Ground support aus Stahl????

  • Folgende Frage:


    Gibt es einen Hersteller von Ground Supports aus Stahl????
    Ich frage Deshalb, weil es sich um einen Ground Support handelt, der in einer Halle Fix installiert wird, um genügend Hängepunkte für verschiedenste Produktionen zu schaffen.
    Das Ganze soll in etwa die Größe von 12 * 18 Metern haben.


    Weiss da wer was???


    Ich könnte mir denken, das ein solcher Ground Support höhere Belastungen aushalten kann.
    Wird wahrscheinlich aber auch teurer sein.


    Hat jemand von Euch so etwas schon gesehen? bzw.
    Kennt jemand von Euch einen Hersteller von Traversen aus Stahl.


    Ich hab eventuell auf Google nicht richtig gesucht, denn was ich Dort zum Thema Traversen und Stahl gefunden habe, betraf eher Kräne und Industrieanwendungen.


    Dankeschön falls jemand Infos hat.


    LG
    Drops

    Robert Hintner
    Unterdorf 289
    6073 Sistrans
    Tirol / Austria
    0660 / 2187514
    robert.hintner(at)creasound.net

  • Truss aus Stahl ist mir erstmal nciht wirklich geläufig, mal einzelne Teile aber ein ganzes System eher nicht. Es gibt zwar truss(ähnliche) Bauteile aus Stahl die bei großen (Open Air) Bühne eingesetzt werden, aber ob du die mal eben so bekommst bzw die dann auch bezahlen kannst ist eine andere Sache.
    Aber es gibt Schwerlasttruss, das ist wohl schon eher was für dich, ist aus Alu, von daher eben relativ leicht und kann auch sehr hohe Lasten tragen.

  • "Drops" schrieb:

    ...
    Ich könnte mir denken, das ein solcher Ground Support höhere Belastungen aushalten kann.
    Wird wahrscheinlich aber auch teurer sein.
    ...


    2x "warum"?


    Stahl wiegt an sich schon mehr, das geht von der Belastung ab.


    Aluminium ist an sich schon teurer und die Verarbeitung auch.


    Dachte ich jedenfalls immer.


    Ich kenne noch "billige" Stahl-Konstrukte, das hat man schnell wieder verworfen. (die Kostenersparnis war am Ende weg, weil das Zeug auf Tour war. Nach dem ersten Abbau war das Ganze verzogen und passte nicht mehr.)


    Wieviel Last soll es denn werden? Worauf soll es stehen? (Wieviele Punkte, Bodenbeschaffenheit, Lastverteilung etc.)

  • ad Fabio:
    Das mit dem bezahlen ist nicht mein Problem, da nicht ich es kaufe, sondern der Besitzer der Halle.
    Da Gewicht der Truss spielt keine Rolle, da es eben eine Einmalige Installation ist, die einmal aufgebaut wird und dann nicht mehr abgebaut wird.


    ad Kai:
    Danke für den Tipp! Schau ich mir an.


    ad unknown:
    Auch Dir Danke, ich glaube das war der Beste Tipp!


    ad Simon:
    Erstes Warum: Nun ich denke mir einfach mal, das Stahl mehr aushält als Alu, oder liege ich da Falsch?
    Zweites Warum: Ich glaube auch das ein Support aus Stahl teurer sein wird, weil erstens das Material Teuer ist und Zweitens weil es nicht so gängig ist wie ALU.
    Der Gedanke mit Stahl wiegt mehr stimmt schon, aber kann es nicht sein, das trotzdem die Resultierende Belastung trotzdem noch höher sein kann. (Ich weiss es nicht und deshalb frage ich nach.)
    Es wäre einfach nur gut zu wissen, ob es so etwas eben gibt, bzw. ob eben die Belastungsgrenzen wirklich höher liegen.


    Das nächste ist eben, dieses Zeug geht "nie" auf Tour, sondern es wird einmal (von der ausführenden Firma von der es auch gekauft wird) aufgebaut und dann bleibt das so stehen und die Rigger sollen sich an Belastbareren Punkten erfreuen können.


    Es soll auf 4 Punkten stehen und eben einmal 18 Meter Spannweite und einmal 12 Meter Spannweite überbrücken.


    Über diese Rig sollen noch weitere 3 - 5 solcher Trussen gelegt werden, damit die Produktionen die in die Halle kommen Ihr Trussing dort einhängen können. Das Stahlkonstrukt soll eben auch fahrbar sein, damit die Rigger nicht rumklettern müssen, Sondern Ihre Motoren am Boden einhängen können (Zeitersparnis)


    Welches Gewicht die Produktionen so mitschleifen, weiss ich nicht, da in dieser Halle Gigs in einer Grössenordnung von 8.000 - 10.000 Personen stattfinden sollen.


    Ich bin nur dabei mich zu informieren, da ich eben gehört hatte, das es Ground Supports aus Stahl geben soll und wenn es sie gibt, dann könnten diese auch einen Vorteil haben, oder?


    Danke für die Antworten bis jetzt und ich werde mich noch weiter umhören.


    LG
    Drops

    Robert Hintner
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  • Du bist ja auch Ösi.


    Ich weiß, das die Firma ATC dies auf Wunsch baut, hab da schon welche gesehen.


    Bin auch überzeugt, wenn Du die anrufst un erklärst, was für Lasten da reinsollen, das die dir das auch rechnen und Dich beraten.

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  • StageCo ist schonmal keine der schlechtesten Adressen, wobei z.B. eine Prolyte B100 bei 18m auch schon 2,5To mittige Punktlast oder 4,9To verteilt macht.
    Was ich aber eher sein lassen würde ist die Idee des fahrbaren MotherGrids. Wenn du dir diverse Hausriggs in Köln oder Hannover anschaust, da hängen für 20x12m gute 30 2,5-Tonner C1-Züge. Entweder geht das dann beim abspecken auf deine Zuladung oder du hast auf der ganzen Seite Steher... Da würde ich lieber über eine geeignete Catwalk-Lösung nachdenken.
    Zum Thema Nutzlast: Was du definitiv nicht vergessen darfst sind ausreichend bemessene Punkte für PA, da würde ich pro Seite mal so 2 Tonnen ansetzen. Insgesamt irgendwas zwischen 10-15 Tonnen sind sicher nicht vekehrt. Aber da klopfst du schon verdammt viel Alu oder Stahl als Groundsupport rein.

  • Meiner Meinung nach werden Stahltraversen ziemlich unterschätzt. Für Sie spricht, dass es keine Festigkeitzsminderung durch das Schweissen gibt, wie es beim Aluminium der Fall ist. Die Fertigung ist zu dem auch wesentlich kostengünstiger. Nimmt man Vierkantrohr anstatt Rundrohr für die Konstruktion der Traverse wird es nochmals günstiger, da kein keine Teilprüfung der Knotenpunkte erforderlich ist. Auch die teure Bearbeitung der Füllstrebenenden fällt weg. Dann nutzt man noch S355 für die Traverse und hat bei ca. 31% höheren Kosten 51% höhere Festigkeit als S235- Sofern die maximale Spannung die Versagensursache ist.


    Aber das nur am Rande. Ich würde an deiner Stelle zu einem Ingenieurbüro gehen und denen die Vorgaben geben, und dann von denen Das RIgg konstruieren lassen. Dann weisst du von vornherein, dass es optimal gebaut wird.

  • "klauston" schrieb:

    simonstpauli :


    Stahl hält ca 30 % mehr aus.


    Ah, danke. Ist das schon abzüglich des Material-Gewichts?
    Dann würde Stahl als Grundkonstruktion schon Sinn machen.
    Das Gewicht der kompletten Truss-Kontruktion macht schon etwas aus, da es zu der Nutzlast addiert auf den Stehern lastet. Und somit auf dem Boden.


    Am Ende ist das Rechnen wahrscheinlich das Wichtigste.

  • Vielen Dank einstweilen mal allen, die mir schon geholfen haben.


    Ich werde mich kommende Woche mit 3 Firmen in Verbindung setzen und wenn es gewünscht wird, dann kann ich ja hier berichten, was sich so ergeben hat!


    LG
    Drops

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  • Noch ein paar Anmerkungen:


    1.) Mit so Aussagen wie "Stahl hält 30% mehr als Alu" wäre ich gaaaanz vorsichtig. Es gibt bei Stahl wie bei Alu unüberschaubar viele Legierungen, die alle unterschiedliche Eigenschaften haben.


    2.) Auch das Verhalten in der sogenannten Wärmeeinflusszone (das Material direkt neben der Schweissnaht) ist je nach Legierung ganz unterschiedlich.


    3.) Zu vergleichen sind nicht nur die nominell zulässigen Spannungen, sondern beispielsweise auch die Knickzahlen und diese sind - hat es schon jemand erraten? - je nach Legierung ganz unterschiedlich.




    Das einzige, was vergleichsweise Legierungsunabhängig ist, ist die Dichte, das Elastizitätsmodul und das Schubmodul. Stahl ist stets schwerer als Alu (das macht bei Stützen beispielsweise deutliche weniger aus als bei Trägern) und es ist deutlich steifer - biegt sich also weniger durch.

  • Zumindest wurde uns das so im Kurs für die veranstaltungstechniker beigebracht ( wobei angeblich die gängigen Legierungen verglichen wurden )

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  • Tach zusammen,


    1. Tip: Mero-Grids bewähren sich für die gestellte Aufgabe seit Jahren schon in diversen Messe- und Eventhallen.
    2. Tip: Fahrbare Mother-Grids haben schon in diversen Hallen erhebliche Probleme verursacht. Die notwendigen Steuerungen (Ich werfe hier mal SIL3... ins Rennen) sind aufwändig und teuer. Lieber in eine gute Grundlage mit ausreichend engem Raster der Hängepunkte achten (Bridle bauen hält viel mehr auf, wird außerdem leider immer noch häufig völlig falsch gemacht.), die außerdem ausreichend Belastbarkeit haben (die häufig anzutreffenden 200kg-Punkte sind einfach zu wenig).


    Grüße


    Christoph

  • Also jetzt, wo ich den Thread hier sehe, und letztes Jahr auch die komische grosse Bogenbühne von Stageco sehen durfte, scheint Stahl ja so wenig nicht auszuhalten. Man beachte mal deren Verfolgermasten. Bei so einer Konstruktion schaudert es mir, aber es funktioniert ja scheinbar. Oder haben Die die Physik überlistet? Weil wie "nur 30% Zugewinn gegenüber Alu" sieht das irgendwo nicht aus, zumindest die "Follow/Delay Towers" auf deren Webseite.

  • Ich habe meine Diplomarbeit über ein Stahl-Bühnendach geschrieben. Ich werde dazu nicht viel sagen. Nur soviel:


    Das Verhältnis Anhängelast / Eigengewicht ist bei meinem Dach 80% größer als bei einem Standard-Dach der ülichen verdächtigen. Das Ladevolumen ist weniger als halb so groß als das was man sonst so kaufen kann.


    Ich behaupte, man kann das noch weiter optimieren...


    Gruß
    grobi

  • Einige Fragen sind mir bei der Bearbeitung auch gekommen:


    Warum müssen Gurtrohre rund sein?
    Warum 4-Punkt?
    Warum leichte Traversen mit großen Achsmaßen - schonmal nen 40-Tonner mit Männer-Truss auf die Waage gestellt?
    Und warum um Himmelswillen nimmt man immer nur 50er Rundrohr für die Gurte?


    gruß
    grobi


    PS: Darum sind die ganzen Traversen auch so teuer...


    Edith hat da nen Fehler weggemacht...