Max. Verstärkerleistung bei z.B. AB und Lichtstrom?

  • Mann hat mir eben einen Link zu einer Endstufe geschickt, der Pronomic XA-1400


    Wie kann man bei der angeben:

    Ausgangsleistung (2 Ohm): 2 x 3000 Watt RMS

    Ausgangsleistung (4 Ohm gebrückt): 6000 Watt RMS


    Ich komme selbst wenn ich auf 250 Volt und 16 Ampere rechne auf 4000 Watt, bei einem Wirkungsgrad von 60% komm ich halt auch

    auch nur auf 2400 Watt,


    Ein Wert den viele andere Hersteller bei den großen Amps angeben ist bei 220 Volt und 15 Ampere um die 2000 Watt.

    Wie rechtfertigen Hersteller die dreifache Leistung?


    Ich hatte diese Amps mit den Leistungsdaten noch nie genau angesehen. Ich bin eigentlich davon ausgegangen dass wie an meinem großen Server 2 oder 3 Lichtstromanschlüsse verbaut sind...

  • Zum einen hält ein 16er Automat für kurze Zeit deutlich mehr Strom aus, zum anderen werden Elkos geladen, die kurzfristig viel Energie abgeben können.
    Das ist das leidige Thema mit den Leistungsangaben. Kann der nun die Leistung für 100ms oder eine Sekunde oder 10 Sekunden? Wie lange braucht man sie im Beschallungsbereich?

    Der Wirkungsgrad ist im übrigen durch gestaffelte Versorgungsspannung etc. inzwischen höher als 60%.

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Aus der Praxis kann ich sagen, das so 8kW an Verstärkerleistung class ab oder h an einer Schuko bei Live Musik machbar sind.


    Es kommt darauf an mit Schaltnetzteil kein Problem, mit Trafo würde ich sagen nein.


    Durch das Schaltnetzteil bekommt das ganze ein Energiemanagement welches dafür sorgt das im Mittel der Strom begrenzt wird so das der Automat nicht auslöst. Zudem sorgt die PFC dafür das das Netz seine Sinusform behält, in dem sie im richtigen Moment Energie nachschiebt, auch das vermeidet heftige Stromspitzen die den Automat wenn auch in Stunden zum Auslösen bringt.


    Wenn die Energie nicht zur Verfügung steht merkst man das in der Regel nicht wirklich, im Bass fehlt vielleicht der Druck. Wenn die Spannung soweit zusammenbricht das die Stufe Clippt ist was mit der Spannungsversorgung faul. Gefährlich wird es mit NEAs wenn diese dann versuchen nachzuregeln können Spannungsspitzen auftreten an denen Geräte manchmal schaden nehmen können.

  • Aus der Praxis kann ich sagen, das so 8kW an Verstärkerleistung class ab oder h an einer Schuko bei Live Musik machbar sind.


    Bei extremer EDM kann das knapper sein, da hab ich aber keine Erfahrung weiter.

    Ich betreibe relativ häufig Linea Research 44M20 mit 4x4Ohm Bass an einer Schuko, das Netzteil ist dabei dann softwareseitig auf 16A Langzeit begrenzt und die Limiter stehen pro Kanal auf 100V, also 2,5kW an 4Ohm. Man muss sich bei elektronischer Musik anstrengen, dass der Stromlimiter eingreift. Bei normalem Techno passiert das quasi nie und wenn dann nur kurz bei Sweeps auf den letzten 3-4dB vor Limit.


    Die Energiedichte bei elektronischer Musik ist im Bassbereich hoch, man überschätzt das ganze aber häufig. Dazu kommt, wie oben schon geschrieben, dass ein normaler funktionsfähiger B16 frühestens bei Spitzen von 48A auslöst, selbst der thermische Auslöser lässt über eine gewisse Zeitspanne deutlich mehr als 16A zu. Bei Livemusik hätte ich auch keine Bauchschmerzen, im Notfall noch einen zweiten Amp mit auf die Schuko zu hängen.


    Edit: Auf dem Bild ist die Stromaufnahme einer 44M20 mit 4x2Ohm Bass (12x15" BR) auf einem Technofestival mit unlimitiertem Netzteil zu sehen:



    Das würde ich dann nicht mehr an eine Schuko hängen, da ist der 32A Netzeingang sinnvoll :D

  • Der Wirkungsgrad ist im übrigen durch gestaffelte Versorgungsspannung etc. inzwischen höher als 60%.


    Diese wirkt sich aber nur bei kleinen Signalen positiv darauf aus.


    Man kann die Diskussion mit dem Lautsprecherkabel erschlagen, das ist dann in der Praxis der größte Hemmschuh mit dessen sich die Eigenschaften beeinflussen lassen.


    Da musste ich letztes Jahr grinsen als hinter einer Lambda Labs DH18 Bank geschaut hatte und billiges 2,5qmm Kabel entdeckte. Der AMP war geschätzt 50m weit weg.....


    Für vernünftige Lautsprecherkabel hat das Geld nicht mehr gereicht. In Anbetracht der Pegelgrenzen war es vielleicht noch zu vertreten. Aber hohe Widerstände zu den Lautsprechern beeinflussen auch die Eigenschaften negativ.

  • Aber wenn man sich das so schönrechnet hat man keinen RMS wert der ja genau definiert ist wie der gemessen und berechnet wird. Ich habe eben nochmal die Messvorgaben zur RMS Messung geprüft

    Der Wert kann wirklich nie größer sein als die Stromaufnahme.


    Wenn man sich das irgendwie anders schönrechnet mit der Rechtfertigung Musik braucht nicht immer gleich viel Leistung, mal mehr und mal weniger kann man das machen.


    Aber dann hat man eine undefinierte P.M.PO. Angabe wie damals die Stereoanlagen aus dem Quelle Otto Neckermann Katalog oder irgendwas aus dem Mediamarkt usw.


    Ich kann auch eine Grenzwertbetrachtung durchführen, wenn ich Leistungsdaten von ehrlichen Verstärker anschaue erhöht sich in den Datenblättern der Stromverbrauch relativ direkt linear bis zu einer ca. max. 3000 Watt am Haushaltsstrom der hochgeht bis ca. 16 Ampere.


    zB. 450 Watt 5 Ampere 540 Watt 6,3 Ampere 720 Watt 8 Ampere 1015 Watt 10 Ampere 1800 Watt 12 Ampere 2100 Watt 15 Ampere


    Ab da bleibt der Strom bei 16 Ampere. Ob nun 6000 oder 8000 Watt. Die können dann ja auch gleich 10000 oder 15000 Watt schreiben.

  • Wie genau ist den RMS Leistung definiert?
    ich kenne nur die Dauerleistungsdefinition der Deutschen HiFi Norm 45500 und RMS Leistung ist nicht das gleiche wie die in der Norm definierte Dauerleistung.

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  • Der Wert kann wirklich nie größer sein als die Stromaufnahme.

    Natürlich nicht, damit hätten wir die Physik überlistet.


    Aber dann hat man eine undefinierte P.M.PO. Angabe wie damals die Stereoanlagen aus dem Quelle Otto Neckermann Katalog oder irgendwas aus dem Mediamarkt usw.

    Als undefiniert würde ich das nicht bezeichnen. Guck dir doch mal ein paar Tests aus der Production Partner an, da ist bei Endstufentests sehr genau beschrieben, unter welchen Umständen welche Leistungen erreicht werden. Viele seriöse Hersteller geben auch an, mit welchen Signalformen die Datenblattangaben ermittelt wurden.


    In meinem Beispiel mit der LR 44M20 oben: Die Endstufe kann natürlich NICHT 20kW Dauerleistung abgeben (oder nur für eine sehr geringe Zeitspanne). Muss sie auch überhaupt nicht, es gibt keinen Lautsprecher der 5kW Dauerleistung auch nur ansatzweise verarbeiten kann.


    Linea Research gibt z.B. den Crestfaktor an und die dazugehörige Leistung: 1500W / 8Ohm bei 6dB Crest, 3000W / 4Ohm bei 9dB Crest und 5000W / 2Ohm bei 12dB Crest. Die Leistungsangaben entsprechen dabei immer 750W abgegebener Dauerleistung pro Kanal, gut 2Ohm weicht etwas ab, das wären dann 625W Dauerleistung. Multipliziert mal 4 sind das 3000W abgegebene Leistung und plus Verlustleistung der Endstufe selber (ca. 85% Gesamtwirkungsgrad) kommt man auf ca. 3,5kW Eingangsleistung und damit knapp im Bereich der Möglichkeiten eines Schuko-Anschlusses.


    Da ist kein Voodoo oder unrealistische PMPO Angaben dabei, das ist praxisgerecht für Musikwiedergabe. Die Energie für die Signalspitzen wird aus der fetten Elkobank in der Endstufe und der kurzfristig deutlich höheren Stromaufnahme genommen.


    Wer deutlich mehr Dauerleistung will (wofür auch immer, die handelsüblichen Pappen mit 4" Spule können es jedenfalls nicht) muss eben ein 50kg Eisenschwein schleppen, wird damit bei normaler Musik aber keinen dB mehr aus seiner Anlage rausholen.

  • Nur das diese Angaben wenn die nicht exakt definiert werden völlig wahllos sind.

    Und bei dem Pronomic wird mit RMS geworben was es per Definition ja nicht ist.


    Nach der Logik könnte ich dem 2x100 Watt auch 2x500 zugestehen

  • In technisch sauber dokumentierten Betriebsanleitungen findet man auch entsprechende Angaben zur Leistungsaufnahme der Endstufen.


    Hier als Beispiel für die Dynacord LX3000 Endstufe (Schaltnetzeilendstufe mit gestufter Versorgungsspannung, also Class H Schaltung und 2x 1400 W an 4 Ohm):



    Nicht ohne Grund taucht da so oft die Angabe für 1/8 der maximalen Ausgangsleistung auf, weil diese bei "normalem" Musiksignal (soweit es das heute noch gibt...) etwa der über die Zeit durchschnittlichen Leistung entspricht, wenn die Endstufe bis knapp unter das Clipping (bei den Signalspitzen) ausgesteuert wird.


    Betrachtet man da die Angabe für 1/8 Max. Output Power @ 4 Ohm mit VDE-Rauschen und 10% Netzüberspannung, dann belastet die Endstufe das Netz im Mittel mit 1200 W.

    Das heißt an eine 16 A Schukodose könnte ich für diesen Betriebsfall 3 von den Endstufen anschließen.


    Wenn man etwas Reserve haben möchte und die Endstufen eher im Bassbereich und nicht Fullrange eingesetzt werden sollen, würde ich maximal 2 dieser Endstufen auf einen 16 A Schuko hängen.


    Die Angabe von 4400 W Leistungsaufnahme, bei 4 Ohm Belastung und Vollaussteuerung mit einem 1kHz Sinussignal ist in der Praxis eher irrelevant, weil dann würden die vier dranhängenden 4" Schwingspulen jeweils 700 W abbekommen und das können diese thermisch niemals länger ab. (eher auf Dauer so 150 W)



    Bei einem Amprack mit mehr als zwei dieser LX3000 würde ich aber eh keinen Schuko Anschluss, sondern einen Cekon Anschluss verwenden und die Amps sinnvoll auf alle 3 Phasen verteilen.



    Die Tabelle ist aber auch wegen der dort aufgeführten Angaben zur Abwärme (BTU/hr) interessant, wenn man sich in einer Einbausituation Gedanken darüber machen muß, wie viel Wärme man durch entsprechende Lüftung abzutransportieren hat.

    Viele Grüße,
    Fux

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  • Nur das diese Angaben wenn die nicht exakt definiert werden völlig wahllos sind.

    Und bei dem Pronomic wird mit RMS geworben was es per Definition ja nicht ist.


    Nach der Logik könnte ich dem 2x100 Watt auch 2x500 zugestehen

    Jetzt kommts: Die Angaben der Endstufen Hersteller sind viel besser definiert und weniger wahllos als die Angaben der Lautsprecher Hersteller.

  • Der RMS Wert ist ja genau definiert,


    Wenn ich nun vereinfacht diesen Wiki Artikel raus krame wird auch recht klar das hier der Anbieter

    eine Musikleistung meint, aber RMS schreibt


    Musikleistung – Wikipedia


    Da finde ich auch als eines der wenigen Beispiele die KI Antwort gar nicht mal so schlecht