von Bodo Felusch schon sehr umfangreich behandelt, aber das ist bei mir nun auch schon wieder fast zwei jahre her ;-)

  • RSTP müsste eigentlich auch mit anderen switchen funktionieren

    Missverständnis:
    Wir haben alles die gleichen Switche!
    Ich meinte eher, dass ich nicht jedes Mal die Switche neu konfigurieren möchte, da ich ja nicht immer den einen Switch mitnehme, wo der passende Port geblockt ist...

  • Spanning Tree handelt den Baum dynamisch aus, du musst keine Ports manuell blocken.


    So ganz ist mir dein Setup noch nicht klar, wie soll dein Netzwerk aussehen? Also wie viele Switches gleichzeitig im Einsatz, und wie viel Redundanz soll es sein und wie willst du das erreichen?

  • So ganz ist mir dein Setup noch nicht klar, wie soll dein Netzwerk aussehen? Also wie viele Switches gleichzeitig im Einsatz, und wie viel Redundanz soll es sein und wie willst du das erreichen?

    Ich habe 2-6 Switche gleichzeitig im Einsatz.
    Redundant hätte ich gerne die Trunkports zwischen des Switches. Wie ich das erreichen möchte ist eben die große Frage ;) Nur möchte ich nicht jedes Mal auf dem Job irgendwas konfigurieren müssen.

  • Die Ciscos sollten in den Werkseinstellungen RSTP aktiviert haben, da kannst du einfach einen Ring bauen wenn du magst.

    Ob das was hilft muss man selber entscheiden, wenn ein Teil des Ringes ausfällt bekommst du davon erstmal nichts mit, daher ist das auch nur eine Scheinsicherheit wenn du es nicht aktiviert monitorst.


    Ich würde Redundanz eher über getrennte Switche für Primary und Secondary bauen wenn es um Dante geht.

  • Ich würde Redundanz eher über getrennte Switche für Primary und Secondary bauen wenn es um Dante geht.

    Würde ich erst einmal so unterschreiben, allerdings soll da beispielsweise auch ArtNet mit drüber laufen. Das bekomme ich ja dann gar nicht mehr redundant hin.

    Der Gedanke dahinter war halt, dass ein Switch wesentlich seltener ausfällt als eine Kabelverbindung.
    Und eine 100% Redundanz brauchen wir bei unseren Veranstaltungen ohnehin nicht.

  • Wenn es nur darum geht die Verbindungen zu doppeln ist der erwähnte Ring mit Spanning Tree hilfreich, kann von den Bandbreiten aber knapp werden je nach Verwendung, logisch hängen die Switches dann alle hintereinander und Pakete müssen im schlimmsten Fall durch alle Switches.


    Wenn es sternförmig werden soll mit einem Coreswitch und zwei Links zu jedem Accessswitch würde ich keiner Automatik vertrauen - alternativ am Coreswitch jedes Portpaar fest für einen Accessswitch konfigurieren und da auch wirklich nur den jeweiligen Switch anstecken. Weniger Switches mitnehmen geht dann auch, die entsprechenden Ports blieben dann frei.

  • Wenn es nur darum geht die Verbindungen zu doppeln ist der erwähnte Ring mit Spanning Tree hilfreich, kann von den Bandbreiten aber knapp werden je nach Verwendung, logisch hängen die Switches dann alle hintereinander und Pakete müssen im schlimmsten Fall durch alle Switches.

    Die verwendeten Geräte haben ja 10G Uplinks, das sollte ja für das meiste ausreichen.

    Aber dann mache ich mich mal weiter schlau was das Thema Spanning Tree angeht, das scheint ja der richtige Ansatz zu sein.

    Vielen Dank!

    • Hilfreichste Antwort

    Bodo ist für deine fragen jedenfalls der richtige ansprechpartner.


    das monitoren von redundanten verbindungen ist schon wichtig, sonst bekommt man ja gar nicht mit, dass man evtl. ein problem hat! ich monitore mein system (obwohl es mit 3-5 Switchen recht klein ist) mit Paessler PRTG. das ist auch ein tipp von ihm. wenn du damit unter 100 sensoren bleibst, ist es sogar kostenfrei. ist ein bisschen arbeit das einzurichten, aber es funktioniert super!

  • bei all den Spielereien aber dann nicht vergessen, die Kabelstrecken auch wirklich räumlich getrennt von einander zu verlegen - Redundante Verbindungen bringen nicht viel, wenn dann gleich beide Stränge durch die zufallende Tür, den Stapler oder Hubwagen, den Erdspieß, Podestbein oder sonst was zeitgleich gehimmelt werden, nur weil sie dummerweise parallel mit 1cm Abstand verlegt wurden...

  • Unabhängig von der gewählten Konfiguration wäre es für mich eine Abwägung zwischen mehr Sicherheit und zusätzlichen Fehlermöglichkeiten. Nach meiner Erfahrung fällt eher ein Switch aus (muss ja nicht defekt sein, reicht ja ein Ausfall der Stromversorgung aus irgendeinem Grund) als dass ein ordentlich verlegtes Kabel Probleme macht.
    Wenn ich wirklich Redundanz brauche, dann würde ich für Dante zwei Netze bauen, und den Rest extra laufen lassen. Dazu die Konfiguration so, dass ich ArtNet im Falle eines (Aus-)Falles einfach mit auf Dante stecken könnte.

  • Nach meiner Erfahrung fällt eher ein Switch aus (muss ja nicht defekt sein, reicht ja ein Ausfall der Stromversorgung aus irgendeinem Grund) als dass ein ordentlich verlegtes Kabel Probleme macht.

    Ich verstehe natürlich prinzipiell was du meinst. Aber wenn wir ehrlich sind laufen ohnehin beide Schukos der Switche direkt hinterm Rack in einer Dreierdose zusammen.
    Und selbst wenn nicht, dann hängt ja irgendwo auch mein Dante-Device am Strom. Mir bringt es dann herzlich wenig wenn zwar mein Netzwerk noch da ist, aber das Pult keinen Strom mehr hat.

    Am Ende kann man das drehen und wenden wie man möchte, da gibt es glaube ich objektiv nicht die eine Musterlösung. Zumindest keine, die für ein Stadtfest praktikabel ist.

    Wir haben uns für die oben beschriebene Lösung entschieden - die müssen wir jetzt nur noch Praxistauglich umsetzen.

  • Ich verstehe natürlich prinzipiell was du meinst. Aber wenn wir ehrlich sind laufen ohnehin beide Schukos der Switche direkt hinterm Rack in einer Dreierdose zusammen.
    Und selbst wenn nicht, dann hängt ja irgendwo auch mein Dante-Device am Strom. Mir bringt es dann herzlich wenig wenn zwar mein Netzwerk noch da ist, aber das Pult keinen Strom mehr hat.

    Eher geht einer in die USV, der andere hängt am Netz. Oder wenigstens getrennte Sicherungen/FIs.

    Viele Geräte haben ja auch Dual Netzteile, da geht das dann genau so.


    Aber klar, beim Stadtfest bezahlt das eh keiner.

  • bei all den Spielereien aber dann nicht vergessen, die Kabelstrecken auch wirklich räumlich getrennt von einander zu verlegen - Redundante Verbindungen bringen nicht viel, wenn dann gleich beide Stränge durch die zufallende Tür, den Stapler oder Hubwagen, den Erdspieß, Podestbein oder sonst was zeitgleich gehimmelt werden, nur weil sie dummerweise parallel mit 1cm Abstand verlegt wurden...

    natürlich wäre das konsequent, doch getrennte kabelwege gehen halt auch nicht immer und überall.


    ich denke was er sucht ist ein mittelweg, also ein bisschen redundanz, dort wo es sich auch noch kostengünstig umsetzen lässt. der ansatz ist ja auch nicht ganz falsch. lieber ein bisschen als gar nix.