Hilfe für Einsteiger - Selbstbau einer kleinen PA?

  • Hallo ihr lieben,


    auf die Gefahr hin, dass es Anfeindungen gibt, traue mich trotzdem einmal als Leihe im Bereich Akustik eine Beitrag aufzumachen.

    Ich bin selbstständiger Tischler, arbeite auch manchmal in der Veranstaltungstechnik, aber vor allem organisiere ich kleine Partys auf

    denen ich auch Techno auflege. Ich habe also ganz grundlegende Kenntnisse, bin aber ab einem gewissen Vokabular in den Foren doch überfordert/überfragt. Also nun zum Wesentlichen:

    Ich möchte mir eine kleine PA selber bauen, weil ich richtig Bock darauf habe. Meine Frage wäre nun ob die Community Lust hat, mir bei der Dimensionierung und der Zusammenstellung der Komponenten sowie der Suche nach den Bauplänen zu helfen. Das bauen und vielleicht auch Baupläne aus handwerklicher Sicht zu optimieren ist kein Problem für mich und auch an Baumaterial komme ich sehr günstig.

    Ich würde mit der PA gerne 100-200 Personen beschallen können, aber sie lieber eine Stufe größer Dimensionieren als zu knapp.


    Welche Treiber?

    Welcher Baupläne?

    Welches Material aus Akustikersicht?

    Welcher Verstärker oder Preamp und Endstufe?

    Was fehlt noch?


    Sollten wir zu einem coolen Ergebnis kommen, hätte ich Lust eine Bauanleitung und einen Musterwarenkorb zu veröffentlichen, damit jeder,

    der Bock hat, Zugriff darauf hat.


    Ganz liebe Grüße schon mal :)

  • guma

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum :)


    Kann sehr interessaant werden mit dem Selbstbau - es gibt ein paar aktive User hier im Forum, die da 'ne ganze Menge an Wissen in dem Bereich haben.


    Werde gespannt mitlesen :)



    Grüßle

    sec


    P.S.: Ich denke mal, daß es für den ein oder anderen auch interessant sein könnte zu wissen, aus welcher Ecke Du kommst ;)

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, "Jungfrau von Orleans" )

  • Ich möchte mich anschließen mit der Jobst-Empfehlung.

    Hier findest du alles was sinnvoll für dich wäre, ohne viel nachdenken zu müssen. https://www.jobst-audio.de/lei…bstbau-diy/public-address

    Alternativ gäbe es noch Plansound, da finde ich vor allem die PS-Slim Bässe einen Blick wert..

    Als Material würde ich gleich auf Birke-Multiplex setzen.


    Wenn du weißt welche Lautsprecher du bauen möchtest kommen dann sicher genug Empfehlungen für passendes Amping.

  • In einer ähnlichen Kategorie wir Plansound sind auch die Bauvorschläge von BS-Tek einzuordnen. Auch ein sehr freundlicher Entwickler:

    Bausätze
    Bausaetze in allen Preis -und Leistungsklassen.
    www.bs-tek.de


    Sowohl Plansound, als auch BS-Tek sind halt mehr oder weniger Standardware, was jetzt nicht negativ gemeint ist. Es sind halt im großen und ganzen sinnvoll abgestimmte BR-Konstrukte mit Direktstrahlern im Tiefmittelton. Jobst hat theoretisch noch ein Horn-Topteil.


    Eine wichtige Frage gibt es noch: In welchem Preisbereich möchtest du dich denn bewegen?

  • Wenn es an die Bässe geht, klopfe mal bei rockline an. Als Stefan noch Zeit hatte, hat er auch mal selber gebaut.


    Generell solltest du aber überlegen, ob das ganze Sinn macht.

    Wenn dein Spaß im Schreinern liegt, dann vielleicht. Aber ansonsten ist gebrauchtes Material teilweise günstiger zu bekommen als neues Selbstbaumaterial, von der Zeit mal ganz abgesehen.


    Nur mal als zufälliges Beispiel:

    Fohhn PT-8 Compact Linearray - Set von 6 Stück | 4800 EUR - Gebrauchte-Veranstaltungstechnik.de - Der Marktplatz für gebrauchte Veranstaltungstechnik
    FOHHN PT-8 Wir verkaufen unser Fohhn PT-8 Compact Line Array System. Der Preis hier bezieht sich auf ein Set von 6 Stück. Lieferung OHNE Cases…
    gebrauchte-veranstaltungstechnik.de


    (Das soll keine Kaufempfehlung sein, sondern nur mal als Beispiel)

  • Wenn ich was selbstbauen möchte, dann würde ich immer irgendwas was es zuzumieten gibt, nachbauen. Ich muss ja immer damit rechnen das was kaputt geht oder noch ein Top benötigt wird. Als erstes würde ich Bässe bauen weil das kein Hexenwerk ist. Bei Tops kommt ja die weiche noch dazu. An den Komponenten würde ich auch nicht sparen, da das wichtigste die Zuverlässigkeit ist. Danach erst der Klang. Des Weiteren umgehst du damit auch das Problem, das dich jemand so leicht übertrumpfen kann :)

  • Moin

    Gibt auch tolle Pläne von Entwicklern außerhalb DE.

    IMHO sehr interessantes Zeug findest bei https://www.jwsound.live/
    und auch https://www.diyaudio.com/community/


    Da ja offensichtlich handwerkliches Können und Motivation vorhanden ist, empfehle ich etwas extravagantes zu bauen.

    Info: Wer Selbstbau möchte, muss sich zwangsläufig mit Physikalischen Grundlagen UND MESSTECHNIK befassen. Wer das nicht möchte, kauft was Spielfertiges Gebraucht.

    mfG

  • Hey ihr lieben,

    ich möchte auf jeden Fall schonmal danke für die ganzen Beiträge sagen. Ist ne coole Community hier :)

    Ich hab auf jeden Fall Bock mir die PA nach und nach selber zu bauen und fand den Hinweis sehr cool, erst einmal mit einem Sub anzufangen.

    Da ist nun die Frage (hier spricht wieder der Leihe) bei beiden Bausatz-Anbietern gibt es ja Subs mit unterschiedlich großen Tieftönern. Ich stell die Fragen jetzt so stupide wie sie klingen:


    Frage eins:

    Sind zwei 12" Subs besser oder schlechter als 1 18" Sub oder bzw. welchen unterschiedlichen Einfluss hat die jeweilige Wahl auf den Klang?


    Zweite Frage:

    In den Bauplänen für die Subs sehe ich immer, dass die Holzbauteile in den Subs z.B. die Verstrebungen und Ecken sehr scharfkantig sind. Ich habe immer gedacht, das Es besser ist, wenn alles abgerundet ist, damit sich der Schall "besser" ausbreiten kann oder ist das Frequenzabhängig?


    Welche Bauart ich den Bauplänen gar nicht finde, sind Subwoofer wie die von z.B. Funktion One F124 wo man den Tieftöner gar nicht sieht, weil er, ich glaube im Gehäuse liegt? Ist das Quatsch wie Funktion One die baut oder ist das wiederum noch ein anderes höheres Level?


    Danke und liebe Grüße :)


    post scriptum - ah und ich bin nebenbei aus dem Raum Hamburg

  • Zweite Frage:

    In den Bauplänen für die Subs sehe ich immer, dass die Holzbauteile in den Subs z.B. die Verstrebungen und Ecken sehr scharfkantig sind. Ich habe immer gedacht, das Es besser ist, wenn alles abgerundet ist, damit sich der Schall "besser" ausbreiten kann oder ist das Frequenzabhängig?

    Welche Bauart ich den Bauplänen gar nicht finde, sind Subwoofer wie die von z.B. Funktion One F124 wo man den Tieftöner gar nicht sieht, weil er, ich glaube im Gehäuse liegt? Ist das Quatsch wie Funktion One die baut oder ist das wiederum noch ein anderes höheres Level?


    Solche Bauvorschläge gibt es durchaus. Man spricht dann von Basshörnern. Vorne zu sehende Chassis mit den offenen Tunneln ins Gehäuse sind dann Bassreflex (kurz BR) Subwoofer. Beide Konstruktionsprinzipien haben ihre Vor- und Nachteile. Dazu wurden schon sehr sehr viele Seiten hier im Forum gefüllt.


    Es gibt aber auch etliche Bauvorschläge für Basshörner.


    Hier z.B. der S21HL (HL -> Horn Loaded)

    Suggested Designs - B&C Speakers
    Whether you're building new cabinets for you band or your business, the basics of cabinet design remains the same. Cabinets consist of little more than a…
    www.bcspeakers.com


    Hier z.B. Klassiker:

    Baupläne der Sound-Klinik


    Hier der 18H:

    Eighteen Sound - Professional loudspeakers


    Hier auch einige Klassiker:

    Speakerplans.com


    und viele weitere.



    Es wäre immer noch hilfreich zu wissen, wie viel Geld du etwas investieren möchtest. Dann kann man etwas besser einschätzen, was realistisch zu bauen ist und welche Kompromisse für dich eventuell die besten wären.

  • Zweite Frage:

    In den Bauplänen für die Subs sehe ich immer, dass die Holzbauteile in den Subs z.B. die Verstrebungen und Ecken sehr scharfkantig sind. Ich habe immer gedacht, das Es besser ist, wenn alles abgerundet ist, damit sich der Schall "besser" ausbreiten kann oder ist das Frequenzabhängig?

    Bei Subs ist das mMn egal ob das scharfkantig ist oder nicht. Wenn du n Frästisch und Langeweile hast schadet ne Rundung natürlich nicht…

    Die Außenkanten rundet man aus praktischen und optischen Gründen natürlich ab.

    Frage eins:

    Sind zwei 12" Subs besser oder schlechter als 1 18" Sub oder bzw. welchen unterschiedlichen Einfluss hat die jeweilige Wahl auf den Klang?

    Meist (!) bekommst du aus nem 18 Zöller mehr Tiefgang und ein 12 Zöller ist schneller und Knackiger. So ganz pauschal ist es aber in der Realität dann doch nicht und man muss es am konkreten Beispiel (welcher Treiber in welchem Gehäuse) entscheiden.

  • ich würde ja einfach mit bassreflex anfangen. das kann man frei sakalieren. du solltest auch die bastelstunden von hörnern nicht unterschätzen. außerdem gilt immer: du bekommst nur was wenn du was gibst. hörner oder bandpässe sind groß und schwer. reflex hat keinen so hohen wirkungsgrad, dafür aber deutlich handlicher. außerdem ist die impulsantwort bei reflex am besten, da wenig luftmasse angeregt werden muß.

    ob die inneren verstrebungen abgerundet sind oder nicht, ist eher in der abteilung da hört wer die flöhe husten.

    wenn du lust hast, dann kannst du auch gerne mal nach hannover kommen und dir verschiedene knstrukte hier mal anhören.

    was du im bass brauchst hängt so ein wenig davon ab, was deine geplanten tops können :)

  • Hörner brauchst du auch i.d.R. mehr als 2 Stk. dadurch ergeben sich neben den Vorteilen des höheren Schalldrucks auch Nachteile wie mehr Platzbedarf (beim Transport sowie auf der VA), mehr Endstufenkanäle etc.


    Ich würde persönlich auch auf 18er im Bass und 12er im Hoch/Mittelton setzen. denke für die meisten Partys reicht das ...

  • Sind zwei 12" Subs besser oder schlechter als 1 18" Sub oder bzw. welchen unterschiedlichen Einfluss hat die jeweilige Wahl auf den Klang?

    Wenn es sich nur um einen Sub handelt, spielt das keine Rolle, sondern ist lediglich eine Anwendungsfrage.

    Vorraussetzung: die Daten sind vergleichbar - zusammengerechnete Membranfläche, Hub, TSP (Resonanzfrequenz, Güte, VAS (zusammengerechnet), Belastbarkeit


    I.d.R. fällt die Variante Doppel-12" etwas teurer aus.


    Grundsätzlich gibt es keine "schnellen" oder "langsamen" Basschassis. Schwere Membranen für tiefere Resonanzfrequenzen brauchen einfach mehr Leistung als leichte Membranen mit höherer Resonanzfrequenz oder Chassis, die für grosse Gehäuse ausgelegt sind.
    Die "Schnelligkeit" wird eh durch das Tiefpassfilter der Frequenzweiche begrenzt.


    Das Impulsverhalten (Ein-/Ausschwingen) wiederum wird massgeblich vom Gehäuseprinzip bestimmt.


    - Am präzisesten ist eine geschlossene Lautsprecherbox (CB = closed box), die Luftfeder drückt die Membran wieder in die Ausgangsposition. Falsch abgestimmt (zu kleines Gehäuse bei zu hoher Güte des Chassis) kann jedoch zu leichtem Über-/Nachschwingen führen.


    - Eine Bassreflexbox nutzt den nach hinten abgestrahlten Schall und gibt ihn bei der Abstimmfrequenz zeitverzögert durch das BR-Rohr an die Umgebung ab. Zeitverzögert deswegen, weil der rückwärtige Membranschall im Vergleich zum nach vorne abgestrahlten invertiert ist. Durch die Verzögerung von einer halben Wellenlänge sind beide Signale wieder gleichphasig. Allerdings haben wir nun einen Resonator mehr im System und daher auch ein etwas verlangsamtes Ein- und Ausschwingverhalten. (Gruppenlaufzeit bei tiefen Frequenzen steigt an).


    Der Vorteil des BR-Prinzips ist eine Effizienzsteigerung von ca. 10 - 15dB bei der Abstimmfrequenz.


    Allerdings fällt zu tieferen Frequenzen der Schalldruck schneller ab (24dB/Oktave) als bei einer CB (12dB/Oktave), da die BR-Öffnung für Frequenzen unterhalb der Abstimmfrequenz einen akustischen Kurzschluss verursacht.

    Dieser akustische Kurzschluss wiederum sorgt dafür, dass die Membran unkontrolliert weit ausschwingen und bei hohen Pegeln schaden nehmen kann.

    Daher braucht es zusätzlich einen LoCut-Filter (manchmal auch Subsonic-Filter genannt), welcher die tiefen Frequenzen vom LS fernhält.

    Dieser jedoch erhöht die Gruppenlaufzeit noch zusätzlich, abhängig von der Steilheit des Filters.


    Hörner sind ein Spezialfall, es gibt Frontloaded (im Prinzip CB + Horn) und Backloaded (rückwärtiger Schall wird durch's Horn gelautet), mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

    Vom pragmatischen Aspekt gibt es heutzutage keinen Grund mehr so etwas zu bauen. Aber als Liebhaberei und aus speziellen klanglichen Vorlieben hat es immer noch seine Anhänger.


    Nach unten hin sollte man darüber im klaren sein, welche untere Grenzfrequenz man braucht:


    Früher wurden PA-Bässe mit einer unteren Grenzfrequenz von 40-45Hz abgestimmt, heute ist man mit modernen Chassis und Endstufen eher bei 30-35Hz.

    Niedrige Grenzfrequenzen gehen aber stark zu Lasten der Effizienz. Wenn man diese halbiert, benötigt man für den gleichen Schalldruckpegel den vierfache Hubraum, also das Produkt aus Membranfläche (SD) x Hub (xmax).

    Hinzu kommt eine abnehmende Empfindlichkeit des Gehörs, bei Beschallungspegel so ca. 10-15dB.



    Dann kommt für die Auswahl hinzu, welche Art Location man beschallen möchte:


    Indoor (kleiner Club) oder Outdoor.


    Im kleinen Club hat man sich sehr stark mit stehenden Wellen zu arrangieren. Zum grössten Teil stützt der Raum die Bässe, teilweise gibt es aber auch Auslöschungen. Grundsätzlich braucht es aber weniger Bässe, auch eine tiefe untere Grenzfrequenz kann kontraproduktiv sein. Da der Raum selber das Impulsverhalten weiter verschlechtert kann es je nach Anspruch vorteilhaft sein, bei der Schallentstehung schon zu optimieren.


    Outdoor gibt es keine stützende Akustik, daher ist Effizienz besonders wichtig.


    Als bester Kompromiss hat sich daher in der Beschallungswelt die BR-Box durchgesetzt.

    Manchmal sieht man auch sogenannte Hornkehle-Bässe oder Tapped-Hörner (besondere Form des Backloadedhorn).

    Weiterhin gibt es heutzutage auch viele Cardioid-Subs, das muss man sich aber auch schon schon ordentlich einarbeiten.


    Wenn man Selbstbau wagen möchte, sollte man erst einmal einen Kriterienkatalog aufstellen:


    - mobil oder Festinstallation?

    - wenn letzteres, welche Einbaumöglichkeiten gibt es?

    - wie ist die Akustik vom Raum?

    - wenn mobil, welche Transport- und Lagermöglichkeiten habe ich?

    - wie ist mein persönlicher Geschmack, was habe ich schon gehört?


    Wichtig ist vor allem bei der klanglichen Bewertung zu versuchen zu verifizieren, was macht der LS, was der Raum und was derjenige, der die Anlage bedient...

  • Ich würde auch für Bassreflex plädieren. Die sind relativ einfach zu bauen und im Einsatz sehr variabel. Man kann sie auch schön skalieren und gerichtete Abstrahlung basteln.

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Ich bin selbstständiger Tischler

    Viel von den Entscheidungen hängen auch davon ab, was man lagern und transportieren kann. So manches holzverarbeitende Handwerk hat Platz ohne Ende (zumindest im Verhältnis zu "100 bis 200 Personen beschallen...") und ohnehin den 7,5-Tonner. Da ergeben sich dann andere Möglichkeiten, als wenn die Situation "Ecke im Keller und Caravan" ist.


    Also gib bitte mal die erforderlichen Infos...

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