Kirchen und E-Bas

  • Hi Leute,


    ich brauche eure Erfahrung!
    Wir sind mit unserem Chor (40 Sänger/Sängerinnen und Band) in Kirchen unterwegs.
    PA wird geliehen, (2 Tops, 1 Sub), Delayline.
    Mit dem Schlagzeug haben wir viele Sachen ausprobiert, und haben uns schlussendlich für ein TD20 entschieden. Ein „Krawallbruder“ weniger.


    Nun zum Problemkind E-Bas…
    Kopfhörer will er nicht (Frequenzgang, Optik), in - ear wollen wir auch (noch) nicht!?
    Nun jubeln wir mit unseren 50-200 Hz in sehr halligen Räumen herum. Leiser kann er seine Basskiste nicht machen, da er den als Monitor braucht, um spielen zu können.
    Den Kübel 5m wegstellen geht auch nicht, da er dann die Mitten nicht hört!?



    Das Ding trägt nach „hinten“ so durch, dass ich die Gesamtlautstärke vom Rest (Chor, Solisten, Klavier, Keyboards, Schlagzeug, E-Gitarre) so hoch nehmen muss, das es unserem Publikum zu laut wird! Eq am Mixer fällt auch aus, da ich den Bass so gut wie nicht verstärke, er ist ja schon überall im Raum und kommt aus allen Ecken wieder zurück.


    Was kann ich machen? Aufstellung Basskiste?, Kombination von Basskiste und Subwoofer der PA? Außer Stecker ziehen fällt mir momentan nichts ein, aber vielleicht euch?


    Gruß Uli

  • Zitat

    Was kann ich machen?


    Nen anderen Bassisten suchen.


    Wer sich so Band/Chor undienlich verhält und anscheinend auch nicht willens ist, im Dienste der Sache vernünftige Kompromisse einzugehen, spielt am falschen Ort.
    Wenn alle anderen Instrumente soweit verstärkt werden müssen, um gegen den Bass anzukommen UND es den Kunden dann zu laut ist, muss sich der Bass anpassen und nicht die anderen lauter gemacht werden.


    Kann oder will der Bassmann das nicht, bin ich mir ganz sicher, dass es zig Bassisten gibt, die das problemlos können.

    Machen Sie das hauptberuflich oder verdient die Frau dazu?

  • Als selberspielender Bassist mit Chorerfahrung kann ich nur sagen: Das wird schwierig. Zum einen muss der Bassist bereit sein, mitzuarbeiten, sonst ist jede weitere Maßnahme umsonst.


    Wenn dieses eher im personellen Bereich angesiedelte Problem gelöst ist, geht's an die Technik:


    • Der Bass muss so nahe wie möglich ans Ohr und so weit wie möglich weg vom Boden.
    • Raus mit den Bässen aus dem Amp. Wenn das zur Folge hat, dass Du den Bass per DI schon vor dem Amp abgreifst, dann sei es so.
    • Man braucht eine Box mit möglichst kleinen Speakern. Mein Lieblingsgerät für solche Fälle ist z.B. der Phil Jones Briefcase mit nur 2x5" Speakerchen, das ganze mit einem Combostativ vom Boden geholt und in Richtung Ohr gekippt.


    Etwas, das ich selber noch nicht ausprobiert habe, was ich aber jederzeit riskiere würde, wäre es, eine kleine Fullrangebox (8"x1", Marke erstmal egal) aus einem kleinen Bassverstärker zu betreiben (bzw. aus dem Basspreamp, falls die Box aktiv ist) und auf einem niedrigen Boxenstativ direkt ans Ohr des Bassisten zu stellen, aber in eine akustisch möglichst unverfängliche Richtung gedreht. Also quasi die BIO-Lösung (Beinahe Im Ohr).

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • Zitat

    Kopfhörer will er nicht (Frequenzgang, Optik), in - ear wollen wir auch (noch) nicht!?


    was heisst denn hier "In-Ear" ? ein normaler ordentlicher offener Walkmann Kopfhörer, über einen Aux etc. angesteuert sollte es doch locker tun. Oder den Amp vor ihn, zu ihm gekippt, in absoluter Zimmerlautstärke ohne Bässe.


    Wenn er das nicht will einen neuen Bassisten nehmen ...

  • Dreierlei Anmerkungen als einer, der, wenn er E-Bass spielt, das eigentlich nur in Kirchen macht:


    1. aber das wurde schon gesagt und gilt für alle, die irgendein Instrument mit Saiten verstärken: Eure Ohren sind nicht am Knie und auch nicht am Schienbein. Wer sich also hören will, muss die Box auch anschauen können. Dafür hat man Monitore erfunden. Oder man nimmt eben ein Case und stellt den Krempel hoch genug. Das muss/kann man immer wieder neu sagen, warum, habe ich noch nicht herausbekommen.


    2. der angesprochene Frequenzbereich, der Ärger macht, wird weder benötigt, damit man bei einem Bass sauber intonieren kann, noch, dass man ihn als Spieler hört. Um 400Hz drückt der Bass, also deutlich höher, als die meisten vermuten. Daher ist der Ansatz, DI zwischen Bass und Box zu nehmen und den Bass-Sound auszudünnen, eigentlich schon nicht verkehrt.


    3. Ich verstehe nicht, was dagegen spricht, mit einem brauchbaren Headamp und Hörer ohne Bassamp auszukommen. In Kirchen habe ich meist über Monitor gespielt. Und wenn es schon ein Bassamp sein muss, dann den wenigstens mechanisch vom Boden entkoppeln.

  • Hi,


    ich würde das Thema nicht so sehr auf den Bassisten reduzieren. Gerade dass du den Drummer als 'Krawallbruder' bezeichnest macht mich stutzig.


    Was macht Ihr denn für Musik?


    In welchem Umfeld (normaler Gottesdienst oder spezielle Konzerte) ?


    Tomy

  • Zitat von "uli2"


    Nun zum Problemkind E-Bas…


    aka "Bassisten-Syndrom"
    IMHO liegt das daran, das viele Bassisten in ihrem Umfeld nur als die Gitarristen wahrgenommen werden, die die einfache Gitarre bedienen dürfen.
    Das wird dann kompensiert durch zu hohe Lautstärke, überladene Spielweise und unpassenden Aktionismus.


    Wenn der nicht will, schmeisst ihn raus. Es gibt inzwischen zuhaufe elektronische Helferlein, die wesendlich anpasungfähiger sind.

  • Hi TomyN


    TomyN schreibt: „Gerade dass du den Drummer als 'Krawallbruder' bezeichnest macht mich stutzig.“


    Wir sind ein Gospel-Chor und geben ca. 12 Konzerte im Jahr...Der 'Krawallbruder' ist nicht so ernst gemeint, nur ist das mit einem Schlagzeug in Kirchen sehr schwierig!!
    Wer das schon einmal gemacht hat, weiß von was ich rede, lass ihn mal die Bas-Drum bedienen….bis der erste Schlag sich bei mir hinten „ausgetobt“ hat, sind die nächsten zwei schon unterwegs… das gibt nur Mumpf, was da ankommt.
    Wir haben uns für ein Roland TD20 entschieden, und brauchen keine "Kunststoff"- Wände, keine Dämmung… nichts dergleichen, Frequenzen die der Raum anregen, kann ich herausnehmen, und der Drummer darf auch mal ein wenig „zulangen“, ohne immer den „bösen“ Toni auf der Matte zu haben.


    Beim Bass ist neben der Lautstärke (sein Bassmonitor), der Frequenzgang das Problem, da unsere Kirchen diese Frequenzen lieben! Sie sind lang und sehr hallig, was eine Schallwelle von um die 100 – 200 Hz geradezu genießt. Vom FOH kann ich nichts rausnehmen, da wie beschrieben er ohne Anlage schon voll durchdrückt.


    Gruß Uli

  • Hi,


    hier mal mein Senft aus ca. 30 Jahren Erfahrung im christlichen Bereich (ja, auch bei uns haben die Markgrafen wunderschöne Kirchen gebaut):


    - Zu laut heisste eigentlich immer: Gefällt mir nicht. Das kann verschiedenste Ursachen haben, und es ist auch legitim wenn jemand mal was nicht gefällt.


    - Mit dem Maße indem Band/Chor/Technik(er) besser wurden, gingen bei uns die Beschwerden wegen der Lautstärke zurück obwohl wir definitiv immer lauter wurden.


    - Gospel hat natürlich eine sehr weite Spannweite, aber bei uns (http://www.living-water.de) wird akzeptiert, dass zu einem gewissen Musikstil auch ein gewisse Lautstärke gehört.


    - Ach ja: Probier mal eine gerichtete Bassabstrahlung (Caridoid) aus, und verzögere die Front so dass sie zeitgleich mit dem Chor ankommt.


    Tomy

  • Zitat von "Mechwerkandi"

    Das wird dann kompensiert durch zu hohe Lautstärke, überladene Spielweise und unpassenden Aktionismus.

    Die drei wesentlichen Merkmale eines Gitarristen?