Wenn ich meine Kabel schon selbst löte, möchte ich den bestmöglichen Kompromiss finden, denn die Kabel werden mich lange begleiten. Der Einsatzbereich wird vorwiegend im Live-Bereich liegen, allerdings spielt auch Recording eine Rolle.
Nachdem ich mir einen Überblick über die wesentlichen Produkte verschafft habe, möchte ich gerne besser verstehen, welche Bedeutung einige der Kabelparameter für die Praxis besitzen. Ob die 100m-Trommel 99€ kostet oder knapp das Doppelte ist mir schließlich relativ egal, wenn es sich lohnt. Andererseits muss man ja auch nicht unnötig viel Geld ausgeben, wenn das keine relevanten Vorteile bringt.
Natürlich schaue ich bei interessanten Produkten auch nach Erfahrungen zur Verarbeitung. Wenn etwa die Isolierung der Adern zu schnell "wegbrutzelt" macht die Arbeit wenig Spaß. Darum soll es hier aber nicht gehen.
Welche Bedeutung hat der Aufbau der Signal-Adern?
Hat er Einfluss auf die Robustheit, die Signalqualität, die Flexibilität...?
- Wenige dickere Litzen - 7x 0,25mm (z.B. beim CDMX 234)
- "Quasi-Standard" - 28x 0,10mm (z.B. CMK 222, Klotz MY206, SC Stage 22 Highflex)
- Besonders feine Litzen - 102x 0,05mm (beim SC Square 4-Core MKII
Und wann sind dickere Querschnitte als der "Quasi-Standard" (2x 0,22mm²) ein Vorteil? (z.B. 2x 0,34mm² / 2x 0,50mm²)
Welchen Einfluss hat die Art der Abschirmung? Wie groß sind die Unterschiede in der Praxis?
- Ist ein Wendelschirm ausreichend? - z.B. CMK 222, Klotz MY206
Kann sich die Spiralwicklung bei der Nutzung "verziehen", so dass "verdrehte" Stellen entstehen? - Ist ein Geflechtschirm von Vorteil? (Weil er sich möglicherweise auch nicht so leicht verzieht? - z.B. SC Club Series MKII
- Die Kombination von Wendelschirm/Geflechtschirm und Folie dürfte die beste Abschirmung gewährleisten.
Für welche Anwendungen wäre das ein wichtiger Vorteil? (z.B. SC Primus / Square4-Core MKII)
Wie wichtig ist eine niedrige Kapazität (zwischen den Leitern / zwischen Leiter und Schirm)?
Eine niedrige Kapazität ist für eine möglichst unbeeinflusste Höhenwiedergabe von Vorteil. Aber sind diese Unterschiede bei den üblichen Kabellängen (vielleicht 10m) tatsächlich relevant? Was mir aufgefallen ist:
- Kabel mit einfacherem Aufbau / Schirm weisen oft niedrigere Werte auf.
Das sehr günstige Cordial CMK 222 ist mit 55/105pF z.B. ganz vorne mit dabei. - Kabel mit größerem Querschnitt und aufwändigerem Schirm (Spiralwendel + metallisiertes Vlies) haben höhere Werten - z.B. das SC Primus mit 80/145pF.
Falls das Kabel auch für AES/EBU oder DMX-Signale eingesetzt werden soll, wie genau muss der Wellenwiderstand eingehalten werden?
Bei speziell für diesen Zweck ausgelegten Kabeln liegt dieser bei 110 Ohm, bei manchen Mikrofonkabeln werden rund 100 Ohm angegeben. Wie wichtig ist die Einhaltung dieses Wertes? Läuft ein 10m-Kabel mit einem AES/EBU-Signal trotz Abweichung in der Praxis ohne Probleme?