Ordentliche FXe im Pult oder lieber im externen Plugin-Server?

  • … die On-board Effekte sind auch nur so lala…

    Ja, man kann nicht verstehen, warum sie QUANTUM raus bringen und zwar mit der Fourier Engine eine interessante Serverlösung als waves Ersatz aber die interne FX Sektion seit 18 Jahren nahezu unangetastet lassen.

    Inzwischen ist die FX Sektion in Wing dem um Welten voraus.

  • Es gibt das Gerücht, dass die internen FX Algorithmen im Hintergrund weiterentwickelt wurden, die "Oberflächen" aber immer gleich geblieben sind. ;)


    Ich denke, da wird mittlerweile ein bisschen die LAWO/Stagetec Philosophie verfolgt: wenn man sich so ein Pult leisten kann, hat man auch einen vernünftigen Ansatz für externe Effekte (ob jetzt als Hardware wie Bricasti, Lexicon etc. oder halt als Software).

  • (DiGiCo)…und die On-board Effekte sind auch nur so lala. Ich habe seit langer Zeit kein Digico ohne Waves am FOH gesehen.

    Ich nehme das zum Anlass, einen neuen Thread abzuspalten.


    Für mich ist das immer zweischneidig. LAWO, Stagetec und Co. sind ja häufiger stationär in Betrieb. Dann ist die Verbindung zum externen Server und Hostrechner eine relativ fixe Geschichte und der Vorteil des Pultunabhängigen upgradens/updatens der Effekte steht im Vordergrund. Die dafür benötigte Rechenleistung belastet nicht die Kapazitäten im Pult und macht dieses auf eine gewisse Art sogar langlebiger was seine eigene „Erneuerbarkeit“ angeht. Ganz klar ist das für ein hochpreisiges Mischpult, dessen Produktzyklus u.U. Ein Mehrfaches länger sein muss als der des im innewohnenden Rechners eigentlich sein würde, ein unbedingter Vorteil.


    Pulte aus dem Touring/Verleihbetrieb haben so lange mit dieser Art des Hostens von FX Plugins kein Problem, wie eine fixe Produktion mit einem einmal vorbereiteten Setup mit waves oder Fourier-Server auf die Stasse geht. Ich stecke ein Kabel, starte das Teil und alles ist dufte. Das gleiche gilt ja auch für ähnliche externe Lösungen bei Budget-Pulten. Alles gut, solange der, der es gebastelt hat, das auch selbst bedient.


    Blöd wird‘s, wenn die Server-Anbindung bei einem Festivalsetup zur IT-Bastelbaustelle wird oder episch an einem Plugin-Setup gestrickt werden muss, weil das nicht wie ein Pultfile ein einfacher, gemeinsamer Ladevorgang ist. Dann sind Pulte mit umfangreicher, gut klingender interner FX-Ausstattung im Vorteil.


    Da ist ja auch Einiges im Umbruch. Ich finde die 'sowohl als auch' Variante des DM7 spannend (ordentliches internes FX-Paket + einfache Anbindung eines VST Servers) und die Option, für leistungsfressende FXe hardware im Pult nachzulegen (dLive), ist für die Verlängerung des Produktzyklus auch keine falsche Idee.

  • ich erwarte einfach, das die pulthersteller ihr Hausaufgaben gemacht haben. dazu gehört für mich auch ein ordentliches fx Paket. das kann man ja auch von mir aus wie ein plug in behandeln, das dann nachgekauft werden kann.

    aber diese externe Schlepperei von Krams und dann die unsichere lan Verbindung, nein. ich sehe da nur eine zusätzliche Störquelle und gerade auf Festivals, einen weiteren Punkt, den man abstimmen muß. das klappt ja jetzt schon nicht befriedigend.

  • Wenn es um interne Effekte geht, würde ich die AVID Konsolen erwähnen. Das ist schon ein sehr gutes Konzept, das qualitativ kaum Wünsche offen lässt. Kostet aber auch etwas.


    Zur Ausgangsfrage: Ich bevorzuge Pultinterne Effekte, hauptsächlich wegen der schon angesprochenen Vorteile. Integration, Bedienbarkeit, Speicherbarkeit.


    Falls mir für eine Show das Angebot im Pult nicht genügt, versuche ich es mit einem Live-Professor Setup.

    Selten hätte ich das Bedürfnis, einen richtigen Hardware Effekt benutzen zu wollen, hab aber auch noch ein D-TWO.

  • Hier gibt‘s doch auch DM7 Nutzer! Da das Einbinden von externen VST plugins hier besonders unkompliziert gehen soll, wäre ich im Zusammenhang mit diesem Thread sehr an einem Erfahrungsbericht mit Augenmerk auf 'schnelles Einrichten auf der Straße' interessiert. ;)


    Szenario:

    Ich habe meinen VST klapprechner und mein Pultfile dabei und starte am lokalen DM7…

  • Ich habe meinen VST klapprechner und mein Pultfile dabei und starte am lokalen DM7…

    Mach ich regelmäßig, allerdings fürs "eigene" DM7 (mittlerweile auch DM3) und bisher nur <10 Kanäle.

    Pult -> Macbook via USBC -> VSTRack und wieder retour. Wenn man den Installationswahnsinn von dem Steinberg-Geraffel hinter sich gebracht hat, dabei der ein oder andere Abdruck vom Hand-ins-Gesicht-Schlagen schon wieder abgeklungen ist, gehts relativ easy.

  • Wenn man den Installationswahnsinn von dem Steinberg-Geraffel

    Jau, wenn ich an die verschiedenen Soundkarten für meine Meßplätze denke, war das Steinberg Ding auch das zickigste aber man macht das ja für einen Rechner nur ein mal … X/


    Wenn Du jetzt weiter denkst:

    Du bist „auswärts“, hast nur Dein Macbook dabei, stehst vor einem fremden DM7 und lädst Dein Pultfile … welche Fallen lauern b.z.w. würdest Du es überhaupt in Erwägung ziehen?


    Darf man fragen, welche FXe Du auf dem MacBook nutzt?

  • Bei der DM7 benötigt man ja nur den Treiber für die USB Schnittstelle, der Rest von Steinberg ist Option. Die USB Schnittstelle ist nicht die flotteste, aber es gibt ja auch MADI und DANTE Karten um das zu beschleunigen. Die Einbindung ist simpel, da man ja jeweils nur einen OUTBOARD in die Inserts einbindet und den dann einer Schnittstelle zuweisen muß (OMNI, USB, ext Karte). Das finde ich gut gelöst und im Zweifel stellt man das auf Bypass. Was fehlt, ist eine Makrofunktion um die Inserts mit einem Knopfdruck an und aus zu schalten. Mit der Rivage geht das schon (kam mit einem späteren Update).

  • Insert Bypass geht mit Softkey und Select. Leider nicht global und nicht die einzelnen Slots.

    Zum Thema FX: ich mach ja zum Großteil Cooperate, bei mir laufen Fabfilter EQ und Deesser, manchmal auch ein SSL Channel, für Streaming oft auch ein Limiter (L2) und ein Multiband Compressor.

    Wirkliche Fallen gibts nicht, manchmal zickt die Umschaltung der Samplerate des Vst Racks wenn der Vorgänger meint er muss das DM7 auf 48kHz fahren. Aber wie schon erwähnt: VST Rack ist kein muss, war halt dabei

  • Szenario:

    Ich habe meinen VST klapprechner und mein Pultfile dabei und starte am lokalen DM7…

    Showfile mit allen Pultsettings laden, evtl. lieber Live Professor, statt VST Rack nutzen, damit lassen sich über die reichlich vorhandenen Userkeys am DM7 FX presets und -Ketten laden, und ein paar andere nette Dinge bewerkstelligen, die intern am Pult nur über Umwege gehen. Funktioniert eigentlich ziemlich problemlos.

  • Die USB Schnittstelle ist nicht die flotteste, aber es gibt ja auch MADI und DANTE Karten um das zu beschleunigen.

    Sooo langsam finde ich die Schnittstelle gar nicht. Bei mir liegt die tatsächliche Latenz mit 32 samples buffer (im low latency Modus) leicht über der vom RME Digiface mit 32 samples, und leicht unter der vom RME Digiface mit 64 samples. (Jeweils 0,25 ms Dante Latenz und 96kHz). Und 32 samples beim Digiface ist bei mir gar nicht nutzbar in 96 kHz.

  • Alles was unter heutigen Gesichtspunkten eine Notwendigkeit ist um eine Veranstaltungen durchzuführen bzw. im Zweifelsfall unfallfrei zu Ende zu führen gehört in's Pult.


    Das wären als Minimum meiner Meinung nach neben Dingen wie Headampsteuerung, Routing, Sidechain, etc.:


    - praxistaugliche Kanaldynamics - Gate/Expander, Kompressor

    - min. 4-Band vollparametrischer Kanal-EQ

    - Delays in In- und Outputs bzw. Kanäle und Busse

    - 1 mind. mittelmässiger Hall & 1 Tap-Delay

    - Zumischeffekte die eine sehr geringe Grundlatenz bedingen, wie z.B. Phaser/Flanger

    - Automixer (Haaaallllooo DiGiCo... 👋 )


    (meine persönliche Wunschliste ist selbstredend viiiieel länger)


    Was man als externen Plugin-Goodie einsetzt hängt zum Teil auch vom Thema Szenenspeicher (synchronisierbar ja/nein) und Roundtrip-Latency ab.


    Grundsätzlich nutze ich externe Inserts idR nur in Bussen, das hilft erstens schon mal vor plötzlichen Latenzauswüchsen und für den Havariefall kann man sich auch bei fehlenden Bypassmöglichkeiten einfach zusätzliche Busse stricken, bei welchen man dann die Fader hochzieht.

  • Mal für mich Noob in dem Bereich eine Frage zum DM7 und den VST Plugins. Das reicht wenn man das Pult per USB oder Dante mit dem Rechner verbindet, auf dem Rechner ein Hostprogramm für die Plugins laufen hat, Das Routing dementsprechend einrichtet und dann funzt das schon? Wozu ist dann das Yamaha RUio16-D? Das Teil hat zumindest einen globalen USB Bypass wenn ich das richtig gesehen habe. Das wäre aber in der Tat sehr cool.


    Grundsätzlich bin ich zwar auch ein Freund davon Alles im Pult zu haben und am besten ohne irgendwelches externes Geraffel aus zu kommen, aber man kommt ja vielleicht nicht drumherum. Und da ich Nuendo als DAW nutze und auch noch einige nette Zusatzplugins habe (H3000 wär für spezielle Sachen z.B. geil), wäre das DM7 natürlich auch was Nettes, wenn sich die VSTs so einfach einbinden lassen. Kann ich mir für die nächsten Jahre ja mal überlegen...und schonmal sparen ;)

  • Mal für mich Noob in dem Bereich eine Frage zum DM7 und den VST Plugins. Das reicht wenn man das Pult per USB oder Dante mit dem Rechner verbindet, auf dem Rechner ein Hostprogramm für die Plugins laufen hat, Das Routing dementsprechend einrichtet und dann funzt das schon? Wozu ist dann das Yamaha RUio16-D? Das Teil hat zumindest einen globalen USB Bypass wenn ich das richtig gesehen habe. Das wäre aber in der Tat sehr cool.

    Wie weiter oben schon erwähnt, den Yamaha / Steinberg USB Treiber brauchst Du noch, aber dann läuft genau so.

    Das RUio-16-D ist ein USB Audio Interface, das Du mit jedem anderen dantefähigen Pult genau so nutzen könntest. Audio aus dem Pult über Dante ins RUio über USB in den Rechner, und zurück.