Hallo Leute,
nach langem Lesen will ich mich wieder einschalten. Mir ist vollkommen klar, dass ich mit folgender Meinung wieder das halbe Forum gegen mich stelle und davon wieder sicher der Hälfte ein weiteres Argument gebe, warum sie mich nicht ernst nehmen, ist mir aber völlig wurscht:
Genau die gleichen Argumente gegen die Stängele PA-s habe ich Jahre lang komplett gleich runtergesabbelt wie hier alle Gegner mit der Erkenntnis: ICH HABE MICH GEIRRT!
Diese Stängele PA-s sind genau das Universal-Heilmittel für eine unfassbar große Anzahl von Jobs, wie es sie gibt und sie funktionieren in der Praxis hervorragend.
Das liegt sicher nicht daran, dass sie die Physik bescheißen, sondern dass die Vorteile von den Vollprofis nicht erkannt werden wollen oder unterbewertet werden.
Und zwar meine ich, und was auch die Entwickler dieser Teile durchaus argumentieren (ich habe es nie in einem wissenschaftlichen Versuch bewiesen, aber es klingt logisch und funktioniert in der Praxis):
Der Vorteil ist die höhere Natürlichkeit!!!!!!!!!
Dieser Vorteil ist so groß, dass z.B. die Beschallungslautstärke extrem gesenkt werden kann und deswegen die vermeintlichen Probleme (mit Rückkopplungen...) nicht zum tragen kommen.
Die meißten aller natürlichen Klangkörper sind eher Kugelstrahler!
Habt Ihr schon einmal eine Violine mit gezielter 60°x 40° Abstrahlung gesehen oder gehört?
Einen Flügel?
Einen Kontrabass?
Warum kann man diese Musiker auch in akustisch schlechten Räumen in der letzten Reihe hinten im Eck auch als Laie aus einem kompletten Orchester heraushören???
Warum kann ein Konzertgitarrist in einem Stadion ohne Mikrofon spielen (zugegeben müssen dann alle zuhören wollen!)?
Weil ich sie orten kann!!
Habt Ihr schonmal eine Violine nicht gehört, nur weil sie im Orchestergraben saß und zwischen Euch und Violine somit eine Wand und 15 Reihen andere Zuhörer waren??
Es geht!
Normale Lautsprecher sind Feinde des natürlichen Hörens. Alles was mich der Natur näher bringt, bringt mich bei einem Großteil der Beschallungen weit nach vorne. Weil unsere Ohren und unser Gehirn auf naürliche Hörmuster konditioniert sind von Geburt an im Training und teilweise sicher auch genetisch bedingt (Es war früher ganz hilfreich den Löwen hinten links beim Anschleichen zu orten obwohl vorne gerade mein Stamm mit mir singt und tanzt)
Diese Stängele binden sich vom Reflexionsverhalten deutlich natürlicher in den Raum ein. Deswegen vermisst man in der Regel keinen Equalizer (nicht weil man den Raum wenig anregt, sondern weil man ihn stark anregt)!
Der Klirrfaktor ist deutlich niedriger als bei mehrwege Hornboxen.
Ein Konzert mit dem Boseprinzip (Jeder Musiker seine eigene Stange) ist mit der größe Genuss für den Zuhörer und für die Musiker überhaupt. Und da braucht man nicht fachsimpeln, sondern nur die Musiker oder Zuhörer fragen.
Ich habe tonnenweise Musikerkunden, die von sehr guten konventionellen Anlagen auf Stängele umgestiegen sind und mir nun seit Jahren Berichten, was für ein unglaublicher Schritt nach Vorne das für sie war. Auch das Feedback des Publikums ist gigantisch.
Der Frequenzgang dagegen z.B. ist nahezu völlig schnurz, denn auch echte Instrumente unterscheiden sich hier stark. Ich hatte aber noch nie jemanden in der Oper, der sich beschwert hat, dass der Flügel bei 118 Hz eine leichte Schwäche hatte oder die Sopranistin bei 4 kHz ganz schön schrill klang. Das ist dann übrigens auch in Natur in jedem Konzertsaal anders. Hier wird auch nicht am Sänger herumequalisiert.
Es gibt selbstverständlich auch Dinge, die damit nicht gehen, aber es geht viel mehr, als man hier so denkt!
Immer, wenn ich aus irgendeinem Grund ein hohes Verstärkungsmaß brauche, wird es brenzlig.
That´s it.
Viele Grüße
Tobias Kammerer