4-Acoustic FCS 118RB - Bericht

  • Hallo,


    Eines Vorweg, ich will hier nichts schön reden.


    Also: Ich habe mir kürzliche eine gebrauchte Anlage zugelegt, diese beinhaltet:


    4mal 4-Acoustic FCS 118 RB
    2mal EV Nachbauten (hierzu findet ihr was im Bereich Selbstbau)
    (für alles zusammen 950,00€ inkl. Verkabelung)


    Ich habe mich vorher einschlägig hier im Forum als unregstrierter User über die Meinungen über die 4A Sachen informiert und da liest man nur wenig gutes, daher habe ich auch eine ganze Zeit überlegt ob ich mir die Anlage wirklich zulegen soll. Aber nach dem Probehören und dem ersten Eindruck hab ich gedacht so eine großer Fehler kann es nicht sein sich das Zeug zu holen (auch hinsichtlich des Preises).


    Warum ich jetzt hier Poste: weil ich gern meine Meinung teilen möchte, da ich doch recht positiv überrascht bin.


    Die Verarbeitung:
    Da ich nicht weis wie alt die Kisten tatsächlich sind und wann es die zu so kaufen gab. Daher kann ich auch nicht sagen ob sich die Gehäuse schnell o.ä. abnutzen. In meinen Fall sehen sie auf alle Fälle gebraucht und gut genutzt aus. Sie sind relativ Frisch lackiert, man sieht aber trotzdessen die ein oder andere Ecke und Beschädigung, ist aber alles nur Optik, mich stört es nicht.
    Die Griffe sind aus PVC Hartschalen, finde ich grauenhaft, machen aber dennoch einen stabilen eindruck. Die Schrauben für die Griffe sind zu Lang (Gewindeschrauben mit Einschlagmutte), sie verhängen sich im Dämm-Material was seitlich angeklebt ist. Dann hat man ein Problem die Schrauben zu lösen, aber auch dafür gibts ne Lösung.
    Das ist verbaute Holz ist Mehrschichtplatte und das Gehäsue innen Mehrfach verstrebt, steifigkeit gut. Dämung hätte sicherlich etwas mehr sein können.
    Das Matellgitter und der LS sind sehr wertig verschraubt und beide Komponeten besitzen zusätzliche Abdichtungen gegen Virbrationen, finde ich sehr gut und ist auch nicht überall zu erwarten, selbst die Griffschalen sind abgedichtet. Wirklich Klasse!


    Das Innenleben:
    Der Lautsprecher ist offentsichtlich vom Fabrikat GBS, welcher genau weis ich leider nicht. Leistungsangaben 600W RMS, die hatt er aber auch wirklich.


    Was mich absolut stört ist die eingaubet Weiche, die sieht zwar auch sehr hochwertig aus (groß dimensonierte Komponeneten) man kann sie leider nur nicht abschalten. Ich werde die Weichen beim nächsten "Arbeitseinsatz" alle still legen, eine aktive Trennung finde ich schöner.
    Auch die Verkabelung kann ich nicht nachvollziehen, da sind fast nur "Klingedrähte" verbaut. Auch das werde ich demnächst mal abändern.
    Allerdings wird sich der Hersteller hierbei was gedacht haben, auch wenns nur ums Geld geht, aber es funktioniert ja und die Leistung kommt an.


    Das Anschlussterminal ist übersichtlich und ausreichend, einmal rein und wieder raus. Ein Schalter zum Trennen der intergrierten Weiche wäre schön. Was mir aber aufgefallen ist sind die ausgelutschten Speakon-Buchsen, die werde ích demnächst auch gegen neue tauschen, echte Neutriks. Das die verbauten ausgelutscht sind ist nicht schön aber liegt mit Sicherheit am Alter und dem Benutzungsgrad. Was dauerhaftiges wäre aber dennoch schön gewesen.


    Der Berieb:
    Sie machen das was sie machen sollen, und ich finde das machen Sie gut. Ich hatte sie bis jetzt immer nur im Doppel Stack je Seite laufen. Sie drücken und Schieben wie man es von einem BR erwartet, zumindest Disco und Konserve, Live waren sie noch nicht im Einsatz, dafür habe ich aber auch anderes Material. Ob die werksseitige Trennung von 120Hz wirklich nötig ist weis ich nicht, ich denke mit einem potenten Top sollte man ggfs. schon mal weiter unten trennen. Tiefgang ist i.O. (für Elektro, D´N´B, DupStep, HipHop), alles andere schaffen sie auch. Live ist wie schon angesprochen nochmal ne andere Liga, ich denke da habe sie nur was bei kleineren Sachen verloren. Wer mehr Kick will stellt sich ohnehin ein Horn dazu o.ä.


    Resümee:
    Ich bin mit Kisten echt zufrieden, Preileistung finde ich Top (auch in Bezug auf die Preisansätze was das neue Material heute kostet - ich nehme einfach mal das meine Kisten damals ähnlich angesidelt waren).



    Und noch ein Satz zum Service:
    Ich habe selber bei 4A angerufen und mich erkundigt bei wieviel Hz die eingebaute Weiche trennt, weils nirgendswo stand (120Hz) Die Leute sind wirklich sehr Nett und erschienen mir kompetent. Das die Anschlüsse nicht so wertig sind haben sie bejaat, zumindest in den alten Serien, hat sich wohl aber in den neuen geändert, kann ich nicht beurteilen.


    Ich habe auch nach dem Treiber gefragt und es wurde mir bestätigt des die Treiber absolut Baugleich wie die GBS Dinger sind. Diese werde in alle gehäuse Typen verbaut. Allerdings habe ich vergessen zu fragen welcher es denn nun ist.


    Wenn mich jmd Fragt, ich würde sich weiterempfehlen. Mit Sicherheit aber auch nur im Semiprofessionellen Bereich. Für alles darüber gibt es andere Ansprüche und anderes Material was man mit Sicherheit hier nicht in Vergleich bringen sollte.


    Wenn ich rausgefunden habe wie man Bilder postet werde ich mal noch welche Einstellen, vorallem vom Innenleben.


    Das war erstmal meine Einschätzung dazu. Vielleicht hilft es dem einen oder anderem.


    Gruß derWilli

  • wie gesgat die verbauten Weichen soll ohnehin weichen, da ich ohnehin lieber aktiv trenne, mit der Beschreibung hochwertige Weichen aus dem Bericht habe ich sicherlich daneben gelegen.


    Mich würde aber gerne Interessieren warum die Spulen unbrauchbar sind, da fehlts mir leider ein wenig.


    gruß und Danke

  • Hallo Willi,


    weil die Spule dann in etwa den gleichen Widerstand aufweist wie der Lautsprecher selbst.


    Das bedeutet 40-50% der zugeführten Leistung wird in der Spule vernichtet!


    Sollte die Spule in die Entwicklung / Abstimmung des Gehäuses in Zusammenhang mit dem Tieftöner eingeflossen sein, was ich aber so insgesamt stark bezweifle, kann sich das entfernen positiv als auch negativ auswirken.


    Die Spule, mit ihrem hohen Widerstand, kann durchaus vom Tieftöner als Vorwiderstand betrachtet werden und dadurch die Thiele Small Parameter beeinflussen...


    Aber wie schon gesagt, derlei Entwicklungsdetails erwarte ich eher nicht.


    Sheep


    PS: Wende dich doch eher an das Party Forum, hier wird man mit deinem Material bewusst nicht viele Erfahrungen gesammelt haben.

  • Klasse erklärt, Danke.


    na sobald ich wieder mal dazu komme rum zuschrauben und die weichen entferne werde ich mal die Spulen durchmessen und das dann hier posten.


    Was ich aber schlimm fände wenn es wirklich so ist. weil dann Schiebe ich ja unötig Leistung in die Kisten und "quäle" meine Endstufen. Wäre ja nicht so Sinnvoll.


    Ja das mit dem Party-PA Forum hatte ich schon mal weiter oben angesprochen. Allerdings hat sich hier offentsichtlich noch niemand drum kümmern wollen, wie auch immer.

  • So Freunde der Marschmusik.


    Habe vorhin mal nach der Spule geschaut. Getrennt von dem Rest und gemessen. Und siehe da, die Dinger haben 0,4 Ohm! Nanu??? ... Hätte ich selber nicht gedacht, aber Schau an.


    Ist das jetzt gut oder nicht?


    Noch so als Info, also Kondensatoren sind 4 stk. 100V, 10microfarad verbaut.


    Gruß willi

    Einmal editiert, zuletzt von derwilli ()

  • Zitat von "derwilli"

    Und siehe da, die Dinger haben 0,4 Ohm! Nanu???
    Gruß willi


    Mit Multimeter den Gleichstrom-Widerstand gemessen? Nützt leider nicht viel, da nur eine Impedanzmessung hilfreich ist. Im einfachsten Fall mit einem Tongenerator und zusätzlichem Widerstand an einem Oszi. Oder eine ARTA-Box. Oder...


    Gruß Günter

  • sheepsound sagte "miss mal den Widerstand", das hat er gemacht. Und das dürfte auch das sein, worum es sheepsound ging. Die Impedanz ist schließlich frequenzabhängig und letztlich das, was die "Frequenzweichenwirkung" ausmacht. Wenn die Spule tatsächlich 0,4 Ohm hat, ist sie gut für den Zweck geeignet.

  • Jens
    Danke für die Erläuterung. Dachte schon ich hab was falsch gemacht. Hab die internen weichen heuten alle ausgebaut, und auch die anderen Spulen gemessen, die hatten alle den selben Wert. Die Windungen selbst machen auch nen vertrauenswürdigen Eindruck, recht groß im Querschnitt, das erklärt mit Sicherheit auch den geringen Wiederstand.

  • @ derwilli
    Du bist auf einem guten Weg, probier einfach aus was für Dich am besten tut.
    Laß dir deine Lautsprecher auch von keinem hier schlecht reden.
    Um mit hochwertigeren LS mehr zu erreichen muß man wirklich sehr viel tiefer in die Tasche greifen.
    Wenn man wenig Amp Leistung zur Verfügung hat, kann die Weiche auch durchaus
    sehr Sinnvoll sein, da bei richtiger Auslegung einiges an Druck (aber auch Verzerrungen)
    mehr aus den Lautsprechern herauszuholen ist.
    Du kannst auch mal Versuchen nur die Spule (in Reihe) drinnen zu lassen, du hast zwar kaum mehr
    einen Lautstärke Gewinn, aber kannst die Lautsprecher zur Not auch mal
    ohne Weiche mit einem Top verwenden.
    Die Spule scheint auf jedenfall sehr gut dimensioniert zu sein, da kriegst du auch nicht´s besseres.
    Hast Du die Leitungswiderstände abgezogen, die haben bei günstigen Multimetern auch gern mal 0,2Ohm

  • Zitat von "Jens Droessler"

    sheepsound sagte "miss mal den Widerstand", das hat er gemacht. Und das dürfte auch das sein, worum es sheepsound ging. Die Impedanz ist schließlich frequenzabhängig und letztlich das, was die "Frequenzweichenwirkung" ausmacht. Wenn die Spule tatsächlich 0,4 Ohm hat, ist sie gut für den Zweck geeignet.


    Morgen,


    0,4 Ohm ... das wäre ein guter Wert.


    Sollte dies so sein, Respekt.


    Ich kenne solche Spulen leider anders :(


    Gruß


    Sheep

  • Zitat

    Ich kenne solche Spulen leider anders :(

    Warum? :roll:
    Von Spulen mit Eisenkern kann man hier doch gerade sehr geringe Widerstände erwarten, da im Vergleich zu Luftspulen nur ein relativ kurzer Draht benötigt wird (der dann bei vergleichbaren Abmessungen auch noch problemlos einen ordentlichen Querschnitt aufweisen kann).
    Dafür geht's halt irgendwann mal ziemlich abrupt in den Bereich der magnetischen Sättigung - solange man darunter bleibt ist aber alles in bester Ordnung, und eine Eisenkernspule erste Wahl.


    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • Hi,


    das ist aber meist das Problem, es wird meist kein ordentlicher Querschnitt gewickelt.


    Ich meine, sehen wir es mal so, selbst eine günstige Trafokernspule mit Werten die bei 15mH mit 0,4 Ohm liegen
    kosten Geld.


    Mir sind auch Mundorf / Intertechnik Spulen bekannt welche Werte in der gemessen Größenordnung aufweisen aber die kosten selbst mit bescheidenem Querschnitt richtig Geld.


    Wie gesagt, ich hatte da schon andere Kandidaten in der Hand.


    Sahen aus wie wie hier abgebildet ( gerade dieser Schutzstrumpf über dem Draht ) wenn man sich das Bild anschaut, da kommt kein sonderlich dicker Draht raus.


    Aber egal, wenn es gemessen wurde dann ist es so.


    Gruß


    Sheep

  • Hallo,


    also anbei mal noch die "Beweisbilder" der Messung, wenn man genau hinschaut erkannt man unter der Plasteabdeckung der Spule selbst auch den Kupferdraht. Ich würde mal behaupten, ohne es tatsächlich nachgemessen zu haben, das der Querschnitt über 1,5mm2 vielleicht auch bis 2,0mm2 liegt.
    Wenn man sich den Querschnitt des Kabels anschaut der auf der Weiche als Input aufgelötet ist (siehe Bild). Hat der Querschnitt der Spule mindestens den selben Wert -die Spulenanschlüsse sind ja auch mit abgebildet.
    Was ich aber genau sagen kann das, dass Eingangskabel der Weiche auf jedenfall 1,5mm2 hat.


    Ob jetzt 1,5mm2 viel oder wenig sind kann ich nicht beurteilen.


    Grüße Willi




  • ... Naja es geht ja hier auch nicht wirklich darum was genaues zu bestimmen. Ich denke das dass schätzmeter, wie du es so schön nennst, hier völlig ausreicht. Immerhin liegen zwischen den zu erst vermuteten 5 Ohm und den gemessenen 0,4 Ohm eine Differenz von 4,6! Und wenn das nicht wenigstens eine Tendenz darstellt kann ich auch gleich mit den Fingern und bissel Spucke messen!


    ... Ganz ehrlich, manchmal versteh ich solche Kommentare nicht. Sorry.

  • Den Thread will ich nicht auseinandersprengen- zumal es hier dann nicht um die Sache geht- aber da Du etwas nicht verstehtst (wie Du schreibst) und der Threadstarter bist eine kurz Erklärung:


    Du misst einen Wert der falsch ist und bildest u.a. mit diesem stark fehlerbehafteten Wert eine Differenz. Das Ergebnis kann auch nur falsch sein. Ich lese heraus, dass Du das ähnlich vermutest und die "Differenz" zur "Tendenz" degradierst. Das kann richtig sein, muss aber nicht. Außerdem scheint der "Spucke- Kommentar" darauf hinzudeuten, dass Du entweder keine Ahnung hast, die Problematik selbst erkannt hast oder oder oder


    Verschiedene Vorschläge zur Beseitigung des "Fehlers":


    1. Nimm viele verschiedene Multimeter, um die angebliche Tendenz zu untermauern
    2. Mach eine 4- pol Messung
    3. Vergiss die letzten Postings


    Ich würde auch nicht sagen, dass man das so nicht machen darf (oben beschriebenes Vorgehen), ich würde aber auch nicht stolz drauf sein und es überall breittreten.


    ciao
    sebastian