Gain-Optimierung mit DCX2496 für Laien

  • Hi zusammen,


    das Thema wurde schon ein paar Mal angerissen, ich habe mir einiges zusammengepuzzelt und laienhafte Berechnungsversuche unternommen (Jobst DSP-Rechner, Pegelrechner von Sengpiel) und frage mich, ob das sinnhaft ist:


    Der Controller, Behringer DCX2496, hat bekanntlich Ein- sowie Ausgangspegel bis max. +22 dBu.
    Unser Mischpult, Yamaha MG12/4, liefert bis +24 dBu. Jetzt könnt ich das im DSP um -2 dB absenken aber clippen würde der Eingang im Zweifel ja trotzdem noch, also einfach nicht voll hochziehen. Passt dann ungefähr.

    Sorgen macht mir der Ausgang des DCX, denn ich rage nicht in den für den Limiter ausreichenden Bereich hinein. Außerdem wird das Rauschen ziemlich verstärkt.

    Die Endstufe für die Tops ist die Dynacord S900 mit 0,775 V Eingangsempfindlichkeit, also 0 dBu. Bisher hab ich die Ausgänge halt um die maximalen -15 dB heruntergerissen, aber den verbleibenden bis zu 7 dBu bin ich dann ja noch immer weit über der maximalen Eingangsspannung.

    Bei der Bass-Endstufe Yorkville AP4040 sind es 1,4 V Eingangsempfindlichkeit, also um die 5 dBu, da ist die Differenz ja nicht ganz so kritisch.

    Trotzdem, wenn jemand die Ausgänge verkonfiguriert, wird es unlustig.

    Die Eingangsempfindlichkeit beider Endstufen kann nur mit den Potis vorne gedämpft werden.


    Oft werden Dämpfungsglieder, -10 oder -20 dB, empfohlen. Hier im Forum und auch beim Jobst-Audio-Rechner. Die gibt es symmetrisch für XLR, summieren sich aber bei vier Stück auch auf über 100,- €. Billiger kann man Widerstände in die Stecker löten.


    Wie handhabt ihr das ober würdet ihr es handhaben? Setzt jemand die DCX mit Dämpfungsgliedern ein, bzw. kann ich mir die zumindest für die Bässe sparen? Wir haben die CD-Serie von Audio-Zenit dran, die verkraften nicht so furchtbar viel, ist ein funktionierender Limiter sicher sinnvoll.


    VG

    Nico

  • Hallo Nico,

    der Ultradrive kann den Limiter bis -24dB setzen, oder?

    Damit müsstest Du die S900 gerade noch in den Griff kriegen.

    Zumindest würdest Du dann deren Vorstufe nicht überfahren, wenn Du die Volume-Potis etwas zurückdrehst.

    Von den Leistungsdaten passt die Endstufe gut zur CD12(ND) (was hast du für Boxen?), ca. 20-30% Mehrleistung als Headroom zur Boxen-RMS ist ein annehmbarer Wert

    Ich nutze selbst AZ (ND212 & NDW18) und kenne das Material als gut belastbar und so lange die Endstufe nur mal kurz rot blitzt, dürfte das lange laufen.

    Bei Dämpfungsgliedern musst Du dran denken, dass deren Werte nur für definierte Ein- und Ausgangsimpedanzen korrekt sind.

    In dem Fall geht "Probieren über Studieren" bzw. Rechnen...

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • Wenn ich richtig rechne, dann müsste -23dB am UD dann Vollaussteuerung an dem Amp sein.


    Ich würde einfach mal -24dB einstellen und zum Test gas geben.

    Genau, das ganze ohne abgeschlossene Boxen und mal die LEDs am Amp beobachten. Wenn da schon kein "Dauerrot" mehr kommt, stehn die Aktien gut.

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • Moin,


    ich habe mir da früher selber XLR auf Cinch-Adapter mit Kabel gebastelt, da daheim bot sich dies an.


    Den Pegeldämpfer im XLR-Stecker mittels Widerständen realisiert, dort ist eigentlich genug Platz, zumindest für unsymmetrische Adaption. War glaube ich 1k auf 100Ohm. Das DCX sieht dabei als Last ca 1k, dder angeschlossene Amp als Quellwiderstand ca 100Ohm.


    Grüße

    Mattias

  • Danke sehr für eure Antworten!

    der Ultradrive kann den Limiter bis -24dB setzen, oder?

    Stimmt. Hatte -22 dB im Kopf.


    Zumindest würdest Du dann deren Vorstufe nicht überfahren, wenn Du die Volume-Potis etwas zurückdrehst.

    So auf -3 etwa?


    Von den Leistungsdaten passt die Endstufe gut zur CD12(ND) (was hast du für Boxen?), ca. 20-30% Mehrleistung als Headroom zur Boxen-RMS ist ein annehmbarer Wert

    Volltreffer, nicht schlecht! Ja, es sind die CD 12 ND. Mit 230 W Nennausgangsleistung bei 8 Ohm liegt die S 900 leider etwas unterhalb den 300 W RMS der Lautsprecher, deshalb sind uns die Limiter so wichtig. Wobei der integrierte Limiter auch passabel ist und die Leistungsangaben von Dynacord ja oft als "defensiv" beschrieben werden. Die Bässe sind vier CDW 18.


    Ich nutze selbst AZ (ND212 & NDW18)

    Ein Traum! Die sind aber ohnehin ja spürbar belastbarer als die CD.


    Wenn ich richtig rechne, dann müsste -23dB am UD dann Vollaussteuerung an dem Amp sein.

    Da komme ich irgendwie nicht mit, hast du 1 dB als Sicherheitsabstand eingepreist?


    Ich würde einfach mal -24dB einstellen und zum Test gas geben.

    Genau, das ganze ohne abgeschlossene Boxen und mal die LEDs am Amp beobachten.

    Gute Idee, das mache ich. Ich glaube wir betreiben sie bisher auch auf -24 dB und die roten LEDs der DCX setzen vor denen der Endstufen ein. Muss ich noch mal beobachten.


    Den Pegeldämpfer im XLR-Stecker mittels Widerständen realisiert

    In einen XLR-Stecker kriegt man auch ein Symmetrisches Dämpfungsglied.

    Klugscheißmodus: Der DCX sieht 1.1 kOhm, der Amp 91 Ohm.

    Danke, bisher finde ich nur U-Pads, also (R1 = R2), R1 in Reihe mit 2/hot, R2 in Reihe mit 3/cold und dann R3 parallel zu 2/hot und 3/cold. Wäre das der korrekte Aufbau?
    Leider bin ich nicht wirklich gut im Dinge-in-Stecker-löten, da hatte ich bei Mikroadaptern schon abgelöste Drähtchen oder Masseschluss. Wenn, dann würde ich einen Zwischenstecker mit einem kurzen Stück Kabel bauen, damit er im Zweifel rausgenommen werden kann.

  • Ich "nagle**" die Input-Potis meiner Endstufen fest, mit denen ich vorher mit meinem DCX2496 den max. Pegel inkl. Limiter justiert hab.

    Oder geht es hier um Rent-Geräte, an denen auch andere rumspielen?


    ** Hab auch schonmal das Poti am Eingang mit fixen Widerständen ersetzt...

  • Oder geht es hier um Rent-Geräte, an denen auch andere rumspielen?

    Weniger rechnen, mehr beobachten und hören

    Nee, stimmt eigentlich - wird höchstens von einer Handvoll Personen betrieben. Meistens nur von meinem Bruder oder mir. Wahrscheinlich markiere ich einfach die Poti-Positionen und höre auf das Thema zu zerdenken.
    Irgendwo bin ich auf eine Diskussion gestoßen, da kam mir der ganze Gedanke - aber es scheint ja nicht so dramatisch zu sein wie eingangs gedacht. Insbesondere dass die Pegel-LEDs an der DCX kaum ausschlagen, irritiert. Dann ging es eben um Limiter und Rauschteppich.

    Wir betreiben das Zeug schon seit ein paar Jahren ohne Defekt so wie Jürgen es handhabt.

  • Also ich habe es damals mit Dämpfungsgliedern in den Patchkabeln gelöst. Aber da muss man sich sicher sein das niemand diese Kabel austauscht. Wenn der Weg nicht so viel Leistung verträgt bleibt einen nichts anderes übrig den Ausgangspegel abzusenken.


    0,7V sind einfach so etwas von untauglich, keine Ahnung weshalb das immer noch so Produziert wird. Vermutlich weil es so schön einfach und billig ist.


    Man könnte auch in der Ausgangsstufe am DCX die Verstärkung reduzieren, erfordert aber mehr Kenntnis zum Thema.

  • Also ich habe es damals mit Dämpfungsgliedern in den Patchkabeln gelöst. Aber da muss man sich sicher sein das niemand diese Kabel austauscht

    Ja! Und man muss wissen wo man suchen muss wenn ein Problem damit auftritt. Sollte eben dann sehr gut als solches markiert werden, das Dämpfungskabel.

    0,7V sind einfach so etwas von untauglich, keine Ahnung weshalb das immer noch so Produziert wird. Vermutlich weil es so schön einfach und billig ist.

    Zugegeben, diese Dynacord wurde 1999 hergestellt - vor 27 Jahren. Trifft man das bei neuen Endstufen immer noch an?

    Die S 900 hatte damals ein fast baugleiches Geschwisterchen von EV mit dem Namen CPS 1, das wohl mehr im Installations- und Kinobereich verwendet wurde. Könnten da 0 dBu sinnvoller gewesen sein als sagen wir +4 dBu, was ja eher der Studio-Line-Pegel ist?


    Korrigiere: Die CPS 1 hat gar 1 Vrms Eingangsempfindlichkeit, das wären ja etwas über 2 dBu.

  • Naja, die Endstufen mit den vielen "blauen Lämpchen" von irgendwelchen Billo-Plattformen, mit Cinch-Buchsen und 3,5mm-Klinken-Eingängen...haben heute immer noch sehr empfindliche Eingänge, damit man mit dem üblichen Audio-Spielzeug zur akustischen Körperverletzung (Schmarrtfon usw.) den max. Pegel rausholen kann.


    Im Jahre des Herrn 1999 waren DSP-Controller und Limiter auch noch nicht so verbreitet, da war man eher noch mit Analog-Aktivweichen unterwegs, die man oftmals noch von -10dBm (für "Consumer"-Audiogeräte) auf +4dBm umstellen konnte. Dementsprechend universell waren einige Endstufen geeignet ^^

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!