Zitat von "docjordan"Im Hifi-Hi-end Bereich wurde mal eine berühmte "Studie" gemacht, die Leute mit den "goldenen Ohren" wurden alle eingeladen. (Witzigerweise haben sich diese Leute bei den Tests fast in die Haare bekommen)
Gehört werden sollten Unterschiede an unterschiedlichen Pressungen! an CDs. Es kamen naturlich die schönsten Unterschiede heraus. Mit den üblichen blumigen Beschreibungen. Was die Tester nicht wußten, die Signale waren identisch, (von Hochwertigen Wandlern von Festplatte abgespielt) ....
... einen ähnlichen Test machte mal die Zeitschrift "ct" ... es ging um hörbare Klangunterschiede zwischen CD- und MP3-Wiedergabe - wobei sehr hochwertige DA-Wandler und HighEnd-Komponenten der Referenzklasse eingesetzt wurden. Das Ergebnis war, daß selbst gestandene Testredakteure "Probleme" hatten. ![]()
Zitat von "docjordan"Daher sind manche Dinge nicht immer objektiv fassbar und dies ist auch gar nicht im Sinne der Hersteller.
... neben psychoakustischen Phänomenen spielt die persönliche Verfassung und Stimmung (gutgelaunt - oder genervt nach 4-stündiger Autobahnfahrt mit Staus ...) eine gravierende Rolle bei der Beurteilung von "Klang".
Selbst erfahrene Toningenieure würden das gleiche Mehrspurmaterial morgen anders "richtig" als heute abmischen.
Jeder erfahrene LS-Entwickler und Tontechniker hat da sicher seine Rezepte, um äußere Einflüsse möglichst zu minimieren und das eigene Gehör von extremen Hörtendenzen (ggf. verursacht durch Stress etc.) in die Nähe einer Art "Null-Lage" zu bringen.
Ebenso spielt die persönliche Erwartung (... durch Vorurteile gegenüber bestimmten Herstellern, Gehäuseprinzipien, Philosophien) eine erhebliche Rolle - ein Test-Redakteuer sagte mir mal: "Viele Leute hören sowieso nur das, was sie sehen ...".
Hierzu ein Beispiel: Wenn ich VOR DEM HÖREN eine LS-Messung mit Überhöhungen oder Senken zeige, dann "hören" viele diese auch bei einer vorgeführten LS-Box ... selbst wenn die gezeigte Messung nichts mit dieser Box zu tun hat (... selbst schon ausprobiert - es funktioniert !). :?
Ich habe in vielen Jahren die Erfahrung gemacht, daß alle diejenigen, die Messungen teilweise oder generell ablehnen und sich vehemment auf (angeblich) "zahlreiche begeisterte Hörer" auf wie auch immer inszenierten "Vorführungen" berufen, einfach nur Angst haben, daß ihre Wunderkisten als ganz normale LS-Boxen mit systembedingten Schwächen entlarvt werden (... der "Wunderheilerstatus" wäre allerdings dahin ...).
Sowas gibt es heute ... sowas gab es schon vor Jahrzehnten ... und sowas wird es auch künftig geben.
So lese ich auch in einigen Fachzeitschriften immer seltener die Texte, sondern überfliege oft nur die Messungen.
Wirklich objektiv sind nur präzise Messungen ... das Gehör erreicht diese Reproduzierbarkeit nie zu 100 %. Jahrelanges Training bringt einen selbst wenigstens etwas in die Nähe ... :wink: