BGV C1 / DGUV Information 215-313

  • Die Dimensionierung erfolgt nach Tabelle A2. Für Lasten und deren tragende Strukturen
    gelten darüber hinaus konstruktive Anforderungen entsprechend Abschnitt 1.1.
    Typische Lasten in der Veranstaltungs- und Produktionstechnik sind zum Beispiel:
    • Lautsprechersysteme
    • Beleuchtungs- und Eff ektsysteme
    • LED-Wände
    • Spiegelkugeln
    • Bühnendekorationen (Kulissen)
    • Sonderkonstruktionen
    • Schallsegel
    Lasten und deren tragende Strukturen – zum Beispiel Lautsprechersysteme, LED-Wände
    – bestehen aus verschiedenen lastführenden Elementen, die durch die jeweiligen
    Hersteller nachzuweisen sind. Besondere Lastfälle, beispielsweise durch Anwinkeln
    von Lautsprechersystemen, sind zu berücksichtigen.

  • Danke billbo

    Das ist ein sehr schönes Beispiel.


    Zitat

    This procedure is generally more dangerous and it is very important to respect the following limits of application:
    • NEVER CONNECT A GROUP OF CABINETS BIGGER THAN 4
    • NEVER CONNECT CABINETS IN GROUPS IF THE ARRAY IS BIGGER THAN 8
    • NEVER CONNECT CABINETS IN GROUPS IF THE ARRAY IS VERY CURVED
    • NEVER FLY THE SYSTEM AT TEMPERATURES LESS THAN -5° C
    Use the same general strategy un-rigging the system.

    Aber im Manual keine Aussage über Betriebskoeffizienten der Verbindungen. In Deinem Beispiel ist das Rear Bracket bei 9,2. Weißt Du ob das jetzt ok ist?

  • Ich hab' natürlich mit Absicht :whistling: ein Beispiel genommen, in dem eine Zahl (Safety Factor) knapp unter 10 auftaucht. Dazu meine ad hoc Gefährdungsbeurteilung:

    1.) Der Hersteller sieht für sein Produkt SF 7 als sicher an und bezieht sich dabei auf die Fließgrenze des für das Bauteil verwendeten Materials.

    Die BGV sieht in D SF 10 als sicher an und bezieht sich dabei auf die angegebene Bruchlast des Bauteils.

    Der Hersteller gibt die Fließgrenze für sein verwendetes Material mit dem gut 1,5fachen der Bruchlast an. (Das Manual ist dahingehend tatsächlich recht ausführlich).

    Daraus folgt: ich bin auf der sicheren Seite.

    2.) Ich bin kein Ingenieur und kann mich irren. Also schaue ich mir das Konstrukt mit 'gesundem Menschenverstand' an und stelle fest: die Angelegenheit hängt an den vorderen Verbindern (SF 17,2); die hinteren dienen lediglich der Erreichung des gewünschten Curvings. Sollte davon das am stärksten belastete Paar plötzlich versagen, wird das Ganze zwar unschön auspendeln, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hängen bleiben.

    3.) Ich betrachte die Angelegenheit daher als ausreichend sicher und häng's so auf.


    Bekomme ich dafür jetzt auch eine Schulnote? ;)


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo

  • ich würde sagen:

    so lange du das so machst wie es der hersteller vorgibt, kann man durchaus eine 1 vergeben.


    denn in der tat haben die allermeisten tontechniker mit absoluter sicherheit keine statikerausbildung. das heisst, der techniker muss sich auf den hersteller verlassen können.

    den job mit der statikberechnung muss also der hersteller machen und den techniker mit entsprechenden unterlagen und/oder schulungen ausstatten.

    so sehe ich das jedenfalls.

  • die Angelegenheit hängt an den vorderen Verbindern (SF 17,2); die hinteren dienen lediglich der Erreichung des gewünschten Curvings.

    bist du dir da ganz absolut 100%ig unwiederruflich und in Stein gemeisselt sicher? ?

    Schau doch mal auf das Vorzeichen bei den Kräfteangaben...


    (beim T10 sind die Verbinder vorne so dünn, da würde ich mich nicht mal selber ohne komisches Gefühl dran hängen. Hinten jedoch schon.)

  • Mal was anderes: können (müssen) Autofahrer die auftretenden Kräfte im Fahrzeugchassis berechnen, wenn sie die integrierte Bremsanlage benutzen? Oder die Kräfte die an einer Anhängerkupplung entstehen, solange das Gespann in dem von den Herstellern angegebenen Grenzwerten (Last, Gefälle, Tempo) betrieben wird?

  • Ich habe mal miterlebt wie sich 12 Schnitze mittlerer Grösse (doppel 10") knapp 0,5m beim Aufbau wegen verdrehter Kette plötzlich nach unten bewegt und genauso plötzlich wieder gestoppt wurden. Seitdem habe grössten Respekt vor den Hardwareherstellern.

    Zumindest die Sichtprüfung hat nichts aufgezeigt.

  • "Er hat sich redlich bemüht, die ihm übertragene Aufgabe zufriedenstellend zu lösen." ^^


    Im Grunde genommen hat Audiobo ja recht: diese ganze BGV- Safetyfaktorengeschichte bezieht sich ausdrücklich auf Hebezeuge und Lastaufnahmemittel und nicht auf die Last – für letztere hält (bestimmungsgemäßen Gebrauch vorausgesetzt) der Hersteller seinen Kopf hin. Wobei man sich darüber streiten könnte, ob es sich bei Kugelsperrbolzen und Verbindern tatsächlich um integrale Bestandteile der Last handelt...

    Trotzdem ist es nicht verboten, sich über die Zusammenhänge und die dort wirkenden Kräfte eigenständig Gedanken zu machen. Und deshalb muss ich Spanplattenhobbykistenbastel- Heinz z.B. auch untersagen, seine Selbstbauschätze da aufzuhängen, sofern das in meinen Verantwortungsbereich fällt.


    @ Audiobo: auf die hinteren können bei stark gecurvtem Array über die Hebelwirkung Kräfte einwirken, die weit über dem Gewicht des Arrays liegen (das negative Vorzeichen der vorderen kommt sozusagen dazu) – deshalb sind sie so stark dimensioniert.


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo

  • Ich gebe hier Billbo vollkommen Recht. Für das System, vorausgesetzt ich benutze es gem. den Vorgaben des Herstellers, trägt dieser die Verantwortung.


    Ich bin für den Anschlagpunkt, die Hebezeuge, die Lastaufnahmemittel und die Tragmittel verantwortlich.