Was neues für den Dance-Floor...

  • Ich durfte in den letzten Jahre genau ein Mal über eine (ziemlich nagelneue) F1 Installation mischen. Frag mich nicht, was es genau war – so graue Kunststoffhornkonstrukte halt. In einem tschechischen Techno- oder Elektroclub, der für diesen Tag als Tourlocation herhalten musste.
    Ich darf versichern: niemals danach und niemals in den, sagen wir, 20 Jahren davor musste ich derart grausam an EQs herumbiegen, um dem Ganzen wenigstens etwas halbwegs brauchbares zu entlocken. Was mich einigermaßen schockiert hat, da ich die alten Turbosound PAs rings um TMS3 & Co häufig und gerne benutzt und noch in richtig guter Erinnerung habe.


    Gehen wir also Herrn Andrews zuliebe tatsächlich davon aus, dass die Installation von totalen Stümpern eingerichtet wurde... meine Eindrücke von der Dancefloorspezialszene hat's jedenfalls nicht nachhaltig positiv zu beeinflussen vermocht. :wink:


    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Das muss dann so gewesen sein. Die RES 4 oder RES 5 Systeme klingen eigentlich gut. Das RES2 SH oder ähnliches spielt natürlich nicht sehr tief. Der Bass muss relativ hoch angebunden werden bzw. der zu erwartende Pegel ist zu reduzieren. Was soll aus dem 8" Treiber schon kommen ? Auch das Dancestack spielt eigentlich hervorragend, teilweise sind die Setups aber lokal arg verkorkst worden. Unglückliche Kombinationen mit Infrahorn in ungeeigneten Location sind keine Seltenheit.


    Nunja mit dem Hype ändert sich dann auch auch die Firmenphilosophie, man baut das was Kunden wollen und verlässt seine Ideale. Da darf dann schon mal der Pioneer Mixer an die Anlage angeschlossen werden und die MP3 wird durch das System gewürgt.


    Das Zeug klingt teilweise für das heutige Klangempfinden zu weich. Die Musikindustrie produziert kaum noch makelloses Material. Schneller, lauter und billiger soll es sein. Auch heutige Konzertbesuche sind nur selten ein Erlebnis und über 100€ Eintritt sind kein Garant dafür nicht beim ersten Song schon die Stöpsel zu benötigen.


    So wundert es mich nicht das man diesen Haufen Lautsprecher toll findet. Eine Technisch Sinnvolle Lösung "ARCS" hätte weniger spektakulär ausgesehen.

  • "albrecht89" schrieb:


    Wogegen hast du verglichen? Und wenn es für dich sinnvoll ist, wäre es gut zu wissen was davon die Anforderungen sind.


    Wie viele Subs hast du im Einsatz und kannst du eine Messung machen? Mich würde das Ausschwingverhalten interessieren. Über 100Hz dürfte schon das ein oder andere Problem auftauchen.



    Ich habe verglichen gegen: Nexo LS18, ProAudio SW18/28, NOVA AB2, L Acoustics SB28, TW-Audio B30, Concert Audio ESX, also haben sich schon einige angesammelt.
    Meine Anforderungen sind, wie schon gesagt, zum größten Teil Livemusik. Dabei habe ich in der Regel 4-8 Stück im Einsatz. Die Kombination von Pegel, Volumen, Gewicht und Klang ist meiner Meinung nach beim DH-18 schon bemerkenswert. Ein so trockener und sauberer Bass macht wirklich Spaß.


    Eine Messung habe ich noch nicht gemacht, kann ich aber gerne machen. Ich denke, die nächsten 1-2 Wochen sollte ich dazu kommen, die Ergebnisse poste ich dann hier im Forum.

  • "andariel" schrieb:

    - auch wenn es etwas länger dauert und dann anständige Ergebnisse liefert :)


    Die Definition von meinem etwas länger ist mittlerweile um.
    @ Java: Kommt da noch etwas von dir? Eine Skizze wäre ein guter Anfang, denn hier sieht man bereits ohne Simulation ganz grob wie gut sowas funktionieren kann.



    Und wenn wir schon bei Ergebnissen sind. Die 1-2 Wochen für die Messungen sind ebenfalls gut um. Bitte anständig, draußen auf einer Wiese mit genügend Platz platzieren. Im Lager wäre der Aufwand vermutlich ziemlich redundant. Da unten lässt sich auch nichts mehr fenstern.

  • "albrecht89" schrieb:


    Wie viele Subs hast du im Einsatz und kannst du eine Messung machen? Mich würde das Ausschwingverhalten interessieren. Über 100Hz dürfte schon das ein oder andere Problem auftauchen.


    Ich komme wsl diese Woche dazu, mal eine Messung zu machen. Wie schlägst du vor, sollte ich das Ausschwingverhalten messen? Dann stelle ich nächste Woche die Ergebnisse hier ein.

  • "schlecksn" schrieb:

    Wie schlägst du vor, sollte ich das Ausschwingverhalten messen?


    Ich schlage ein schmackhaft gewürztes Zeitfenster vor, welches du - nach Möglichkeit mittels einer vom Küchenchef empfohlenen Software - über eine lecker reflexionsarm aufgezeichnete Impulsantwort schiebst. Bon Appétit!

  • "F.A.Bi.A.N." schrieb:


    Ich schlage ein schmackhaft gewürztes Zeitfenster vor, welches du - nach Möglichkeit mittels einer vom Küchenchef empfohlenen Software - über eine lecker reflexionsarm aufgezeichnete Impulsantwort schiebst. Bon Appétit!


    Oder mit anderen Worten: Gefensterte FFT Messung im Freien oder großem Raum mit genügend Abstand zu reflektierenden Flächen.

  • Die SC8 Kisten haben ein großes Problem - als geschlossene Gehäuse ist die Empfindlichkeit unten rum relativ gering und dafür braucht man gut Leistung und ausreichend linearen Hub.
    Wenn man 4kW Peak bei 25Hz auf so einen Treiber packt braucht man min. 2-3cm (Zentimeter!) linearen Hub.


    Genau daran scheitert es bei diesen BMS Treibern.
    Bei über 14mm limitiert die Sicke so hart, dass es 5km weit zu hören ist.
    Vance Dickason hat das im Voice Coil Magazine mit dem Klippel Analyser getestet. Konkret: Die Aufhängung verhärtet sich bei 14mm auf 50% und der Klirr steigt massiv man.


    Das mit der Auslenkung ist ja ein schneller Fall für Hornresp. Wenn es noch jemanden interessiert kloppe ich das mal schnell in die Maske als grobe Abschätzung?


    Eine Impulsantwort ist völlig nichtssagend, denn daran erkennt selbst ein Profi relativ wenig. Hast du einen Bassreflex der einfach bis 1kHz sauber hoch spielt sieht die Impulsantwort einfach nur deshalb toll aus, weil der Bandpassbereich des Systems sehr breitbandig ist.
    Genau deshalb ist der dargestellte Vergleich in dem Marketingblatt relativ sinnbefreit. Im Bassreflexloch zu messen hat dort natürlich eine massive Überhöhung.


    Außerdem darf nicht vergessen werden, dass bei großen Lasten die "Zwangs-Auslenkungskontrolle" des Chassis mit Sensor extrem hohe Spitzenleistungen erfordert und das natürlich zu vermindertem Nutzoutput führt.


    Das heißt keinesfalls, dass die Idee mit Sensor schlecht ist. Aber die exakte Umsetzung ist schwierig und nur im Labor genau zu untersuchen ob wirklich gut. Hier scheitert es meiner Meinung nach an der Bestückung die selbst bei perfekt funktionierendem Sensor der Konstruktion die Möglichkeiten nimmt.

  • Achja ein geschlossener Subwoofer hat ansich einen besseren Phasengang als eine Kiste mit Bassreflex Loch.
    Contra geschlossener Sub: Der Pegel unter der Einbauresonanz fällt dafür relativ früh in den Keller, während die Bassreflexkiste noch fast eine Oktave tiefer bei vollem Pegel kann.

  • Hab die Diskussion nur kurz überflogen, daher mein Post nicht unbedingt zum aktuellen Stand sondern auch zum Anfang zurück:
    1. Den Jungs von Lambda trau ich absolut professionelle Entwicklung zu
    2. Bis auf das DH18 gabs eher durchschnittliche jedoch durchentwickelte Standardware (allerdings auf sehr hohem Niveau)
    3. Das DH 18 habe ich gehört (hab auf mein Alter doch schon einiges hinter mir) und hab nicht mehr darüber diskutiert (breites Grinsen sowohl klanglich als auch pegelmäßig). Das vielbeworbene 15er Dingens fand ich dagegen naja (ok geht tief für die Größe, Pegel passt auch, aber sonst...)
    4. Das neue Teil scheint ja laut Beschreibung eher ein Unity Horn zu sein (also nix mit F1 zu vergleichen). Die Danley Anlage (gehört auf der PLS) hat sich für mich deutlich vom Durchschnitt und dem Grümpel abgesetzt (abgesehen von eigenartiger Amyabstimmung). D.h. ich trau dem Ding ein sehr hohes Klangpotential zu (Sichwort leichte reaktive Antriebe im gemeinsamen Coaxhorn, das klingt für mich schon nach möglicher Perfektion, wenn gut ausgeführt).
    5. Klanglicher Schwachpunkt (ok da wirds dann schon speziell) sind für mich die nur durchschnittlich klingenden eingebauten Endstufen. Ich hoffe das Ding läuft auch mit externen Endstufen...
    6. Liebe F1 Kritiker, ich kann euch sehr gut verstehen (weil ich das Zeugs selber verwende). Klingt irgendwie immer etwas komisch und kaputt, EQ hilft oft auch nix, weil die Frequenzbereiche zwar da sind, aber seltsam klingen. Eine relativ schwere Pappe bei 5kHZ-hmmmm.) Dennoch liebe ich sie, weil sie einfach Spaß machen, selbst Edelboxen wie d&B und Ribbon Driver als Langweiler entlarven und Stimmen über Breitbänder einfach etwas haben, das sonst nicht zu erreichen ist)
    Fazit: ich wünsche mir das Zeugs zu hören, wünsche mir dann ein downscaling für kleinere Sachen und....


    P.S.Zur TH Diskussion: hab mal versucht ein TH von Danley grob nachzubauen, da theoretisch der ideale Bass für mich. Ergebnis war ernüchternd (vielleicht hab ich auch was übersehen) und ich lebe weiter glücklich mit EAW Hörnern bis ....

  • "heartcore" schrieb:

    ...durchschnittliche jedoch durchentwickelte Standardware (allerdings auf sehr hohem Niveau)...

    aha. also so ne art überdurchschnittlicher durchschnitt? :wink: :wink:



    "heartcore" schrieb:

    ...5. Klanglicher Schwachpunkt (ok da wirds dann schon speziell) sind für mich die nur durchschnittlich klingenden eingebauten Endstufen. Ich hoffe das Ding läuft auch mit externen Endstufen...


    da hab ich jetzt eine frage:
    wie hört man denn, ob ein "durchschnittlicher" klang an den eingebauten endstufen liegt, oder vielleicht doch an der abstimmung oder am horndesign? ich würde mir nicht zutrauen, das definitiv auseinanderhalten zu können. es sei denn es gab eindeutige störgeräusche seitens der elektronik? (z.b. rauschen oder knacksen)

  • Standardware meine ich halt die üblichen 8" 1" ....ok BMS Coax hat auch nicht jeder im Programm.
    Ich habe unzählige Stunden mit vergleichen von Lautsprechern, Endstufen,... verbracht. Ich weis auch wie ein modernes Endstufenmodul klingt, kann eine Digitalweiche non einer Analogen unterscheiden. Ich finde Lambda hat schon gute Entwicklungsarbeit geleistet