IEM Split bei dezentralen Stageboxen

  • Ich hätte mal eine Frage, wie ihr das handhabt, oder was es für sinnvolle Lösungen gibt.


    Bisher gilt ja immer die Emfehlung bei Bandeigenem IEM analog vor der digitalen Stagebox zu splitten.

    Nun sind ja Lösungen mit dezentralen Stageboxen sehr verlockend. Speziell mit der MIDAS-Lösung mit HUB4 und mehreren DL8 fällt auch der ganze Kabelverhau für die Stromversorgung und Serienschaltung weg. Statt analoger Subsnakes verteilt man einfach vier DL8 an strategischen Punkten.

    So, und jetzt kommt die Band mit ihrem XR18 oder X32Rack und will ihren eigenen IEM-Mix machen.

    Einfachste Lösung: Man stellt der Band ein DN4816-O und bindet sie über Stageconnect ein, oder gibt ihr gleich einen AES50 feed.

    Aber das ist dann halt nicht mehr unabhänig und fügt im Zwiefelsfall weitere Latenzen und AD/DA-Wandlungen hinzu.


    Wie macht man das am besten?

  • Gar nicht. Das macht nur Sinn, wenn man ein gesamtheitlich geplantes FoH/Monitor-Setup z.B. auf Tour hat. Alles andere wird schnell zu P.i.t.a.


    Digitalsplit allerorten wird vermutlich auch erst Thema, wenn stacked Wandler mit 32Bit Ausgabe ohne analogen Gain zum Standard werden. 10-15 Jahre denke ich mal bis das losgeht...

  • Bei mir ist es in 95% der Fälle so, dass ich an Ort und Stelle am Schlagzeug vor der Stagebox einen Splitter hinstelle und die Band sich dort 1:1 gesplittet die Schlagzeugsignale abgreifen kann. Ein XLR-Multicore für die Verbindung zum Inear-Rack lege ich dabei.


    Alle anderen Signale greife ich mir dann von deren Inear-Rack ab (die haben dort eigentlich immer selbst Splitter installiert), da die meisten Signale eh direkt darein gehen. Dann steht eine meiner dezentralen Stageboxen in der Nähe des Band-Racks.

  • Ich kenne 3 Varianten.


    1: Geschlossenes Universum = FOH + Monitorpult von uns. Digitalsplit über AES 50.

    Funtioniert Super. Die Mukker haben die Gains nie angefasst nach dem das 1xeingepegelt war

    Band 1 die ich betreue.


    2: In_ear Rack mit X32 Rack, In ear Strecken, 24 fach Splitter, 3 Meter xlr Peitschen mit Großer Beschriftung Kick, Snare, ect und keine Nummern. So kann der Kollege, oder ich das aufs FOH aufstecken wie er möchte ohne ständig auf ne Kanalliste zu glotzen.

    Band 2 die ich betreue.


    3: Wenn Band 1 mal ohne mich los muss und der Vor Ort zufällig ein M32/X32 da stehen hat,

    kam es schon vor das er sich einfach unser file geladen hat und die Cat Strippe bei uns aufgesteckt hat. Sparte das 2 te Pult aufzubauen und hat super geklappt.


    Ohne eigenes Frontpult ganz klar Variante 2.

    Über eigene Fehler zu lachen, kann das Leben verlängern. Über die Fehler anderer zu lachen, kann es verkürzen.

    Cullen Hightower

  • Wie macht man das am besten?

    ich bleibe bei unserer analogen lösung: im IEM-rack unserer band habe ich splitter eingebaut. dort kann der örtliche techniker die signale abgreifen.

    wir erzeugen alle unsere signale selbst. damit um das schlagzeug kein stativwald entsteht, nehmen wir unser drumset für das inear mit mit drei mikros ab. das ist meine jazz-mikrofonierung... der örtliche techniker kann dann frei entscheiden, mit welchen mikrofonen er arbeiten möchte. bei bedarf kann er (oder sie) natürlich auch unsere drei drumkanäle nutzen, aber das wurde bis jetzt noch nicht gebraucht.


    meiner meinung nach überwiegen mit dieser vorgehensweise die vorteile:

    - keinerlei hassel mit dem übertragungsmedium - analog kennt jeder, kann jeder.

    - keinerlei hassel mit "wer hat den gain verdreht"

    - es ist komplett egal, welches pult benutzt wird

    - der örtliche hat freie hand bei der drum-mikrofonie

    - wir haben sinnvolle, stabile und von außen kaum beeinflussbare signale auf den ohren

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Als local im M32 Venue mache ich es so, dass ich das Chaos des doppelt patchens vermeide, in dem jede Band mit eigenem inear Rack inklusive Analogsplitt eine nur ihr zugeordnete DL/S/SD stagebox kriegt. Das ist in der Beridas-Welt vertretbar, weil die Stageboxen wenig kosten und ubiquitär verfügbar sind. So kann ich die eine Hälfte des Doppelpatchs sparen, bei zwei Bands ein zweites AES50 Cat Kabel legen und die inputs zwischen AES50 A und B im softpatch hin und her schalten. Dabei sind die vielbescholtenen Achterblöcke auch mal von Vorteil. Ab der dritten Band (hatte ich gerade gestern) stecke ich auch nur ein Cat Kabel um. Für die Erfahrungen mit den Racks der Bands fange ich mal einen separaten Thread an.

  • Für die Erfahrungen mit den Racks der Bands fange ich mal einen separaten Thread an.

    das würde mich, in der tat, durchaus interessieren!

    ich selbst habe leider keine erfahrungswerte, wie das andere machen. bei uns kommen entweder fertige produktionen - oder musiker, die einfach einen (mono oder stereo) Auxweg für ihr eigenes IEM haben wollen. eine band wie unsere, die ihre signale an den örtlichen per splitt übergibt, hatte ich bisher noch nicht vor der nase.


    also: her mit den erfahrungswerten! :)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Für einzelne Bands mache ich es genau so, egal ob ich jetzt der local bin oder der mitreisende Bandtechniker.

    Über den eigenen Splitter VOR dem Bandrack für Ereignisse mit mehreren Bands denke ich noch mal nach. Geht natürlich nur, wenn ich mit dem Truck unterwegs bin, weil in der 48 in, 3x48 out Kiste auch noch der 6 x 12er Subcore Patch wohnt. Die Kiste ist definitiv nicht Kombi-kompatibel. ;)


    Mit den Mikros habe ich aktuell folgende Taktik:

    Bei Bands, die ich regelmäßig betreue, bestimme ich alle Mikros. Ist eine Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit, die ich mir als Senior leiste und die auch dankend angenommen wird.

    Bei den Bands, die ich 'one off' betreue, lasse ich mich beim mitgebrachten Teil gerne überraschen. So habe ich auch gelernt, das diese Behringer BA19 gut funktionieren oder ein Audix i5 ein prima Bottom Mikro angibt. Ist auch vertrauensbildend, wenn man Verständnis dafür hat, dass man das im Inear gewohnte haben möchte und man bleibt in guter Erinnerung, wenn man für die Mikroauswahl auch mal Lob an die Musiker verteilt, wenn‘s OK war. Wenn was gar nicht geht kann man das immer noch verhandeln. Manche Musiker wissen auch zu schätzen, wenn man eine Gurke durch ein richtiges Mikro ersetzt aber diskutiert wird bei der 'eigene Mikros für inear' Nummer nur, wenn's gar nicht geht. ;)

  • Mir ist es prinzipiell (auch bei mehreren Bands) ziemlich egal, wo das IEM-Rack steht. Ich plane das entsprechend und lege da ein Subcore hin, um mir die Kanäle aus deren Split zu ziehen.

    Die einzigen Bedingungen, die ich habe, sind:
    - Wenn das Rack irgendwo auf der Bühne steht, ist die Band dafür verantwortlich, dass die eigenen Signale dort rauskommen - sprich, es ist ihre Sache, ihre Instrumente dort erst mal hinzubringen.
    - Gesharete Signale (oft das Drum, geteilte Marshallboxen, ggf. die Vocals) gehen *grundsätzlich* über *meine* Infrastruktur zur Hauptstagebox. Dort steht ein Splitter von mir, der die Signale dann gerne per Subcore wieder irgendwo auf die Bühne bringt.


    Die Überlegung dahinter ist: Die Signale, die ich nur für eine bestimmte Band brauche, können gerne aus deren Rack kommen. Wenn da was schiefgeht, leidet niemand sonst drunter außer der Band, die es verbockt hat. Ich möchte aber nicht mit allgemein genutzten Signalen von der korrekten Funktion eines Bandracks abhängig sein, oder ggf. gar später nochmal irgendwie umpatchen müssen, weil das Rack beim Changeover sogar wieder abgebaut wird.


    Und: Das geht natürlich nur bei entsprechender Vorplanung und entsprechender Disziplin aller Beteiligten.


    Und genau deswegen ging mir das damals echt auf den Sack, als die Bedingung war, dass das Bandrack irgendwo Bühne-Mitte steht und man mich zwingen wollte, auch Drum- und Vocal-Signale, die nicht exklusiv waren, erst mal hart auf das Bandrack aufzustecken.

  • - Wenn das Rack irgendwo auf der Bühne steht, ist die Band dafür verantwortlich, dass die eigenen Signale dort rauskommen - sprich, es ist ihre Sache, ihre Instrumente dort erst mal hinzubringen.

    Das wirst Du nicht immer zu 100% so durchsetzen können.


    - Gesharete Signale (oft das Drum, geteilte Marshallboxen, ggf. die Vocals) gehen *grundsätzlich* über *meine* Infrastruktur zur Hauptstagebox. Dort steht ein Splitter von mir, der die Signale dann gerne per Subcore wieder irgendwo auf die Bühne bringt.

    Das ist aber auch das „doppelte Kabelzickzack“ das Du eigentlich vermeiden wolltest oder was verstehe ich falsch?

  • Das wirst Du nicht immer zu 100% so durchsetzen können.

    Wenn die Signale über meine Infrastruktur laufen, behandele ich sie auch wie gesharete Signale - sprich sie laufen auf *meinen* Splitter und gehen dann über ein Subcore/Loom etc. zum Bandrack.

    Das ist aber auch das „doppelte Kabelzickzack“ das Du eigentlich vermeiden wolltest oder was verstehe ich falsch?

    Nö, Kabelzickzack ist, wenn die Signale erst mal auf meine Infrastruktur müssen (weil geshared), dann erst mal (statt auf den Main-Split) per Loom/Subcore zum Bandrack irgendwo auf der Bühne, um dort dann aus dem Split zu mir zurückzukommen. Das mag ich nicht. Aber ein Signal einsammeln und aus dem Hauptsplitter per Loom weitergeben? Da seh ich kein Problem drin. Das ist strukturiert und kommt meiner Art, den Patch im Kopf abzuspeichern, entgegen.

  • Meine 2 Pfennige dazu:

    Analogsplit oder Digitalsplit mit Tour-IEM-Rack als Master ist Pflicht, sonst muß niemand ein eigenes IEM-Rack mitbringen, weil die Gains einfach nicht stimmen. Das IEM-Rack MUSS rohe analoge Signale bekommen.

    Sinnvollste Lösung in meinen Augen: An jeder Stelle, an der die Tour-Produktion Signale digitalisiert, werden diese vorher analog gesplittet und für den FOH übergeben. Das ist lokal an sich nicht anders als bei jeder anderen Band auch. Was die Tour-Produktion auf der IEM-Seite macht, ist für Locals dann egal. Whatever floats your goat.
    Die Signale könnten ja auch von einer Tour-Produktion mit digitalen Stageboxen gesammelt werden.

    Für die lokale Struktur bedeutet das, auf Alles vorbereitet zu sein. Wenn eine Band 32 Signale an einer Stelle anbietet, würde ich in der Nähe die Hauptstagebox stehen haben, die dann ausreichend analoge Inputs hat. Eine eigene Digitalstagebox-Infrastruktur ist dann als solche unnötig. Bei mehreren Bands wird es interessant, da können sich sehr unterschiedliche Konstellationen ergeben. Wie z.B. lokal eine Hauptstagebox für eine Band mit zentraler IEM-Struktur plus eigene digitale Substageboxen für weitere Bands, die dezentral Signale liefern.
    Unter dem Strich muß das dann gut vorbereitet werden, damit es für alle passt. Und die analogen Subcores haben noch nicht ausgedient.

    Gut finde ich in dem Zusammenhang den Ansatz von Clair. Analoge Qubstageboxen haben grundsätzlich einen Split-Ausgang, man kann bei Bedarf an dieser Stelle eine Peitsche anstecken und Signale abgreifen.

  • Im Idealfall hat die Band alle Mikros und Infrastruktur dabei. Wenn Sie richtig geil sind kommt da ein 15 Meter Analog Multi raus was ich bei mir aufstecke. Wenn ich dann gerne ein anderes Kickmikro z.b. möchte stell ich das nur für mich dazu.

    Der Rest ist von der Zeit abhängig. Je weniger Zeit desto mehr MYWAY.

    Practice, Practice, Practice

  • Die konkrete Ausgangsfrage hat mich auch etwas getriggert, über mein Setup nachzudenken.

    Aktuell sieht es wie folgt aus:


    Mein Stagerack enthält eine DL32 und eine DL16 sowie 5 Hartingbuchsen für die Subcores der 8köpfigen Band (plus Strom, plus Patchfeld für paar direkt aufgesteckte Kanäle sowies AES50). Die analogen Subcores werden zu den beiden Gitarristen, den beiden Keyboardern und dem Drummer gelegt. Der Rest liegt direkt auf dem Stagerack oder mit auf den Subcores drauf. Die 8 Monitor-Mixe mache ich vom FOH.


    Vorteile:

    - Das System läuft.

    - Das System ist bezahlt.

    - Auch wenn das System so erstmal customized für meine primäre Band ist, kann ich das Stagerack mit 48 In und 24 Out im AES-Kontext auch für alles andere verwenden.


    Nachteile:

    - 5 analoge Subcores belegen ein relativ großes und damit auch schweres Case. Ich werde älter.

    - Je nach Bühnengröße sind die Subcores in der Länge etwas knapp.

    - Ich bin darauf angewiesen, dass das Stagerack entweder Stageleft beim Gitarristen oder beim Keyboarder steht. Das war nie ein Problem. Schöner wäre aber hier mehr Flexibilität, so dass das Stagerack auch im Sidewing oder neben der Bühne stehen könnte.


    Strich drunter.


    Jetzt kommt der Gedanke, dass Behringer mit dem Wing Rack ein interessantes Produkt rausgebracht hat, welches mir zwei neue Features bringen könnte:

    a) Ein eigenständiges kompaktes System, wenn ich mal ohne Fullsize-Wing losziehen will.

    b) Ein System, mit IEM-Rackpult und Wing-Fullsize als FOH-Pult.

    c) Eine Backup-Lösung, sollte sich die Fullsize Wing einmal aus dem Dienst verabschieden.


    Also könnte ein neues Setup etwa wie folgt aussehen:

    - Stagerack mit Behringer Wing Rack (+Stromverteilung, +Patchfelder, +eventuell Midas Hub4)

    - DL16 mittig auf dem Drummriser zum Drummer

    - DL8 Stageleft (eventuell noch über einen Midas Hub4)

    - DL8 Stageright (eventuell noch über einen Midas Hub4)

    - CAT Kabel in unterschiedlichen, flexiblen Längen


    Im Standardsetup würde dann am Stagerack die digitalen Stageboxen/Subcores via AES50 einsammeln. Via AES50 ginge es zur Wing am FOH. Gaincontrol vom FOH geht soweit ich es verstanden habe auch.


    Vorteile:

    - Siehe neue Features

    - Stagerack wird leichter

    - Schwere analoge Subcores mit fixen Längen werden ersetzt durch leichte digitale Subcores mit flexiblen Länge


    Nachteile:

    - Kostet Zeit und Geld

    - Die Vorteile des 48/24 Stagerack gehen verloren.


    Any thoughts?

  • [...]

    Any thoughts?

    genau so :thumbup:

    die große Stagebox haste ja dann immer noch für andere Sachen

    kleine Stageboxen an dem Hub sind ja somit Deine digitales Subcores - bedeutend leichter und ebenfalls flexibel für andere Sachen einsetzbar.

    Das ganze Stagerack würde ich noch in diverse einnzelne kleine Racks packen - somit ist das dann auch für andere VA's zu gebrauchen. Strom separat, IEM-Sender separat (evtl in zwei 3HE-Racks á 4 Strecken + Splitter), Hub / Netzwerk separat (Hub + 2HE-Schublade für Netzwerkkabel + WLAN-Router z.B.), Wingrack mit Patchfelder einzeln, evtl 'n Analogsplit einzeln oder via kleine Harting-Peitschen an die anderen Racks ran zu verbinden.

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, "Jungfrau von Orleans" )