Warum der Band-Tontechniker sein eigenes Pult mitbringt

  • Das finde ich eine sehr geile Methode, die Band untrennbar ans Pult zu fesseln! ;) Da müssen wir noch mal genauer drüber sprechen.


    Noch besser ist, das die Band das Pult sogar gekauft und bezahlt hat :P .


    Es ist halt Bandeigentum und ich gehöre als Tonmensch quasi zur Band.

    Ist also nicht soo verwunderlich, es da so läuft, wie es läuft.

    Ist aber eine super Lösung - spart vieles an unnötigen Details ( keine DI Boxen, keine Tretminenfelder, keine Gitarren FX, keine Audiointerfaces (wir nutzen das vom Pult), alles in allem wesentlich weniger Fehlerquellen).

  • Noch besser ist, das die Band das Pult sogar gekauft und bezahlt hat :P .

    Gut, "kaufen" impliziert ja auch irgendwie "bezahlen". Zumindest in meiner Welt.

    Auf jeden Fall ist das eine noch viel geilere Methode, eine Band noch untrennbarer an ein Pult zu fesseln. 😋

  • was auch ein grund für ein spezielles pult sein kann: wenn die musiker für ihr IEM an bedienpanels gewöhnt sind, die zu diesem pultsystem gehören - und es dafür vorprogrammierte prests gibt.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Noch besser ist, das die Band das Pult sogar gekauft und bezahlt hat :P .


    Es ist halt Bandeigentum und ich gehöre als Tonmensch quasi zur Band.

    Ist also nicht soo verwunderlich, es da so läuft, wie es läuft.

    Ist aber eine super Lösung - spart vieles an unnötigen Details ( keine DI Boxen, keine Tretminenfelder, keine Gitarren FX, keine Audiointerfaces (wir nutzen das vom Pult), alles in allem wesentlich weniger Fehlerquellen).

    Bis das Pult mal am Showtag abraucht, am besten noch auf einem Linecheck-Festival mitten in der Pampa. Was ist euer Backup für diesen Fall?

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Was ist euer Backup für diesen Fall?

    Das ist wohl eher noch zu handeln, als wenn man keine eigenes Pult mit nimmt und das Hauspult den Geist aufgibt. Denke ich zumindest.

    Ich habe es zumindest noch nicht erlebt dass beim

    Linecheck-Festival mitten in der Pampa.

    auch noch so mirnix dirnix ein identisches "Hauspult" parat steht, als Backup vom eingesetzten. Und wie kommen dann die aktuellen Settings vom Live-Pult aufs Backup-Pult? hmm.


    Was ist das also für ein Argument gegen das Bandpult?

  • Das ist wohl eher noch zu handeln, als wenn man keine eigenes Pult mit nimmt und das Hauspult den Geist aufgibt. Denke ich zumindest.

    Ich habe es zumindest noch nicht erlebt dass beim

    auch noch so mirnix dirnix ein identisches "Hauspult" parat steht, als Backup vom eingesetzten. Und wie kommen dann die aktuellen Settings vom Live-Pult aufs Backup-Pult? hmm.


    Was ist das also für ein Argument gegen das Bandpult?

    Gegen bandeigene Pulte hab ich nix, aber in einem Setup bei dem auch noch die Musikereffekte in das Pult integriert sind fällt halt die Show flach wenn es genau dieses Pult dann vor Ort zerlegt. Da spontan ein genau identisches Pult her zu bekommen (inkl. Firmwarestand), entsprechend zu konfigurieren und dann noch im Zeitplan zu bleiben ist je nach Location irgendwo zwischen "sportlich" und schlicht nicht machbar. So abwegig ist dieser Fall auch nicht, es gibt auch 2022 noch fragwürdige Stromversorgungen, versteckte Mängel in den Pulten selbst, Getränkeduschen und undichte FoH-Dächer...

    Da muss es dann einen Plan B geben der mit realistisch verfügbarer lokaler Hilfe umsetzbar ist. Oder stumpf ein identisches Spare-Pult im Transporter.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • aber in einem Setup bei dem auch noch die Musikereffekte in das Pult integriert sind fällt halt die Show flach

    Nun ja, gilt das dann nicht auch für die ganzen Kemper, Line6, Axe-FX usw. ? welcher Gitarrist hat einen Spare-Kemper im Auto? Oder was wenn die Keyboards streiken, oder das Lappi mit den coolen Sounds vom Keyboarder/Drummer abraucht?

    Aber du hast schon recht, wenn alles in genau einem System gebündelt wird, dann wird genau das System zum "Single Point of Totalkatastrophe". Allerdings brauchts dann eben nur genau ein Spare-Geräte und nicht viele. So kann man es auch sehen, denke ich.

  • Wenn der Kemper streikt, kann man ja noch zur Not mit den Pulteffekten tricksen. Und der zweite Gitarrist ist ja auch noch da. Keyboarder haben auch gerne mal zwei Keyboards dabei. Ist dann halt nicht ganz optimal, aber machbar. Wenn alles im Pult ist, ist das halt der ultimative Single-Point-of-Failure.

    Wo wir gerade beim Backup sind: Ich hab noch ein X32-Core im Stage-Rack. Könnte also zur Not mit dem Tablet mischen. Eine aktuelle Datensicherung sollte so oder so auf einem USB-Stick vorhanden sein.

  • ... und und in dem Fall fällt vermutlich nicht die Show komplett aus sondern wird halt ein wenig reduzierter gefahren - und vermutlich wird kein Besucher einen relevanten Unterschied merken.


    Ist mir vor Jahren mal untergekommen - Band kommt mit eigenem Digi-Pult an, alles an Effekten und sonstigem Kruscht darüber erledigt. eigene Infrastruktur (MuCo, Funken, Mics, Stage-Verkabelung, ...) - und beim ersten Einschalten nach dem Aufbau verflüchtigt sich der funktionsrelevante MagicSmoke aus dem Ding.


    ... hat man halt ein paar XLR umgesteckt und die Show von 0 an über's "alte" anloge Festivalpult gefahren - Soundcheck dauerte halt dann 15m länger und ob der Hall nun exakt Szenen-getriggert sich geändert hatte (und die FX-Settings 100% gepasst haben) und das Delay passend dazu gekommen ist - von den ~2k Leuten vor Ort hätte sich mWn. keiner beschwert...

  • Eine aktuelle Datensicherung sollte so oder so auf einem USB-Stick vorhanden sein.

    Eine von vor dem Auspacken des Pultes (sprich vor dem Einpacken am vorherigen Nutzungstag), und eine nach dem Soundcheck. :)

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, " Jungfrau von Orleans")

  • Bis das Pult mal am Showtag abraucht, am besten noch auf einem Linecheck-Festival mitten in der Pampa. Was ist euer Backup für diesen Fall?


    Ich sehe die Sache mit Backup / Redundanz immer so, das es vor Ort genug Möglichkeiten geben muss, um die Show bei einem unerwarteten (!) Defekt nach einer kurzen Umbaupause in ausreichend guter Qualität zu beenden.


    Im Fall der Band sieht das so aus:

    - gibt es ein Hauspult, dann ist das das Backup und es geht mit diesen Mitteln weiter - manche Lieder müssen dann halt getauscht werden

    - gibt es kein Hauspult und die VA ist hinreichend groß, dann hab ich einen Ersatz aus meinem Bestand im Kofferraum, der ist in der Mischkalkulation irgendwo mit drin

    - ist die VA klein, dann geht es notfalls ganz unplugged oder mit Gesangsmikro und Gitarre an der Aktivbox weiter


    Bei anderen Veranstaltungen (nicht mit besagter Band) habe ich auch immer einen Plan B für diese Single Point of fatalness.


    Meist reicht bei meiner VA Größe z.B. ein simples XR18 und ein 2. Netzwerkkabel, um genug Möglichkeiten zu schaffen, um bei Pultausfall, defekter Netzwerkleitung, Wasser in der Stagebox, oder auch bei defektem Controller oder Matrix alles noch ohne Totalausfall über die Bühne zu bekommen. Dann gibt es halt an den Drums nur 3 Mikros, das Keyboard Mono und "nur" 6 Mono Monitorwege - was soll's, nächstes Mal wird's wieder besser.


    Alles weitere (Mikros, Boxen, Verstärker, Kabel, ...) ist ja eh immer mehrfach vorhanden und wird nicht zum Showstopper werden.

  • Wo wir gerade beim Backup sind: Ich hab noch ein X32-Core im Stage-Rack. Könnte also zur Not mit dem Tablet mischen.

    Jupp, mache ich bei x/m32Jobs genau so. Sollte mein Core je das Zeitliche segnen, werde ich (wenn dann x/m32 überhaupt noch angesagt ist) aus dem Grund ein m32core erwerben. Macht ein x/m32 Zicken, stecke ich nicht mal ein Netzwerkkabel um sondern ändere nur in Editorrechner und mixingstation die Pultadresse und stecke die AES50 Strippe um.

    Eine aktuelle Datensicherung sollte so oder so auf einem USB-Stick vorhanden sein.

    Jau, deshalb gibt‘s bei mir immer eine Sicherung vor Soundcheck aber schon mit dem ‚vor Ort EQ/Delay Setting, eine Sicherung nach Soundcheck und eine nach den ersten 3-4 Titeln der Show.

  • Wenn mir mein Bandpult abraucht bin ich in der Lage den Sound innerhalb kürzerer Zeit auch auf einem anderen Pult zu schrauben. Klar, wird nicht so fett, aber genug.


    Nur weil ich ein monatelang erstelltes und perfektioniertes File habe heisst das nicht das ich ohne das aufgeschmissen bin.

    Bei meinen Hauptkunden weiss ich fast alles auswendig (Songs wie auch "Mixbesonderheiten").


    Noch vergessen: ich hab alle Werte meiner Shows in den Editoren für 3 andere Pulthersteller nachgebaut. Die Versionen sind evtl etwas veraltet, geben aber einen guten Start. Klar ist der eine EQ etwas anders als der andere und ich hab nur plump Werte kopiert, aber was solls.


    Das sind aber alles Shows mit IEM, würde das ganze Rack abfackeln dauert es sicher länger..... Monitormixe kopieren kannst halt vergessen.

  • Nur weil ich ein monatelang erstelltes und perfektioniertes File habe heisst das nicht das ich ohne das aufgeschmissen bin.

    Bei meinen Hauptkunden weiss ich fast alles auswendig (Songs wie auch "Mixbesonderheiten").

    Jou näch, die älteren von uns haben lange genug an Analogpulten geschraubt, um sich zu helfen zu wissen... das mit dem Speichern find' ich aber definitiv schicker!

    ... und mit dem Gedächtnis ist das so eine Sache: Gains, Fader und Mutes können zwar bedingt eine Geschichte erzählen, die man sich merken kann, bei EQs finde ich auch mindestens bis zu meinem Default zurück, bei Dymanics wird's dann schon schwieriger... näh, brauche ich nicht :huh: dann lieber Store, gerne auch auf zwei USBs.

  • das schreibt alles :)

    ... und sind wir doch mal alle ehrlich: die erste frage, wenn was ausfällt ist im hinterkopf immer: ist es was von mir?

    das schreibt ja auch schon alles ;)


    ich mahce jetzt am we ne band, die bringen pulte und alles auf der bühne mit. ich stelle in deren signalkette nur die pa und das lan kabel vom foh zur bühne