Mal wieder was aus der Werkstatt: Defekte Steuerung für ein Brandschutztor

  • Bei uns im Theater gibt es ein Rolltor, das die Hauptbühne von der Hinterbühne trennt und im Notfall als Brandschutztor dient, somit auch automatisch schließt. Bei der monatlichen Prüfung für den Notstrom ist beim Wiedereinschalten wohl etwas schief gegangen, wahrscheinlich eine Spannungsspitze hat die Stromversorgung gekillt.

    Servicemitarbeiter sagt, diese Steuerung wird nicht mehr hergestellt, man habe noch eine Ersatzplatine zum Ausleihen, aber das Ding müsse neu, weil man sowas, obwohl möglich, aus Garantiegründen nicht repariere. Ich habe den Kostenvoranschlag gesehen, mehr als 5000€ :( Mein TL hat mich gefragt, ob ich mir das mal anschauen könne...


    Die Steuerung hat ein Schaltnetzteil, das 24V= liefert. Diese Spannung versorgt die eigentliche Elektronik und lädt gleichzeitig den Pufferakku, der die Schaltung bei Stromausfall funktionsfähig hält. Eine provisorische Stromversorgung aus dem Labornetzteil zeigt, daß der Rest nichts abbekommen hat und wirklich nur das Netzteil defekt ist. Die optische Prüfung zeigt nichts Auffälliges, keine aufgeblähten Elkos oder verbrannte Widerstände. Die Leistungshalbleiter sind meßtechnisch unauffällig, alle Sicherungen i.O.

    Nächster Schritt: 230V über Trenntrafo angelegt. Keine Rauchwölkchen. Spannung auf dem Ladeelko paßt. Gleichspannung am Steuer- IC 13V. Diese Spannung kommt zum Anlaufen der Schaltung über 100kOhm direkt vom Ladeelko und wird nach dem Start durch eine aus einer Hilfswicklung auf dem Übertrager gespeiste Einweggleichrichterschaltung gelieferte Spannung ersetzt. Ein Blick ins Datenblatt des ICs zeigt, daß dieser eine Schutzschaltung gegen Über- und Unterspannung hat, welche die Funktion erst ab ca. 15,5 V frei gibt, die Schaltung kann also nicht starten. Da der Widerstand und der 100µF- Kondensator in Ordnung sind, ist also ein defekter IC äußerst wahrscheinlich.

    Das hat sich nach dem Tausch auch bestätigt. Materialpreis: Unter einem Euro. Da hab ich mir mal wieder mein Monatsgehalt verdient :)

  • Bei meinem Hauptarbeitgeber war eine Hydráulische LKW Ladebrücke defekt. Und nach Angabe der Fachstelle nicht mehr zu reparieren. Neuer Ladebrücke 35-45 k€ Einbau nochmal die gleiche Summe.

    Ich habe mir die Sache angeschaut und befunden das die Reparatur nichtcht schwierig ist. Es ist nur eine gebrochene Führung neu zu bauen. In meiner Werkstatt 1 Tag Arbeit.

    Der Fachstelle wurde dann komuniziert das sie ein Angebot machen sollen, das Personal vom Betrieb aber zuversichtlich ist das Ding selbst reparieren zu können.


    Siehe da, plötzlich kamen zwei Monteure von der Fachstelle die das Ding ebenfalls für einen Kleinbetrag wieder reparieren konnten.

  • Bei meinem Hauptarbeitgeber war eine Hydráulische LKW Ladebrücke defekt. Und nach Angabe der Fachstelle nicht mehr zu reparieren. Neuer Ladebrücke 35-45 k€ Einbau nochmal die gleiche Summe.

    Ich habe mir die Sache angeschaut und befunden das die Reparatur nichtcht schwierig ist. Es ist nur eine gebrochene Führung neu zu bauen. In meiner Werkstatt 1 Tag Arbeit.

    Der Fachstelle wurde dann komuniziert das sie ein Angebot machen sollen, das Personal vom Betrieb aber zuversichtlich ist das Ding selbst reparieren zu können.


    Siehe da, plötzlich kamen zwei Monteure von der Fachstelle die das Ding ebenfalls für einen Kleinbetrag wieder reparieren konnten.

    Guten Morgen,

    so von Pfälzer zu Pfälzer,

    was ist denn in dem Zusammenhang die "Fachstelle" ?

    Grüße Jochen

  • Glückwunsch, da kommt Freude auf!

    Diese Spannung kommt zum Anlaufen der Schaltung über 100kOhm direkt vom Ladeelko und wird nach dem Start durch eine aus einer Hilfswicklung auf dem Übertrager gespeiste Einweggleichrichterschaltung gelieferte Spannung ersetzt.

    Etwas ähnliches hatte ich kürzlich bei einem älteren Multieffekt TC Electronic M300: Interessanterweise nutzt der keinen IC für die Schaltfrequenz (nicht mal ein 555) sondern einen schnöden Schwingkreis. In dem war ein Elko offensichtlich geplatzt. Ausgetauscht: Immer noch tot. Trafo ok, Hilfswicklung ok.

    Irgendwann kam ich an ein Service-Manual für eine vergleichbare Schaltung, ah, der 150-kOhm-Widerstand R2 hat keinen Durchgang mehr. Dieser speist, so habe ich es mir zusammengereimt, den Schwingkreis direkt von der gleichgerichteten Netzspannung aus, bis der Schwingkreis startet. Weil der Schwingkreis durch den Elko "kaputt" war und nicht mehr übernahm, hielt der 150-kOhm-Widerstand trotz 1-W-Auslegung den Strom nicht lange aus und schmorte durch.

    Hätte man auch sehen können, wenn der axial montierte Widerstand nicht ausgerechnet auf seiner der Platine zugewandten Seite durchgebrutzelt wäre 8o

  • So sehe ich das auch, zumal der Kundendienst den Einbau wieder selbst vorgenommen hat.

    Glück gehabt. Ich kenn so was von den klassischen Rolltorantrieben für Lagerhallen. Da weigern sich die Herstellermonteure idR konsequent mit Verweis auf die Haftung Reparaturen auf Komponentenebene auszuführen. Was sich nicht mit Modultausch wieder flott machen lässt wird im Prüfbuch als unreparierbar und damit auch unprüfbar gestempelt und muss komplett neu...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Mein Dönermann hatte vorletzten Winter eine defekte Glas Automatiktür. Hersteller sagt Ersatzteile gibt es nicht mehr, Tor und Türfirma war ratlos.


    Tür stand halb offen, ich zu ihm hin, gefragt was los ist, kurz rein geschaut, den gerissenen Standard KFZ Riemen für 7,30€ bestellt, zwei Tage später eingebaut, seither regelmäßig Döner aufs Haus.


    Dieses Baugruppentauschen ist kein Reparieren, was anderes können die nicht.

  • War beim Bund der Unterschied zwischen MES (Materialerhaltungsstufe) 2 und 3….

    ...deswegen gehen dann auch 6 Flugzeuge mit an auf 'ne NATO-Übung, wenn man nur 2 braucht - die anderen 4 kommen teilzerlegt einfach in 'nem A400m mit ^^ [Ersatzteilspender und so]

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, "Jungfrau von Orleans" )