Limiter einstellen für t.AMP TSA4000

  • Guten Tag zusammen,


    ich möchte meine Behringer DCX für die TSA4000 einstellen. Betrieben werden damit 2 1850 Hörner :) Jetzt ist mir das Thema Limiter schon soweit bewusst, allerdings brauche ich eine Meinung, was genau ich als Ausgangsleistung des Verstärkers heranziehen sollte.


    Aus dem Datenblatt kommen folgende Werte:

    Eingangsempfindlichkeit 1V
    Verstärkung 37dB
    Max. Spannungshub RMS 89V
    Ausgangsleistung 8Ohm 2x1.000W


    Da haut doch was nicht hin, oder? Also; 37dB auf 1V Eingangssignal an 8 Ohm sind in meiner Welt 626W bei 70,8 Vrms?

    Nagut, sollte ich vielleicht das Impedanzminimum des Lautsprechers als Referenz wählen, lt. Simulation können wir 6,3 Ohm als Anhaltspunkt nehmen, wären trotzdem "nur" 796W..

    Was denn nun? 100, 626, 796? Oder doch mit dem Spannungshub rechnen, dann wären wir bei 990W, wobei mir nicht ganz einleuchtet, was mit max. Spannungshub gemeint sein kann & ob diese Angabe überhaupt brauchbar ist.

    Vielleicht könnt ihr helfen. Finde es schade, dass das Datenblatt nicht plausibel ist. Oder ich mache hier irgendwo einen großen Denkfehler.

  • guma

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Da die 1850er Basshörner die Leistung des Amps (bei "originaler" Bestückung) abkönnen, würde ich das viel praktischer angehen und nur so limitieren, dass der Amp nicht clippt.


    Also Lastwiderstand an die Ausgänge, Osziloskop parallel dazu und dann Musiksignal im Pegel so lange erhöhen, bis am Osziloskop die Spitzen abgeschnitten werden. Dann Limiter so hindrehen, dass die Spitzen eben gerade nicht abgeschnitten werden, sondern der Limiter knapp vor dem Clippen der Endstufe eingreift.


    Gegen thermisches Malträtieren der Speaker, in dem man die Limiter durchgehend eingreifen läßt und ohne Sinn und Verstand alles überfährt, hilft das natürlich nicht.

    Dafür bräuchte man einen Limiter, der über die Zeit die abgegebene Leistung mittelt und wenns insgesamt zu viel wird eingreift. (oder ganz einfach einen verantwortungsvollen User... ;)

    Viele Grüße,
    Fux

  • Danke dir für den Ratschlag. Mal angenommen man würde Lautsprecher an diese Endstufe klemmen, die die Leistung nicht abkönnen würden, wie würde man da vorgehen?


    Ist es üblich, dass bei solchen Amateur-Geräten die Angaben schmarrn sind?

  • Die Angaben sind nicht prinzipiell "Schmarrn", aber ohne die genauen Messbedingungen sind die Angaben nichts wert.

    Bei Basslautsprechern würde ich die Limiter nicht nach irgendwelchen Belastbarkeitsangaben des Chassis einstellen, sondern so einstellen, dass dieses spezielles Chassis in der Box in der es eingebaut ist nicht sein X-max überschreitet. Das kann auch schon weit vor der maximalen elektrischen Belastbarkeit der Fall sein.


    Zur thermischen Belastbarkeit:

    Musik ist ja typischerweise eher ein impulsreiches Material, so dass die durchschnittliche Leistung mit der der Lautsprecher belastet wird sehr weit unter der Peakleistung liegt.

    Rein thermisch kann so eine 4" Schwingspule irgendwo grob zwischen 100 und 200 Watt dauerhaft ab ohne zu überhitzen, je nach Bauform und Kühlung durch die Bewegung & entsprechende Belüftung.

    Wenn Peaks 12 dB lauter wären, hätten die Peaks anstatt 150W dann 150x15,8=2370 Watt.

    Bei einem Basslautsprecher mit vernünftig groß dimensionierter Schwingspule und bei "normalem" impulshaften nicht totkomprimiertem Signal oder gar langen Sinustönen wird also in der Regel zuerst die maximale Auslenkung des Chassis den maximalen Pegel begrenzen, bevor das Lautsprecherchassis thermisch am Ende ist.

    Der Trick ist also eine Gehäusekonstruktion zu wählen, die den Lautsprecher in seinem Arbeitsbereich so bedämpft, dass er sein X-max bis zu relativ hohen Leistungen nicht überschreitet.

    Würde man aber z.B. einen reinen Sinuston auf der Tuningfrequenz eines Bassreflexlautsprecher drauf geben, könnte man ohne die maximale Auslenkung des Basschassis zu überschreiten so viel Leistung drauf geben, bis die Schwingspule buchstäblich gegrillt wird.

    Ein Stück (irgenwo zwischen einer halben und einer Oktave) oberhalb der Tuningfrequenz würde der Lautsprecher vor dem Überscheiten seiner thermischen Belastbarkeit das X-max überschreiten.

    Da ist z.B. auch der Grund doppelt ventilierte Bandpassgehäuse einzusetzen, um auch weiter oben im Übertragungsbereich eine Bedämpfung des Hubs durch die zweite Tuningfrequenz herbeizuführen.

    Da es auch in der Elektroakustik nichts geschenkt gibt, haben solche Gehäusekonstruktionen dann aber dafür andere Nachteile.


    Bei der Hornkonstruktion des 1850 Horns ist bei richtig gesetztem Lowcut die Membranauslenkung des Chassis, wie bei allen echten Hörnern, relativ gering. Bei der oben beschriebenen Konstellation ist es daher sinnvoll den genannten AMP so zu bregrenzen, dass er nicht clippt.

    Die durchschnittliche Leistung, die dann bei "normalem" Musikmaterial an einem Basschassis mit 4" Schwingspule oder größer anliegt, kann das Chassis thermisch ab.

    Hätte das Signal nur einen Crestfaktor von nur 3dB (reiner Sinuston), dann könnte auch diese Endstufe das Chassis thermisch überlasten ohne ins Clipping zu kommen.

    Was ich aber unter "Musik" verstehe hat deutlich höhere Crestfaktoren als 3dB.


    Wenn man ein wenig die Ohren offen hält, merkt man aber auch ohne großen Messoverkill bei Programmmaterial mit bekannten Klängen, wann es für einen Lautsprecher einfach zuviel wird und sich das nicht mehr gesund anhört.


    Klingt das Programmmaterial allerdings provokant gesagt selbst schon wie ein "technischer Defekt", ist es nicht so einfach herauszuhören, wann der Lautsprecher aufgibt.

    Viele Grüße,
    Fux

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