Einsteigerkurs "PA"

  • Liebes Forum


    Ich darf demnächst einen Einsteigerkurs zum Thema "PA" i.w.S. geben. Es soll die absoluten Basics abdecken und die Teilnehmenden an einen Punkt bringen, wo sie ein rudimentäres Verständnis für die Materie haben und in der Lage sind, eine sehr simple PA aufzubauen und beispielsweise einen Laptop und ein Mikrofon dazu in Betrieb zu nehmen.


    Der Kurs soll genug Theorie enthalten, dass gewisse Dinge nachvollziehbar werden und trotzdem sehr praktisch sein. Für mich ist die Schwierigkeit aktuell, was ich weglassen soll im ersten Schritt. Die Idee ist es, dass es zwei Kurse à je einem Morgen (ca. 4 Stunden) sein sollen.


    Ein paar Experimente sollen auch gezeigt werden. Viele werden dieses hier vermutlich kennen: image.jpg


    Hierzu eine erste konkrete Frage:

    Auf dem Kopfhörer ist der Effekt sehr gut zu hören, wie die Lokomotive lauter und leiser wird, abhängig von der Position. Das Mikrofon liegt auf einem Schaumstoffwürfel. So kann ich die Ausrichtung präzise definieren und der Abstand (Gitter zur Lok) bleibt bei allen Mikrofonen gleich. Leider hört man die tieffrequenten Anteile der Geräusche durchgehend. Das ist zu einem Teil sicher dem Umstand geschuldet, dass der Körperschall auf die Unterlage übertragen wird. Zum anderen ist es in quasi allen Polardiagrammen ersichtlich, dass bei tiefen Frequenzen eine Tendenz in Richtung Kugel besteht.


    Der Analogmixer, den ich im Lager benutzt habe, hatte einen Trittschallfilter aktiv und den Bass auf minus Maximum (weiss gerade nicht, wieviele dB das waren).


    Ist es schlauer, die Geleise zu entkoppeln und ggf. mit einem parametrischen EQ die tiefen Frequenzen so weit wie möglich zu eliminieren, damit man die Charakteristik besser hören kann, oder ist es schlauer (aber halt etwas komplexer), dass die Teilnehmer*innen diesen Unterschied im Frequenzsprektrum hören?

    Der Ton macht die Musik.

  • Einen groben Ablauf habe ich mir zurechtgelegt. Auch hier bin ich dankbar um Inputs:


    01. Die Signalkette (ganz einfach)

    - Quelle i.e.S. (Gesang, Instrument, Audiodatei, Tonträger, ...)

    - Quelle i.w.S. (Mikrofon, DI-Box, DJ-Controller, Soundkarte, ...)

    - Vorverstärker

    - DSP / Frequenzweiche

    - Endstufe intern oder extern

    - Lautsprecher (Top, Sub, Fullrange, ...)


    02. Praxis

    - Einen Laptop an einen selfpowered Lautsprecher anschliessen

    - Ein Mikrofon an einem selfpowered Lautsprecher (mit Mic-Eingang) anschliessen)

    - Ein Audiofile abspielen / Mic-Check


    > die richtige Verkabelung

    > die richtige Reihenfolge beim Ein/Ausschalten

    > wie baut man das Ganze auf/ab


    03. Glossar

    Top, Topteil, Sub, Subwoofer, XLR, Mikrofonkabel, Speakonkabel, heisses Signal, kaltes Signal


    04. Fragen & Troubleshooting


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    Teil 2

    Die Signalkette Live und Sprache (ganz einfach)


    05. Mikrofon

    - Dynamisch, kondensator (Phantom)

    - Charakteristik (Kugel, Niere, Superniere, 8) -> Experiment vom Zug

    - Was spielt die Charakteristik des Mikrofon für eine Rolle (Pick-up Pattern, Linearität)

    - Rückkopplung (wie entsteht sie, wie vermeidet man sie)

    - Mikrofonhaltung (Hiphopper, Bauchredner, ...)


    06. Mixer analog

    - Anschlüsse (Inputs, Outputs)

    - Regler (Gain, HI, MID, LOW, AUX, MUTE, PFL/SOLO, ON)

    - Fader/Kanaldrehpotis (Kanal, Gruppe, Effekt, Master)


    07. Lautsprecher/Endstufe

    - Aufstellung (Ausrichtung, Höhe, Abstand zur Quelle, ...)

    - Verkabelung


    08. Praxis

    - Eine kleine PA einrichten (Mic, Analogmixer, selfpowered LS)

    - "Feintuning" der Anlage (Gain und EQ)


    09. Hauseigene Technik

    - Hier geht es darum, die Hausanlage bedienen zu können


    10. Zubehör und Sicherheit

    - Kabel kleben

    - Kabel wickeln

    - Anschlagmittel (z.B. auch NO-GO's à la Schnur, etc.)

    - Stative

    - Fluchtwege

    - Feuer


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    Experimente:

    - Lokomotive und Mikrofone

    - Feedbackfrequenz finden (Kleiner LS, Mikrofon und 31-Band EQ)

    - Mikrofone vergleichen

    - Signalketten bauen (diverse PA, Mixer Kombinationen)

    - Delay (wie verändert die Laufzeit die Ortung)

    - Wie klingt ein Lautsprecher, der übersteuert wird

    - Wie klingt ein kaputter Lautsprecher (ohne HT, TT der kratzt, ...)



    Die durchgestrichenen Punkte würde ich zur Vereinfachung weglassen und ggf. dazunehmen, wenn die Teilnehmer*innen sehr fit sind im Thema.



    Habt ihr noch coole Experimente, die Anfänger selber machen können?

    Der Ton macht die Musik.

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    • Enkoppeln ja; Mikrofon einfach mit einem grossen Stativ positionieren
    • Kein EQ/Filter
    • Die Kapsel muss in die Mitte, nicht der Mittelpunkt vom ganzen Mikrofon (mit Erklärung natürlich), wenn es um Richtcharakteristik geht. So hast du jetzt ein Mischmasch aus Richtwirkung, entfernungsabhängigem Pegelverlust und Nachbesprechungseffekt
    • Die letzten beiden Punkte sollte man noch einzeln darstellen, am besten mit einem kleinen Breitbandlautsprecher auf dem PinkNoise zu hören ist.
  • Delay und Ortung finde ich schon zu weit für so einen absoluten Grundkurs. Das kriegt keiner mehr richtig mit wenn schon die Köpfe qualmen.


    Praktische Fehlersuche fehlt mir in der Liste noch: wie bemerke ich ein defektes (einbeiniges) Kabel, Lautsprecher mit defektem HT oder schnarrendem TT usw.


    Je nachdem wofür es sein soll ist das Thema Strom noch wichtig.

  • Ich würde es aber separieren. Also erst sauber aufgebaut um die optimale Richtcharakteristik zu demonstrierten. Und danach erst real World mit Körperschall und Frequenzabhängigkeit. Nahbesprechung ist auch einanderes Thema.

  • Ich würde mir überlegen das Grundsetup aus Tag 1 und 2 zusammenzufassen, und das Mischpult mit reinzunehmen.


    Dann hast du die grundlegende Signalkette einmal durch- Quelle, Bearbeitung, Verstärkung, Wiedergabe - unabhängig von der Komplexität.


    Der Rest ist dann Variante davon - aktivbox, di-box, Mixer im Lautsprecher, mehrere Quellen gleichzeitig etc.


    Ich würde die Punkte ggf. umsortieren - erst die Theorie, dann die Praxis (beide Tage)

    1 5 6 7 3 2 - (3 Wiederholung Fachbegriffe) 5(Pult mit mehreren quellen) 8 4 9


    ---


    Noch als Schmankerl für die Praxis - saubere Kabelführung am Stativ und Boden,

    wie man Kabel sauber abklebt und das Tape auch wieder abbekommt ohne dass es der Gaffaklumpen aus der Hölle wird ( vorne und hinten mit Querstreifen fixieren, zwei Streifen längs),

    und wie man Kabel ordentlich wickelt.

    Aufbau /lagerung Stative,

    Vorteile/Nachteile Stative mit Teller,Galgen, Tischstativ

    Aufbautipps schwere boxen auf Stativ bekommen

  • Wow, vielen Dank! Da sind ja schon etliche tolle Inputs von euch!


    audiobo: Das Foto täuscht möglicherweise wegen dem Aufnahmewinkel. Ich hatte das Gitter des Mikrofonkorbes als Mittelpunkt angenommen. Ich weiss, dass wir hier auch schon Diskussionen darüber hatten, ob man nicht die Kapsel als Referenzpunkt nehmen sollte, aber imho ist in der Praxis dann trotz allem der Korb das Mass der Dinge, wenn es um den Abstand geht. Insofern sollte es keine Verfälschung wegen der Distanz geben. Aktuell war der Durchmesser der Zugstrecke 50cm. Ich werde dann vermutlich noch auf 0°/90°/180° und 270° je ein gerades Stück ergänzen. Das schafft etwas Platz in der Mitte und verfälscht das Ergebnis nicht dramatisch.


    Der Punkt 04 "Troubleshooting" geht in die Richtung der Fehlersuche. Die Idee mit dem defekten HT und dem scharrenden TT ist super. Muss mal schauen, ob ich dazu eine passende Box habe. Ggf. könnte man auch demonstrieren, wie sich eine übersteuerte Box anhört. Vielleicht finde ich noch eine alte HIFI-Box, die man dazu quälen könnte.


    Numpfel  duplobaustein : euer Einwand leuchtet mir ein. Ich werde es so lassen und entsprechend die Bahn nicht extra entkoppeln.


    floger ich überlege, ob es eine simple Lösung gibt, das so zu zeigen. Im Zweifel lasse ich die Entkoppelung weg, weil es auch weniger Aufwand ist.


    skyper deinen Punkt habe ich mir lange überlegt - also im Prinzip die Frage, ob ich das eher zirkulär erarbeite (so begegnet man einem Thema immer wieder, aber mit mehr Tiefe) oder linear (ich gehe von Anfang an bei allen Punkten in die gewünschte Tiefe). Beide Herangehensweisen haben imho ihre Berechtigung. Ich werde mir das mit der Reihenfolge noch überlegen.

    Das Schmankerl nehme ich ganz sicher auch noch auf. Kabelführung, Gaffa, Stative, etc.. In diese Richtung hatte ich noch nicht gedacht, aber scheint mir jetzt völlig logisch, dass das auch dazu gehört. Möglicherweise mache ich daraus einen separaten kleinen Block, der sich mit dem Kurs des Kollegen "Licht" überschneidet. Dann könnte man auch noch über alle möglichen Gefahren sprechen, inkl. Feuer, Fluchtwege, Notfalldurchsagen, ...

    Der Ton macht die Musik.

  • Bei Thema Mikrofon würde ich auch versuchen das Thema Sprechabstand und Mikrofonhaltung zu sensibilisieren, damit kann man auch als Laie viel Boden gutmachen.

    Kann ja im Praxisteil sein - der Kandidat auf der Bühne macht von HipHop zugehalten bis in den Hosenbund gesteckt, und mit gutmütigem condenser bis zum klassischen sm58 mit Nahbesprechungseffekt dem Kollegen am Pult das Leben schwer.

  • Hmm, 2x 4h…


    Und die Termine für´s Licht, sind die dann an anderen Tagen oder am selben Tag vorher/nachher?


    Wir haben so was mal gemacht, aber mit 2 ganzen Tagen (mit jeweils OpenEnd und Grillage). Licht war zwar auch mit drin, aber das war mit einem LC24/6 und 4 6er Bars, also wirklich so nebenbei.


    Und es gab ausschliesslich selfpowered Lautsprecher.


    Kam übrigens damals aus einer musikaffinen Pädagogikstudentenecke…


    Es wäre noch gut zu wissen was man von den Teilnehmern schon erwarten darf und wohin die Reise gehen soll (Ziel des Ganzen).


    Hat vermutlich mit der MTW zu tun…?

  • Wie genau die Termine sein werden, weiss ich nicht. Ich gehe davon aus, dass wir keine Überschneidungen haben werden.


    Nach meinem Wissensstand können die Teilnehmer*innen komplett ahnungslos sein, also kein Vorwissen vorausgesetzt. Ziel ist, dass man am Ende ein Grundverständnis hat und z.B. eine kleine PA aufbauen und betreiben könnte (ein Mikrofon für eine Ansprache, einen Laptop für eine Tanzprobe, ...).


    Vielleicht ist es auch eine Einstiegsdroge für Interessierte. Das Ganze ist bei uns im Theater, genau.



    FYI: Ich habe damit begonnen, gewisse Ergänzungen von euch im Ausgangspost zu ergänzen. Vielleicht ist ja auch mal jemand in einer ähnlichen Situation und ist froh um einen Rahmen, den man als Ausgangslage benutzen kann.

    Der Ton macht die Musik.

  • das in meinen augen wesentliche ist, wie bekommen sie es hin das das mik vernünftig funktioniert. dazu gehört richige haltung, korb nicht zu halten etc.

    dann wie vermeide ich rückopplungen. dann verbinden laptop mit pult und mik. dann fehlersuche.

    ende tag 1

    tag 2 ist dann boxen aufbauen und mit dem pult verbinden.

  • Anschlussfelder von Aktiv-LS find ich noch wichtig: Was ist LinkOut, SubOut, SatOut usw.


    Und vor allem dieser dämliche Mic/Line-Schalter der fast überall (nicht mal versenkt) dran ist. Die ganze Theorie fällt einem nämlich einfach mal aus dem Kopf auf die Füsse, wenn man da aus Versehen dran kommt und schon ein Mikrofon oder Musik drauf zu hören ist.

  • Anschlussfelder von Aktiv-LS find ich noch wichtig: Was ist LinkOut, SubOut, SatOut usw.

    wird schwer in 2 Tagen abzuhandeln sein - da ist sich ja noch nicht mal jeder Hersteller innerhalb seiner Produktlinien einig, was wann was bedeutet / liefert.


    Da würde ich eher an Tag 1, TOP 1 (direkt nach der Begrüßung) setzen

    * Jeder hat das Handbuch seiner ihm eigenen Geräte gelesen.