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  2. bernd häusler

Beiträge von bernd häusler

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 22. Juni 2011 um 03:20

    Moin,

    Zitat von "jobsti84"

    Der erste Absatz schaut mir so aus, dass einfach der Amp mehr leistet, da nun 24 anstatt 32 Ohm anliegen, sonst bleibt doch alles bei "Alten"?!

    es bleibt tatsächlich alles wie gehabt, gleiche Endstufe, gleicher Schallpegel und Frequenzgang - aber nur noch die halbe Wärmeleistung an der Schwingspule. Ich kann also mit der Spezialschaltung ungestraft die doppelte Leistung draufschicken. Damit kann ich 3dB mehr Maximalschalldruck fahren.

    Zitat von "jobsti84"

    Zweiter Absatz, die Spule wird weniger erwärmt, halbe Leistung, also auch 3dB weniger Pegel?! (Ergo geringere Verzerrungen, logo)

    In diesem Fall sind es ja verschiedene Chassis, einmal 8ohm starker Antrieb, andermal 16ohm schwächerer Antrieb. Damit das 8ohm Chassis im Lautsprecher den gleichen Frequenzgang und SPL/Watt macht ist die Spezialschaltung vorgeschaltet. Im ersten Posting zeige ich die Messung - bei gleichem Hub bzw. SPL erheblich weniger Klirr.


    Die Spezialschaltung setzt sich aus dem antriebsstarken Chassis und dem Schaltkreis zusammen. Das ist untrennbar. Sicher kann man immer ein Chassis finden, welches einfach so den gleichen Frequenzgang bei gleicher Lautsprecherimpedanz und Endstufenleistung liefert. Dann klirrt es jedoch deutlich mehr, und der Maximalpegel vor Zerstörung, bzw. der Maximalpegel bei einem noch akzeptablen Betrag an Powercompression ist um mindestens 3 dB geringer.


    Zitat von "bernd häusler"

    ähm, wie bitte? Überlege mal...

    Zitat von "andariel"

    Ich hab überlegt bevor ich das geschrieben habe. Keine Ahnung wie lange du deine Idee schon überlegst und wo deine Verständnisschwierigkeit darin liegt.

    Bitte nicht falsch zitieren... ...Deine Aussage ist falsch!

    Zitat von "andariel"

    Du hast aber Null Ahnung warum sich das Klirrverhalten verbessert.

    Ich weiß warum, habe aber keinen Bock das hier zu erklären ;)

    Zitat von "andariel"

    "Spezialschaltung", die nichts anderes ist als ein 0815 Vorwiderstand.

    das ist falsch, deswegen begreifst Du es nicht.


    @ abrax: den wesentlichen Teil hast Du begriffen. Die Spezialschaltung besteht aus dem Widerstand und dem Lautsprecherantrieb zusammen, und ist ein Frequenzselektiver und Phasenneutraler RMS Divisor. Diese Schaltung lässt sich weder durch Maßnahmen vor der Endstufe, noch durch Maßnahmen im Lautsprecherantrieb ersetzen. In beiden Fällen würde die thermische Belastung der Schwingspule erhöht.


    Zitat von "andariel"

    Wenn du mehr Belastbarkeit brauchst sind hilfreiche Mittel: Mehr VC Durchmesser, bessere Belüftung, längere VC
    oder ganz alternativ mehrere kleinere Treiber auf die sich die Leistung verteilt.

    Alle diese Maßnahmen sind weit schwerer und weit teurer als die Spezialschaltung.

    Zitat von "andariel"

    Denn ein Widerstand der 300W RMS abführt und dabei Raumtemperatur (im Rahmen liegen auch noch 60Grad wenn wir großzügig sind) behält, wie Bernd ja argumentiert, lässt sich weder einfach noch kostengünstig herstellen.
    Und 500W AES bekommt auch das Chassis (typischer 12"er) weg, wenn man ihm den Hub im Tieftonbereich machen lässt.

    Du hast weder Ahnung von Leistungsbemessung bei Lautsprechern, noch hast Du gelesen was ich geschrieben habe. Vielleicht ließt Du mal anderswo nach, was 500W AES sind ;-).

    Zitat von "andariel"

    Keine Ahnung warum man dafür so viel schreiben muss.

    dito


    jogi: Mein Chassis in Spezialschaltung, Lautsprecher-Nennimpedanz 8ohm, an 49V:

    :wink: irgendwas machst Du falsch. Übrigens habe auch ich real mit Abstrahlung mindestens 6dB Headroom in den Mitten, die 10dB die Du tatsächlich hättest braucht kein Mensch, zumal man die Endstufe in jedem Fall nach dem Leistungsbedarf am unteren Ende kaufen muß. Und da kaufst Du weit teurer.


    Grüße, Bernd

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 21. Juni 2011 um 03:16

    Meint Ihr im Ernst, daß die Spezialschaltung nur mit 8ohm Chassis funktioniert? :lol:

    :roll: das ist echt sooo arm hier :cry:

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 21. Juni 2011 um 01:01

    Moin,

    nun könnte man auf die Idee kommen ein anderes Chassis einzubauen, um den günstigen Frequenzgang des Originalchassis mit vorgeschalteter Spezialschaltung zu erhalten. Dieses Chassis braucht einen höheren QTS, damit die Einbaugüte letztlich gleich ist.

    Wie man das nun aufzäumt bleibt sich gleich, im Ergebniss hat dieses Chassis dann folgende Daten:

    R_e 11.8ohm
    BL 23,5N/A
    QTS 0,31

    Man darf nun zu Recht vermuten, daß die Spezialschaltung zusammen mit dem Originalchassis zu ähnlichen Daten führt ;)

    Das sieht dann so aus:

    Die Spezialschaltung hat eben keine Induktivität, aber sonst ist das doch praktisch gleich... 150 Watt in beiden Fällen.
    Damit ich jetzt nicht mit Crestfaktoren und Zeitverläufen realer Musik hantieren muß schicke ich auf den 16ohm-Lautsprecher ohne Spezialschaltung einen Sinuston von 600Hz mit 50 Volt RMS. Die Schwingspule muß das ganz alleine verdauen, fast 200 Watt RMS, blödes Impedanzminimum. Die Schwingspule wird sehr heiß, nach meinen Laborversuchen brennt sie nach spätestens 10 Sekunden durch.

    Das Selbe veranstalte ich nun mit dem originalen 8ohm-Chassis mit der Spezialschaltung. Wieder 600Hz 50VRMS. Hier muß die Schwingspule nur 90 Watt RMS thermisch abstrahlen. Ich würde sagen, solange man das nicht mehrere Minuten lang macht und der Lautsprecher vorher kalt war, dann hält das.

    Die Lastimpedanz an der Endstufe ist praktisch gleich, wo ist jetzt die restliche thermische Leistung hin? Naja, das kommt drauf an wo die Spezialschaltung untergebracht ist.

    Jetzt komme ich zur Powercompression. Kurz vor der Zerstörung hat sich die Impedanz der Schwingspule verdoppelt. Etwas vereinfacht für die Übersicht, hat die antriebsschwache Variante dann die doppelte Impedanz, also 32 Ohm, "zieht" nur noch die halbe Leistung aus der Endstufe und es ist 3dB leiser.
    Bei der Variante mit der Spezialschaltung verdoppelt sich lediglich die Impedanz der Schwingspule, von 8ohm auf 16ohm. Plus die 8ohm der Spezialschaltung landen wir bei 24ohm - durch die Spezialschaltung haben wir also trotz heißer Schwingspule deutlich mehr Schall - also deutlich weniger Powercompression.

    Zusätzlich wird die Schwingspule dank der Spezialschaltung weniger stark erwärmt, nämlich nur mit der halben Leistung. Ich kann also dank der Spezialschaltung 3dB lauter machen. Das mache ich jedoch ganz sicher nicht, denn heiße Schwingspulen sind einfach nicht gut (für andariels Impulsantwort). Zudem habe ich gerne eine Sicherheitsreserve für den Fall, daß ein DJ den crestfreien Musiktitel findet, oder die Sonne den Lautsprecher brät.

    Gruß, Bernd


    wetbf: Auch für Dich mache ich keinen Milchmädchen-Vergleich zweier Lautsprecher mit verschiedener Nennimpedanz! Wo kommen wir denn dann hin - zum 0,1ohm Lautsprecher, weil der so schön laut wäre? Der Lautsprecher mit einen 0,05ohm Chassis und Spezialschaltung ist dennoch lauter :D (und wird deutlich weniger klirren)

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 20. Juni 2011 um 22:51

    Moin,

    Zitat von "andariel"

    Zu allererst muss die Vorgehensweise ganz anders funktionieren um einen objektiven Vergleich herzustellen:
    Chassis ORIGINAL 8Ohm: Spannung X
    Chassis MOD 8Ohm + 8Ohm resistiv: Spannung X * sqrt(2)

    Du willst also einen 8ohm-Lautsprecher mit einem 16ohm-Lautsprecher "objektiv" vergleichen? Das ist nicht Dein Ernst, oder?

    Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen ein virtuelles 4ohm-Chassis zu erschaffen, dieses mit der Spezialschaltung zu versehen, und dann mit dem 8ohm-Originalchassis ohne Spezialschaltung zu vergleichen? Also:
    Chassis ORIGINAL 8ohm
    Chassis MOD 4Ohm + 4Ohm resistiv

    Irgendwie stolpern die Leute immer über die 16ohm Nennimpedanz meines spezialbeschalteten Lautsprechers.

    Zitat von "andariel"

    Durch kleinere Antriebkraft (B,l,Re) erhöht sich Qts und damit du die gleiche Einbauresonanz erhältst brauchst du mehr Volumen...

    ähm, wie bitte? Überlege mal...

    Zitat von "andariel"

    Qtc erhöht sich. Ist das in deinen Augen keine verschlechterung der Impulsantwort?

    Für einen objektiven Vergleich sollte doch der Frequenzgang gleich sein, oder? Du schlägst als Alternative die aktive Fiterung vor. Die Impulsantworten sind identisch, ...wenn man den Klirr ignoriert, und die größere Endstufe die Du dafür brauchst.

    Zitat von "andariel"

    Interessant jetzt bin ich gespannt wie du uns das technisch erklärst :D An Voodoo glaubst du ja selbst auch nicht vermute ich mal.

    Da ist definitiv kein Voodoo dabei ;)

    Zitat von "andariel"


    Was verwendest du um einen 8Ohm Widerstand mit 300W RMS Wirkleistungsabgabe für 10€ zu bauen? Und zwar so, dass man es auch montieren kann.


    Huh, 300 Watt Wirkleistung... Tip aus meinem Meßlabor: eine übliche 76mm Schwingspule kann bestenfalls 75 Watt thermische Wirkleistung abführen, dann ist sie aber weit über 200°C heiß. Noch ein Tipp: man versucht besser garnicht auch nur in die Nähe zu kommen. Das ist einerseits wegen der verkürzten Lebensdauer unwirtschaftlich, andererseits verdoppelt sich R_e, 3dB Powercompression treten auf, und über Impulsantwort brauchen wir dann auch nicht mehr diskutieren.

    Gruß, Bernd


    PS@ andariel: Weitere Antworten zu Deinen Überlegungen mit BL und R_e gibts bald im Posting zur Thermik.

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 20. Juni 2011 um 07:11

    Moin,

    danke für die Antwort. Ich hoffe ich habe Dich richtig verstanden. Ich bin ganz bestimmt nicht böse, daß ich meine Konstruktion hier verteidigen darf.

    Zitat von "andariel"

    Ganz einfache elektromagnetische Gegenkopplung, die nimmt ab weil der Antrieb durch den ... schwächer wird.

    Der Antrieb des Chassis selbst bleibt wie er ist, und somit auch der Wirkungsgrad des Chassis selbst.

    Zitat von "andariel"

    Alternativ kannst du auch einfach einen schwächeren Magneten verwenden.

    Ich werde in einem weiteren Beitrag zeigen, daß das eben nicht funktioniert.

    Zitat von "andariel"

    Lieber die Schwingspule länger konstruieren dann hast du den gleichen Effekt.

    Das ist schon die bessere Idee, nur entsteht die unvermeidliche Wärme immer noch an einer Stelle, wo sie konstruktiv schwierig abzuführen ist. Darüber hinaus verschlechtert sich der Antriebswirkungsgrad in gleicher Weise wie mit einem schwächeren Magneten. Das führt zu mehr Wärme an ungünstiger Stelle.

    Zitat von "andariel"

    300WRMS (ca. 500AES) thermisch wegzubekommen bedarf einer großen Oberfläche (wenn sich diese nicht wie die VC eines Treibers bewegt)

    Du meinst hier die Wärmeenergie an der Spezialschaltung? Die ist technisch wesentlich einfacher und damit wesentlich billiger abzuführen, als die Wärme einer Schwingspule. Zudem entsteht die Wärme nicht im inneren des Lautsprechervolumens, in das auch der HT-Treiber seine Abwärme abführen muß.

    Zitat von "andariel"

    Übrigens hast du vergessen, dass das Konzept egal über TSP Variation oder mit ... mehr Volumen braucht als ein EQtes System.

    Wieso?

    Zitat von "andariel"

    Das hinzufügen des ... , detto TSP Veränderung verschlechtert (leider) die Impulsantwort.

    Das ist (leider) ein Irrtum. Völlig unabhängig davon, ob ein externer EQ, oder die TSP-bedingte Filterfunktion zum Wunschfrequenzgang führt - die Impulsantwort ist identisch. (bei CB)

    Zudem benötigt die Variante mit externer Filterung eine doppelt so große Endstufe!

    Zitat von "andariel"

    Klirr eines Lautsprechers ist bestimmt durch seine Auslenkung (und Magnetgeometrie sowie Mechanik)

    Das ist der vorbekannte Stand der Technik. Die obige Messung zeigt, daß die Verwendung der Spezialschaltung bei gleichem (großem) Hub den Klirr nahezu halbiert! Es geht also auch ohne lange Schwingspule - mit thermischem Vorteil!

    Zitat von "andariel"

    Im Übrigen macht ein Speaker in BR Abstimmung weniger Hub und weniger Klirr, verwendet man die passende Abstimmfrequenz und die notwendigen Parameter. Im Vergleich zu einem Pedndant mit gleichem Durchmesser in CB.

    Das ist leider Theorie, denn eine Reflexabstimmung bei 120Hz führt zu unbeherrschbaren weiteren Problemen, die diesen Weg ausschließen.

    Zitat von "andariel"

    Ein ECM8000 ist nicht so geeignet bei üblichem Messabstand von 1m Klirr bei Maximalpegel zu messen.

    darum war ich weit genug weg

    Zitat von "andariel"

    Ende der Geschichte.

    Das Ende der Geschichte ist erst mit einem realisierten besseren Lautsprecher erreicht ;)

    Gruß, Bernd

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 18. Juni 2011 um 17:21

    Moin,

    und weiter gehts... die berechtigte Frage ist, gibts Nachteile der Spezialschaltung?

    Dazu müsste man vergleichen, doch das ist mit den real am Markt erhältlichen Chassis schwierig. Grundsätzlich lässt sich in ein 8ohm-Chassis eine 16ohm-Schwingspule einbauen, sogar ohne irgendwas am Magnetspalt zu ändern. Doch dazu müsste das 8ohm Ausgangschassis mit Rechteckdraht gewickelt sein, und für das zu bauende 16ohm-Chassis Rechteckdraht im genau richtigen Spezialmaß und mit dünnerer Isolation zur Verfügung stehen. Nur dann wären die Chassis wirklich vergleichbar, mit gleich viel Kupfer im Magnetspalt. Die Realität ist Runddraht - in gestuften Durchmessern. So kommt es, daß trotz gleicher Magnetanordnung mal das 16ohm- und andermal das 8ohm-Chassis den relativ stärkeren Antrieb hat, wenn es überhaupt beide Versionen gibt.

    Also tauche ich in die virtuelle Welt, und "baue" mir das Chassis selbst. TSP-Check hilft und liefert gleich kopierbare Datenblätter:




    Dieses 16ohm-Chassis lässt sich nun im Vergleich mit dem 8ohm-Chassis inclusive installierter Spezialschaltung simulieren. Ich nehme dazu Hornresp, weise aber darauf hin, daß ich hier kein Abstahlmodell nutze. Tatsächlich steigt der Frequenzgang nach oben steil an - bei beiden Bauweisen relativ in gleicher Weise.
    Der Unterschied der Bauweisen stimmt zumindest im unteren Frequenzbereich perfekt, verglichen mit Messungen. Simuliert wird bei gleicher Leistung von 300Watt, in beiden Fällen 16ohm Nominalimpedanz. Schwarz ist das 8ohm-Chassis mit vorgeschalteter Spezialschaltung:



    im Bereich um 140 Hz ist das 8ohm-Chassis mit Spezialschaltung um 2,7dB lauter.
    Um das aufzuholen, man könnte ja aktiv filtern, wäre eine um den Faktor 1,86 größere Endstufe nötig - doppelt so groß, schwerer, teurer...

    Will man ein Topteil, das bei 120Hz zu trennen geht? Ich schon ;)

    Nächste Woche gibts dann eine weitere Möglichkeit, das wird brennzlig...


    Fragen?


    Gruß, Bernd

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 18. Juni 2011 um 15:38

    Moin Thomas,

    Danke fürs Suchen und den Link.

    Ich war mal "Hörnli", jetzt bin ich echt. Mal abgesehen davon, daß ich alles jetzt viel anschaulicher erklären kann, mit bunten Bildchen und so, ist der meßtechnische Nachweis zum besseren Klang tatsächlich erst 2 Tage alt. Davor hat das meines Wissens niemand gemessen, war wohl zu unglaublich. Ich konnte mir das immerhin regelmäßig anhören, aber erst jetzt vertraue ich wieder meinen Ohren.

    Dieses Thema soll bitte hiermit im Zusammenhang stehen:

    Bitte respektiert den Bären, der sitzt da um des lieben Friedens Willen :)

    Gruß

  • Endlich, Bernd erklärt die Spezialschaltung

    • bernd häusler
    • 18. Juni 2011 um 11:26

    Moin,

    seit vielen Jahren "geistert" nun meine Spezialschaltung durchs Forum. Diese innovative Bauweise stieß bisher auf Unverständniss. Dem möchte ich mit einer Serie abhelfen.

    Neu: geht auch mit Bass
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=27&t=83196&p=692412#p692412

    Anfang 2005 habe ich in Hörversuchen herausgefunden, daß bei einem 12"-Chassis durch vorschalten einer Spezialschaltung erhebliche Klangverbesserungen erzielt werden. Der Lautsprecher war damals ein JBL E120 12" in einem kleinen Gehäuse. In der Folge habe ich den SD12 entwickelt, ein leichtes 12"/1" Topteil in geschlossener Bauweise. Natürlich enthält der SD12 ebenso die Spezialschaltung. Neben den akustischen Vorteilen zeigen sich mit der Spezialschaltung weitere vorteilhafte Eigenschaften, die ich im Laufe dieser Serie darlegen möchte.

    Beginnen möchte ich mit den klanglichen Vorteilen an der unteren Frequenzgrenze. Das Topteil ist zum Einsatz mit LR-Trennung ab 120Hz(-6dB) vorgesehen. Gemessen wurde jedoch ohne aktive Weiche mit "natürlichem" Frequenzgang.

    Beteiligte Geräte:

    Laptop mit ARTA Meßprogramm
    M-AUDIO MOBILEPRE USB Soundkarte
    FEEDBACK DESTROYER, als parametrischer EQ genutzt
    RAM-AUDIO R1500 gebrückt, Endstufe
    Testlautsprecher 12" in 17 Litern
    Spezialschaltung
    ECM8000 Meßmikrofon

    Es wurden zwei Entzerrungen erstellt, damit der Wiedergabepegel des Testlautsprechers im Beurteilungsbereich von 80-250Hz, sowohl mit- als auch ohne Spezialschaltung, weitgehend gleich war. Gemessen wurde mit ARTA nach Farina-Methode. Eine Messung ohne Spezialschaltung, die andere mit, jeweils mit der angleichenden Entzerrung, gleich laut. Die Dateien wurde als ".csv" exportiert und in einem Tabellenkalkulationsprogramm dargestellt. Sowohl die Grafik "Pegel" als auch die Grafik "k3 in Prozent" entstammen den selben beiden Messtabellen. Ich habe mit Absicht keine Pseudo-Kalibrierung durchgeführt, es ist am Klirr leicht zu erkennen, daß der Hub mehr als ausgereizt wurde.



    Grafik k3 in Prozent
    rot: k3 in Prozent ohne Spezialschaltung
    blau: k3 in Prozent mit Spezialschaltung
    Frequenz-Skalierung logarithmisch in Terzschritten


    Grafik Pegel
    rot: Pegel in dB SPL ohne Spezialschaltung unkalibriert
    blau: Pegel in dB SPL mit Spezialschaltung unkalibriert
    Frequenz-Skalierung logarithmisch in Terzschritten

    Gruß, Bernd

  • "heimische hölzer" (test kleiner, deutscher LS-her

    • bernd häusler
    • 18. Juni 2011 um 02:19

    Moin,

    ob der Testbericht nun veröffentlicht wird oder nicht, meinen Kommentar dazu will ich nicht umsonst getippt haben:

    Zitat


    Daß die Spezialschaltung einem Meßtechniker Rätsel aufgibt ist unter dem Aspekt ihrer weltweiten Einmaligkeit erklärbar. Doch Herr Reimann tritt auch als Lautsprecherentwickler auf. Nach der kompletten Offenbarung der technologischen Sachverhalte in unzähligen Mails und Telefonaten tratscht Herr Reimann mein Betriebsgeheimnis in die Öffentlichkeit.
    Das empfinde ich, vor allem wegen der völlig falschen Beschreibung der Spezialschaltung, als schamlose Geschäftsschädigung.

    Als Entwickler des SD12 Fliegetops möchte ich das Geheimnis der Spezialschaltung dem Leser gegenüber lüften. Zunächst gibt es bei einem Lautsprecher zwei Betriebsgrenzen.
    Zum Einen zeigen sich harmonische Verzerrungen, wenn im Betrieb die Auslenkung des Antriebes den linearen Bereich verlässt. Diese Betriebsgrenze betrifft die mögliche Schallleistung bei der tiefsten Betriebsfrequenz.
    Zum Anderen kann jeder Lautsprecher nur einen äußerst geringen Teil der zugeführten elektrischen Leistung in Schallleistung umsetzen. Die zugeführte Leistung erwärmt leider im Wesentlichen die Schwingspule, die bei zu hoher zugeführter Leistung schlicht verbrennt.
    Zudem ist es für den Betreiber einer Beschallungsanlage bedeutsam, wie groß die nötige Endstufe sein muß, denn diese kostet Geld, und hat Einfluß auf das Transportgewicht der Beschallungsanlage.

    Ziel bei der Entwicklung des SD12 war ein Lautsprecher mit größtmöglicher Schallleistung, guten akustischen Eigenschaften, bei zusätzlich geringstmöglichem Gewicht im Rigg und einfacher Nutzbarkeit. Dazu zählt auch der Betrieb mit einer in jeder Hinsicht gewöhnlichen Endstufe und praktisch allen Basslautsprechern. Bandpass-Subwooofer sechster Ordnung sind vor Allem wegen der resonanten, unmusikalischen Wiedergabe recht selten. Um das Ziel der größtmöglichen Schallleistung zu erreichen bedurfte es einiger Kunstgriffe, die schließlich in der Entwicklung der neuartigen Spezialschaltung zusammen mit der Wahl des außergewöhnlichen Chassis mündeten. Mit dem auch akustisch sehr günstigen Gehäuse entstand der einzigartige SD12.

    Grundsätzlich sind zwei Bauweisen allgemein bekannt, die ich hier mit dem SD12 Fliegetop vergleichen möchte.

    Die erste Bauweise ist die verbreitetste, man wählt ein Chassis mit eher schwachem Antrieb. Damit ergibt sich zusammen mit der sinnvollen Einbaugüte ein relativ flacher Frequenzverlauf, welcher dem Frequenzverlauf der SD12 absolut gleicht. Wesentliche Betriebsdaten wie Endstufengröße und zur Entzerrung nötige elektronische Filter sind ebenfalls identisch.
    Ein Chassis mit schwachem Antrieb führt jedoch unausweichlich zu einen Problem: Dem sehr geringen Wirkungsgrad. Das führt zu einer extremen Erwärmung der Schwingspule. Eine betriebssichere Beschallung mit dieser verbreiteten Lautsprecher-Bauart muß im Vergleich mit dem SD12 mit der Hälfte der Schallleistung auskommen, sonst verbrennt die Schwingspule.
    Der SD12 strahlt dagegen problemlos die doppelte Schallleistung ab. Dabei bleibt die Schwingspule auch bei stundenlangem Betrieb vergleichsweise kalt. Die Spezialschaltung übernimmt die Hälfte der unausweichlichen Verlustleistung. Davon merkt der Nutzer nichts Nachteiliges, denn der extreme Antriebswirkungsgrad des eingesetzten Chassis kompensiert das. Alles ist wie gewohnt, die gleiche gewöhnliche Endstufe und die gleiche gewöhnliche Controllereinstellung. Daß die Spezialschaltung im Verborgenen die Leistungsfähigkeit verdoppelt und das Temperaturverhalten verbessert merkt der Nutzer erst, wenn ihm in der selben Beschallungssituation ein Wettbewerbsprodukt zu schwach erscheint oder gar ausfällt. Das dünnwandige Gehäuse des SD 12 Fliegetops garantiert zudem eine herausragend effektive Kühlung.

    Die zweite allgemein bekannte Bauweise schlägt Herr Reimann vor, mit dem Hinweis alles problemlos mit dem Controller glattbügeln zu können. Diese Bauweise nutzt ein Chassis mit dem selben starken Antrieb wie das in der SD12 verwendete, allerdings ohne Spezialschaltung. Mit einem solchen Chassis erhält man einen zu hohen Frequenzen extrem ansteigenden Frequenzgang. Allerdings ist, wegen der antriebsbedingten Fehlanpassung, der Wirkungsgrad wesentlich geringer.
    Bei allen Bauweisen ergibt sich der niedrigste Wirkungsgrad am unteren Ende des Übertragungsbandes. Um hier die gewünschte Schallleistung zu erreichen, muß man die Endstufe nach dem Bedarf in diesem Bereich wählen.
    Ausgerechnet hier hat der Vorschlag des Lautsprecherentwicklers Reimann den geringsten Wirkungsgrad. Die rote Kurve in Abbildung 10 zeigt: Der SD12 ist im Bereich bei 140 Hz um 3 dB lauter - bei gleicher Endstufe und Einstellung! Nun kann man das natürlich mittels eines anhebenden Filters im Controller ausgleichen. Damit das jedoch funktioniert, ist leider eine doppelt so große Endstufe nötig. Denn (fehlende) 3 dB entsprechen bei elektrischer Leistung wie auch bei Schallleistung, oder Schalldruck, dem Faktor 2, also doppelter Leistung. Herrn Reimanns Vorschlag kostet den Käufer der Beschallungsanlage mit dem Kauf einer doppelt so großen Endstufe mehr Geld, und verursacht dem Nutzer mehr Schlepperei.

    Zu den klanglichen Aspekten möchte ich anmerken, daß der Vergleich von Messungen der PAF212, einer Konstruktion von Fabian Reimann, mit Messungen des SD12 sehr wohl deutlich reduzierte harmonische Verzerrungen zeigen. Beide Messungen, die ich Herrn Reiman vorgelegt habe, stammen von ihm selbst. Herr Reimann hat dennoch keinerlei aussagekräftige vergleichende Messungen durchgeführt. Das belegen seine Meßversuche, die er mir zur Verfügung gestellt hat. Diese zeigen leider im Wesentlichen den Klirr des von ihm verwendeten Mess-Mikrofons, der bis zu 3 Prozent beträgt und der Messung damit jede Aussagekraft nimmt – sehr schade!
    Etwas verspätet habe ich der Redaktion eine eigene Vergleichs-Messung, mit und ohne Spezialschaltung vorgelegt. Diese zeigt eine Halbierung der harmonischen Verzerrungen durch die Spezialschaltung im, wegen des großen Membranhubs, kritischen unteren Nutzbereich. Die Spezialschaltung erhöht also erheblich die klirrbedingte Betriebsgrenze, auch das macht die SD12 außergewöhnlich leistungsfähig bei hoher Wiedergabequalität.

    Recht einfach ist die vorgetragene „Erkenntnis“ zu widerlegen, die Resonanz bei 300 Hz entstamme dem unbedämpften Gehäuse. Das ist bei einer maximalen inneren Gehäuseausdehnung von 50cm physikalisch schlicht unmöglich. Die niedrigste mögliche Resonanzmode bei 50cm ist 343Hz, da gibt es keinerlei Spielraum für Ungenauigkeiten. Zudem sind derart ausgeprägte Resonanzmoden lediglich in quaderförmigen Kisten- Gehäusen denkbar, doch davon ist die Gehäuseform der SD12 sichtbar weit entfernt. Die 300Hz-Resonanz entstammt der gegenphasig schwingenden Wellensicke, die bei jedem Chassis mit Wellensicke auftritt. Wo Gehäusemoden bei durch die Abmessungen festliegenden Frequenzen liegen, variiert die Frequenz dieser Sickenresonanz mit den Belastungen des Lautsprechers in seiner Betriebsgeschichte. Leider liegen keine Messungen des zweiten Testexemplares vor, Vergleiche mit Exemplaren in meinem Bestand sprechen jedoch für eine außergewöhnlich hohe Belastung. Die Sicke resoniert außergewöhnlich tief, ist also außergewöhnlich „schlaff“. Dennoch scheint auch dieses Exemplar noch gut zu funktionieren.

    Es ist sicher nicht möglich, kastenförmige Lautsprecher ohne Dämpfungsmaterialien hinreichend resonanzarm zu gestalten. Dennoch sei betont, daß der SD12 kein resonierender Kasten ist, der Dämpfungsmaterialien notwendig machen würde. Vielmehr ist das Gehäuse ein schub- und druckstabiles Flächentragwerk ohne gegenüberliegende ebene Flächen. Damit treten weder Plattenresonanzen noch Volumenmoden auf. Verbleibende Resonanzen betreffen unvermeidbar die Membrananordnung. Die Hörphysiologie interpretiert vor allem die Schalleistung innerhalb von Zeitintervallen als Lautheit. Die Spezialschaltung sorgt für eine sinnvolle Leistungsanpassung des Antriebs an die Membrananordnung. So führt die Spezialschaltung trotz meßbarer Resonanzen zu einen hochlinearen Höreindruck.

    Die etwas sparsame Materialverwendung beim Rückdeckel betraf nur die Vorserienexemplare. Die Rückdeckel der Serienversion haben eine um 300 Gramm höhere Masse und sind noch stabiler. Die natürlichen Feinde jeder dünnwandigen Konstruktion bleiben aber, 300 Gramm hin oder her, harte Ecken und Kanten. Ich empfehle also für den SD12 ausdrücklich den Transportstatus einer guten Gitarre, im Flightcase.

    Die völlig ins Leere laufenden Filter bei 400/450Hz filterten die bei den kartonfrischen Chassis noch recht hoch liegende Sickenresonanz. Diese Resonanz sinkt mit der Betriebsdauer langsam ab, läuft also dem digital feststehenden Filter davon. Das bei Herrn Reimann angekommene Preset passte deswegen nicht mehr zu den jetzt über 5 Jahre benutzten SD12. Schon das heutige Preset enthält weniger schmalbandige Filter. Das Preset für morgen wird die mit Herrn Reimanns Messungen gewonnene Erfahrung mit gealterten SD12 aufgreifen. Vielen Dank an dieser Stelle für die Messungen und wertvollen Anregungen. Es freut mich sehr, daß die beiden SD12 nach dem digitalen Facelift kompetente Tontechniker gefunden und zufriedene Kundschaft hinterlassen haben.

    Mit freundlichen Grüßen vom Entwickler der SD12,

    Bernd Häusler

    Alles anzeigen
  • Installationskonzept für eine Schulaula - mögliche Geräte

    • bernd häusler
    • 9. Juni 2011 um 07:58

    Moin,

    Zitat von "janos buttgereit"

    ...wenig Ahnung von einer professionellen PA-Installation. Es läuft zwar alles, aber wehe irgendwer zieht ein paar Stecker raus, dann darf man rätseln welches der 5 verknoteten orangenen XLR Kabel in welche der 10 unbeschrifteten Anschlüsse in der Rack-Blende gehört. Dieses Wirrwarr...

    Es ist also nicht das Mischpult als Problem, sondern eine Ansammlung unbeschrifteter Verbindungen in einem unlogischen Aufbau. Die sinngebende Beschriftung, und der übersichtliche Aufbau ist jedoch nicht die Dienstleistung die Geld herbeispült, also müssen neue Geräte her?

    Das wirklich nötige Gerät steht wahrscheinlich bereits im Sekretariat, eventuell geheim weggeschlossen weil das Verbrauchsmaterial sooo teuer und immer leer ist.

    Brother P-Touch...
    ...Kaufe mindestens zwei Kassetten passendes Schriftband, schwarz auf weiß, jeder wird Dir seinen P-Touch leihen, wenn er mit einer garantiert neuen, vollen, versiegelten Bandkassette bestochen wird. Laß Dir die Bandkassetten bezahlen. Dann übe damit, welche Schrift ist wo am besten lesbar? Dann mache Dich an die Arbeit, Du weißt aus praktischer Erfahrung sehr gut, wo welche Beschriftung hilft. Wenn man die zu beklebenden Oberflächen vorher mit einem silikonfreien Fensterreiniger entfettet hält das mit dem Brother-Originalband ewig. Sogar auf Steckern, wenn mans ganz rumwickelt.

    Wenn Du dann noch ein einlaminiertes Blockdiagramm mit den selben Begriffen im Lagerraum fest an die Wand klebst kannst Du Deine Schule alleinlassen.

    Gruß

  • EQ Einstellungen

    • bernd häusler
    • 29. Mai 2011 um 22:18

    Moin,

    Zitat von "wora"

    das man nur selten richtig gut abgestimmte anlagen vor die nase bekommt und daher doch öfter gezwungen ist einzuschreiten.


    Die richtig gut abgestimmte Anlage gibt es nicht, in keiner Liga ;)

    Ich argumentiere keinesfalls gegen Korrekturen, das ist schließlich Unser Job. Selbstverständlich benutze auch ich die Filter in den mir zur Verfügung stehenden EQs, betrachte EQs als großen Segen und keinesfalls als böse. Selbst im Optimalfall sind die wirklich "bösen Filter" längst da, denn wir benutzen Lautsprecher, zusammen mit Mikrofonen - in Räumen.

    Für die EQ-Einstellung im Eröffnungs-Posting gibt es KEINE Rechtfertigung. Selbst dann nicht, wenn es der einzige EQ im kompletten Signalweg (Redner bis PAX) gewesen wäre, auf den der Kollege Zugriff hatte. Er hat in sehr grober Weise die Gainstruktur des Komplettsystems zerstört, und zusätzlich keine Ahnung davon, daß auch ein Terz-EQ eine interne Gainstruktur hat, die auf die Mitte optimiert ist. Letzteres gilt übertragen auch für Digitalpulte, auch die haben eine interne Gainstruktur.

    Man kann heute tagsüber die Vorträge, und abends die Showband in Rocklautstärke mischen, mit der durchgehend selben Gainstruktur des ganzen Systems. Weder rauscht es tagsüber, noch zerrt es abends. Wir leben im Zeitalter von durchgehend 100dB+ Beschallungs-Nutzdynamik.

    Bei diesem Kollegen hat es unnötig gerauscht, und selbst eine simple spontane Playbackshow hätte er nicht hinbekommen.

    Gruß


    PS Erzählbär:

    Angefangen habe ich mit einem Dynamix Series 3 Pult, drei Festfrequenzen im Kanal; Alesis Fingernagel Terz EQ nach dem Master; 2-Weg Aktivweiche komplett selbstgebaut nach Schaltplan, ohne Verstellmöglichkeit; Endstufe mit 2 Kanälen, TMT/HT; selbstgebaute Doppelmono-PA; 1990. "Gut abgestimmt" war da nichts. Mit diesem System konnte man bei extrem sorgfältigem Umgang mit der Gainstuktur (die Mics, der Gain, innerhalb des Pultes, zum EQ, im EQ, zur Weiche, an den Endstufenpotis) ein Clubkonzert bei bestenfalls 60dB Nutzdynamik beschallen (zwischen Knarz und Rauschen). Ich >>musste<< praktisch alles mit dem Terz-EQ im Master erledigen, was ich mit der Mikrofonposition nicht "richten" konnte, zudem die PA "abstimmen". Ich habe viel geübt, um 60 dB zu erreichen.

    Der Kollege mit der eingangs abfotografierten EQ-Einstellung hatte über 100dB Nutzdynamik über die komplette Signalkette zur Verfügung, von der er allein mit der dummen Einstellung des Terz EQ über 20 dB "verbraten" hat. Viele weitere dB Nutzdynamik hat er im Pult verbraten, durch konsequente "Absenk-Arbeitsweise" auch im Pult. Die Mikrofoneingangsverstärker rauschen immer noch analog, im Pult rauschen neuerdings "nur" die Quantisierungsfehler, bei falscher Arbeitsweise.

    Da stellt man ein Pult mit zwei vollparametrischen EQs im Signalweg hin, dazu einen Terz-EQ, damit der Kollege im Schreck schnell mal im Direktzugriff ein Feedback killen kann, und was macht er? Genau das selbe wie ich 1990, ALLES mit dem Terz EQ, dazu genauso falsch wie ich beim dritten Mal mischen, dem ersten Mal auf eigenem System. Daran erinnere ich mich bis heute, es war der gezerrte Horror pur.

    Ich habs lernen >>müssen<<, und er?

    Bekommt für Abertausende Euro über 100 dB modernste Nutzdynamik hingestellt... und mischt das auf die Qualität meines vom Munde abgesparten 1990er Systems zurück. Da gäbs bei mir keine Kohle für.


    Und noch eine Geschichte, eine mehrtägiges Zeltfestival französisch afrikanischer Popmusik, ich am Monitorpult. Der gebuchte FOH Mischer wurde, zusammen mit dem Tonbeauftragten des Veranstaltungsteams, nach dem ersten Tag vom Platz gejagt, es war zu Handgreiflichkeiten gekommen. Es war dann "nur" noch eine Tonmeisterin (SRT Nürnberg!) da, die als französisch sprechende Stagemanagerin zur Organisation von Instrumenten und Musikern gebucht war. Nach eigenem Bekunden hatte sie weder FOH noch Monitor jemals beschallten POP live gemischt. Eher große TV-Sachen 1000 Kanäle Klassik und so. Wir haben sie beim nächtlichen Feierabend-Wein ans FOH-Pult "geredet", denn in 8 Stunden musste es weitergehen. Nächster Tag, Technikrundgang, ihr "Bekunden" war ganz offensichtlich ehrlich, sie hatte auch ungewohnte Fragen zum "Festival FOH". Bemerkenswert war aber die systematische Struktur ihrer Fragen. Sie hatte keine Frage vergessen oder übersehen, schon die erste Band lief völlig reibungslos. 3te Band, spielt bereits, mein Intercom blinkt, "ja, was gibts?", "bei 250 Hz ists unsauber, ich bekomms nicht weg, bist vielleicht Du das mit den Monitoren?", "...ich äääh ich, ...oooh das wird schwer... ...ich schaue mal, Moment bitte". Ich höre in alle Monitorwege rein, mit meinem Abhörwedge, mit dem Kopfhörer, höre nichts. Mein Blick fällt auf den Analyser, sowas hatte ich vorher noch nie an einen Monitorplatz. Ich hatte zwar damals selbst "schon" einen Analyser, ich wusste also immerhin was ein Analyzer macht, doch die DOD Gurke mit 5 zappeligen LEDs je Frequenz hätte mich hier nicht weitergebracht. Aber hier stand ein (ehrfürchtiges Raunen) Klark DN60... average/peak wählbar, resolution 1 oder 2dB auch... ...Traumgerät. Ich schaue also mit dem DN60 in die Wege, finde tatsächlich einen Weg wo die 250Hz "etwas träge" waren, ...hmm, das sind die fetten Sidefills, die hört sie natürlich durch... und setze die Filter. Ich hatte den Finger kaum vom Schieber weg und noch nicht auf der Ruftaste, blinkt schon das Intercom, ich: "Am Apparat", sie: "Ist jetzt sauber, was wars?", "Die Sidefills, sag mal, geht das jetzt so mit meiner Bühnenlautstärke?", "Naja, die Bühne ist schon ziemlich laut, hätts mir aber schlimmer vorgestellt". Wenn ich jetzt noch erwähne, daß sie vom kompletten Veranstalterteam stehenden Applaus für ihre künstlerische Arbeit bekam ist alles zum Thema fundierte Ausbildung gesagt.

    Aber ich habe keinen Tipp wer eine solch bemerkenswerte Ausbildung heute noch anbietet (Tonmeister SRT Nürnberg gibts nicht mehr), ich habe nur eine fundierte Befürchtung: NIEMAND.

  • EQ Einstellungen

    • bernd häusler
    • 28. Mai 2011 um 14:54

    Moin,

    nach komplettem Lesen der jetzt 10 Seiten bin ich bitter enttäuscht. Solche EQ-Einstellungen zerstören vor allem die Gainstruktur jeder Beschallungsanlage. Die Folgen sind exorbitantes Rauschen und ein allgemein geringer Störabstand, mit stark erhöhtem Risiko der Übersteuerung (und TIM-Verzerrung weit davor). Kurz: ein extrem reduzierter Dynamikbereich.

    Die globale Feedbackbearbeitung im Master-EQ ist regelmäßig die Ursache für unbrauchbaren Sound! (und endlose Feedbackprobleme ;) )


    Ob nun Kollegenschweine, SAE-ler, VT-ler, Autodidakten, Hausmeister, Mischkünstler, Feedbackschlosser oder der nette Kollege von nebenan inkompetent mit den Knöpfen hantieren, aus diesem Grund sind derart verfahrene EQs immer falsch.

    Angelehnt an Gert empfehle ich zielorientiert zu arbeiten, also vor dem Soundcheck den heute im Überfluß vorhandenen EQs ihre Aufgaben zuzuweisen.

    Es kann nicht sein, daß bei digital vorhandenen >>mindestens!<< zwei hochwertigen Signalweg-EQs im Pult
    (zumeist gibts auch noch welche extra z.B. in Subgruppen ;) )
    , ein externer grafischer EQ im Master für alles herhalten muß. Der beste Einsatz ist meiner Ansicht nach die schnelle Rettung bei Feedback während der Show, was auch bedeutet, daß er sowohl vor der Show, während der Show die längste Zeit, als auch nach der Show >>flat<< steht. Dann klappts auch mit den Kollegen.

    Gruß

  • "heimische hölzer" (test kleiner, deutscher LS-her

    • bernd häusler
    • 26. Mai 2011 um 03:43

    Das SD12 Fliegetop ist bei gleicher Endstufe um durchgehend 3 dB lauter als "vorbekannte" 12"/1" Bauweisen.

  • "heimische hölzer" (test kleiner, deutscher LS-her

    • bernd häusler
    • 23. Mai 2011 um 05:41

    Moin,

    @ wora: danke für die klug gesetzten Stichworte.

    Zitat von &quot;wora&quot;

    ebenfalls wäre es sicher ein risiko, wenn kontruktionsdetails veröffentlicht würden, die von der konkurrenz einfach nachgebaut werden könnten - und damit der vorteil gegenüber anderen systemen quasi weg oder zumindest geringer wäre. die kleinen hersteller stecken ja meist ihre ganze persönliche energie in die entwicklung, und davon haben sie ja keine unendlichen reserven. so eine lautsprecherentwicklung ist ja nicht gerade mal schnell an einem nachmittag gemacht, da stecken für kleine hersteller viele wochen und monate arbeit drin. ausserdem es hängt sicher oft die ganze existenz daran!

    Gleich der erste Presseauftritt mit meinen SD12 kostete mich das Vertrauen von gleich zwei Auftraggebern. Einer davon bestimmte über 50% meiner Einkünfte. Dazu sah ich mich einer Schadenersatzforderung annähernd 5-stelliger Höhe gegenüber. Der Autor schrieb, entgegen der klaren mehrfach versicherten Absprache, auch einen unmißverständlichen Verriss über die mir kostenlos zur Verfügung gestellte Liegenschaft und die dort installierte Beschallungsanlage.
    "[Liegenschaft] nicht für Beschallung geeignet"/
    "Es gibt eine Zentralbeschallung und diverse Delaylines. Ich glaube, daß das hier nicht funktionieren kann".

    Da hilft keine Gegendarstellung und kein Kommentar.

    Über die Jahre wuchs eigentlich nur die These: Lautsprecher sind zwangsläufig von den debilsten aller Vollidioten umgeben, der Beweis bin ich selbst.
    Toller Beweis ;)


    Jetzt ist mein SD12 bei Fabian zum Test.

    Zitat von &quot;F.A.Bi.A.N.&quot;

    ich könnte mich nicht erinnern, dass ich schon mal "geheimnisse" verraten hätte. bei der klassischen 12"/1" dürfte das auch ziemlich schwer werden, hier sind praktisch alle konstruktionsmöglichkeiten "vorbekannt".


    Vorbekannt? Daran lässt Du mich gerade vehement zweifeln ;)

    Die Katze hat Hunger. Die Maus hat weder Whiskas noch Breckies mitgebracht. "Sheba? Was bitte ist Sheba?"

    Mal sehen ob daraus eine erzählbare Geschichte wird.

    Grüße, Bernd

  • Lautsprecher-Hersteller aus deutschsprachigen Raum?

    • bernd häusler
    • 17. Mai 2011 um 18:04

    Persönliche Nachricht

  • Brauchbares Chasis für älteren Sub- wer kann helfen?

    • bernd häusler
    • 17. Mai 2011 um 16:46

    Moin,

    der von Jens empfohlene B&C 15NW100 ist ein modernes, auf geringes DC-Displacement optimiertes Chassis. Es ist auch dann eine gute Wahl, wenn die Abstimmung nicht ganz stimmt. So manches heute noch erhältliches Chassis funktioniert auch mit perfekter Abstimmung nicht wirklich gut.

    Die Beschreibung der Bassreflexöffnung macht neugierig, der Querschnitt des Kanals ist größer als die Durchlässe außen und innen?

    Gruß

  • B&C DCX50

    • bernd häusler
    • 13. Mai 2011 um 01:17
    Zitat von &quot;unknown_artist&quot;


    Unsinn! Wenn man über komplexe technische Sachverhalte diskutiert sollte man sich die Mühe machen die richtigen Terminologien zu verwenden. Klirr und Intermodulationsverzerrungen sind zwei völlig unterschiedliche Phänomene.

    Wenn Du begriffen hättest, daß Intermodulationsprodukte eines Lautsprechers wiederum harmonische Verzerrungen bilden, und die Harmonischen mit allen anderen Tönen, auch mit sich selbst intermodulieren, dann würdest Du nicht stänkern, oder?

  • brauchbarkeit von altem 12"

    • bernd häusler
    • 31. März 2011 um 20:22

    Moin,

    Leistungsüberlegungen sind ja immer ewas heikel. Vielleicht kannst Du rausfinden welche Leistung der Endverstärker der Orgel hatte, das lässt sich gut auf einen Gitarrencombo übertragen. Das Problem für den Lautsprecher ist, daß sowohl bei Orgel, als auch bei gezerrter Gitarre die Endstufenleistung als Dauerleistung rausgeht. Ich schätze im Bereich 3-5Watt, sowas wie der Epiphone Valve Junior (Die Schaltung gibts überall im Netz zum Vergleich). Damit passiert sicher nichts, und mehr ist auch nicht nötig. Auch wenn Chassis dieser Bauart in geschlossenen Gitarrenlautsprechern zu viert an 50 Watt (12,5/Stück) betrieben wurden/werden. Röhrenwatt... mit einer dauerclippenden 15Watt Transistorendstufe heutiger Bauart wirds extrem eng.

    Viele Grüße, Bernd

  • ilive-T Tipps and Tricks

    • bernd häusler
    • 23. März 2011 um 20:44

    Moin,

    ich habe rings um die Lüfteröffnung mit großzügigem Abstand Doppelklebeband geklebt und damit ein Stück Dunstabzugshauben-Filtermatte befestigt (Polyesterwatte wie Lautsprecherdämpfmaterial, nur dünner). Die iDR hat einen definierten "Ansaugstutzen :D " und lässt sich perfekt filtern, das ist außerordentlich selten ...(ATX-PC :? Laptop :roll: )... ...nur 4°C mehr bei mir, dafür die Sicherheit den "Staubzuschlag" der Kühlkörper nie zu brauchen...

    Viele Grüße, Bernd

  • Abstimmung BLUB-Subwoofer

    • bernd häusler
    • 7. März 2011 um 07:31
    Zitat von &quot;marce&quot;

    Undd das wird dann die ideale 5-Wege-PA: Infra, Blub, Kick,Töck - und dann noch was für's Zisch obenrum...

    :D You just made my day!

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