Mhm, bevor hier noch 100 weitere Vorschläge eintrudeln, braucht es einfach ein paar spezifischere Angaben.
1) Deine Anwendung klingt für mich stark nach klassischen FreeTek-Events – irgendwo draußen auf Wald und Wiese, inklusive Campingplatzbeschallung à la Nature One, richtig? ![]()
Wie sehen hier die Rahmenbedingungen aus? Typischerweise kommt der Strom aus Aggregaten, weshalb oft wirkungsgradstarke Basshörner zum Einsatz kommen. Nach meiner Erfahrung kann – je nach Standort – auch das Thema Ruhestörung / Polizei eine wichtige Rolle spielen. Kein Besucher hat Bock auf ein fettes Monocluster, das zwar ordentlich schiebt, aber noch zehn Dörfer weiter ins Schlafzimmer beamt und dadurch die Grün-Weißen auf den Plan ruft.
2) Fläche & Publikum
Die angegebene Zuhörerzahl (100–300 PAX) wirkt etwas widersprüchlich zur genannten zu beschallenden Tiefe von 30–40 m. Auf so einer Fläche verlaufen sich die Leute ziemlich. Möglicherweise ergibt es mehr Sinn, mit einer 4-Punkt-Beschallung zu arbeiten und damit den Dancefloor zu definieren.
Eure Events klingen eher nicht nach einer 15-Meter-Megastage. Rechnen wir mal mit z. B. 6 m Bühnenbreite und 10 × 20 m Dancefloor – also rund 200 m² zu beschallender Fläche – sieht die Welt schon ganz anders aus.
3) Budget
Hier fehlt mir bisher jede Info. Reden wir über 500 Euro, 5.000 oder 50.000? Ohne eine klare Angabe kann man nicht sinnvoll beraten.
4) Transport & Handling
Ein Wald- und Wiesen-Event bringt neben dem Stromproblem auch logistische Herausforderungen mit sich. Große Basshörner verbrauchen zwar weniger Strom als fette 18"-BR-Bässe, sind dafür aber schwerer, sperriger und auf unebenem Boden schwer zu bewegen. Wie seid ihr bzw wollt ihr Euch hier aufstellen? Ihr seid ja auch nicht mehr die jüngsten :->
5) Der Sound – die schwierigste Frage
Was genau wollt ihr klanglich erreichen?
Hier wird oft aneinander vorbeigeredet, weil jeder unter Begriffen wie "Punch", "Druck", "Stramm", "Tiefgang", "Definiertheit" etwas anderes versteht – meist basierend auf persönlicher Wahrnehmung und emotionalem Eindruck, nicht auf messbaren Werten.
Und dann kommt noch der Confirmation Bias ins Spiel: Ein 12"-Langhub-Treiber klingt für viele automatisch "tighter" und "schneller" als eine 18"-Hornpappe – weil "kleiner = schneller", was technisch nicht immer haltbar ist.
Einige denken, es braucht Infraschub bis 20 Hz mit 130 dB, obwohl die gespielte Musik nicht unter 40 Hz geht – und womöglich wären Kickbässe im Bereich 80–150 Hz die bessere Wahl, um den gewünschten Eindruck zu erzeugen.
Mein Fazit:
Irgendwann kommt man nicht mehr umhin, sich konkrete Systeme anzuhören. Am besten bei Veranstaltungen, bei denen einem der Sound gefällt – dann einfach mal den Toni fragen, was da läuft und wie es eingestellt ist.
Wir können hier im Forum bei der Eingrenzung helfen – aber dafür braucht’s mehr Klarheit bei den genannten Punkten.