DiGiCo SD/Q Remotebarkeit (Mixing Station?)

  • Hallo zusammen,


    dies richtet sich vorrangig an Digico SD/Quantum Nutzer.


    Diese Pult sind ja in gewissen Bereichen (Konzerte aller Art, Theater, Kreuzfahrtschiffe, Musicals etc.) recht verbreitet, in manchen anderen Bereichen eher weniger (Indrustrie z.B.?).


    Wir haben bei uns im Haus von 2015-2025 eine SD7 gehabt und nun auf eine Quantum8 gewechselt. Das Pult ist in einer Tonkabine verbaut mit keiner schlechten, aber auch keiner besonders guten Abhörsituation. Deshalb ist es für uns essentiell, dass eine vernünftige Remotebarkeit des Pultes aus dem Saal oder auch von der Bühne aus (Monitoring etc.) vorhanden ist.


    Leider hat DiGiCo hier in den letzten Jahren im Grunde absolut keine Fortschritte gemacht:

    Die iPad App ist quasi identisch seit 2015. Damals war sie im Vergleich mit den Mitbewerbern ganz gut, heute fühlt sie sich veraltet, instabil und langsam an. Zudem waren schon bei SD nicht alle Funktionen von der App erreichbar. Bei der Quantum ist das noch deutlich schlimmer geworden, da es faktisch keine extra App für Quantum Pulte gibt. Die App macht auf dem Tablet quasi aus einer Quantum Konsole eine SD Konsole. Und auch ansonsten folgt die Logik bei DiGiCo ja ein wenig dem Motto: Willst Du dein Pult im Saal haben, stell es in den Saal oder stell Dir ein identisches Pult in den Saal und spiegele es mit der Hauptkonsole. In Kombination mit den aktuellen Preisen ist das schwierig umsetzbar und ergibt auch immernoch keine vernünftige App fürs Tablet.


    Nun die Frage:

    Wie ist es bei euch (DiGiCo-Nutzern)? Braucht ihr die Remotebarkeit überhaupt nicht, nur weil ihr an einer Digico seid? Oder reicht euch die Funktionalität der vorhandenen iPad App (von der Stabilität und Performance dieser mal abgesehen)?

    Bei vielen anderen Pulten wird viel über die Apps geredet/gemeckert oder Lösungen mit Mixing Station scheinen sehr beliebt zu sein. Gibt es diese Tendenz bei euch nicht bei DiGiCo Pulten?


    Da diese Funktion für uns wichtig ist, habe ich einmal David (von Mixing Station) kontaktiert, ob er sich nicht vorstellen könnte, eine DiGiCo Integration zu programmieren. Und siehe da: Kurze Zeit später gab es eine erste Version, die zumindest Fader, Sends, Mutes und Gains steuern konnte. Mittlerweile gehen sogar auch die (Standard)-EQs und Dynamics. Danke noch einmal, dafür!


    Bei unseren täglichen Proben nutzen wir nun also eine Kombination aus DiGiCo Offline-Editor, Mixing Station, einem Waves Fit Controller und einem iPad. Hierbei fällt aber jeden Tag auf, dass die Mixing Station Implementierung (quasi eine Beta-Version) deutlich flüssiger und vor allem stabiler läuft als beide Programme des Herstellers.


    Leider scheint das aktuelle Protokoll von DiGiCo keine komplette Implementierung in Mixing Station zuzulassen. z.B. fehlen sämtliche Pegelanzeigen und natürlich einige der detaillieren Einstellungen (Quantum-Processing, Matrix, FX etc). Auf Nachfrage bei DiGiCo schien wenig Interesse an einer direkten Zusammenarbeit zu bestehen, für die Nutzergruppe wäre es evtl. auch nicht so wichtig?


    Daher frage ich mich, wie ihr das so seht. Bei vielen anderen Herstellern wird viel darüber geredet. Bei DiGiCo seltsamerweise kaum.

    Ich mag die Pulte total gerne, nur dieser Punkt stört mich zunehmend in letzter Zeit.


    Danke für eure Zeit und Antworten!

  • Ich will jetzt nicht den Klugscheißermodus einschalten, aber warum habt Ihr Euch dann dieses, für Euch offenbar unpassende (oder zumindest nicht ideale) Pult gekauft?


    Grüße Wolf

  • secluded

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Die ipad Remote wird bei allem größer als ein Rackmixer nicht das wichtigste Kriterium bei einer Neuanschaffung sein.. :rolleyes:


    Hier spielen Kanal- und Buskapazitäten, Szenen- und Rollenverwaltung, Redudanz etc. sicher eine entscheidendere Rolle.

    Vielleicht ists trotzdem das richtige Pult, nur kanns eben nicht alles so gut wie man es sich wünscht. Ohne die Situation vor Ort, die Anfoderungen etc. zu kennen, ist das nicht zu beurteilen.


    Ja, die Digico App ist rudimentär und instabil und ich würde eine Mixing Station dafür sehr begrüßen

  • An DiGiCo schreiben, sie mögen doch David als Developer mit allem unterstützen was er benötigt.


    Ich sollte das auch endlich mal machen! :saint:

    Tatsächlich hatte ich das vor einiger Zeit schonmal gemacht. Habe aber heute erneut an den deutschen & britischen Support geschrieben.

    Bestimmt hilft es, wenn mehrere mitziehen ;)


    Ich will jetzt nicht den Klugscheißermodus einschalten, aber warum habt Ihr Euch dann dieses, für Euch offenbar unpassende (oder zumindest nicht ideale) Pult gekauft?


    Grüße Wolf

    Danke für diese Antwort, leider nicht ganz mit den erhofften Erfahrungswerten. Aber kein Problem.


    Dieser eine Punkt hat die vielen positiven Punkte nicht aufgehoben. Außerdem geht es bei einem neuen Pult in Festinstallationen ja auch darum, vorhandene Infrastruktur weiter zu verwenden.

    Ich habe Digico im Laufe der Jahre zu schätzen gelernt und würde nicht mit etwas anderem tauschen wollen.


    Ich möchte nur mit diesem Thread auf die Problematik der "Nichtremotebarkeit" hinweisen und eine Diskussion darüber anregen.

  • Bestimmt hilft es, wenn mehrere mitziehen ;)

    Mach ich morgen. Versprochen!


    Für mich ist es tatsächlich ein Kaufkriterium und natürlich nicht das Einzige. Ich hätte mir vielleicht schon ein Quantum gekauft, habe mich aber so an Mixing Station gewöhnt und kann damit so viel machen, dass ich das nicht missen möchte.

  • Mhm, für Deine Situation versteh ich dass, aber ich vermisse idR kein App. Während manche Pulte ohne Remote eine PITA sind läuft es bei Digico am Pult sehr flüssig.

    Nur man ist halt ans Pult gebunden.


    Nun bin ich das so gewöhnt, dass ich auch bei anderen Jobs nur selten ein App benutze.

    Ich hoffe aber sehr, dass Digico sieht, dass sie nur Vorteile haben wenn sie Mixing Station unterstützen. Oder sieht hier jemand ein Nachteil?

  • Also ich habe ja schon vor den ganzen Apps gerne ein convertable Thinkpad mit Editor zum Einpfeifen und Klangkorrektur vor Ort benutzt. Fand ich immer angenehmer als das aus der Ferne abzuschätzen oder dafür hin und her zu laufen.


    Was mich bei der App schon immer gestört hat war, dass man im EQ-Fenster keinen Zugriff auf den Channelfader hat.


    Also +1 für eine etwaige Mixingstationkompatibilität

  • Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, wie man in den letzten 15 Jahren noch ohne eine Remote effizient arbeiten könnte, sowohl für FOH als auch MON.
    Mal schnell die Kanäle auf der Bühne anklopfen?
    Im Venue Nearfills und Delays einstellen?
    Schlechte FOH-Positionen ausgleichen?
    Wege sparen?
    Physische Pulte sparen, die bei manchen Jobs einfach nicht notwendig sind?

  • Naja, all diese Sachen funktionieren mit der Digico App ja ohne Probleme.

    Naja, jein.

    Grundsätzlich läuft die App so mittelmäßig gut. Lädt manchmal die Channelnamen nicht, spinnt manchmal beim Metering. Wenn es einmal richtig eingerichtet ist, findet die App das Pult eigentlich recht zuverlässig.

    Aber zum Beispiel auch, dass nur ein iPad zur Zeit Zugriff haben kann, ist nicht wirklich zeitgemäß.

    Ist normal nicht so schlimm, Mixing Station nutzt aber aktuell noch die iPad Schnittstelle, um mit dem Pult zu kommunizieren.


    Aber es fehlen auch einfach einige Funktionen.

    Man kann z.B. die Dynamics nicht zwischen verschiedenen Typen (Compressor, Multiband, Gate, Ducker etc.) umschalten. Dafür muss man zurück ans Pult.

    Zugriff auf jegliche Effekte (wenn man sie denn benutzen möchte), gibt es auch nicht.

    Hinzu kommen noch diverse kleinere Bugs (Zugriff auf Auxe/Busse manchmal nicht möglich, Neustart behebt das Problem).


    Jegliche Quantum Features fehlen komplett.


    Wie gesagt, vor 10 Jahre wäre das alles für mich ok und zeitgemäß gewesen, aber da hat sich leider nicht viel getan.


    Mit einer Zusammenarbeit mit Mixing Station könnte Digico hier einen großen Teil des Rückstands in dem Bereich wieder aufholen.

  • Vermutlich wahr, aber es ist eben schöner wenn ICH aus der vollen Toolbox auswählen kann welche Funktion ich gerade anwenden will als von der Software auf Basisfunktionen eingeschränkt zu werden.

  • Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, wie man in den letzten 15 Jahren noch ohne eine Remote effizient arbeiten könnte, sowohl für FOH als auch MON.

    was hätte ich mich in den letzten 15 jahren gefreut, wenn ich solche hilfsmittel immer funktionierend zur hand gehabt hätte... ich denke da nur an unsere sehr eingeschränkte und zickige Vi Remote App... da haben oft nur die alten vorgehensweisen geholfen:

    auf die bühne gehen - anhören - merken was man verändern könnte/sollte - wieder zum pult - einstellen - wieder auf die bühne - ausprobieren.... Das hat uns durchaus geschult, möglichst effizient zu arbeiten.


    in meiner realtität ist die arbeit mit zuverlässigen apps eigentlich erst in den letzten jahren der fall: seit David immer mehr pulte in Mixing Station aufgenommen hat, mit denen ich auch arbeite, bin ich wirklich happy.

    die einzige app, die ich außer MixingStation noch nutze, ist die app der A&H SQ.


    ja, Digico könnte nur gewinnen, wenn sie sich da kooperativ zeigen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    4 Mal editiert, zuletzt von wora ()

  • OK, das mag stimmen. Aber bei Jobs wo ich die Quantum mitnehme habe ich einen vernünftigen FOH Platz. Da reicht es mir wenn ich per iPad mal den Nearfill Pegel anpassen kann.

    Das ist natürlich erstmal logisch und korrekt. Grade bei den physikalisch großen Pulten geht man davon aus immer Platz zu haben.


    Primär geht es mir drum den Zugang zu erleichtern, grade das IP und Port Setup für ein einzelnen Client bei Digico ist nunmal sehr Fehleranfällig und da es nur ein einzelnen Client zulässt geht sowas wie iPad auf der Bühne für Stagehands o.Ä. schonmal nicht gut.
    Und dadurch dass Digico UDP verwendet, ist z.b. auch nicht garantiert dass eine Änderung in der offiziellen iPad app auch wirklich am Pult ankommt (oder andersrum).


    Das sind beides Punkte bei denen man gut kollaborieren könnte und letztendlich alle was davon hätten.
    Zusätzlich kann man über MS auch super UIs bauen für spezifische Anwendungsfälle z.b. Theater oder für Leute mit weniger Erfahrung (Freiwillige bei House of Worship - ja das kommt öfter vor als man denkt in den USA)


    Aber so wie aktuell die Rückmeldung vom Hersteller ist ist der finanzielle Anreiz zu klein. Da setzt man lieber auf z.b. Klang da die beispielsweise eine funktionierende App für Monitoring haben.

  • Das sind beides Punkte bei denen man gut kollaborieren könnte und letztendlich alle was davon hätten.
    Zusätzlich kann man über MS auch super UIs bauen für spezifische Anwendungsfälle z.b. Theater oder für Leute mit weniger Erfahrung (Freiwillige bei House of Worship - ja das kommt öfter vor als man denkt in den USA)

    Hm, Ihre eigene App hat ja auch nur Geld gekostet (Entwicklung) und ist für die Nutzer gratis.


    Vielleicht sollte man Ihnen die Optionen des UI Layoutens an praktischen Beispielen nochmals demonstrieren.