Powerbank ohne PowerDelivery möglich?

  • Servus!

    Mal ne wirklich doofe Frage - da ich damit 0,0 Erfahrungswerte habe:


    Eine Powerbank soll 5Volt/ 1Ampere liefern (das kann wohl jede...)

    aber NICHT vom USB Ausgang der PB zu einem USB EIngang eines Gerätes, SONDERN an einen Rundstecker.

    Das Gerät ist eine simples Behringer UMC404HD - das hiermit mobil betrieben werden soll (am Laptop).

    Da die Stromversorgung bei diesem Gerät nur über das (mitgelieferte) Netzteil funktioniert, möchte ich nun eben für diesen mobilen Zweck eine PB als Versorgung nehmen.


    Der Gedanke eines Unwissenden - der sich aber immer technische Gedanken macht:

    Kann es sein, dass beim Anschluss eines Gerätes OHNE die "USB-Handshake-Protokoll-Abstimmung" (mir fehlt grad das Fachvokabular für diese PowerDelivery Kommuinikation) der Ausgangsstrom evtl. nicht die 5 Watt (1A) erreicht???


    Oder (noch schlimmer) kann es Powerbanks geben, die da Zicken machen und ich müsste dann versch. probieren?


    Danke Euch für Erfahrungswerte!

  • Ich habe mein UMC404HD vor ca. einem Jahr verkauft, aber ich habe es nie mit dem Netzteil betrieben (beim Verkauf konnte ich das Netzteil auch nicht mehr finden). Das funktioniert doch über USB-Buspower?

  • Ja, das kann sein.

    Ich hatte da mal enormen Stress mit einem Flow8 in einem mobilen Setup (Akku-Box + Flow8 mit Powerbank als Mixer). Ein einfaches Power-Kabel hat bei meiner Powerbank dazu geführt, dass die nur 4,5V rausschickte. Das wiederum hat dazu geführt, dass die XLR-Ausgänge gemutet waren während das Flow8 problemlos mit allen Funktionen incl. Metering lief - es kam aber nix raus...... Da suchst du dir erst einmal einen Wolf. Ich habe das Flow8 dann aufgemacht und die Schaltung analysiert - und tatsächlich, das Pult hat eine Mute-Schaltung bei den XLR-Ausgängen, die bei 4,5V Versorgungsspannung gerade so abschaltet. Bei Test war die Powerbank 100% geladen und die Ausgangsspannung noch bei 4,6V. =O

    Ich würde daher auch nach der Spannung und nicht nur nach dem Strom schauen.


    Ach ja - mit einem USB Protokoll/Spannungstester wurde brav immer 5V angezeigt - der hat ja auch kommuniziert... Schalte mal so ein Messgerät zwischen Powerbank und dem USB auf Rundstecker Kabel. Das könnte dann funktionieren.

  • Habe unlängst für eine kleine elektronische Spielerei eine Powerbank als Stromversorgung getestet und das funktioniert problemlos mit einem selbst gelötetem Kabel ohne USB- Datenübertragung.

  • Der Teufel liegt im Detail:

    PD brauchst und willst Du nicht - denn das sind vereinfacht ja alle Spannungslevel größer als 5V. Die werden auch ausgehandelt.

    Bleiben wir bei ohne PD. Dann sind 5V zwar die Nennspannung, aber USB erlaubt von Spezifikation 1.0-3.2 einen Spannungsbereich. Und das passt dann eben nicht mehr zu gesichert >4,7V die das Flow-Ding haben will. Und was die Quelle unter Last macht (und z.b. auch das Messgerät anzeigt, falls das keines ist, dass auch Last simuliert) ist auch ein Thema. Dummerweise ist die engste Spezifikation für den Spannungsbereich aus 2.0 eine die nur 500mA liefert.

    Damit sind wir beim Thema Strom: Die gewünschten 1A gehen nur mit 3.2, mit PD oder USB-BC (Battery Charging) 1.2. - wobei in der Praxis ja meistens trotzdem das Stromthema nicht so eng wie nach Spezifikation gehandelt wird (dann müsste nämlich der Stromverbrauch unabhängig von PD auch ausgehandelt bzw. erst angefordert werden).


    Evtl. macht es Sinn einen kleinen Adapter mit Konstantspannungswandler zu löten. Centartikel. In der Theorie liest sich die Anforderung komplizierter zu erreichen, in der Praxis wird es einfacher klappen. Trotzdem würde ich auch aus anderen Gründen der Zuverlässigkeit eher bekannte und getestete Powerbanks nehmen. Die schalten je nach Ladezustand ja auch mal runter.


    Zu guter Letzt: Für Raspberrys gibt es ja auch kleine USVs für wenige Euros - vielleicht lohnt da auch der Blick drauf (Mehrverbrauch vs. Konstante Versorgung, ggf. Auch Wechsel der Powerbank im Betrieb).

  • Das HD404 geht, wie schon geschrieben, auch 'Bus powered', aber an Laptops wird's manchmal kritisch, da es wohl recht viel Strom zieht.

    Und vorsicht: Die Belegung des Hohlsteckers ist nicht so wie üblich, sondern + liegt außen und - innen.

    Ansonsten sind die 5V der Standard bei Powerbanks, die 'Verhandlungen' sind nur nötig, wenn eine höhere Spannung gewünscht wird. Gerade wenn man den USB-A Ausgang nimmt, dann sehe ich von dieser Seite keinerlei Probleme.

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  • Danke auch Dir Thomas.

    Polarität hätte ich eh gemessen, bevor ich was anfertige und löte, oder adaptiere.

    Auf den Gedanken, dass dieser 404HD auch mit der USB als Powerquelle laufen könnte, kam ich erst mal gar nicht. Ist aber nun nen Versuch wert. Evtl. reichts ja.

    Die 48V Phantom brauche ich zwar nur für 1 Messmikro, aber die paar mA sollten es hoffentlich nicht fett machen, wenn der stepup Wandler einen vernünftigen Wirkungsgrad hat...

  • Sharge 100 kann das - und noch viel mehr. Kostet zwar richtig viel - funktioniert aber bestens. Habe selber eine... Allerdings gibt's auf der offiziellen Seite nicht mehr - nur noch über einschlägige Online-Shops. Deshalb keine Link.

  • Es gibt für genau solche Fälle kleine Adapterplatinen oder Kabel, die über USB PD genau die Spannung anfordern, die man nutzen möchte. Dann liefern die Netzteile bzw. die Powerbank auch genug Strom. Findet man unter der Bezeichnung "USB PD Trigger-Modul" oder "USB PD Trigger-Kabel".

    Zum Beispiel:

    JOY-IT Entwicklerboards - USB-PD Trigger-Modul, USB-C auf Lötpads | Stromversorgung günstig kaufen | reichelt elektronik

  • Ansonsten sind die 5V der Standard bei Powerbanks, die 'Verhandlungen' sind nur nötig, wenn eine höhere Spannung gewünscht wird.

    Bei USB-C kommt ungefragt erstmal gar nichts raus.

    Bei USB-A stimmt, dass grundsätzlich 5V anliegen. Ist dann aber nicht PD sondern Quickcharge.


    Es gibt für genau solche Fälle kleine Adapterplatinen oder Kabel, die über USB PD genau die Spannung anfordern, die man nutzen möchte.

    Ist ja das selbe, wie die von mir erwähnten Adapter.

  • Ist ja das selbe, wie die von mir erwähnten Adapter.

    Ja, aber gerade bei 5V muss man etwas aufpassen. Wenn man das passiv adaptiert liefern die meisten Netzteile nicht genug Saft, sondern nur die 5V-Grundversorgung. Für den vorliegenden Fall sollte also auf jeden Fall ein elektronischer Trigger zum Einsatz kommen.

  • Notiz (auch für mich selbst):

    Das originale Behringer Schalt-Netzteil liefert 5,13 Volt unbelastet.

    Am 404HD messe ich an der Rundbuchse 4,7 Volt, wenn ich per USB vom PC speise.

    Messfunktion hat mit einem Messmikro soweit normal funktioniert, inkl. 48V Phantom (REW mit dem aktuellen ASIO Treiber).

    Next to do:

    - Dasselbe (USB Versorgung) mit Laptop testen

    - Gerät öffnen und intern messen: Versorgungs-Spannungen und die 48V unter Last

    - Netzteilspannung mit Last messen

    - vorhandene alte Mini-Powerbank damit mal testen, dazu muss ich aber erst noch passende Stecker löten, oder ich geh für den Kurztest mit Strippen ins Gerät an die Buchse...


    Ergänzung, 17.1.:

    Am Laptop funktioniert es wie am PC mit dem USB Anschluß, also ist das Netzteil nicht unbedingt notwendig.

    Hab auch die Phantomspannung gemessen, diese ist exakt gleich bei 46,2V - egal ob nur USB oder Netzteil am 404HD ist. Hab allerdings zuhause nur das eine Messmikro, d.h. die Last war nur ein Mikro an der Phantomspannung.


    Vorerst ist also keine Powerbank notwendig.
    Wenn ich diese "Messstation" zur Pegelüberwachung mal am laufen habe - also nicht nur schnell eine Messung irgendwo im Raum ohne Netzanschluss mache, dann wird es ehh ans Stromnetz angestöpselt.


    Was dabei noch aufgefallen ist:

    Wenn ich das (dieses eine) Mess-Mikro mit dem Calibrator mit 114dB "versorge", und den Gain auf 0 stelle (Poti auf Linksanschlag), dann zeigt mit REW nen Pegel von -13dB an (mit Pad dann -33dB).

    Das finde ich schonmal ganz nett als kleine Hilfe um das Gainpoti nicht mit fixen Schalterstellungen zur "Kalibrierung" des Preamps zu modifizieren - was ich in Gedanken schon fast begonnen hatte...

    Einmal editiert, zuletzt von funkbrother () aus folgendem Grund: Ergänzung, 17.1.