Erfahrungsberichte Q1, jetzt wirds wahr !

  • So, lange hats gedauert.


    Wir blicken jetzt auf ca. 15 Q1 Veranstaltungen mit unterschiedlichsten Aufgabenstellungen zurück, bei allen Beteiligten macht sich Grinsen breit, und ich glaube genug Erfahrungen gesammelt zu haben um seriöse Auskunft über das Produkt geben zu können.


    Da es doch ein nicht unerheblicher Schreibaufwand wird, hier zuvor noch mal ein paar Sätze zu den "Randbedingungen":


    Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht, nicht um einen Vergleichstest!
    Es weden reale Beschallungssituationen beschrieben. Wir haben zwar einiges an Messungen veranstaltet, können jedoch, wie den Praktikern unter euch klar sein dürfte, nicht auf endlose Messreihen zürückgreifen, die das Tagesgeschäft eines Beschallers aus Zeitgründen nicht zulassen.


    Bis zum Sonntag Abend werde ich 4 für "Q-Anwendungen" repräsentative
    Beispiele in diesen Thread stellen und zwar "en bloc " und bitte Interessierte diese sorgfältig zu lesen.


    1. Sprache und "akustische" Insrumente in Industrieproduktionshalle.
    2. Rock und Pop in 2000 Pers. Sporthalle
    3. Soul-cover-band 800 Pers mehrzweckhalle ( groundstack )
    4. Mehrzonen-Anordnung für Sprachübertragung


    Für Vorabfragen und Anregungnen bin ich noch offen.


    Danach stelle ich mich gerne einer nüchternen, sachdienlichen Diskussion.

  • 1. Sprache und "akustische" Instrumente in Industrieproduktionshalle.


    Location:


    Neuerrichtete Produktionshalle eines Holz verarbeitenden Betriebes. Stahl, Holz, Glas, rechteckiger Grundriss, 50m lang, 22m breit 11m hoch. Bühne an der Stirnseite leider nicht mittig wegen Rolltor. Für die Aufhängung der front truss können wir die Laufkatze an der Hallendecke benutzen, sodass mit den Motoren sowohl Fahrten in der Höhe wie in der Tiefe möglich sind.


    Akustisch ist die Halle das Grauen, RT60 > 3 sec. Innerhalb des RT60 Fensters bleibt der Nachhall sehr lange laut, Zwei 10 m voneinander stehende Personen können sich sprachlich nur nach mehrfacher Wiederholung verständigen. Der Nachhall ist jedoch sehr diffus, ohne deutlich wahrnehmbare Einzelreflektionen. Wie sich später herausstellte, genügte die Anregung der halle durch einen einzelnen Wedge bei ausgeschalteter Front (!), um die Musiker auf der Bühne von der besch… akustischen Ausgangssituation zu überzeugen.


    Vorbereitung:


    Eine Vorbesichtigung hatte nicht stattgefunden. Am Vortag der Veranstaltung kam die Hiobsbotschaft, dass wegen der Mittagsveranstaltung ( Hausmesse ), die ohne uns stattfand, bis 13:30 Uhr kein Tonaufbau stattfinden kann und die Halle danach erst leer geräumt werden muss.
    Die Licht- und Riggingfirma gab am Vorabend die geschätzten Hallenmaße durch ( Gott sei dank kann der gut schätzen, wie wir nachher mit dem Distometer herausfanden).
    Die Schätzmaße gaben wir ins Q-Calc ein und machten eine grobe Vorplanung.


    Equipment:


    4 x Q1 pro seite, 3 x Q-sub pro Seite, 4 x D12 Amp, 4 x Monitor U1 12“/DE 900/Limmer 60° 2 x LAB 1600
    Venice, Varicurves, Neumann KM 105, BSS DIs, das übliche “siderackgeraffel” ( lexicon war etwas überflussig s.o.! )


    Eingestellt hatten wir uns darauf, ein Zeitproblem zu kriegen ( s.o. und mangels Q-Routine ) und vor allem darauf mehrfach rauf und runter zu fahren, umzuhängen u.s.w.

    Durchführung:


    Tatsächlicher Aufbaubeginn 14:30
    Messen mit Distometer, Abstand Trussvorderkante zu Hallenrückwand 38 m, ( Bei vom Lichtler geschätzten 40 m !!!! ) Frame- Höhe 6,20m ( hätten wir noch variieren können, war aber bei nur 4 Elementen pro Seite vernünftig ) Nur geringe Korrekturen im Q-Calc
    Ergebnis: Frame angle -4,8° , 1°/5°/12° Zwischenwinkel, CPL -2dB, dass untere Paar -1,5dB. Sehr geschickt war die Aufhängung über „Rotaclamp“, da die Bühne etwas versetzt stand, konten wir das seitenwandnahe Array bequem 12° nach innen drehen.
    Die drei Bässe benutzten wir in der CSA = Nierenkonfiguration.
    Die Q1 sind im Dreierpack, komplett verpint, in 0° Position gecased. Diese Verpackung wird von d&b nicht favorisiert wegen möglicher Abnutzung von Metallteilen (???) hat sich aber für mich und drei weitere User als sehr praktikabel erwiesen.
    Das Aufbauen, umpinnen, verkabeln ging superschnell, ebenfalls die Amp-Programmierung, obwohl diese vorher für ein völlig anderes d&b Lautsprechersystem benutzt worden war. Erstes Grinsen bei meinen Jungs.


    Hören und Messen:


    Ums gleich voraus zu nehmen: Wider Erwarten waren wir sofort mit dem ersten Hänge- und Setup Ergebnis zufrieden !!!
    Sowohl gehört, als auch gemessen, war die Lautstärke und „frequenzgangsmäßige“ Verteilung“ in der Halle supergleichmäßig. Alle Ängste waren sofort zerstreut. Ebenfalls waren beim Durchschreiten der Halle in der Tiefe keinerlei unangenehme Interferenzen wahrzunehmen. An den letzten 5 m vor der Rückwand war das zur Vermeidung von Rückwandreflektionen programmierte Pegelrolloff zu hören, aber kein Höhenabfall !!! Keiner der anwesenden Tonis hatte nach 35 m Lust das d&b „Hochtonlifting HFC“ einzuschalten !!!


    Am Varicurve gab es ebenfalls keine Höhenanhebung und das EQ-ing fiel trotz der o.g. akustischen Probleme nach Messen und Feedbackprovokationsversuch sehr moderat aus, lediglich bei 160 Hz, 400 Hz, 930 Hz und 3,8 Khz wurden kleine, sicher hallenabhängige Problemchen gebügelt.
    Danach machten wir uns auf der Bühne auf die Suche nach der im Forum beschriebenen rückwärtigen „Lowmidkeule“, denn diese müsste ja falls vorhanden ein ernstes Problem für unsere 3 akustischen Guitarren des Abendprogramms sein. Weder mit Messen noch mit dem Feedbackprovokationsteset konnten wir ein solches Problem auf der Rückachse oder +/- 45° davon weg detektieren. Im Gegenteil war es hinter dem System einfach gleichmäßig leiser.


    Soundcheck und Veranstaltung:


    Um 17:30 ( man beachte das Zeitfenster !!! ) waren wir souncheckbereit. Sehr schnell war klar, dass wir trotz der miesen Akustik gewinnen würden. Ordentliche Sprachverständlichkeit trotz der o.g. Hallfahne, Gitarrenlautstärke nach Belieben ohne Feedbackproblem, klanglich kommen die Gitarren mit dem Raumhall ganz gut zurecht, Anschlagsdynamik und Diskriminierung von Einzelnoten sind ordentlich. Das CSA kommt beim Bandleader nicht gut an: beschwert sich tatsächlich über auf der Bühne nicht mehr vorhandene Bässe !!! Wieder allseitiges Grinsen.


    Ca. 1200 Leute in der Halle, Sound und Lautstärke sind trotz der niedrigen Anzahl der Q-Elemente perfekt gleichmäßig, ein Nearfill scheint uns unter diesen Bedingungen völlig überflüssig. Obwohl Laien ja in der Regel Hallenakustik und Beschallung nicht auseinander halten können, gab es keinerlei Beschwerden über das Nachhallgewabber in der Halle.




    2. Rock und Pop in 2000 Pers. Sporthalle


    Location:


    Sporthalle mit beidseitigem kleinen Tribünenbereich 36 m breit, 60 m tief, Stahl, Glas, Beton, Nachhallzeit bei Vorbesichtigung erträglich, allerdings zeigt die Messung einige unschöne Einzelreflektionen. Sprachtest: passable Verständlichkeit bis ca. 30 m, Hängen der Fronttruss problemlos möglich.


    Vorbereitung:


    dieses Mal haben wir viel Zeit zum Ausprobieren und exakte Daten aus dem Laserdistometer.
    6,80 m Framehöhe, Abstand Trussvorderkante zu Hallenrückwand 47 m, wegen der Hallenbreite planen wir für den vorderen Anteil der Seitentribüne ein kleines „near-side-down-Fill“ bestehend aus je einer U1 12“/DE 900/Limmer 60° /Rohrklammer/TV-zapfen/Schwenkbügel, deren Winkelung wir indirekt aus den Q-Calc-Daten ableiteten.


    Equipment:


    6 x Q1 pro seite, 6 x Q-sub pro Seite, 6 x D12 Amp, 12 x Monitor U1 12“/DE 900/Limmer 60° , 2 x Drumfill 2 x Sidefill (1x B118/U1) 8 x LAB 1600, 2 x LAB 4000, 10 Monitorwege über ML 4000
    AMEK Recall by Langley, OMNIDRIVE, Varicurves,u.s.w., Moderator mit Countryman Nackenbügel


    Durchführung:


    Dieses Mal wollen wir Einiges genauer wissen: Wir haben ein Inklinometer, und eine Stoppuhr dabei.
    Q-Calc Ergebnis: Frame angle -4,3° , 1°/1°/2°/6°/14° Zwischenwinkel, CPL -2dB, das untere Paar -2dB. Aufhängung wieder über Rotaclamp.
    Die 6 Bässe pro Seite benutzten wir dieses Mal ohne CSA.
    Zwei Q1 Dreierpacks pro Seite, sind mit zwei Mann pro Seite in 18 Minuten gehängt, gewinkelt, gesafed und verkabelt !!! die unteren zwei Qs habe ich zum Spaß mal alleine umgepint, geht auch. Wieder Grinsen bei den anwesenden Techs.
    Das Inklinometer zeigt eine Abweichung von etwas über 1° zwischen dem gemessenen und dem errechneten Frame-Winkel. Das liegt zum einen an der Tatsache, das die Rotaclamp logischerweise nur ganze Lochabstände im Frame zulässt und das Hängeloch und nicht der Winkel die im Q-Calc zu errechnende Variable ist. Tatsächlich bringt die Eingabe des gemessenen Winkels ins Q-Calc nur ein wenig abweichendes Ergebnis. Bewärt hat sich in der überarbeiteten Q-Calc-Version den 8 KHz Bereich für die Endabgleichung der Splaywinkel zu benutzen, da bestes Hochtonergebnis und angenehm gleichförmige Pegelerwartungen für die anderen Bereiche mit ähnlichem rolloff.


    Nun hatten wir noch Zeit ein bisschen mit der Höhe und den Winkeln zu spielen. Ergebnis: 1. Eine Höhe von unter 3,80 m unterste Box zu Boden macht das Q-calcen deutlich schwieriger und die Verteilung ungleichmässiger, was man dann auch hören kann, das Ergebnis liegt jedoch immer noch deutlich vor Anordnungen mit konventionellen Arrays. 2. wieder belassen wir das System nach Anhören in der ursprünglich „ausgecalcten“ Version !!


    Unser kleines „near-side-down-Fill“ verhält sich zum Q vor allem durch die korrekte Laufzeit und den sehr viel niedrigeren Pegel im vorderen Seitentribünenbereich sehr gutmütig, der Übergang nach hinten in den Q-Bereich hinein ist fliesend. ( Oder hat das was mit dem gleichen DE 900 und dem Limmer-Horn zu tun ?) Ein „inner near fill“ vermissen wir wieder nicht.


    Hören und Messen:


    Sowohl gehört, als auch gemessen, war die Lautstärke und „frequenzgangsmäßige“ Verteilung“ in der Halle erneut sehr gleichmäßig, wieder waren beim Durchschreiten der Halle in der Tiefe keinerlei unangenehme Interferenzen wahrzunehmen, auch hier wollte ich, obwohl bekannter Hochtonfetischist das d&b „Hochtonlifting HFC“in den oberen zwei Elementen wieder nicht einschalten trotz 47m bis zur Rückwand !!! Allerdings haben wir im OMNIDRIVE, den wir als Zoner verwendeten, letztlich doch noch eine Anhebung von 1,5 dB bei 14 KHz für die zwei oberen Elemente produziert. Das ist wohl kaum der Rede wert. In der Impulsmessung vom FOH-platz aus lassen sich die bei der Vorbesichtigung gehörten Reflektionscluster teilweise noch nachweisen.
    Da ich bisher bekennender Befürworter von 12“ Hornkonstruktionen mit hoher Direktivität für Mitten war, war ich sehr skeptisch, ob sich im normalen Rock/Popmusikprogramm Solisten ( Vocals, Bläser u.s.w. ) über d&b’s „Kammerdipolanordnung“ wirklich durchsetzen. Schon während des Konservenhörens konnte ich mich diesbezüglich etwas entspannen. Feedbackprovokationsversuche mit dem Moderatoren-Nackenbügel ergaben weder hinter noch vor dem System ernsthafte Probleme im gewünschten Lautstärkebereich.


    Soundcheck und Veranstaltung:


    Die anwesenden Bandtechs sind skeptisch wegen des weit hinten ( 36 m ) stehenden FOH Platzes jedoch voll des Lobes über die „Ohrnähe“ während des Soundchecks. Trotz leider hohem Monitorpegel auf der Bühne zeichnet sich schon in der leeren Halle ein gutes Durchsetzungsvermögen für Solisten ab.
    Ca. 2000 Leute in der Halle. Bei voller Halle sind die in der Impulsmessung noch gesehenen Reflektionscluster weitgehend unhörbar geworden und die Halle ist jetzt relativ „trocken“. Während der Konzerte breites Grinsen zum Thema rock’n roll – Fähigkeit. Mir fällt auf, dass ich selten indoor so gut abgebildete Effekte gehört habe. Übrigens wollte keiner der Bandtechs am Varicurve spielen ?!
    Allgemeines Lob von Bands, Moderator und Veranstalter.
    Übrigens sieht ein solches System auf die genannte Entfernung zur Rückwand echt putzig aus.



    3. Soul-cover-band 800 Pers Mehrzweckhalle ( ground stack )


    Vorraussetzungen:


    Halle 18 m breit, 28 m tief


    Leider erlaubt die niedrige Decke und deren Betonträgerkonstruktion in der Halle kein Fliegen, was für 3 Q1 wegen des geringen Gewichts von 22 kg pro Element auch mit normalen Traversenliften kein Problem gewesen wäre. ( ein Dreierpacket lässt sich einfach mittels Flying bar, einem einfachen gelochten T-Eisen, fliegen.)


    Wir verwenden daher 2 x Q1, 3 x Q-sub pro Seite als ground stack. Diese Anordnung braucht zwischen den Bässen keine Q-links, da d&b zusätzlich Hartgummileisten unten und Einfräsungen oben in die Bässe gebaut hat. Die beiden Q1 verbanden wir im 8° Winkel, die obere 1° Neigung zur Horizontalen, sodass sich ein Gesamtwinkel von 6° über der Horizontalen und 16° unter der Horizontalen ergab.


    Aus den Ergebnissen der Fliegeaktionen ist uns klar, dass ein befriedigendes Ergebnis nur mit einer gewissen Höhe des Arrays zu erreichen ist und packen das Ganze auf ein 1,20m Bühnenelement. Auf einen Q-Calc trial für diese Anordnung haben wir verzichtet.


    Ergebnis:


    Natürlich ist eine solche Anordnung auch keine Annäherung an ein line array d.h. Pegel und Frequenzgang waren natürlich nicht in der ganzen Halle konstant. Aber statt der sonst üblichen 2 Stacks von irgendwas hatten wir eine sehr kompakte ( 0,58 m breit, 2,10 m hoch ) Anordnung ohne die sonst üblichen horizontalen Interferenzerscheinungen einer „2Stacks-Lösung“.
    Diese Anordnug verhielt sich nun ähnlich rückkopplungsstabil wie größere Anordnungen und hatte mit den von der Bühnenkante verbleibenden 22 m kein Reichweitenproblem. Als ebenfalls unproplematisch erwies sich der geringe vertikale Gesamtöffnungswinkel.


    Das System hatte genügend „Luft“ um eine Soulband mit drei Sängern und vier Bläsern überzeugend rüberzubringen. Wieder bestach die Fähigkeit mit wenig Mix-Aufwand Solisten zu featuren.




    4. Mehrzonen-Anordnung für Sprachübertragung


    Kein eigener Job, sondern Beschallung eines sehr geschätzten Kollegen, dessen Aussagen mein vollstes Vertrauen genießen:


    Zitat:
    14.02.04, Ludwigshafen, Friedrich Ebert Halle
    3.021 Besucher
    Comedy, Nuhr,


    2 x 6 x Q 1 Hauptsystem, max. Distanz: 49 m
    in 3 er Paketen auf je 1 x CH D 12 verkabelt, die oberen 3: + 2 db + HFC
    2 x 3 x Q 1 Balkone, max. Distanz: 37 m, + 2 db + HFC
    2 x 1 x Q1 Outfill
    4 x E 3 Nahfeld
    alles auf D 12 Amping
    1 x BSS 366 zum verteilen und DDL für das Nah- + Outfill
    1 x Mackie 1604 VLZ
    1 x TL Audi Valve Compressor ( hatte nix zu tun !)
    1 x Shure BETA 87 UHF
    1 x 1 band vom Meyer CP 10 EQ für das Mikro ( - 4 db bei 160 hz )
    sonstige EQ´s alle flat ( !! )


    unter Vermeidung von 0° Winkeln und der Berücksichtigung von ein paar Hinweisen des Entwicklers war diese Entfernung völlig problemlos zu meistern und 20 Meter mehr wäre wohl auch kein Problem gewesen.
    Somit kann man sagen, daß bei Berücksichtigung eben dieser spezifischen Q Parameter hervorragende Ergebnisse zu erwarten sind.


    Herr Nuhrs Stimme klang auf allen Plätzen durchweg sehr natürlich und sehr gut sprachverständlich.


    Herr Nuhr spricht außergewöhnlich leise und erzeugt durch diese als Stilelement zu wertende stimmliche Zurückhaltung auch eine für ihn typische Intensität, die mit dieser Beschallungsanlage auch bis in die hinterste Reihe und den obersten Balkonplatz erzeugt werden konnte.


    Darüber hinaus war noch mehr als ausreichend Headroom zur Rückkoppelungsgrenze vorhanden.
    Eine weitere Verbesserung wäre nur durch bauliche Massnahmen, z.B. einen Vorhang auf der Rückwand zwischen Balkon und hintere Tribüne möglich, um die dort nackte Betonwand reflexionsfrei zu gestalten.
    Also komplette Zufriedenheit beim Veranstalter, Künstler, bei der bemusterten Firma und bei mir, weil:
    Super lustig war es auch noch, der Mann ist schon erstklassig.
    Zitat Ende.



    Auf Nachfragen war die horizontale Anordnung der Q-Arrays unproblematisch, ein Umstand den Anselm G. im PP ebenfalls bestätigt hat.


    Fazit :


    1. Die erwartete Flexibilität fanden wir voll bestätigt, wir hatten bisher keine Situation, in der wir uns ein stärker bündelndes, puristisches line array gewünscht hätten und keine, in der wir uns ein konventionelles horizontal geclustertes System gewünscht hätten.


    2. Man kann tatsächlich mit einer geringen Anzahl von Elementen schon sehr beachtliche Ergebnisse erzielen.


    3. Das System ist sehr einfach zu handeln, schnell aufzubauen und macht einen sehr vertauenswürdigen Eindruck.


    Ich habe daher 12 Q1, 12 Q-sub, 6 D12 + komplette rigging hardware gekauft. In meiner Region existiert innerhalb kürzester Zeit ein ganz beachtlicher Pool, aus dem ich mich bedienen kann.

  • Hallo Guma!


    Toller Bericht - hat dich wohl auch einiges an Zeit gekostet...


    Fragen:
    1. Wie steht es um das Verhältnis Top-Bass?
    Ist 1:1 wirklich ausreichend?


    2. Ist eine Erweiterung des Q mit Bass um den B2 praktikabel & sinnvoll?
    Ich denke hier an Disco Produktionen ....


    3. ... auch wenn eigentlich schon beantwortet: Wie R´n´R tauglich ist das System wirklich? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass aus diesen kleinen Dosen wirklich genug Pfund rauskommt um eine gestandene Rock-Show zu befeuern.


    Dank & Gruß
    Oliver

  • Hallo Oliver !


    1. Ja, ich denke, daß das bei Indoor-jobs mittlerer Größenordnung OK ist.


    2. Eine Erweiterung mit B2 ist für große Indoor- jobs, Open airs > 2000 Pers oder Techno Disco sicher sinnvoll. Das ist sicher auch ein Stück Geschmacksache. Ich persönlich mag Bandpässe eigentlich nicht so sehr und neige dazu, Thiele-Small Kisten auch in größerer Anzahl zu verwenden, auch wenns bei wachsender Größenordnung irgendwann eigentlich vernünftiger ist, Bandpässe einzusetzen.


    Eins der frühen Erfolgsgeheimnisse von d&b war ja gerade die Kunst aus relativ kleinen Gehäusen das maximal Mögliche an Bass rauszuholen. ( B1 ) Die B2 ist halt schon ein "ordentlicher Kübel".
    Wirklich nötig brauche ich die B2 vieleicht 4-5 x im Jahr, dann kann ich sie mir auch leihen.


    3. Mit der B2 zusammen wirklich uneingeschränkt. Gerade auch durch die horizontale Arraybarkeit halte ich es für unproblematisch auch eine 30.000 Pers R'n R' Show zu machen. Wie bereits erwähnt ist es darüber hinaus eh die Frage, ob man nicht auch für puristischere Line Arrays outdoor bei größeren Entfernungen Delay lines verwenden sollte (Witterung, Wind, Thermik u.s.w.), sodass unter Einbeziehung dieser Option dem Ganzen eigentlich überhaupt keine Grenzen gesetzt sind.

  • Ich denke es für uns alle vor allem wichtig ein größt mögliches Maß an Flexibilität zu erhalten.
    Derzeit scheint mir das Q so etwas wie die Eierlegende Vollmilchsau unter den am Markt vorhandenen Systemen zu sein …


    Schade, dass du so weit von mir weg bist Guma.
    Ich würde mir gerne mal eine Produktion mit Q1 aus der Nähe ansehen. Inkl. Auf und Abbau.

  • "Oliver/ RodeVT" schrieb:


    Derzeit scheint mir das Q so etwas wie die Eierlegende Vollmilchsau unter den am Markt vorhandenen Systemen zu sein ...


    "wora" schrieb:

    Oliver :


    "eierlegende wollmilchsau" lautet der korrekte ausdruck ;-)


    Prima, was zum schmunzeln... :mrgreen:

  • Ohne persönlich jezz selbst mit LAs gearbeitet zu haben. (Für unsere Firma kommt wohl wenn überhaupt auch nur XLC in Frage)
    Was mach stutzig macht ist der vertikale Abstrahlwinkel von 15° beim Q1 und die Empfehlung von D&B das Array vertikal bis 20 Einheiten groß zu gestalten. Im Vergleich zu sonstigen LA (auch wenn das Q wohl keines im ganz ursprünglichen Sinne ist) erscheint mir das recht viel.


    Also wäre ein Bericht mit 10 und mehr Q1 pro Seite mal interessant. Wird aber sicher noch kommen.


    Trotzdem ein super Bericht.


    gruß
    Jan
    der sich freuen würde wenn mal wieder bei uns D&B im Lager stehen würde....

  • so, ich hatte nun auch mal das vergnügen.


    open air.
    12x Q1 pro seite plus bässe und woofer.
    musik: rock/pop/soul


    das system klingt angenehm, man hat sehr schnell einen ausgewogenen sound darauf. es macht einem das leben nicht unnötig schwer.


    ich hätte gerne noch ein bisschen probiert, die feinheiten herauszukitzeln. doch die riderschreiberei hätte man sich mal wieder sparen können, ich hatte ein paar speicherkarten umsonst dabei... so musste ich halt mit standardsound arbeiten.
    zudem hatten wir ein bisschen wind, der allen boxen dieser bauart arge probleme bereitet.
    das pult war etwa 40m vor der bühne und schon hier konnte man über weite strecken des konzertes nur über kopfhörer die genaue balance zwischen den instrumenten und effekten einstellen.
    aber wie gesagt, dieses problem scheinen ja alle vertikal-arrays zu haben, jedenfalls mehr als die alten cluster ... dafür haben diese natürlich wieder andere sorgen.


    was mir aufgefallen ist:
    je nach standort kam es vor, das stimmen und instrumente sehr indirekt waren.
    besonders zwischen den bananen und wenn man ein bisschen näher am array war, war das ein bisschen komisch.
    woran das lag weiss ich aber nicht. am pult, das nicht ganz mittig stand, war es jedenfalls ok.
    und wenn man die lautstärke ein bisschen anhebt, scheinen die teile ihren fetten sound zu verlieren. kommen die 10"er da nicht mehr mit? hmmmm...
    also offenbar enorm wichtig: immer ausreichend dimensionieren!
    zur info: ich hatte im schnitt einen pegel von ca. 92dB am pult (laut smaart), da passiert das noch nicht.


    das system hinterließ auf mich einen guten eindruck.
    und im gegensatz zum vertec kann man sogar dezent gesetzte hallräume aus dem mix heraushören ;-)
    dieses produkt scheint für den hiesigen beschallungsmarkt richtig dimensioniert zu sein. d&b hatte da ja schon immer eine gute nase dafür, was hier wirklich gebraucht wird... nach der c-serie, die ich selber nicht so mag, scheint es wieder eher in meine geschmacksrichtung zu gehen.
    jetzt würde mich nur noch interessieren, wieso es zu diesen indirektheiten kam...

  • So, die Q1 ist verkauft, und ich ziehe nun Bilanz:


    - Wirtschaftlich war es die beste Entscheidung in meiner langen "Beschallerlaufbahn", sowohl von der eingespielten Kohle als auch vom Wiederverkaufswert am Ende der "Dienstzeit". :wink:
    - In Sachen Einsatz-Flexibilität war es ebenfalls die beste Entscheidung, die ich damals treffen konnte, ebenso in Bezug auf Verfügbarkeit in meinem Wirkungskreis.
    - Klanglich war ich stets zufrieden und meine Kundschaft ebenso.


    Kritikpunkte:
    -Die Holzverarbeitung und Lackierung hätte bei einem so hochpreisigen Produkt gerne besser sein können.
    - Das Rigging ist deutlich verbesserungswürdig, sowohl was handling als auch "Verlierbarkeit" angeht und die Integration einer Art Dolly hätte der Q1 sicher gut zu Gesicht gestanden, da lassen aber spätere Produkte wie J und T erwarten, dass man diese Lektion inzwischen gelernt hat.

  • bezug nehmend auf meinen obigen text von 2004:
    zwischenzeitlich hatte ich doch viele gigs mit der kuh und war bei der überwiegenden mehrzahl wirklich zufrieden damit. so kann ich die damals beschriebene indirektheit bei meiner ersten begegnung mit dem system mit sicherheit auf einen anwenderfehler beim setup zurückführen.
    tja, auch grosse verleihbuden sind nicht vor solchen fehlern gefeit... 8)
    die kuh fand ich ohnehin von anfang an klanglich besser als die C-serie davor (besonders die C4 gefiel mir nie), die horizontale schallverteilung ist sicher verbesserungsfähig und der tendenziell eher zu warme klang selbstredend geschmackssache. insgesamt ist diese box aber wirklich in ordnung und bestätigt durch die hohen verkaufszahlen, das d&b mit dieser box ein guter treffer gelungen ist.


    ich schliesse mich übrigens Olivers frage an.