Das irrationale Verhältnis des gemeinen Beschallers zur Acht

  • Ich hatte das Thema schonmal irgendwo als Nebenschauplatz. Das Erscheinen des AT4081 als ausgesprochen live taugliches Bändchen nehme ich gerne als Anlaß einige Vorurteile und Fehllenkungen abzuarbeiten.


    In verschiedenen 'Standardwerken' kann man lesen, das die Anwendung der Acht-Charakteristik, des sog. offenen Gradientenempfängers, live nicht üblich ( was wohl wahr ist ) oder nicht sinnvoll ist, b.z.w. es keine Anwendungen gäbe ( was ich entschieden bestreite und auch gerne den Gegenbeweis antrete ). Ich bin der Überzeugung, das auch hier mal wieder unreflektiert abgeschrieben wird oder ( genau so schlimm ) ein gewohnheitsmäßiges Verhalten in Nachhinein versuchsweise begründet wird, was beim genauen Hinschauen eigentlich nicht haltbar ist.


    Folgende Denkanstösse für eine angeregte Diskussion:


    1. Die Acht ist die vom Frequenzgang unabhängigste Richtcharakteristik, d.h. sie wird über das Hörspektrum am konstantesten eingehalten. Diese Konstanz als solche führt zu einer ausgesprochenen Rückkopplungsunanfälligkeit.


    2. Wird die Acht für nicht spiegelsymmetrische Quellen so eingesetzt, dass der vom Schallereignis abgewandte Anteil ins "Leere" also z.B. in den Himmel zeigt, ergibt sich für die zwei anderen Raumachsen eine nahezu perfekte 360° Auslöschung. ( Beispiel die im aktuellen AT4081-Thread genannte Hihat-Anwendung. Hier liegt sowohl das restliche Drumset als auch die restliche Bühne im maximalen "Auslöschungsradius" der Acht ).


    3. Das einzige reale Argument das früher gegen einen Liveeinsatz von Achten sprach, war der hohe Preis ( z.B. der der KM120 oder der MK8 Kapsel ) Verschiedene Modelle in Bändchentechnik sind aber inzwischen zu einem akzeptablen Preis zu haben und klingen richtig gut. ( eigentlich bedauerlich, dass das gute alte M130 nicht mehr Beachtung in Beschallerkreisen gefunden hat, was wohl auch an der wenig robusten Ausführung des Korbes gelegen haben mag )

  • Als Besitzer von 2 AT4081 habe ich natürlich auch über die "8" nachgedacht.


    Am Ende ist die saubere Auslöschung bei 90 Grad ein gutes Argument für diese Charakteristik. Und was natürlich einen großen Einfluss hat ist die Nähe zur Schallquelle. Der lauteste Klang am Mikrofon (auf 0 und auf 180 Grad) gewinnt, also positioniert man das Mikrofon entsprechend.


    Ich habe einige Male Erfahrungen mit Achter-Mikrofonen machen können und bin nicht abgeschreckt.


    Einige gute Beispiele: Kontrabaß - im Steg (MK8, funktioniert hervorragend), Gitarrenamp, Bläser (Solo-Mikrofon, man muß natürlich die Monitore entsprechend positionieren).

  • Ich hatte letztes Jahr das Vergnügen, das Wayne Shorter Quartett beschallen zu dürfen. Der FOH-Mann brachte 2 Köfferchen mit Mikrofonschätzchen mit - ausschließlich Bändchen, bis auf das Röhrenmikrofon fürs Sax. Flügel und Schlagzeug mikrofonierte er nur mit diesen Teilen. Das Ergebnis war wirklich beeindruckend.
    Ich selbst habe bei einer Jazzformation, die ich regelmäßig mische, zuletzt eine Acht (C414) im geschlossenen Flügel eingesetzt, und zwar in Verbindung mit einer Grenzfläche, die genau obendrüber in den Deckel geklebt ist. Das ganze dann quasi als MS. Das funktioniert auch gut. Bin aber noch nicht ganz zufrieden, hängt wohl auch etwas vom jeweiligen Instrument ab. Noch fehlt mir außerdem eine vernünftige Strategie, den Flügel gegen die doch ab und zu recht laute Bühne abzuschirmen. Gerade der Deckel entwickelt da zusammen mit dem Resonanzboden doch recht heftiges Eigenleben...

  • Hier noch ein paar Vorschläge für eigene Versuche:


    Neben den bisher genannten Anwendungen Hihat und Flügel/Klavier kämem noch in Frage:


    - Overhead, Beckennahabnahme, Drumminimalmikrofonie
    - E-Gitarre in einer dafür günstigen Amp-Aufstellung
    - Percussion
    - Chor und Orchestermikrofonie in geschickter Platzierung


    Mikros: für erste Versuche muß es nicht gleich ein Royer ( billigste Ausführung 121 passiv 1158,- ) oder Shure KSM313 ( ehemals Crowley&Tripp Naked Eye, gleiche Preisklasse ) sein :D :wink:


    Für AKG SE300B Nutzer gibts die CK94
    Für NT2A oder 414 Nutzer gibts die Umschaltoption obwohl Großmembranen Achten nicht ganz so perfekt im Einhalten der Acht sind.
    Beyer M130 ( wenn's auf der Bühne nicht ganz so grobschlächtig zugeht )
    Das AT 4081 ist als "ROYER-Killer" in der aktiven Ausführung als ausserordentlich preiswert zu betrachten, auch wenns natürlich absolut gesehen ein Haufen Geld ist.
    Was mir immer noch fehlt, sind Erfahrungen mit preiswerten China-Bändchen. Hier könnte man ab 79,- € eine Acht bekommen, allerdings gibts da das Problem Ribbon-Sag ( Durchhängen des Bändchens ) was entweder durch Umtauschaktionen ( :D ) oder auch selbst mit etwas Fingerspitzengefühl in den Griff zu bekommen ist.


    Ich hoffe immer noch auf Erfahrungsberichte mit den Chinabändchen ! ( ... oder muß mal eins zu Silvester bestellen ( ... ist ja ein Chinaböller :D:-D ))

  • simonstpauli :
    wow, da hast du also schon zwei der ersten zehn dieser 4081-mikros in ganz europa? glückwunsch!



    ich habe ja schon seit einigen jahren meine AT4050, mit umschaltbarer charakteristik, in einsatz.
    diese habe ich als "acht" in verschiedenen situationen eingesetzt und war immer sehr zufrieden damit.


    die beckenabnahme eines drumsets war dabei meine erste anwendung.
    dabei hatte ich das mikro in der mitte des sets in der höhe der becken so ausgerichtet, das die maximale auslöschung der acht genau richtung snare zeigte. die unterdrückung der snare war dabei sehr beeindruckend...
    leider geht das nicht an jedem drumset, denn meistens ist dort ein racktom :-D montiert... und damit kein platz für die ziemlich mittige montage der acht.
    schade eigentlich ;-)


    eine andere anwendung hatte ich bei der abnahme von zwei floortoms. das mikro hab ich flach zwischen die beiden toms gemacht, auch das klappte ganz hervorragend.


    ich hatte auch andere anwendungen, besonders im percussions-bereich, wo eine acht gute dienste leisten könnte. leider sind die 4050 dort oft ein bisschen zu gross, was durch die einführung der relativ kleinen und sehr schlanken 4081 zu einer grösseren anwendungsvielfalt beitragen könnte.


    ich hab es schonmal erwähnt, es gibt einen wichtigen punkt der oft übersehen wird:
    die auslöschung zwischen den beiden hälften der "acht" ist sehr gross, so das man diese eigenschaft gezielt für die unterdrückung nicht gewünschter signale ausnutzen kann. hier bleibt jedem selbst überlassen, dafür die richtigen anwendungen zu finden... aber es gibt sie! 8)
    wer also schreibt, das man eine acht live nicht einsetzen kann, hat leider keine ahnung...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von wora ()

  • Hallo,


    ich denke, daß Vieles, was man live nicht tun soll, einfach daher kommt, daß man sein Hirn stärker nutzen muß. Eine Acht birgt nunmal Gefahren, die es bei Nieren/ Supernieren so nicht gibt. Gerade, wenn mit Stagehands zusammengearbeitet wird, kann das ja schon beim Mikrofonieren ins Auge gehen. Auch so Kurzschlußreaktionen auf der Bühne: Hi Hat ist gerade nicht wichtig, mein Gesangsmikro ist mir gerade runtergefallen, also nimm ich mal das da... führen sicher auch zu unschönen Ergebnissen. Weiterhin ist im rüden Alltag auch die mechanische Anfälligkeit von herkömmlichen Bändchen und die geringe Pegelfestigkeit bei starkem Hub (also im Bass) auch nicht so einfach. Natürlich trifft dies weder auf alle Situationen noch auf alle Mikrofone zu und deswegen sag ich einfach: Klar, einfach machen, da spricht in genau Deiner Anwendung offenbar nix dagegen.
    Ich beschalle sehr viel Oberliga Jazz und Klassik, da stolpert man komischerweise leichter mal über Mikrofonexperimente, die man danach tatsächlich ganz anders einschätzt, als man es wohl vor dem Einsatz getan hätte.


    Viele Grüße
    Tobias Kammerer

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • "tobias kammerer" schrieb:


    ich denke, daß Vieles, was man live nicht tun soll, einfach daher kommt, daß man sein Hirn stärker nutzen muß.


    Das sollte man immer ..... auch wenns schwer fällt. :-D

    "tobias kammerer" schrieb:

    Hi Hat ist gerade nicht wichtig, mein Gesangsmikro ist mir gerade runtergefallen, also nimm ich mal das da...


    ...das ist jetzt aber wirklich mal ne extrem lebensnahe Situaion ! :-D

    "tobias kammerer" schrieb:

    Ich beschalle sehr viel Oberliga Jazz und Klassik, da stolpert man komischerweise leichter mal über Mikrofonexperimente ?????


    ...dann sind die o.g. Gefahren für Dich ja eher hypothetischer Natur :-D

  • "tobias kammerer" schrieb:

    ...ich beschalle leider auch Wald und Wiesen Punkrockfestivals...


    .... dorthin würde aber auch niemand entweder eine billige aber empfindliche Bändchenacht oder eine robuste aber im Verhältnis zu teure Aktivbändchen- oder Modularkondensatoracht schleppen. Es ging ja nicht darum, dass nun immer und überall eine Acht an den dafür geeigneten Quellen stehen sollte.


    Allerdings halten viele Beschaller unterschiedliche Mikrosets für 'fein und gediegen' oder 'wet and dirty' vor. Das ist ja nichts neues oder besonderes.


    Für erste Versuche mit einer Acht in einer sagen wir mal "wechselnden" Umgebung ist das Audio Technica AT2050 eine sehr robuste Lösung. Es ist kleiner und mit 239,- € t.VK nochmals 50,- bis 70,- € billiger als ein Rode NT2A.

  • Outdoor mit entsprechend hohem Bühnendach (das dann meist aus Plane besteht) ist der Störpegel bei Benutzung an der HiHat sehr gering und damit zu vernachlässigen, es fallen mir jetzt aber spontan im Indoor-Bereich gerade bei kleineren Bühnen (und trotzdem mittelgroßen Hallen) die oftmals recht geringen Bühnenhöhen ein, die dann auch oft aus schwarz angemaltem Beton bestehen (oder ähnlich schlimmen Material). Dazu kommt dann noch der Drumriser.
    Jetzt noch mal angenommen, man hat einen Schlagzeuger mit schön lauten Tellern und einer Zischel-HiHat, dann ist das Chaos perfekt. :-D


    Da greif' ich dann doch lieber zu sowas wie einem M201, was so schon eine gute Seitendämpfung hat.
    Klar der Sound ist anders - aber darum geht's mir ja garnicht. :wink:


    Die Variante mit der 8 auf Beckenhöhe hört sich sehr interessant an, mich würde da aber die genaue Positionierung interessieren? Hört sich ja so an, als müsste das Mikrofon quasi auf Beckenhöhe direkt über der Snare hängen - und somit vor der Nase des Trommlers?


    Vor dem Gitarrenamp ist ja auch wieder nur eine Positionierungsfrage, macht für mich momentan aber nur wirklich Sinn, wenn dieser hinter der Bühne steht?
    Ich denke da an den allgemeinen Bühnenlärm verursacht durch Wedges und Drums, der dann ja noch lauter einstreuen würde - außer der Gitarrist spielt a lá Loomis Green, dann könnte er gleichzeitig noch singen. :-D


    LG

  • "freeze" schrieb:

    ...es fallen mir jetzt aber spontan im Indoor-Bereich gerade bei kleineren Bühnen (und trotzdem mittelgroßen Hallen) die oftmals recht geringen Bühnenhöhen ein, die dann auch oft aus schwarz angemaltem Beton bestehen (oder ähnlich schlimmen Material). Dazu kommt dann noch der Drumriser... Da greif' ich dann doch lieber zu sowas wie einem M201...


    angenommen die HH bringt in 10cm entfernung (am HH mikro) einen pegel von 100dB (der genaue pegel ist nicht wichtig!)
    dann gehen wir mal davon aus, das die betonwand nur 1m hoch über der HH ist (der drummer muss sich also schon fast bücken beim spielen)... näher dürfte eigentlich keine wand kommen.
    sodann errechnen wir eine entfernung von der HH zur wand und wieder zurück zum HH mikro von etwa 1,8m.
    wenn wir jetzt nach der formel für die abnahme des schalldruckpegels über die entfernung rechnen und zusätzlich die wand mit 100% reflektion sehen (also ein perfekter schallspiegel), dann verlieren wir schon etwa 25dB!
    ein zweites signal, das im selben kanal bereits 25dB leiser als das original ist (ohne grosses delay!), spielt dann schon so gut wie keine rolle mehr.
    und das ist wirklich "worst case" ;-)


    in deinem beispiel würde ich aber auch lieber ein 201 nehmen, am besten noch mit popschutz :D



    "freeze" schrieb:


    Die Variante mit der 8 auf Beckenhöhe hört sich sehr interessant an, mich würde da aber die genaue Positionierung interessieren? Hört sich ja so an, als müsste das Mikrofon quasi auf Beckenhöhe direkt über der Snare hängen - und somit vor der Nase des Trommlers?


    jepp, die höhe ist aber ein bisschen relativ und es muss nicht zwingend genau vor der nase sein. man kann mit der höhe ein bisschen eperimentieren...
    das kommt aber wie erwähnt bei den meisten drumsets ohnehin nicht in frage, weil da kein platz frei ist.


    "freeze" schrieb:


    Vor dem Gitarrenamp ist ja auch wieder nur eine Positionierungsfrage, macht für mich momentan aber nur wirklich Sinn, wenn dieser hinter der Bühne steht?
    Ich denke da an den allgemeinen Bühnenlärm verursacht durch Wedges und Drums, der dann ja noch lauter einstreuen würde - außer der Gitarrist spielt a lá Loomis Green, dann könnte er gleichzeitig noch singen. :-D
    LG


    auch hier muss man an das entfernungsgesetz denken. dadurch das das mikro sehr dicht an der lautsprechermembrane ist, bekommt man sicher schon einen recht hohen störabstand... vorrausgesetzt, der gitarrist spielt laut genug ;-)


    aber auch hier gilt: ausprobieren!


  • Hallo wora,


    schade, den entscheidenden Satz hast du rauskopiert. :wink:
    Ich meinte ja garnicht, dass die HH reflektiert und dann als Störquelle nochmal einstreut, sondern die restlichen Teller (Crashes, insbesondere Chinas), wobei das genau gesehen auch im Minimalen liegen dürfte, es sei denn der Kollege spielt wie Barker und knallt mit den Sticks andauernd an die Decke. :-D


    Den Vorteil zur "klassischen" Niere am Gitarrenamp sehe ich momentan noch nicht wirklich.
    Angenommen ein Speaker steht normal zum Publikum, davor der Gitarrist, vor dem Gitarristen ein Wedge. Bei der Acht streut die Wedge bei gleichem Störabstand dann doch weitaus mehr ein als bei der Niere.
    Bei seitlichem Amp wäre das die gleiche Geschichte in grün, nur käme noch mehr Schlagzeug mit drauf.
    Lustig wäre das mit zwei parallel gegenüberstehenden Amps und einem Bändchen in der Mitte... 8)


    Worüber ich momentan eher nachdenke (und ich gern auch mal ausprobieren würde, hätte ich eine 8 ) wäre eine Art Minimalmikrofonierung von HiHat und Snare mit dieser.
    Oder eben zwischen HiHat und Crash, was ja meist mit der Snare im Dreieck steht, mit der so kleinsten Einstreuung durch die Snare.
    Ansonsten auch eine Idee: HiHat von unten auf Höhe der Snare.


    LG
    :wink:



    (Wobei ich dazu sagen muss, dass einige Überlegungen stark von den Arbeitsweisen und -gewohnheiten abhängen, insbesondere aber von den Bands und deren Bühnenlautstärke.)

  • "freeze" schrieb:

    Den Vorteil zur "klassischen" Niere am Gitarrenamp sehe ich momentan noch nicht wirklich.


    Den sehe ich ehrlich gesagt auch nicht. Wenn der Amp auf der Bühne steht, ist eigentlich jede Amp-Position, auch eine seitliche, ungünstig. Am ehesten würde es noch auf einer "Komplett-inear-Bühne" gehen, aber dann kann man den Amp auch Backstage oder in die Kiste packen. Das mit dem Amp werde ich mir schenken, es sei denn in einer o.g. offstage Situation.


    Was noch eine mögliche sinnvolle Anwendung wäre, wäre das Saxophon. Zum einen klanglich, zum anderen könnte man die Acht dafür problemlos so winkeln, das die Gegenseite in die Luft, der "Schnürring" aber zu den Seiten und in das wedge schaut.
    OT: Schade, dass auch der unbeweglichste Saxer auf der kleinsten Bühne heute ein Clip braucht. Ein PL20 hat auch schon früher besser geklungen, als die meisten Clips. So kommt man leider kaum mal in die Situation, einem Saxophonisten eine Stativlösung mit einer Acht zu "verkaufen".

  • "guma" schrieb:


    Den sehe ich ehrlich gesagt auch nicht. Wenn der Amp auf der Bühne steht, ist eigentlich jede Amp-Position, auch eine seitliche, ungünstig. Am ehesten würde es noch auf einer "Komplett-inear-Bühne" gehen, aber dann kann man den Amp auch Backstage oder in die Kiste packen. Das mit dem Amp werde ich mir schenken, es sei denn in einer o.g. offstage Situation.


    Was noch eine mögliche sinnvolle Anwendung wäre, wäre das Saxophon. Zum einen klanglich, zum anderen könnte man die Acht dafür problemlos so winkeln, das die Gegenseite in die Luft, der "Schnürring" aber zu den Seiten und in das wedge schaut.
    OT: Schade, dass auch der unbeweglichste Saxer auf der kleinsten Bühne heute ein Clip braucht. Ein PL20 hat auch schon früher besser geklungen, als die meisten Clips. So kommt man leider kaum mal in die Situation, einem Saxophonisten eine Stativlösung mit einer Acht zu "verkaufen".


    OT: nimm doch eine Bigband, da haben die Bläser weniger Auslauf. ;-)


    Im Ernst, meine erste Begegnung mit einer 8 war bei einer Big Band, Solomikrofon Bläser, der FOH-Kollege brachte es mit. Es passte genau zu meiner Monitor-Aufstellung und klang PFL'd gut.

  • "freeze" schrieb:

    ...schade, den entscheidenden Satz hast du rauskopiert. :wink:
    Ich meinte ja garnicht, dass die HH reflektiert und dann als Störquelle nochmal einstreut, sondern die restlichen Teller (Crashes, insbesondere Chinas), wobei das genau gesehen auch im Minimalen liegen dürfte, es sei denn der Kollege spielt wie Barker und knallt mit den Sticks andauernd an die Decke. :-D ...


    dazu hatte ich aber auch schon geschrieben, das eine acht an der HH nicht zwingend an jedem drumset die beste lösung sein muss... ich weiss jetzt nur nicht mehr, in welchem thread ;-)


    "freeze" schrieb:


    Den Vorteil zur "klassischen" Niere am Gitarrenamp sehe ich momentan noch nicht wirklich.


    ebenfalls, da bietet die acht auch überhaupt keinen vorteil.
    ich wollte mit meiner überlegung zu den relativen pegeln nur mal anregen über eben diese nachzudenken.
    wenn ein bändchen am gitarrenamp wirklich die gewünschten klanglichen ergebnisse bringen würde, dann könnte man trotzdem drüber nachdenken ob man das so machen möchte. ganz unmöglich scheint es mir jedenfalls nicht zu sein, aber das kommt mal wieder auf die anwendung an.
    ich bin mit meinen AT4050 und AE3000 an den gitarrenamps jedenfalls sehr zufrieden.


    "freeze" schrieb:


    Worüber ich momentan eher nachdenke (und ich gern auch mal ausprobieren würde, hätte ich eine 8 ) wäre eine Art Minimalmikrofonierung von HiHat und Snare mit dieser.


    das wäre für mich nur in ausnahmefällen eine option. denn ich will selten den snareeffekt auch auf der HH haben.



    "freeze" schrieb:


    Oder eben zwischen HiHat und Crash, was ja meist mit der Snare im Dreieck steht, mit der so kleinsten Einstreuung durch die Snare.


    wie nennt sich das in englisch?
    try and error! ;-)



    "freeze" schrieb:


    Ansonsten auch eine Idee: HiHat von unten auf Höhe der Snare.


    das wird wahrscheinlich nix, denn die meisten HH teller sind einfach zu dick, um auch von unten schön zu klingen.

  • "wora" schrieb:


    das wird wahrscheinlich nix, denn die meisten HH teller sind einfach zu dick, um auch von unten schön zu klingen.


    Ich greif' da mal in die Drummer-Trickkiste und tausche dann mal das obere und das untere Becken. :wink:
    Probier's mal aus, klingt nicht bei jeder HiHat gut, aber zumindest bei einigen funktioniert's.


    Aber die Geschichte mit dem Sax hört sich gut an.
    Ich mische manchmal eine Ska-Band aus der Gegend hier, die Jungs sind für sowas aber zu hyperaktiv. :roll:


    AT4050 hatte ich übrigens auch schon mal als Niere am Amp, klanglich völlig geil, jedoch wirklich (!) problematisch wenn ein Gitarrist sehr leise spielt.


    LG

  • Zitat

    sodann errechnen wir eine entfernung von der HH zur wand und wieder zurück zum HH mikro von etwa 1,8m.
    wenn wir jetzt nach der formel für die abnahme des schalldruckpegels über die entfernung rechnen und zusätzlich die wand mit 100% reflektion sehen (also ein perfekter schallspiegel), dann verlieren wir schon etwa 25dB!

    Wora, wie leitest Du die – 25dB zwischen 10cm und knapp 2m her? Selbst wenn wir die HH als homogenen Kugelstrahler annehmen (ist sie ganz sicher nicht!): das wird, glaub' ich, knapp :D; ich komme auf ca. 18dB. Aber: auch wenn Du die Mikrofonposition in 10cm Entfernung mit viel Probiererei so optimal hinkriegst, dass Du dort ein schön klingendes Schalldruckmaximum erwischt, so produziert der Rest von dem Teil trotzdem noch Krach. Der ist schon wieder weiter von Deinem Mic entfernt als Du glaubst, wird aber leider ebenfalls von der Decke reflektiert... mit etwas Pech addieren sich da dann Sachen, die Du ganz sicher nicht hören möchtest.
    Bei derartiger extremer Nahmikrofonierung sind auch so einfache Regeln wie das 1/R – Gesetz mit Vorsicht zu genießen und stellen lediglich theoretische Hilfsmodelle dar, die die praktischen Gegebenheiten nicht immer vollständig zu erfassen vermögen.
    Das Problem sind in einer solchen (leider nicht immer nur gänzlich hypothetischen) Situation auch weniger die Reflektionen der Schallquelle, die man abzunehmen gedenkt (also in diesem Fall der HH) als viel mehr der große Rest drumherum. Ich behaupte mal: der Power – Rimshot auf der Snare, nach 2m Luftlinie und 1x umgelenkt über eine hübsche Tiefgaragenbetondecke, kommt bei der HH – 8 mit ähnlichem Pegel an wie das diszipliniert gespielte Führungs – 1-2-3-4 der HH. Kanaltrennung: 0dB.


    Zitat

    Ich kenne keine E-Guitarristen, die so leise sind, dass das ein Problem wäre .

    Zur Gitarrenampabnahme: ich habe recht häufig mit den langhaarigen Kollegen zu tun, die auf der Bühne auch heute noch eine (oder gar mehrere) dieser komischen quadratischen Kisten mit den vielen 12“ern drin benutzen. Und da ist das durchaus ein Problem. Da zählt manchmal jedes halbe dB, wenn denn auch das Solo noch einigermaßen ordentlich rübergebracht werden soll; notfalls schneid' ich da schon mal einen Schlitz in die Frontbespannung und stecke das 57er so weit rein bis ich die Pappe spüre (und ziehe dann widerwillig :D einen cm zurück). Eine Acht kann ich mir an dieser Stelle bestenfalls als Audiencemicersatz vorstellen.


    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • "billbo" schrieb:

    Zur Gitarrenampabnahme: ich habe recht häufig mit den langhaarigen Kollegen zu tun, die auf der Bühne auch heute noch eine (oder gar mehrere) dieser komischen quadratischen Kisten mit den vielen 12“ern drin benutzen. Und da ist das durchaus ein Problem. Da zählt manchmal jedes halbe dB, wenn denn auch das Solo noch einigermaßen ordentlich rübergebracht werden soll; notfalls schneid' ich da schon mal einen Schlitz in die Frontbespannung und stecke das 57er so weit rein bis ich die Pappe spüre (und ziehe dann widerwillig :D einen cm zurück).


    Bist Du sicher, dass Du von den vier 12"ern einen hattest, der auch ging ? :-D
    NB: Es soll ja in diesem Forum auch Kollegen geben, ( und ich glaube billibo gehört dazu ) die ein Spässchen vertragen, im Gegensatz zu gewissen anderen Herrschaften, deren Selbstbewußtsein sich so krankhaft aus der Beschallerei nährt, dass dann gleich mit allerlei Gepöbel und Drohgebärdchen aufgefahren wird.

    "billbo" schrieb:

    Eine Acht kann ich mir an dieser Stelle bestenfalls als Audiencemicersatz vorstellen.


    Könnte es möglicherweise sein, dass Du jetzt überlesen hast, dass der Kollege, dem ich so geantwortet habe, das AT4050 in Nierenposition betrieben hat ?