Ungeschriebene Gesetze in der Veranstaltungstechnik

  • Es gibt nur zwei Arten von Menschen: diejenigen, die schon mal einen Truck auf der Suche nach einem Schlüssel wieder ausgeladen haben, und Lügner. :D

    Beide wissen aber spätestens nach der ersten erfolglosen Aktion dieser Art dass in *jedes* eigene Transportfahrzeug eines VT-Betriebs das sich regelmässig weiter als eine Fahrstunde vom heimischen Lager entfernt an versteckter Stelle im Innenraum ein Reserveschlüssel gehört. Die Tür zum Fahrerhaus macht einem notfalls der Pannendienst auf, das Vorhängeschloss am Ladetor des Aufliegers die Flex... aber gegen die Wegfahrsperre ist auf die Schnelle legal und ohne gröbere Schäden am Fahrzeug kein Kraut gewachsen.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Und für ein Leihfahrzeug gibt's meist nur einen Schlüssel.

    Mit einem 08/15-Sprinter von Sixt, Hertz & Co auf Tour zu gehen ist auch eine ganz besch...e Idee. Das geht beim Heckmeck wegen Beschädigungen im Laderaum los, setzt sich fort mit besagtem Schlüsselproblem und nervt komplett wenn dann doch mal einer die fast unvermeidbaren Hecktürfenster einschlägt und die Karre ausräumt. Das zahlt keine Versicherung...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • oh ja, da kann ich mich an eine sache erinnern... irgendwann in den 90ern.

    einer dieser marathongigs: samstag morgens um 10:00 LKW laden, 100km zur VA halle fahren, aufbauen, soundcheck, essen gehen, gig geht bis um 2:00 nachts. dann abbauen, ton und licht passen gerade so in den 814er, wir sind eigentlich nur zu zwei beim abbau, weil der chef immer irgendwo noch quasseln muss und die abrechnung machen...

    das letzte case war das multicore-case, ne richtige 70m 48er analogschnur auf großer trommel im case. also nicht gerade so spielzeug wie heute.

    das musste ganz zum schluss noch oben auf die dollys gewuchtet werden. aber irgendwie hat es geklemmt... so hab ich mich, gegen halb vier morgens, müde auf der laderampe stehend, kräftig mit der letzten kraft gegen das case gestemmt ... und hab mir mit aller gewalt die rampe unter den füssen weggedrückt... plötzlich war der boden weg!

    das ergebnis: ich fiel mitsamt der rampe vom LKW - und das muco-case mir hinterher!

    irgendwie hab ich es dann noch geschafft, das case so abzulenken, dass es mich nicht verletzt hat.

    wie ich das geschafft habe, ist mir heute noch ein rätsel.

  • Diese Geschichten aus der schlimmen Zeit… ich bin nur mal auf der Truckrampe mit einem Dreier-Rack QSC EX-Amps links abgebogen. Gottseidank ist den teueren Endstufen nichts passiert, weil sie weich - nämlich auf mich - gefallen sind.

    Diese Marathongigs, bei denen man mangels Schlaf spätestens ab Abbaubeginn eigen- und fremdgefährdend war: in der Galeria der Messe Frankfurt sagte der Rigger noch zu mir „Tobias, pass mal beim Runterfahren auf, dass die Motoren alle gleichmäßig fahren,“ und ich sagte Ja und schlief auf einem Superscan-Case sitzend einfach ein.


    Ungeschriebenes Gesetz des Rock‘n‘Roll: Früher war alles schlechter, nur die Musik dazu war besser!


    Mit Altmännergrüßen Tobias Zw.