Bassreflex eigenbau

  • Hallo zusammen,

    ich möchte mir eine Bassreflexbox für einen Ground Zero GZRW 30-D2 bauen und habe dafür zunächst die von Ground Zero empfohlenen Daten in WinISD übernommen:

    • Nettovolumen: 50 Liter
    • Abstimmfrequenz: 32 Hz
    • Bassreflexrohr: 100 mm Innendurchmesser, 250 mm Länge

    Dabei ist mir aufgefallen, dass WinISD bei dieser Konfiguration eine maximale Luftgeschwindigkeit (Air Velocity) von etwa 40 m/s anzeigt. Soweit ich weiß, sollte man eher bei maximal ca. 17 m/s liegen, um Strömungsgeräusche zu vermeiden.

    Deshalb habe ich alternativ einen rechteckigen Port ausprobiert. Diesen habe ich so dimensioniert, dass die Luftgeschwindigkeit bei etwa 16,5 m/s liegt. Die Abmessungen wären:

    • 240 mm Breite
    • 80 mm Höhe
    • 1053 mm Länge

    Nun stellen sich mir dazu einige Fragen:

    1. Muss der Port bei diesen Abmessungen tatsächlich über 1 Meter lang sein, oder habe ich irgendwo einen Fehler gemacht?
    2. Könnte ich den Port schmaler machen und dafür höher ausführen, um den Bau der Box zu vereinfachen?
    3. Gibt es bei einem rechteckigen Port ein sinnvolles Mindestmaß für Breite oder Höhe, das man nicht unterschreiten sollte?
    4. Kann ein rechteckiger Port innerhalb des Gehäuses auch abgewinkelt bzw. gefaltet verlaufen (z. B. parallel zur Rückwand des Subwoofers), damit das Ganze besser in ein Auto passt? Oder sollte ein Port möglichst immer gerade ausgeführt werden?
    5. Falls ein gefalteter Port möglich ist: Muss man bei der Berechnung der Portlänge etwas Besonderes beachten?

    Außerdem würde mich interessieren, ob hier jemand bereits Erfahrungen mit dem GZRW 30-D2 gemacht hat und dafür schon ein Bassreflexgehäuse gebaut hat.

    • Welche Gehäusegröße habt ihr verwendet?
    • Auf welche Frequenz wurde abgestimmt?
    • Welche Portabmessungen habt ihr gewählt?
    • Wart ihr mit dem Ergebnis zufrieden oder würdet ihr etwas anders machen?

    Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe!

  • guma

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Das ist ein Car hifi Chassis mit ziemlich schwerer Membran und im Verhältnis kleinem Antrieb. Das führt zu einem sehr schlechten Wirkungsgrad.


    Gute Chassis haben ein um 10 dB höheren Wirkungsgrad, das lässt sich nicht durch Endstufenleistung einholen.


    Du brauchst fast die 20ig Fache Leistung im Vergleich mit einem PA Chassis mit normalem Wirkungsgrad.


    Ich würde das Projekt überdenken.


    Nebenbei: In eine Auto Hifi Forum bekommst Du sicherlich bessere Unterstützung.

  • 1. Port-Durchmesser und Abstimmfrequenz

    Wenn die Port Velocity reduziert werden soll, muss der Querschnitt des Ports entsprechend vergrößert werden. Ein größerer Querschnitt verschiebt jedoch die Resonanzfrequenz des Systems nach oben — um diese wieder auf den gewünschten Wert zu bringen, muss der Port verlängert werden. Längen von einem Meter und mehr sind dabei in der Praxis durchaus keine Seltenheit.


    2+4. Portgeometrie: Breite, Höhe und Faltung

    Der Port muss nicht zwingend rund oder quadratisch sein — er kann auch schmaler und dafür höher ausgeführt werden, solange der Flächeninhalt des Querschnitts gleich bleibt. Ebenso ist es problemlos möglich, den Port zu falten, um Bauraum zu sparen. Wichtig ist dabei jedoch, dass Ein- und Ausgang des Ports einen sauber ausgeführten blend-Radius besitzen, um Strömungsablösungen und die damit verbundene Vortex-Bildung zu minimieren — denn auch diese erzeugt Port Noise. Die Flare-Rate sollte frequenzabhängig gewählt und auf die Resonanzfrequenz des Systems abgestimmt werden.


    3. Optimale Portfläche

    Eine universell "richtige" Portgeometrie gibt es nicht — sie ist immer abhängig vom eingesetzten Treiber und dem angestrebten Ergebnis. Was sich aktuell im Bassreflex-Bereich als moderner Ansatz abzeichnet (aus meinen Erfahrungen): eine Portfläche (Ap) in der Größenordnung der effektiven Membranfläche (Sd) oder sogar leicht darüber. Das ist jedoch keine allgemeingültige Regel, sondern stark treiberabhängig.


    5. Gefaltete Ports: Länge korrekt messen


    Bei gefalteten Ports wird die effektive Länge am Mittelpunkt des Kanalquerschnitts gemessen — auch durch Kurven und Ecken hindurch. Außerdem sollte der Kanal möglichst homogene Querschnittsflächen aufweisen und scharfe Kanten sowie abrupte Querschnittssprünge vermieden werden, da diese die Strömung stören und zu unerwünschten Geräuschen führen können.


    Zusatz:


    Verwende bitte am besten Birke Multiplex (ich empfehle min 15mm) und kein billig Holz!


    Frage: Wofür willst du den Sub verwenden? Ich denke mal fürs Auto? eher SPL oder eher Tiefgang?


    Noch eine kleine Meinung von mir zu den Produkten von Ground Zero (wenn sie denn relevant ist):


    Die Low-End Subwoofer gefallen mir durchweg gar nicht, das sind einfache Subwoofer ohne wirklich bedeutende Technologie. Ground Zero ist wie ich finde extrem gut darin high End Endstufen zu Bauen wie z.B. die GZPA Endstufen, was Subwoofer angeht sind sie bereits sehr lange weit hinter ihrer Konkurrenz (z.B. Digital Designs) was Car Subwoofer angeht.

  • Deine Fragen lassen vermuten, dass es dein erstes derartiges Projekt ist und dir die Erfahrung fehlt, die richtigen Entscheidungen sebst zu treffen. Entweder hast du Zeit und Lust, dich da mit mehreren Versuchen und Prototypen reinzuhängen, oder du suchst eine fertige Lösung und baust diese nach. Es führen zwar alle Wege am Ende nach Rom, aber die Strecken sind verschieden lang.

    Daher wäre ein pragmatischer Vorschlag, der einfach zum Erfolg führen wird, das Chassis in ein geschlossenes Gehäuse zu bauen. Groundzero empfiehlt das auch selbst für das Chassis. Das wird bei Auslenkung von +/-25mm für gut 115dB ab 35Hz reichen. Wenn das zu wenig ist, kaufe ein zweites Chassis dazu - kostet ja nicht viel.

    Wenn du unbedingt bei einer Reflexkonstruktion bleiben willst, ist WinISD zur Festlegung der Portgeonetrie das falsche Programm. Visatons Boxsim ist sehr genau, gerade was die Kanalgeometrie und das sich daraus ergebende Tuning angeht.

  • bei solchen Chassis kommen man mit Simuprogrammen an Grenzen.


    Verschiebvolumen ist recht hoch zum errechneten Gehäusevolumen.

    Kompressionsverzerrungen im Betrieb.


    Strömungsverhalten im BR Kanal.

    von ungünstigen Formen mit Wandfläche ganz zu schweigen.

    Veränderung der BR Abstimmung im Betrieb.


    Kühlung : hat das Ding eine Inside/Ountside Spule,

    wie wird der Spulenüberhang gekühlt?

    ergo, höherer Schwingspulenwiderstand bei Belastung,

    starke Änderung der simulierten Abstimmung im Betrieb.