Selbstbau 3 Wege Horntop

  • Ich kann hier nicht wirklich mitreden, das übersteigt meine Kompetenzen um ein Vielfaches. Vielleicht passt es nicht 100% zum Thema, aber wir hatten vor 2 Wochen eine ähnliche Diskussion zum Thema Turbosound bzw. Abstrahlverhalten. John White hatte mal eine TMS 4 gemessen, fand ich ganz spannend:



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    Signatur?

  • Um zum Thema zurück zu kommen. Beim Test war ich anwesend. Die Klirrmessung des 6" am gedruckten Horn habe ich auf 15Meter Distanz mit leicht zugehaltenen Ohren auf Achse erlebt. Diesen physisch erheblichen Mittelton Impact auch abgesehen von den Klirrwerte kann der BMS (vermutlich) nicht. Der Sweep (an Ostersonntag btw :D ) war richtig heftig. Wenn man dann einen Blick auf die Klirrwerte macht dann wird klar, dass Ralles Tröte hier wohl im Vergleich zu allem bisherigen, einen neuen Massstab gesetzt hat. Ich mache PA Kram schon lange und kann das halbwegs beurteilen. Ergänzend, der MF Part eines BMS 4594 oder reine MF ala BMS 4594nd etc. kann die 130dB bestimmt auch reissen, aber nicht mit den Klirrwerten wie ein 6er an Ralles Horn. Und ja, ein Koax mit HF ist halt Koax und hat seine Berechtigung aber eben auch seine Limiten. Will man jetzt sowas in 6dB lauter dann ist ein 4594HE nicht mehr die richtige Wahl

  • Ergänzend, wenn man mal die Werte von Ralles 6er MF Horns bei 1w/1m im Kontext mit der zu einem Kompressionstreiber geringen Kompression betrachtet dann macht das bei ähnlicher Belastbarkeit auch alles Sinn.

  • technisch mag das ja alles stimmen. bleibt die frage was die zielsetzung ist.

    wie hoch ist denn der platz bedarf für ein 6er mit horn? bekommt man da nicht auch 2 bms mit horn hin?

    die ht einheit von kv2 bei ihmrem großen system ist ja auch eher ein witz. dazu häng man dann in schoko riegeln den mt. das würde viel entwiklungsarbeit sparen.

  • wie hoch ist denn der platz bedarf für ein 6er mit horn?

    Quasi identisch zu einem BMS Coax, der genauso weit an dem Horn herunterlaufen soll.


    Das erwähnte 6" - Beispielhorn hat z.B. 50x34cm Frontmaß bei 25cm Länge. Das verwendete Hochtonhorn des BMS hat 33x31cm Frontmaß bei 22cm Länge, aus diesem Grund wurden die Messungen auch erst ab 500Hz gestartet um den Treiber tieffrequent nicht zu überlasten. Der 6" Mitteltöner kann problemlos eine ganze Oktave tiefer als der BMS eingesetzt werden.


    Anders dargestellt:



    Der Konusmitteltöner liegt in der Gesamtheit seiner Verzerrungen trotz 5dB mehr Pegel in weiten Bereichen immer noch unterhalb der des BMS Treibers und kann eine Oktave tiefer. Wenn man den BMS an einem größeren Horn messen würde, dann würde das unterhalb 600Hz besser aussehen weil das jetzige Horn da seine Ladung verliert.

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    das kann man sicher noch deutlich günstiger kaufen und wäre mal ein Anfang, wo man das rad nicht komplett neu erfinden müßte.


    was ist denn das ziel mit den boxen?

  • Das ziel ist es, aus einer Box pro Seite bis 120Hz Runter zu kommen, mit maximal hohem Pegel und konstanter Direktivität, bei relativ breiter Abstrahlung und dabei maximal niedriger THD. (Das Ziel von fast allen high end Tops, nicht?). Ich besitze schon genügend hochwertiges Material von Lambda Labs, es ist nicht so, dass ich mein geplantes Top unbedingt brauchen würde um damit Geld oder sonstiges zu verdienen. Es dient eher dazu, Erfahrung im Bereich der Konstruktion von Hörnern und Lautsprechern allgemein zu sammeln. Theorie ist das eine, da kann man sich genügend belesen und einarbeiten. In der Praxis sieht das ganze jedoch oft anders aus als vorgestellt (oder berechnet).

  • Die Frage ist, ob du unbedingt 2x8" horngeladen brauchst. F1 oder selbst d&b J-Serie kommen mit einem horngeladenen 10" aus, dafür geht der Trend in den letzten Jahren gefühlt eher zum Hochton Array (siehe F1 EVO, Lamba QX).

    Vielleicht mal in diese Richtung https://hsdsoundsystems.com/the-haymaker/ überlegen (den 18" mal aussen vorlassen).

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    Signatur?

  • Durch die 2 mal 8 zoll MT hat man den Vorteil das man das hochton-Horn an eine höhere Position bekommt, gleichzeitig ist die Impulse Response durch das deutlich niedrigere Membrangewicht geringer (zumindest in den meisten Fällen). Ein MEH-Hochton Array, wie z.B. bei Lambda QX-3 ist zwar die bei weitem beste Option, jedoch deutlich komplexer zu entwickeln als so ziemlich jedes andere Hornformat (da zusätzliche Wellenformer benötigt werden und sich durch die seitlich perforierten 2 Zöller weitere Probleme bei der Konstruktion ergeben). Das ist nahezu unmöglich für eine Einzelne Person zu entwickeln. 10 Zoll hat zwar auch definitiv seine Vorteile (in meinem Fall vor allem im Lobbing und auch in der besseren Impedanz bei 450hz), ich finde die Vorteile von zweimal 8 Zoll jedoch leicht besser (in meinem Fall).

  • Ich hab bereits das MIttelton-Horn fertig vom Design, das geht jetzt in den nächsten Wochen in den 3d Druck. Ich hab mich mittlerweile entschieden das Hochton-Horn ebenfalls selber zu machen. Bin da gerade dran mit ATH (Core) / Boundary Lab in AKABAK und dem frei verfügbaren Skript von Marcel Batik, (das wird noch etwas dauern bis das fertig ist). geändert hat sich auch an den Treibern und Trennfrequenzen einiges. Mittelton hab ich glücklicherweise 18 Sound 8nma610 also mit AIC bekommen, diese werden von 400-1600Hz laufen. Hochton wird ein Oberton ND100/1.5. Mit Carbon composite Dome sehe ich sehr viel Potential ebenfalls bei 4 zoll Schwingspulen da der Acoustical Figure of Merit bei 4,86 liegt, auch die Gewichtsangabe von Oberton mit 0.99 kg/dm3 sieht sehr interessant aus für 4 zoll Spulen genauso wie die FFT CSD Graphen. Tiefton werden dann 2 RCF MB12N351 die von 130-400Hz laufen.


    Generell war die letzte Zeit sehr viel Lernen im Umgang mit Akabak und allgemeines Interpretieren von dem was da eigentlich Simuliert wird und wie man damit umgeht, dass ist meiner Meinung nach nicht wirklich trivial, daher kam und kommt auch erstmal kein Update (wenn die Mittelton-Hörner fertig gedruckt sind poste ich aber auf jeden Fall die Messungen).

  • Ich muss auch sagen, dass eins der Hauptprobleme von Akabak tatsächlich die Solving-Zeiten sind. Das hat beispielsweise beim letzten BEM-Durchlauf 45 Minuten gedauert, und das bei einem guten, von ATH generierten Mesh. Ich denke, das Problem ist, dass bei immer ansteigenden Frequenzen die Matrizen sehr schlecht konditioniert sind und das Ganze hardwaretechnisch für die CPU, den L2/L3-Cache und den RAM echt übel wird. Das liegt natürlich nicht direkt an Akabak, sondern einfach daran, dass BEM/FEM-Analysen numerisch gelöst werden müssen. CPUs mit hohem Takt (5 GHz+) und um die 24 Kerne sollten ideal sein für sowas (hat da vielleicht jemand schon ausprobiert, was für Hardware ideal ist?). Boundary Lab hilft natürlich auch massiv, sodass man eben nicht bei jeder Kleinigkeit direkt ein neues BEM-Solving durchlaufen muss, ist aber trotzdem langwierig.

  • Mit dem Argument killst Du hier im Forum dann aber fast 99% aller Beiträge im Boxen & Amps Brett :)

    Ich wollte damit eher aufzeigen das es hier auch Leute gibt die sich mal für die besten Konstrukteure gehalten haben, um dann festzustellen das dem nicht so ist 😁

    Außerdem steht in jedem Rider: No selbstbau.