Also ich kenne irgendwie beide Seiten. Angefangen bin ich vor ca 12 Jahren im Alter von 14 Jahren. Gemuggt wurde ausschließlich mit HIFI-Material. 2. CD Player kam noch von Mama und Papa. Mischpult von Hama (glaub ich). Ich hatte mir vorher nichtmal Gedanken über die Bezahlung gemacht. Am Ende des Gigs (200 Personen Hochzeit) hielt ich unglaubliche 250 D-Mark in den Händen und habe mich gefreut wie Otze. Von da an war meine Zielrichtung klar: DJ werden, um jeden Preis.
Der Preis stand fest, was ich einmal bekommen habe, bin ich auch wert! Der Preis war geboren und ich muggte so eine ganze Zeit. Kurz nach der Euroumstellung (!). Kam dann eine Preiserhöhung auf 150 €uro. Die PA Bestand schon lange nicht mehr aus HIFI Sachen. Yamaha-Tops, Craaft 18" Subs, Yamaha P3200 usw. Vor ca. 4,5 Jahren kam so langsam der Umdenkprozeß. Ich bekam Kontakt zu anderen DJs die mich "einnordeten" und mir mal was über Gagen usw. klar gemacht haben. Seitdem habe ich meine Preise radikal überdacht. Aber Sie trotzdem moderat für den Kunden gehalten. Ich finde es übertrieben für eine Hochzeit mit 100 Gästen dem Gastgeber 600 Schleifen aus der Tasche zu ziehen. Allerdings gehe ich auch nicht mer für 150 Tacken los.
Egal welche Preisgestaltung ich gefahren habe, es gab nie eine Ausnahme (nichtmal für meine Eltern)! Das ist der Tod, jeder Hans und Franz kommt dann an!
Ich verstehe jeden, der sich am Markt sich über den Preis positionieren will. Und billiger Preis heißt nicht immer scheiß Leistung oder Sound. Andrerseits habe ich letztens einen 23. Geburtstag gemacht und 350 Euro im November (Freitagsgig) bekommen und es gab sogar ein Trinkgeld! Also ist auch nicht jede Jugend-VA was für Billigheimer.
Inzwischen lebe ich mehr oder weniger von dem Job. Nein, ich habe auch noch einen Hauptjob über den ich krankenversichert bin, etc. Aber mein ganzess Leben ist darauf ausgerichtet, dass ich am WE mein Geld verdiene. Der Hauptjob ist zwar wichtig, jedoch würde ich für das Hobby jederzeit kündigen (ist auch schon vorgekommen).
Ich finde jeder der anfängt sollte sich viel mehr überlegen, wie weit er kommen will. Und was Ihm das wert ist. Ich arbeite ausschließlich allein und das wird auch so bleiben. Und ich sage jegliche Termine ab, wenn es um Musik geht. So verliert man doch im Laufe der JAhre viele Freunde... ich denke das Problem kennen hier einige... auch sowas muss man mal in die Kalkulation mit einbeziehen.
Gruß Vossi