STI-Wert in der Praxis

  • ich will mal ein beispiel bringen:

    früher hatte ich meinen locut für gesangsmikros standardmässig immer bei 80Hz. das hatte lange zeit (meistens) gut funktioniert - auch für sänger, die keine deutlichen bassanteile haben (für den stimmumfang von sängerinnen spielt dieses thema hier in aller regel keine rolle).

    davon bin ich stück für stück abgekommen, mittlerweile liegt mein startwert bei 120Hz. und das liegt auch daran, dass sich die klangcharakteristiken der PAs in den letzten geschätzen 25 jahren geändert haben. ich will es mal so sagen: früher war einfach das bassangebot nicht so überbordend wie heute. manchmal habe ich ja schon den eindruck, dass sich einige PA verleiher darüber definieren, wie viel bass ihre anlage kann. das geht manchmal so weit, dass die musikalische wiedergabe deutlich in mitleidenschaft gezogen wird. ich habe nicht nur einmal zu örtlichen beschallern gesagt: bitte nehmt die bässe 6dB zurück, für unsere musik ist das viel zu viel bass.

    wie gesagt, mittlerweile bin ich da bei 120Hz als startwert. damit habe ich nur in wenigen situationen probleme mit den subwoofern. dünn muss das dann aber nicht unbedingt klingen, dafür gibt es ja in den digitalpulten genügend möglichkeiten. ausserdem sind diese 120Hz nicht wirklich festgeschrieben: wenn ich mal einen sänger auf der bühne habe, der richtig bass in der stimme hat, kann man das heute ja ganz bequem mit einem griff an den entsprechenden encoder korrigieren, wenn es erforderlich sein sollte.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Geht mir wie Wolfgang. Ich setze den Lowcut auch relativ hoch und ziehe je nach PA/Mic/Stimme Situation auch noch mehr tieffrequente Anteile raus. In kritischen Situationen, wo es nur um reine Sprachverständlichkeit geht, auch bis zur Schmerzgrenze.


    Damit erziele ich sehr oft gute Ergebnisse.


    Ich bin gespannt, ob ich mit/ohne Sub wirklich Unterschiede hören werde.

    Der Ton macht die Musik.

  • Ich setze da auch eher auf einen guten STI-Wert, als auf mulmiges Drunterrum, von daher gehen meine Vokal-Mikros nie auf den Mixbus für den Subwoofer und haben auch zwischen 16 und 135Hz 'n LoCut drinne - zusätzlich öfters auch noch 'ne Absenkung bei (je nach Stimme) 140 bis 180 Hz.


    ...aber falls jemand 'n NTi XL2 zur Hand hat, kann er da gerne 'mal den STI anzeigen lassen, wenn Sprache im Sub mitläuft oder nicht :) - ich tendiere dazu, daß ab einem gewissen Schallpegel der STI in den Keller geht, wenn die Stimme im Sub ist, bzw. kein LoCut gesetzt ist ...

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, " Jungfrau von Orleans")

  • der STI wird bei tiefen frequenzen doch gar nicht ermittelt, denn dabei geht es ja nur um sprache. wo liegt denn die unterste frequenz, die beim STI gemessen wird? 125Hz?

    insofern ist es durchaus eine interessante frage, ob der STI dadurch beeinflusst würde...



    EDIT:

    meine vermutung bestätigt: STI wird bis 125Hz hinab gemessen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Die 80 Hz waren ja eigentlich ein Kompromiss.

    Ich setzte den Low-cut, seit ich die Möglichkeit habe, auch deutlich höher. Selbst bei tiefen Stimmen. Denn meist passiert weiter unten musikalisch schon genug. Da brauch ich nicht noch das gemulme von nem Sänger. Außer natürlich beim Bass einer Acapella Gruppe z.B.

    Wenn der gewünschte Low-cut bei der Übernahmefrequenz des Systems liegt, hat das Deaktivieren des Subs natürlich den Vorteil, dass es weniger Phasenschweinereien und Auslöschungen gibt. Bleibt die Frage ob dieser Vorteil die Risiken und die geringere Flexibilität rechtfertigt.

  • ... vielleicht könnte man die STI-Diskussion abtrennen, da diese ja nix mit der AUX-Ausspielung Sub zu tun hat, sondern sich zu einer (in meinem Verständnis) interessanten eigenständigen Diskussion entwickeln könnte


    Danke an die Moderatoren / Super-Moderatoren / Administratoren im Voraus :)

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, " Jungfrau von Orleans")

  • Beim Abtrennen der STI-Diskussion auf Bitte Secludeds hatte ich noch einen Spambeitrag im Zwischenspeicher der zu bearbeitenden Beiträge. ||

    Der verschwindet als Threadstarter, wenn ich die Funktion dafür in der aktuellen Version der Forumssoftware gefunden habe. Versprochen.


    Edit:

    Hat funktioniert.

    Hier befindet sich i.d.R. die Signatur

  • ...die STIPA wurde vor 2 Jahren angepasst - da wurde die Frequenz in der Edition 5 (aktuell) zwischen 125 und 250 Hz abgesenkt, was in der Edition 4 noch linear war...


    siehe News von NTi (März 2021)

    Wobei hier nur der Energiegehalt des Messsignals geändert wurde, bei der eigentlichen Auswertung bleibt die (ohnehin geringe) Bedeutung der Messwerte bei 125 / 250 Hz erhalten.

    SIM II Operator and Dante Level I-II-III
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • festzustellen bleibt aber, dass der STI im subwooferbereich eigentlich gar nicht gemessen wird, da er ja ein messwert für die sprachverständlichkeit ist.

    das beträfe dann sowieso nur relativ kleine beschallungsanlagen, bei denen der übergang zum sub recht hoch liegen muss (>ca.100Hz)

    insofern fand ich das abspalten in dieser diskussion nicht wirklich nötig. zum STi machen wir doch lieber ein eigenes thema auf, oder?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Re Lowcut bei Vocals: 100-160, je nach Stimme und Situation.

    Weiß nicht warum manche Digitalpulte da noch den analogen Kleinstpulten hinterherhängen und Lowcut bei 80 als Default haben.


    Re Sprachverständlichkeit: Key sind (für much) gut verständliche Konsonanten und Klarheit in den Vokalen (sprich kein Mulm). Da ist mir beim Umzug in ein englischsprachiges Land aufgefallen, dass „die Konsonanten“ hier ein gutes Stück tiefer im Frequenzspektrum liegen als im Deutschen.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen vielleicht auch mit anderen Sprachen erlebt?

  • Wenn es rein um Sprachverständlichkeit geht: 350-500Hz LoCut. Das ist natürlich nix für Gesang und auch nix für kunstvolles Vorlesen. Eher für Möglichst verständliche Durchsage.

    Beste Grüße aus dem Weserbergland,

    Stefan Waltemathe

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    "Hier geht nix mehr, ich muß weg..."