Artikel zum Thema "Arbeitsbedingungen in der VA-Branche"

  • Sagen wir mal so: Ich kenne es auch anders - und zwar komplett. Aus meiner Erfahrungswelt kann ich rein gar nichts von den genannten Problemen nachvollziehen.

  • Ich finde den Ton des Artikels merkwürdig, sehr verallgemeinert alles.
    Und ja, es gibt solche Situationen immer noch. Man hört immer mal wieder davon.
    Aber die Regel wie noch vor 25 Jahren ist das nicht mehr.

  • es wird wie immer, schwarze schafe geben. denen wird man auch nur schwerlich beikommen. nach corona ist ja auch die helfer strucktur deutlich zusammen gebrochen, weil sich ja viele umorientirt haben. des weiteren schrumpft die va branche ja deutlich. hinter dem disko sterben steht ein va techniker sterben. wer servict denn die diskos?

    vor dem hintergrund kann man sein personal nicht einfach so verschleißen.

  • Ist das so Sitte? Ich habe das anders erfahren, als ich das letzte mal in DE war - aber ich ja auch keine ungelernte Bühnenhelferin 🤷🏽‍♀️

    Det is vielleicht och einfach Berlin... Wie heißt es so schön: In dieser kreativen, kulturell vielfältigen Hauptstadt findet man für jede Idee und Aufgabe Leute die alles machen und können. Allerdings auch zu jedem beliebigen Preis.


    Nun sehe ich bei den Hand-Firmen eigentlich nix davon. Die sind gut ausgestattet, haben Mindestabnahmen, Pausen, werden weitergebildet. Die Brille ist aber geprägt durch viel Corporate und Firmen die ein wenig Wert auf die Helfer legen. Ich glaube bei anderen Produkten sieht es anders aus und da klagen die guten Helferfirmen auch über Menschen bei denen es schon mit der sprachlichen Komkunikation schwer wird.


    Was nun allerdings dieses "Sicherheitstraining" ist, würde mich ja schon interessieren?! Oder kennt da jemand etwas spezielles? Eigentlich sollte die besseren Journalismus können, das gehört im Handwerk der Schreiberlinge eigentlich zur Dokumentation (also Aussagen prüfen).

    Unterweisungen gehören wiederum dazu und auch das wird bei einem Auf-/Abbautag durchaus gemacht.

    Alles in allem klingt das so, als ob man einerseits einige Bereiche in der Vertragsgestaltung sehr weit ausnutzt und überdehnt, gleichzeitig würde das Unternehmen wohl kaum einer ernsthaften BG Prüfung der Abläufe standhalten... Besteht also nicht so viel extra Regelungsbedarf. Man muss die Dinge nur mal anwenden.

    Einige Spielstätten legen in Berlin wohl auch wert auf die Ausführung der Arbeit. Da steckste keinen Strom ohne Prüfung.


    Alles in allem gilt bei dem Artikel und Unternehmen: Es kann nun niemand sagen er hätte nix gewusst.

  • Ist auch nicht meine Erfahrung ehrlich gesagt. Ich kann den Artikel zumindest in meiner kleinen Welt nicht nachvollziehen. Aber wie Lisa schon treffend angemerkt hat:

    aber ich ja auch keine ungelernte Bühnenhelferin

    ,so bin ich auch nicht ungelernt

  • Was nun allerdings dieses "Sicherheitstraining" ist, würde mich ja schon interessieren?!

    Klingt für mich nach einer Laienbezeichnung für die Grundsätze der DGUV V1. Eine Basisunterweisung zum Schichtauftakt (salopp "Achtung, schwer!") ist meines Erachtens nach bei ungelernten Hilfarbeitenden nicht ausreichend. Ich sehe da eher eine ein- bis zweitägige Schulung, die diese Personen einmalig vor Aufnahme der Tätigkeit durchlaufen müssten. Inhalte: PSA, Handhabung von Lasten, Grundsätze des sicheren Arbeitens bei Produktionen, welche Aufgaben dürfen wahrgenommen werden, welche Aufgaben nicht, etc.

    Bei den Tätigkeiten, die Hands ausüben, muss doch in der GBU dauernd "Maßnahmen unbedingt notwendig" aufleuchten. So falsch kann niemand eine GBU durchführen, dass die Leute ohne jegliche Einführung in die Tätigkeit auf das Equipment losgelassen werden... ?(

  • In meinen Augen ist "Die Hands arbeiten nicht selbstständig, sondern erhalten Anweisungen." eine Selbstverständlichkeit wie "Wasser ist nass". Aber wenn da kein Subtext dabei und der Post notwendig war - ok. ¯\_(ツ)_/¯

  • war er, weil ich den eindruck habe, das es hier leute zu geben scheint, die sich vorstellen können, hands auch ohne anleitung los zu lassen. das kann ich mir eben nicht vorstellen. jeder der seine technik volständig und funktionierend wieder im lager stehen haben möchte wird da nicht drum herum kommen. das kann ich mir bei den berlinern auch nicht so ganz vorstellen, will es aber auch nicht ausschließen.

  • Was ist denn das wieder für eine Trixerei?

    Eine "unständige Beschäftigung" ist nur für einen Zeitraum von max einer Woche vorgesehen (z.B. ein kurzzeitiges, einmaliges Projekt). Im Gegensatz zum Minijob fallen hier die vollen Sozialabgaben und Lohnsteuer an. Dadurch ist man Kanken- und Unfallversichert. Man muss sich dann ständig um neue Jobs bemühen, beim gleichen, oder bei einem anderen Arbeitgeber. Wenn man dann für mehrere Tage/Wochen keinen Job hat, dann gibt es kein Geld und keine Krankenversicherung.

    Das ist doch genau so wie früher, als diese Jungs noch überwiegend selbstständig waren. Da hat aber inzwischen die Scheinselbstständigkeitsregelung einen Riegel vorgeschoben.

    Und jetzt gibt es Firmen, die haben neue Schlupflöcher gefunden.

    mfG


    Uwe

  • Wir haben es hier offenbar mit einer maximalen Ausnutzung falsch (oder richtig, je nach Betrachter) ausgelegter Regeln zur Beschäftigung von Menschen in Hilfsjobs zu tun. Dies Vorgehen dieser Firma stellt in D eine seltene und krasse Ausnahme dar. Normalerweise werden Helfer über Arbeitnehmerüberlassung zur Verfügung gestellt und die meisten mir bekannten AÜ-Handfirmen inklusiver meiner Kunden nehmen ihre Aufgaben als Arbeitgeber sehr ernst.


    Im beschriebenen Fall versucht die Firma, möglichst keine einzige der Arbeitgeberpflichten (Unterweisung, Stellung von PSA usw.) zu erfüllen und handelt verantwortungslos.

  • Das habe ich schon vor 10 Jahren in Berlin anders erlebt. Allerdings war ich damals direkt bei einer Fullservice Firma als Helfer angestellt, jedoch schienen es mir bei den Kollegen die via die üblichen Hand-Firmen mit Arbeitnehmer Überlassung gearbeitet haben auch nicht anders. Denen wurde PSA von ihrem Arbeitgeber gestellt so wie es sein sollte.

    Bei meiner Einstellung gab es durch den verantwortlichen Kollegen eine Schulung zur Arbeitssicherheit und Ladungssicherung und jeweils auf der Baustelle vor Schichtbeginn eine kurze Einweisung zu den auf dieser speziellen Baustelle zu erwartenden Gefahren.


    Das was da im Artikel beschrieben wird ist also nicht der Normalfall (unabhängig davon wie legal das wäre).

  • auchauf den verdacht hin, das ich mich wiederhole:

    ich möchte doch mein material wieder kmplett im lager haben ohne das da beim auf oder abbau was kaputt geht. so ein defekter rahmen einer led wand ist teurer als jede hand schulung. alleine deswegen muß ich den leuten ja erklären was die tun müssen und wie sie es tun sollten. abgesehen davon, das sie als unterstützung für die techniker gedacht sind. also eben nichts unbeaufsichtigt. außerdem dauert der aufbau ja unendlich viel länger, wenn das immer von leuten gemacht werden soll, die in keiner weise geschult sind. das sind harte betriebswirtschaftliche zahlen die klar für eine vernünftige schulung sprechen.

    ich bin ja sogar dankbar, wenn einer ankommt und mir sagt, das er gerne noch das und das erklärt bekommen würde.

    ich gebe aber auch zu, das ich hands kenne, die nach 3 tagen aber auch alles, was man ihnen erklärt, wieder vergessen haben. grund: jahrzentelanger drogenmißbrauch.

    einige würde sicher behaupten, das sie keine schulung bekommen hätten.

    sicher kommt hier das auswahlversagen in betracht.

  • .

    ich gebe aber auch zu, das ich hands kenne, die nach 3 tagen aber auch alles, was man ihnen erklärt, wieder vergessen haben. grund: jahrzentelanger drogenmißbrauch.

    Da kenne ich auch Tekkies, bei denen das so ist, aber immer man drauf auf die Hands. :rolleyes:


    In meiner Lebensrealität hat sich gerade auf Seiten der Hands einiges verbessert in den letzten Jahren. Tagelöhner gibt es quasi nicht mehr, das sind größtenteils angestellte Crews, die uns morgens in den Hallen oder auf den Festivals begrüßen. An einem langen Tag verabschiedet sich die erste Crew nachmittags und die Kollegen aus der Spätschicht übernehmen. PSA wird vermutlich gestellt (zumindest haben auffällig viele die gleichen Schuhe an) und im Schnitt wissen die Menschen, was sie tun.


    Wenn ich zu Schichtbeginn frage, wer Licht- und Videoaffin ist, gehen immer genug Hände nach oben. Wenn jemand etwas beschädigt (muss kein Hand sein, das können auch Techniker), zahlt es die Versicherung (hab das selber für Euch ausprobiert).


    Unterm Strich gefällt mir die Gegenwart auf den Baustellen deutlich besser, als die Vergangenheit. :thumbup: