Suche nach einer energiesparenden, halbwegs portablen klein-PA

  • Hallo an das Forum,


    wir veranstalten in der Freundesgruppe öfters kleine outdoor Raves etc. und ich suche nach einer kleinen PA, welche man an einer Powerstation (2 kWh, 2000 Watt Ausgang) beitrieben kann. Meine große PA ist für sowas zu Stromhungrig.

    Bisher ist es ein Sammelsurium an BT-Partyboxen, welche aber immer Kompromisse haben. Sei es aufstellungstechnisch, oder klanglich mit den billig Papier Konus HT. --> Ansprüche der meisten sind vergleichsweise niedrig.


    Mit Class-D bekommt man ja schon sehr viel Lautstärke bei niedrigem Real-Stromverbrauch. Meine Adam T8V auf dem Schreibtisch machen 100db+ und ziehen dabei 30 Watt für das Paar. Da wären 10+ Stunden mit so einer Powerstation drin.


    Es werden meistens 10-30 Leute auf der Tanzfläche beschallt. Mehr als 100db waren es in 1 Meter Abstand nie groß, was auch dem Stromverbrauch zu gute kommen sollte.


    Bei den Lautsprechern kam erstes kam mir ein Säulensystem in den Kopf:


    Das DB-tech ES602 wäre ziemlich kompakt, gibt es gebraucht für grob 250€ und hat den All-in-One Vorteil. Kein extra Stativ etc. aufstellen. Als Stereo System wäre das interessant. Gleichzeitig hat es eine geringe Peak Leistung, was der Powerstation zu gute kommt.

    Habe aber noch nirgends eine Messung der Stromaufnahme im Realeinsatz gesehen, sollte aber dank Class-D wahrscheinlich nicht allzu hoch sein.


    Alternativ hab ich auch über ein Paar LD-Systems ICOA 12/15A oder db Hype 12/15 nachgedacht. Auch alles Class-D. Natürlich deutlich größer, werden aber wahrscheinlich einen höheren Wirkungsgrad haben. Gibts auch für rund 250€ das Stück auf Kleinanzeigen.
    Hier muss man aber ein extra Stativ mitschleppen.


    Hat jemand schon Erfahrungen mit dem Betreiben von PAs an Powerstations, bzw. deren Stromverbrauch?

    Falls ihr Alternativen habt, haut die gerne raus :)


    Vielen Dank schon mal.

  • Mir scheint das Vorhaben zu optimisisch bei der Stromversorgung. Jedes Teil in der Kette braucht Strom - Laptop, Mixer, etc..


    Ich würde an deiner Stelle eine Lösung mit Akkulautsprecher à la JBL Partybox 310 wählen. Da muss man sich keine Gedanken machen, das Ding ist in sich stimmig und es können 2 Lautsprecher gekoppelt werden. Mit je einem guten Lautsprecherstativ gibt das ein cooles Partyset.


    Wie laut das genau geht, kann ich nicht sagen - die Info steht nicht im Datenblatt. Die Box finde ich ansonsten für Semipro Anwendungen ohne Strom sehr gelungen.


    https://ch.jbl.com/on/demandware.static/-/Sites-masterCatalog_Harman/default/dw0a392c12/pdfs/JBL_PartyBox_310_SpecSheet_EMEA_German.pdf

    Der Ton macht die Musik.

  • Haben schon verschiedene Partyboxen ausprobiert, ist alles irgendwie nur semi.

    2x Sony XP 500/700, 2x Partybox 110 und 320 (die haben übrigens auch nur einen 65Wh Akku) und eine Soundboks 3.


    Klanglich sind die alle bei höheren Lautstärken einfach nur Grütze.


    In Berlin war ich auch schon mal auf einem Rave, welcher mit insgesamt zwei 2kWh Powerstations betrieben wurde. Es waren zwei EV SX300 Tops und ein 15 oder 18" Selbstbau BR-Sub. Amping konnte ich nicht einsehen. Das hat aber den ganzen Sonntag 50 Leute auf der Tanzfläche mit Techno in gehobener Lautstärke beschallt. Möglich ist das schon.

  • Mit wenig Leistung laut, unter verzicht auf leistungshungrigen Tiefbass und mit Kompromissen in der Auflösung bei den unteren Mitten (sieht auch noch Kult aus und ist 3-wege-Horn und dafür sogar relativ kompakt) ;)





    Kann man auch an einen wirkungsgradstarken, leichten & modernen PWM Amp anschließen!



    Es gibt sogar noch den kompletten EV Homebuild Plan inkl. Passivweiche hier in einem Webarchiv:


    https://mypicsonline.net/archive/archives.telex.com/archives/EV/Speakers/EDS/Eliminator%20Series%20EDS.pdf



    Komplett selber bauen wird sich nicht rentieren, aber vielleicht gibt es sowas ja noch fast für lau zum selber wieder Herrichten. Bass kann durch einen sehr ähnlichen von Oberton 1:1 ersetzt werden, falls er defekt ist. Das Mitteltonhorn HD8 kann ja eigentlich nicht kaput gehen nur bei den Ersatzmembranen für den Mitteltontreiber 1823M oder 1824M und den beiden T35 Hochtönern könnte es inzwischen evtl. schwierig werden, wenn die hinüber sind.... ;)

    Viele Grüße,
    Fux

    Einmal editiert, zuletzt von Fux ()

  • Na wenn Euer Kumpel mit 75 kg sich das Bein bricht, werdet ihr den ja auch irgendwie transportiert kriegen und nicht liegen lassen. Warum soll das beim Lautsprecher dann nicht funktionieren?


    Es gilt auch hier wie immer sonst das "magische Dreieck" aus Tiefgang, Wirkungsgrad und Baugröße.

    Je mehr man sich zwei dieser Parameter nähert, umso weiter kommt man vom dritten Parameter weg.


    Wirkungsgradstark (neudeutsch "energiesparsam"), klein und ordentlich tiefe Töne gleichzeitig ist rein physikalisch unmöglich. Da gibt es auch keinen "Trick" dafür. (außer in Youtube.... :D )

  • kauf dir eine powerstation, die man mit Akkus erweitern kann. dann stellst da einen Zusatzakku mit hin. dazu haben die Dinger ja eine anzeige. aus der kann man ableiten wie lange die pa mit der Station läuft. dann kannste nämlich jede box verwenden und bist nicht auf die mit eingebautem Akku angewiesen. der Stromverbrauch so einer pa ist eigentlich auch nicht so hoch. sonst könnte man ja keine 14kw aus 16a zaubern :)

  • Fux

    Zu ersten Teil sage ich jetzt einfach mal nichts.


    Ich rede auch nicht von "Das muss bei 0,5 Watt schon scheppern wie Sau", sondern von realistischen 50-100 Watt Stromverbrauch bei +/- 100db Output. Das sollte nicht so schwer sein.


    Wirkungsgradstarker Lautsprecher ist auch nicht alles. Wenn ich vor die Eliminator einen Röhrenamp oder Class-A hänge verbrate ich 100 Watt ohne, dass überhaupt ein Signal anliegt. Meine "modernen" FP14000er ziehen auch über 100 Watt im Leerlauf aus der Dose. Es geht um das Gesamtpaket.


    Könnten wir uns wenigstens ungefähr an den von mir vorgeschlagenen Systemen orientieren?

    test

    Das ist ja grob meine Intention. Wäre aber natürlich schicker was Energiesparendes zu haben und weniger Zusatzakkus zu brauchen, bzw. eine längere runtime zu haben.

    Daher auch die Frage nach Erfahrungswerten.

    Wird aber wahrscheinlich auf kaufen, messen und testen rauslaufen.

  • Es gab da mal ein Festival/Event, bei dem zwei E12 an einem D6 nur von vier umgebauten Elektrorädern (die Zuschauer mussten selbst treten, damit es laut werden konnte) betrieben wurden. Von dem her kann ich mir gut vorstellen, dass diese Kombination auch an einer 2kW Powerstation für nen kleinen Rave ausreicht.

  • Die Powerstation sollte man im Idealfall nicht unter 20% entladen. Bleiben also 1600 Wh. Ein ES602 fisst maximal 180 Watt, also 360 zusammen. Kommt noch ein Laptop und ein Mischpult dazu, macht das nochmals 100 Watt. Ein, zwei Lämpchen, ...


    Da sind es schnell weniger als 4 Stunden Radau mit 2kWh.

    Der Ton macht die Musik.

  • Laptop/Mischpult hängen an einer extra kleinen Powerstation. Mein Denon DJ Controller zieht ca. 5-10 Watt und der Laptop nochmals ungefähr 10-15Watt. Zur Not wird der ausgesteckt und hält dann nochmal gut 10h am eigenen Akku. Das ist kein Problem.


    Die Raves sind meistens tagsüber, daher wird meistens kein oder nur zum Ende etwas Beleuchtung benötigt.


    Die LiFePo Akkus in der Powerstation werden, wenns sein muss, komplett entladen bis die Kiste ausgeht. Die sind ja nicht lange in diesem Zustand, da ja spätestens am nächsten Tag das Ding wieder aufgeladen wird.


    180Watt sind ja der Maximalverbrauch bei den wahrscheinlich angegebenen 118db Peak. Da hoffe ich bei weniger Schalldruck ein ganzes Stück drunter zu kommen. Exponentielles Wachstum und so. Ne DB Hype 12/15 nimmt sich aber beispielsweise keine 100 Watt maximal.


    Gerade meine Studiomonitore sind ja sicher nicht auf maximalen Schalldruck aus und trotzdem seeehr genügsam beim Verbrauch.

  • Genau, es geht um das Gesamtpaket, oder um es anders zu sagen: Es ist ein Multiparametersystem.
    Da gibt es (fast immer) nicht nur eine Lösung, sondern das ganze hängt an den Anfangsbedingungen.
    D.h. man muss (zumindest) einen Parameter mal festlegen (z.B. die vorhandene Energiemenge) und dann schauen, ob man auf (eine?) sinnvolle Lösung kommt. Ist da nicht möglich, dann muss man etweder die Vorgabe verändern oder einen anderen Parameter 'festklopfen'.

    Meine Grundüberlegung wäre, was von dem Material ist entweder schon da oder soll später auch für andere Anwendungen verwendet werden. Sagt man z.B. die Powerstation und der Amp sind gesetzt, dann kann nur bei den Boxen variieren.
    Oder man setzt Powerstation und Boxen und schaut es einen (billigen?) Class-D Amp gibt, der mit der Energiemenge auskommt ... .

    By the way, hast Du auch schon mal die Leistungsaufnahme der FP im Betrieb ermittelt? Denn bei einem Rave ist der Leerlaufverbrauch relativ uninteressant.

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  • Es soll auf jeden Fall ein Aktivsystem werden, da es portabel sein soll und auch mal 1-2km durch die Pampa getragen werden muss. Da habe ich keine Lust auf Racks, und jede Menge Kabel.


    XLR + Strom nach Links und Rechts und gut ist. Der Aufbau ist dann auch für Laien möglich, ohne groß was falschmachen zu können. Gleichzeitig sind dort abgestimmte Limiter, DSP und co. direkt mit eingebaut.


    Zur FP: Alleine durch den Leerlaufverbrauch fliegt so ein Amp aus der Wahl. Ist einfach nicht der Einsatzzweck dafür. Mit denen habe ich auch schon die B16 Sicherung am Verteiler geworfen. Aber das mit DnB und jeder Menge 18NLW9600er. Aber auch hier ein anderer Einsatzzweck :D

  • In einem YouTube Video betreibt beispielsweise einer 4 EV Subs und zwei EV Tops mit einer 880Wh Powerstation:


    We are testing the Jackery Explorer 880 battery pack inverter with our EV speaker set up. This is the full video checking in at 15 minutes, 30 minutes, 60 minutes, 90 minutes, and 2 hours. We are powering a Yamaha 10-channel mixer, four subs, and two tops off the battery pack. This pack is a 1000-watt continuous, 2000-watt peak, and a calculated run time with this system of 4-5 hours. The music played between 105 and 110 Db at the song's peak. This level could be heard about 1/4 mile away on a calm fall day.



    Alles zusammen zieht im Leerlauf auch schon 100 Watt und so wie es aussieht 150-200W bei 105-110db
    Er hat aber auch deutlich mehr Membranfläche am Start.


    Video

  • Ich hatte eben noch ein paar Gedanken "Out of the Box":

    - Gibt es in der Nähe ein Geschäft mit kleiner Ausstellung, in der man an einem wenig besuchten Vormittag mal ein paar Aktivboxen anhören und auch "durchmessen" kann? Also Musik auf gewünschte Lautstärke und die Leistungsaufnahme anschauen.

    - Gibt es partout keine Option, die verfügbare Energiemenge zu erhöhen - beispielsweise tagsüber mit ein paar flexiblen 200W Solarpanelen à 4kg oder mit nem offiziellen oder 24V LiFePO4 Akku (21kg bei ca. 2kWh)?

  • Die Powerstation ist eine Fossibot F2400


    Wahrscheinlich wird irgendwann mal noch eine zweite angeschafft, momentan ist es aber nur die.


    Hier im Schwarzwald wird es schwer einen größeren Laden zu finden.

    Aktivzeug habe ich fast nichts auf Lager. Müsste mich mal umhören, ob jemand in der Nähe was in die Richtung hat.


    So gebrauchte RCF 712 o.ä. Habe ich mir auch schon überlegt.

  • Es soll auf jeden Fall ein Aktivsystem werden, da es portabel sein soll und auch mal 1-2km durch die Pampa getragen werden muss. Da habe ich keine Lust auf Racks, und jede Menge Kabel.

    Hmm, also draußen in der Pampa sehe ich persönlich eher ein Passivsystem im Vorteil. Kleines Kunststoffrack mit 4 Kanal Amp ggfs. sogar mit integriertem DSP. Das Ganze einmal einmessen, limitiert und fertig. Komplett Narrensicher eine Blende mit 4 Pol Speakon und dementsprechender Verkabelung, üblich Top auf 1+- und Subs auf 2+-. Ob man da jetzt zuerst ins Top oder den Sub geht, das spielt immer. Was ich aber eher noch interessant finde ist die Geschichte mit dem Wetter. Das Rack auf ne Bierkiste, Powerstation oben drauf, Plane drüber = wetterfest. Bei Aktivkübeln ist das deutlich aufwändiger. Aber das musst du wissen.


    Was die Leerlaufleistungsaufnahme angeht, ist das nicht relativ schnuppe? Der Amp wird wahrscheinlich die wenigste Zeit im Leerlauf sein :D Und selbst für zwei 18" und zwei 12" Tops braucht man jetzt auch keine FP10.000, da tuts auch was deutlich Kleineres um Alarm zu machen.

    Hier im Schwarzwald wird es schwer einen größeren Laden zu finden.

    Was ist mit Rockshop in Karlsruhe? War zwar >15 Jahre nicht mehr dort, da am anderen Ende der Republik, aber ich denke die gibts doch immernoch?


    Edit: Und bei billigen Säulensystemen sehe ich jetzt auch nicht den klanglichen Vorteil gegenüber den ganzen Akkubrüllwürfeln. Wenn du klanglich aufstocken willst, wirst du wahrscheinlich eher in Richtung LD Dave oder sowas gucken müssen. Oder halt die üblichen Top und Sub(s) Kombis, wenn es nicht zu laut sein soll halt zwei 8"/1" Tops und die gewünschte Bassmenge drunter. Und wenn ihr nen Bollerwagen nehmt passen da auch noch ein oder 2 Stative oder ggfs. Distanzstangen mit drauf. Just my 2 Cents...