PA, Headsets für Laientheater OPEN Air, Kaufberatung

  • Hallo aus dem schönen Ammerland in Norddeutschland


    Ich leite eine kleine Theatergruppe, die seit 2022 OPEN Air Aufführungen auf dem platten Land macht.

    Ihr müsste Euch das folgendermaßen vorstellen:


    Wir haben ein Zuschauerzelt 6*12 m, da passen knapp 100 Leute rein, paar sitzen noch davor.


    Die Bühne (80cm über Boden, 8*6m, 4 m hoch mit Planendach, steht 6m vor dem Zelt.

    Direkt nebenan, Kuhweiden, landwirtschaftlicher Betrieb,, Vogelgezwitscher Trecker, muhen und alles....


    Unser Problem ist die Verständlichkeit der Spieler auf der Bühne. Erschwerend kommt wohl auch dazu, dass wir als Boden nur Paletten plus OSB Boden haben, der knarzt und klappert...


    Also obwohl alle laut sprechen können, funktioniert das nicht ohne aktive Verstärkung

    Was wir bisher gemacht haben:


    - Analoges T MIX Mischpult

    2 x MC 930

    1x Sennheiser Richtrohr

    2 Aktiv Lautsprecher vom großen T



    Ergebnis war, dass die Vögel und das Bodengeklapper eben noch lauter waren als das was wir wollen.


    Ich habe mal die Jungs von T gefragt, die wollten mir folgendes verkaufen:

    - Theaterfunkrack (8x)

    - Wing Compact

    - the box Pro ACHAT 112 MA MK3

    - Speaker Mounts an den Bühnen Traversen


    Ich versuche derzeit eine Förderung dazu bekommen und schreibe den Antrag dafür. Geplantes Antragsbudget wären circa 6000.


    Hier mal 2 Bilder:


    Schau dir mal das Bild an!
    IMG_8686.jpeg
    www.directupload.eu

    Schau dir mal das Bild an!
    IMG_0399.jpeg
    www.directupload.eu


    Vielen lieben Dank für Eure Vorschläge im voraus.


    Marc



  • hell&dunkel

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Lautsprecher und Speaker-Mount finde ich für Open Air nicht passend.


    Den self-powered Lautsprecher, für den es keine Schutzhülle im Betrieb gibt, ungeschützt vor der Dachkante an den Trusssteher zu bauen finde ich nicht gut. Das säuft im ungünstigen Fall einfach ab.


    Ich würde eher auf mehr kleinere passive Lautsprecher setzen.

    z.B. 6-10 Stk. Achat 206 und eine TSA 4-700 oder Quadro 500.

    Zwei Stück mit Querbügel regengeschützt unter die Fronttraverse für Ortung und falls vor dem Zelt bestuhlt wird.

    Die weiteren in das Besucherzelt, entweder senkrecht an die Pfosten oder Quer an die Traufen.


    Für reine Sprache und kleine Einspieler vollkommen ausreichend, wenn es mal später mehr rumpeln soll einfach um Subs zu ergänzen.

    Man bekommt damit im Besucherzelt die Headsets super laut mim minimalem Feedbackrisiko, weil man schön weit von den Headsets weg ist.

    Nur zwei Dinge sind unendlich, das Weltall und die Dummheit der Menschen, beim Weltall bin ich mir jedoch nicht sicher. (Albert Einstein)

  • Technisch funktioniert das. Ihr braucht jedoch zwingend (!) eine fähige Person am Mischpult, die dafür ausgebildet ist und das dazu auch nicht das erste Mal macht. Außerdem braucht es eine Menge Disziplin der Mitwirkenden, sowie massiv zusätzliche Probenzeit um den Umgang und die technische Einrichtung am Pult ordentlich hinzubekommen. Lass Dir kein Pult ohne vernünftige Szenenverwaltung verkaufen (die Wing ist dafür gut geeignet).


    An dieser Aufgabe scheitern mit großer Regelmässigkeit die meisten Laientheater deshalb, weil die genannten Faktoren nicht ernstgenommen werden:


    a) es muss zwingend Fachpersonal am Start sein

    b) es braucht massiv Probezeit

    c) die tontechnische Werkzeuge müssen einen gewissen Mindestqualitätsstandard erfüllen


    Also mein Tipp: Macht Euch zuerst mal Gedanken ob a) und b) für Euch realistisch und bezahlbar sind. Danach könnt ihr c) angehen.


    Zu dem angefragten Equipment: das klingt soweit schon ganz gut, sofern ihr jemanden habt die damit umgehen kann. Ich weiß ich wiederhole mich, aber es wird ansonsten einfach komplett schiefgehen...

  • Ich mache in einer ähnlichen Form an einer Grundschule bei uns Kindertheater. Das funktioniert recht gut. Als Mischpult verwende ich, wie oben schon vorgeschlagen, ein XR18. Für den Zweck ginge auch ein analoges Pult, aber da sind die EQs nicht so gut. Für eine bessere Bedienung bietet sich da noch das X-Touch an. Ich würde da noch in ein paar bessere Antennen investieren. Als der Chor vor dem Rack stand vielen plötzlich ein paar Funkstrecken aus. Mit abgesetzten Antennen habe ich keine Probleme mehr gehabt.


    Ganz wichtig ist das was pfeiffe geschrieben hat, an das Pult muss eine Person die weiß was er tut.

  • Unabhänig von der Technik aus eigener Bühnenerfahrung: Macht Sprachtraining und holt Euch ggf. jemand dafür ran! Das macht nicht nur Spaß und fördert den Spielgeist, sondern bringt fürs Spiel und jede andere Lebenslage was. Und auch als Techniker kann man da gerne mal bei den Übungen mitmachen...

    Denn in jeder akustisch schwierigen Lage helfen Betonungen, Tempo und Aussprache was. 2-3h und ein paar Sachen als Aufwärmübung wiederholt bringt eine deutliche Verbesserung. Man schminkt ja schließlich auch.

  • vielen Dank schon mal für die zahlreichen Antworten. Hier nochmal paar zusatzinfos
    es soll genau das Hier von 4Art zitierte Theaterfunkrack 8 Kanal sein.

    Wir spielen im Sommer. Manchmal hat es in Norddeutschland den ein oder anderen Schauer..

    Also lieber in Passivboxen investieren?


    Zum Thema umgehen… ich würde es selber machen, kann mich da schnell reinlesen denke ich. Mache selber bisschen Musik zu Hause und habe schon einfache Mischer (qu 16) bedient. Training mit Stimmen auf jeden Fall.

  • Wir spielen im Sommer. Manchmal hat es in Norddeutschland den ein oder anderen Schauer..

    Also lieber in Passivboxen investieren?

    Ihr baut Regenschutz für Bühne und Zuschauer, also sollte das Konzept der Technik den Faktor Regen logischerweise mit einschließen.


    Und das endet nicht an der Entscheidung zum Lautsprecherkonzept sondern schließt auch den Weiterbetrieb aller Technik bei kurzem Schauer oder leichtem Sprühregen ein.

    Nur zwei Dinge sind unendlich, das Weltall und die Dummheit der Menschen, beim Weltall bin ich mir jedoch nicht sicher. (Albert Einstein)

  • Entweder prügel ich die Disziplin da rein oder …. Gäbe es denn eine sinnvolle Alternative zu Headsets, bei der Konstellation?


    Da ich was Headsets angeht absoluter noob bin, hier mal meine Vorstellung wie es gehen könnte..

    1. ich würde mit jedem stimmproben machen und Lautstärke und EQs für jeden einstellen und abspeichern

    2.in Szenen speichere ich ab, wer auf der Bühne ist (Mute on off, ggf. Lautstärke Anpassung)

    3. während der Vorführung klickt man sich von Szene zu Szene


    Liege ich da richtig?


    Wie lang funktioniert eigentlich so eine Funkstrecke der Mikros circa… Ich überlege die teure Technik nicht im Zelt, sonder in einem Gebäude daneben zu stellen, auch mit Sicht auf die Bühne, aber die Steuerung per Tablet zu machen, wäre das denkbar ?

  • 2.in Szenen speichere ich ab, wer auf der Bühne ist (Mute on off, ggf. Lautstärke Anpassung)

    Bei den acht Kanälen kann man das so machen. Der Professionelle Ansatz (bei Musicals zumindest), auch wenn man Doppelbeseitzungen hat ist, dass man sich die Rollen auf DCAs legt und dann je nach Besetzung den entsprechenden Kanal zuweist. Jeder Schauspieler hat dann seinen Kanal mit persönlichen Einstellungen.

    Wie lang funktioniert eigentlich so eine Funkstrecke der Mikros circa

    Ein paar Stunden. Für eine Vorstellung reicht das normalerweise locker.


    aber die Steuerung per Tablet zu machen

    Würde ich nicht machen. Egal wie du es machst: Schau dass du Fader an deinem Platz hast. Und am besten auch einen Kopfhörer.

  • Entweder prügel ich die Disziplin da rein oder …. Gäbe es denn eine sinnvolle Alternative zu Headsets, bei der Konstellation?

    nein.

    Grundsätzlich ja. der Teufel liegt aber wie immer im Detail. Hier ein paar Punkte:


    1) Headsets in solchen Konfigurationen sind grundsätzlich ziemlich feedbackanfällig. Das bedeutet, dass die Feedbackfrequenzen des Systemssehr genau gezogen werden müssen. Außerdem sollte die Gainstruktur unbedingt ordentlich aufgebaut sein.

    2) Funk ist nicht immer zuverlässig. Es braucht ein ordentliches Frequenzmanagement, damit die 8 Strecken störungsfrei in Eurer Location spielen.

    3) Die Positionierung der Headsetkapsel ist absolut wichtig! Einige Zentimeter machen einen riesigen Unterschied! Hier braucht es viel Disziplin, gute Nackenbügel, guten Hautkleber, viel Erfahrung. Bei Kostümwechsel oder Headsetwechsel während der Show ist besondere Aufmerksamkeit geboten! Außerdem gibt es andere physikalische Herausforderung wie zB Schweiß der in die Kapsel läuft und das Signal sehr dumpf macht.

    4) Schauspieler sind mal krank / verschnupft. Dein Routing System muss so gebaut sein dass Du das szenenübergreifend anpassen kannst

    5) Stimmen mit Verstärkung sind sehr dynamisch und können schnell hier im einen Moment viel zu leise und im nächsten Moment unangenehm laut sein. Du brauchst Erfahrung mit Kompressoren / Dynamischen EQs.

    6) Es gibt immer (!) zu wenig Probenzeit. Es wird schwierig sein so viel Zeit für Deine Einstellungen zu bekommen wie Du brauchst, Insbesondere wenn Du noch wenig Erfahrung hast. Dazu gibt es während der Proben ständig Änderungen / Streichungen / Umstellungen auf die Du mit Deinem System flexibel und schnell reagieren können musst.


    Dein Vorhaben ist nicht unmöglich, mit wenig Erfahrung aber ziemlich ambitioniert. Positiv ist: Du kannst viel daraus lernen! Stell Dich aber auf eine Menge Stress und Scheitern auf dem Weg ein...

  • Ich weiß jetzt nicht wo das Problem ist. Eigentlich ein 08/15 Job.

    12 Personen auf der Bühne, ebenfalls Laientheater in einer Mehrzweckhalle. Feste Beschallung direkt über der Bühne und eine Delayline. Standardgehänge halt.

    Ein 01v96 und eben 12 Funkstrecken. Alles Headsets (Kugel). Funzt ohne Probleme und auch gut laut.


    Die Person am Pult muss halt mitlesen und dynamisch die Kanäle auf und zu machen.

    TIP: Kanäle welche auf der Bühne sind nie ganz zu machen sondern deutlich absenken. Reduziert Nebengeräusche und vor allem fällt es nicht ganz so krass auf, wenn man den Einsatz verpennt.

    Ja, das ist Arbeit und ja man muss sich konzentrieren.


    Headset bitte Kugel nehmen weils natürlicher klingt und sich nicht gleich Klang und Pegel signifikant ändern, wenn man daran rumspielt. Ist ja bei dem Set dabei. Sollte man allerdings sehen ob die Kapseln entsprechend tauglich sind. Wenn der Schallwandler nix kann, dann darf man auch am Ende nur Grütze erwarten. Weder Mischpult noch Amp sind Klärwerke.


    Gäbe es denn eine sinnvolle Alternative zu Headsets, bei der Konstellation?

    Lavalier und dies einschminken.


    Laut und deutlich sprechen ist immer eine Grundvoraussetzung. Wie schon geschrieben: Shit in = Shit out.

    Man hat oftmals ein psychologisches Problem. Ich habe ein Mikro und deswegen muss ich nicht laut und deutlich sprechen. Also zunächst alles ohne Technik üben und direkte Ansagen machen, wenn eine Person undeutlich und zu leise ist. Wenn alles ohne Technik in der ersten Reihe zu hören ist, dann ist alles im grünen Bereich. Am Ende gilt es zu trainieren, dass da gar kein Mikro ist.

    pfeiffe gibt auch einen sehr guten Hinweis: Kompressor. Es geht vor allem darum die Spitzenpegel zu reduzieren, wenns lauter wird (also die Stimme) was bei entsprechenden Szenen ja durchaus vorkommt. Ja nicht das Gain am Kompressor aufreisen, das führt unweigerlich ganz schnell zum Feedback.


    Die Aufstellung der LS wie er auf dem einen Bild zu sehen ist, ist naja.... mehr als suboptimal.

    LS mit entsprechender Mechanik an die Bühnentruss. Bei diesen Entfernungen reich ne gute 12er allemal für Sprache. Sollte halt gut richten, dann gibt es keine Feedbackprobleme. Die sehe ich im Freien sowieso weniger.

    Selfpowered? Wenn es eine wirklich wasserdichte und schalldurchlassende Abdeckung gibt geht das. Ich würde allerdings ne passive Box wählen. Ist einfach betriebssicherer.


    Zum Thema Tablet: Lass es. Echte Fader, echtes Pult.

    Und wie floger auch schrieb: Kopfhörer.


    Das Verlegen der Empfänger, in ein "Gebäude daneben zu stellen" hmm... Wo ist das Gebäude (Entfernung) und wie ist das gebaut (Stein, Holz, offen?). Der Signalpegel von Funk sinkt mit 1/r und da kann je nach Empfängerempfindlichkeit sehr schnell schluß sein, sprich Dropouts auftreten. Wenn man so was plant, dann auch gleich Antennenleitung und gegebenenfalls Richtantennen einplanen. Das kostet auch nochmal.

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • Vielen vielen Dank, die Antworten klingen für mich schon mal alle so, dass ich mit der vorgeschlagenen Ausstattung auf dem richtigen Weg bin und die dann wohl im Zelt mit aufstellen werde…Gute Hardware heißt nicht, das auch das Ergebnis top ist, aber wir starten hier bei Grütze und sind froh, wenn es etwas besser wird.


    Das deutlich sprechen haben meine Kollegen am Anfang drauf und dann wird es weniger, da ist Training und Disziplin gefragt. Da machen Mikros auch Nix mehr her.


    Wir haben früher in einer Scheune gespielt, da ging alles ohne Mikros, aber Open Air mit Nebengeräuschen vom Kuhstall, Landmaschinen und vogelgepiepe sind hier das Problem….


    Eine Frage hätte ich da noch…

    Muss man wirklich wie yamaha4711 geschrieben hat,die fader von jedem, der gerade nicht spricht runterregeln oder kann man das am Mischer nicht einstellen, dass der Kanal erst aktiv wird, wenn eine Grenze x, also die stimmlautsärke, erreicht ist. Entschuldigt bitte aber meine Fachkenntnisse der Begriffe sind hier etwas mau…..

  • Gate/Expander und/oder Automixer sind deine Freunde. Je nachdem wie leise die Darsteller sprechen, werden Gates/Expander immer sinnloser, weil sie dann schon von anderen Umgebungsgeräuschen aufgemacht werden.

    music is the best - Zappa

  • Ohne Skript ist es erfahrungsgemäß wirklich sehr schweißtreibend bis unmöglich, das anständig zu bearbeiten. Die Headsets kenne ich aus eigenem Gebrauch. Klingen eigentlich gut, rauschen aber ziemlich. Die Frage ist natürlich, ob man das openair als störend empfindet. Und der nächste fühlbare Sprung an Qualität zu Sennheiser oder auch "nur" Rode ist dann schon sehr viel teurer.